da hat auch jemand gefragt, ob man den Bienen denn nicht den Honig lassen soll im Winter. Die Antwort war, daß für die Bienen ihr eigener Honig giftig sein kann. Z.B. wenn es Waldhonig ist.
Sorry, das stimmt so pauschal nicht.
Waldhonig ist ein Läusehonig - es werden nur die Zuckerstoffe der Läuseausscheidungen von den Bienen eingesammelt, und Tannen und Fichten produzieren keinen für Bienen verwertbaren Pollen.
Sprich, die Völker im Wald haben keine Pollenquellen, und entsprechend leidet die Nachzucht von neuen Bienen.
GsD für die Bienen gibt es nur alle Jubeljahre einmal reine Läusehonige, und die Gegenden, in denen der geerntet wird, ist weder vor noch nach der Läusetracht mit Bienenvölkern bestückt.
Und den Läusehonig läßt eh kein Imker im Volk, weil der viel zu teuer als Bienenfutter ist.
Da wird angewandert, um feuchtes warmes Wetter gebetet, und nach dem ersten richtig schweren Gewitter wieder abgewandert.
Weißtannenhonig kostet aktuell für Verbraucher 15€/500g, weil es schon drei Ausfalljahre gab im Wald (davor gab es sagenhafte 6 Jahre fett Waldhonig in Massen).
Betonhonig aka Melizitose ist ein Honig von Lärchenläusen - der ist innerhalb von zwei Tagen fest wie Beton in den Waben, und darauf würden die Bienen wirklich verhungern, weil sie ihn im Winter nicht aufgelöst kriegen.
Der ist aber sehr selten und mit Schulung schnell zu erkennen - da hilft dann nur abwandern, die Honigwaben reichlich wässern und einem Volk aufsetzen, was nicht im Wald war. Das Volk arbeitet dann den Honig in eine verdaulichere Form von Zucker um.
Und auch den läßt kein Imker über Winter drauf, sie wissen ja, was es ist, und wie man damit umgeht.
Waldhonig ist also kein Killerkriterium, sondern man muß wissen, was man zu tun hat als Imker.
Und Waldhonig gibt es zu 85% eh nur in Süddeutschland, für jemanden, der weiter nördlich wohnt, ist das eher uninteressant, außer er will bewußt in den Schwarzwald wandern.
Wichtig ist eine ganzjährige giftfreie Nektar- und Pollentracht, und sauberes Wasser - alles in ausreichender Menge bitte.
Wer auf Waldhonig überwintert, macht grundsätzlich was falsch - das ist eine lokale Tracht zum Anwandern, aber kein Wintervorrat.
Deshalb wurde ja die Zuckerfütterung für den Winter erfunden, um die Verluste aus der Waldhonigfütterung zu minimieren.
Vergiften tun sich die Völker NICHT, aber durch die sehr ballaststoffreichen Läusesäfte (die Läuse wollen nur das Eiweiß aus den Pflanzensäften) kriegen die Bienen im Winter Verstopfung, weil sie nicht aufs Klo fliegen können.
Außerdem können sie ohne viel Polleneintrag kein vernünftiges Wintervolk aufbauen.