Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

Nightshade
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#11

Beitrag von Nightshade »

kraut_ruebe hat geschrieben:wenn man sich das schon hochrechnet, dann sollte man aber die preise vom bioladen/vergleichbares hochrechnen, nicht den supermarkt-mist. üblicher weise produziert man zuhause ja auch eine entsprechende qualität. da sollte so eine rechnung gleich ganz anders aussehen :)
Ich geh jetzt auf den Bauernmarkt... Das Obst der Bauern ist genauso gut oder schlecht wie meines. Kein Mensch spritzt seine Marillenbäume, die sind alle "bio". Andere Preise als die erwerbsbauern kann ich nicht verlangen.

Und in der Marillen/Kirschen/Zwetschken...- Saison hat jeder dritte Kleingärtner seinen Überschuss zu verkaufen, natürlich zum Schleuderpreis.

Ich rechne auch nicht mit. Aber wenn man wirklich wissen will, ob der Garten einen Gewinn im betriebswirtschaftlichen Sinn bringt, dann muss man auch betriebswirtschaftlich rechnen, bis hin zu den Kosten der eigenen Arbeitsstunde.

Womöglich wäre die Entlastung fürs Budget größer, wenn man sich keinen Eigengarten anschafft, sondern sich finanziell an einem gewerblichen Biobetrieb beteiligt? Und Biogemüse könnte man auch kriegen?

Gärtnern macht Spaß. Dem Nächsten macht sein edles Motorrad Spaß. Der braucht auch nicht rechnen, wie viel billiger ihn sein Steckenpferd kommt als die Benutzung des öffentlichen Verkehrs. ;-)
hobbygaertnerin
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#12

Beitrag von hobbygaertnerin »

Ich mache seit vielen, vielen Jahren Haushaltsbuchführung, ist wohl eine altmodische Marotte, allerdings ist es mir wichtig. Es gab und gibt schon seit dieser Zeit eben auch das Konto Garten.
Aus dieser Sicht ist der Garten eben nur eine Kostenstelle- deshalb möchte ich zukünftig auch den Ertrag aufschreiben. Welche Preise ich dann ansetze, das muss ich noch überlegen(Preis vom Supermarktgemüse, vom Bauern- oder Wochenmarkt oder vom Viktualienmarkt :) )
Die Freude am Garten, den Erholungsfaktor und vieles mehr kann und will ich nicht berechnen, es bleibt ein Hobby und deshalb kommen auch keine Rentabilitäts- oder betriebswirtschaftliche Berechnungen zum Einsatz. Was mir nur so in den Sinn gekommen ist, ein Hobby darf selbstverständlich was kosten, ein Hobby, das auch was bringt, eine nette Vorstellung.
Danke für die vielen Tips bezüglich Erfassen und Aufschreiben der Erntemengen.
Adjua
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#13

Beitrag von Adjua »

Die industrielle Tier- und Gemüseproduktion kann soviel billiger produzieren als irgendwer von uns, dass man immer noch billiger kommt, wenn man einkauft - trotz Transportkosten und Verdienstspanne des Handels.

Für mich rechnet sich der Garten trotzdem über Umwege. Wenn ich ins Geschäft oder auf den Markt gehe, kaufe ich immer auch Sachen, die ich nicht unbedingt brauche, auf die ich aber gerade Lust habe. Wenn ich nicht einkaufen gehe, sind diese Sachen nicht vor meiner Nase und gehen mir auch nicht ab. Durch den Garten habe ich die Möglichkeit, sehr selten einkaufen zu gehen. Das spart allein im Lebensmittelbereich mehr Geld als alle Aufrechnungen zwischen Eigenanbau und Einkauf. Mein freiwilliger Konsumverzicht, den ich mir durch den Garten angewöhnt habe, erstreckt sich auch auf Bereiche, die nichts mit Essen zu tun haben. Der Garten unterstützt in meinem Fall eine Haltung des Nicht-Brauchens.

Hätte ich den Garten nicht, könnte ich auch mit eiserner Disziplin an allem vorüber gehen, was nicht zwingend lebensnotwendig ist - allerdings hätte ich dann das Gefühl, dass mir etwas abgeht. So gehe ich hinaus in meinen Garten und freue mich über die Fruchtbarkeit, die mich umgibt und über das, was ich geschaffen habe und brauche weder Schokolade noch exotische Früchte. Dafür beschäftige ich mich damit, was ich aus dem machen kann, was bei mir wächst und esse nach Saison.

Seit ich einen Garten habe, gebe ich so wenig Geld für den laufenden Lebensunterhalt aus wie nie zuvor. Natürlich gebe ich auch für den Garten jede Menge Geld aus. In Summe sind Gartenspielzeuge und Saatgut weit billiger als Computerspielzeug oder andere Dinge, die ich vorher haben wollte :engel: . Trotzdem habe ich das Gefühl, im Luxus zu leben, schon allein wegen der tollen Qualität des Essens - das bedeutet mir mehr als die vielen teuren, ausgezeichneten Restaurants, die ich in meinem Stadtleben besucht habe.

Mit der Zeit werde ich auch mehr und mehr eigenes Saatgut selbst produzieren, und jedes Jahr habe ich mehr Pflanzen selbst gezogen. Jedes Jahr schaffe ich mehr einzumachen und zu lagern. Mit steigender Organisation wird's immer billiger - und die Zufriedenheit steigt trotz sinkender Kosten.
Nightshade
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#14

Beitrag von Nightshade »

Heutige Preise am Bauern- und Gemüsegärtnermarkt:

1 Kilo Speise/Zucchini Kürbis - 1 Euro
1 Kilo Kartoffeln 70 Cent
1 Kilo Cocktailtomaten 1 Euro
3 große Bund Jungzwiebel 1 Euro
1 Kilo "Bio"-Zwetschken 1 Euro
250g "Bio"-Brombeeren 2 Euro
1 Kilo "Bio"-Holunder 1 Euro
1 Kilo Rote Rüben 1 Euro

Der Luxuskauf des Tages war der Samenstand einer großen Sonnenbkume um 1 Euro. :) :) :)

Das müsste ich also für meine Früchte rechnen, wobei die Fruchtgröße ja auch noch eine Rolle spielt. (Wie viele Früchte ergeben 1 Kilo und wieviel Fläche, um diese Anzahl Früchte zu kriegen?)
Diese Kürbisse sind beachtliche Trümmer. Der Bauer hat offenbar zu 70% Kürbisanbau und weiß, wie es geht.

Ich sehe es so: Ich will die Immobilie erhalten, dh. ich muss Abgaben zahlen. Ein paar eigene Früchte ODER Blumen verringern den finanziellen Verlust zumindest um diesen kleinen Betrag.

Der Blick in den nächsten Schnittblumen- Discounter lehrt mich, dass der selbstgezogene Strauß von mehrjährigen Pflanzen eigentlich am meisten Geld erspart. Hobbygärtnerin, rechne mal 30 langstielige rote Rosen aus Eigenbau in dein Haushaltsbudget. ;-) Da hast gleich mehr gespart als mit 30 Cocktailtomaten.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#15

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Wenn ich im Supermarkt einkaufen geh, nehm ich meistens noch eine Zeitschrift mit und/oder eine Süßigkeit
- stimmt, Adjua: wenn ich in den Garten geh, tu ich das nicht und mir fehlt auch nix..... :lol:

Nur wie ich diesen Kostenfaktor berechnen soll - ??

Solche sinnlosen Spontankäufe verschwinden nämlich, sobald ich bewußt einkaufe (und das tu ich automatisch, wenn ich mitnotiere....).

Mir ist nur aufgefallen (ohne Tabellen oder Gartenplan), dass Saatgutgewinnung bei vielen Pflanzen sehr platzverbrauchend ist (Karotten, Mangold) und dass bei anderen Pflanzen eben ein Teil der Ernte dafür "verschwindet" sprich nicht konsumiert werden kann (Getreide, Salat)
Nightshade
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#16

Beitrag von Nightshade »

ina maka hat geschrieben: Mir ist nur aufgefallen (ohne Tabellen oder Gartenplan), dass Saatgutgewinnung bei vielen Pflanzen sehr platzverbrauchend ist (Karotten, Mangold) und dass bei anderen Pflanzen eben ein Teil der Ernte dafür "verschwindet" sprich nicht konsumiert werden kann (Getreide, Salat)
Ein interessanter Satz. Den echten Selbstversorger anstelle des Hobbygärtners müsste nämlich interessieren:

- Wie viele Kalorien gewinne ich aus meiner Fläche?
- Genug, damit ich gesund bleibe und Kalorien für den Winter UND unvorhersehbare Ereignisse (z.B. ein völlig verregneter Mai) aufsparen kann?
- Kann ich außerdem noch Nahrungsmittel an den Schmied hergeben, damit er mir übernächstes Jahr eine neue Egge macht?

- Wenn es nicht reicht, wie könnte ich mehr Kalorien aus demselben Stück Land heraus bekommen?

Und siehe! Das pöhse Leistungsdenken gilt auch dann noch, wenn das Geld abgeschafft sein wird. Na sowas.
Adjua
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#17

Beitrag von Adjua »

Das ist nicht "Leistungsdenken", sondern schlicht zu kurz gedacht. Die Leistung, die der Garten für mich vollbringt, ist ganzheitlich zu sehen - in welcher Weise, habe ich eh schon beschrieben. Die "Leistung", die der Garten für mich vollbringt, kann demnach nicht in Kalorien allein berechnet werden.

Umwegrentabilität einzuberechnen hat die Generation BWL seit den 60er Jahren auch schon gelernt ...
hobbygaertnerin
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#18

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Nigthshade
Unser Schmied würde seine Rechnung nicht mit Karotten beglichen haben wollen, sondern mit gewöhnlichen Euronen, ebenso mag der Tierarzt auch keine Milch oder Gemüse, sondern möchte auch mit Geld bezahlt werden.
Den Rosenstrauss lasse ich mir höchstens schenken, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass mir die Blumen an der Pflanze, bzw, im Garten draussen lieber sind.

Lebensmittel sind sehr preiswert, deshalb ist einkaufen wohl einfacher- weil dann eben auch noch einiges zusätzliches in den Wagen kommt, das liegt wohl im Sinne derjenigen, die so was erdachten. Je öfters zum Einkaufen, umso besser.
Unsere Vegetarier im Garten könnten ruhig zum Einkaufen in die Stadt fahren und nicht mir das mühsam herangezogene Gemüse zusammenfressen. :engel:
Und wegen Samen, ich habe heuer einen Rettich aussamen lassen, die Menge an Samen reicht für................ auf alle Fälle sehr lange.
Von der Abschaffung des Geldes war eigentlich nicht die Rede, sondern nur- wie diese Ernten aus dem Garten sinnvoll aufgeschrieben werden können.
Becci

Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#19

Beitrag von Becci »

im ersten Gartenjahr hab ich mal alles aufgeschrieben, hab ein Haushaltsbuch geführt und die Kosten für jedes Gericht incl. der geschätzten Energiekosten berechnet. ich hab z.B. sogar die Kosten meiner Gemüsesuppe berechnet und die Ersparnis gegenüber einer gekauften Päckchensuppe. Auch die ersparte MwSt. hab ich berechnet. War ziemlich aufwendig - aber ich hab mich riesig gefreut über die Ergebnisse. Heute bin ich noch einen Schritt weiter - ich schreib zwar nichts mehr auf - ich ärgere mich über den Elektroherd, der mir erhöhte Energiekosten beim Einkochen der Früchte beschert und dies möchte ich ändern und den Holzofen den ich in der Küche habe und den ich im Sommer nicht nutze gegen einen sommertauglichen, wasserführenden ersetzen. Die Berechnung des Kostenfaktors und Umrechnung wird auch schwierig sein, ich hätte ja ja einen mehrfachen Nutzen und Ersparnis davon. Die Arbeitszeit müsste man zwar theoretisch mit in die Berechnung einbeziehen und da wäre das Ergebnis dann schon so, dass der Einkauf von Obst und Gemüse günstiger käme. Doch wo könnte ich erntefrisches Gemüse einkaufen? Wo bekäme ich Tomatensaft, der erntefrisch verarbeitet verarbeitet wurde. Wer liest von Hand die Kartoffelkäfer ab und der Betrieb liegt in errreichbarer Nähe? Ich spare mir also auch Benzinkosten. Manchmal fluch ich, wenn die Ernte mich wie in diesem Jahr fast erschlagt, aber ein Blick in die Speisekammer entschädigt. Ich brauch keine Preise mehr vergleichen, hetzte nicht mehr durch verschiedene Läden und lasse mich nicht mehr zu irgendwelchem Käufen verführen - ich liebe meinen Garten. Birnen habe ich dieses Jahr kaum, aber Tomaten ohne Ende - also Tausch Tomaten gegen Birnen.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#20

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

hobbygaertnerin hat geschrieben:Und wegen Samen, ich habe heuer einen Rettich aussamen lassen, die Menge an Samen reicht für................ auf alle Fälle sehr lange.
hm - Samen halten aber nicht ewig.
Oder frierst du die ein?
Davon hab ich schon gelesen, trau mich aber nicht - ich häng zu sehr an meinen Pflanzen und wenn die das dann nicht überleben.... :rot:
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