Bienenhaltung

Spunk
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Re: Bienenhaltung

#61

Beitrag von Spunk »

Bei uns hat der Specht zugeschlagen, im wahrsten Sinne des Wortes! :ua:

Das größte Loch ist fast so groß wie eine Kinderfaust, die anderen mehr wie Geldstücke. Wir rechnen mit Totalverlust, eventuell hat die Vollhozbeute überlebt, die wir bei Zaches gebaut haben. Jetzt kann man nur abwarten und sehen, was der Frühling bringt. Bei dem Wetter mache ich den Bienen nicht noch mehr Stress durch reinsehen. Ändern kann ich ja doch nichts mehr.

Das einzige was jetzt ist, unsere Beuten haben alle Gardinen, falls doch noch was zu retten ist und als Einwinterungsarbeit steht das Einwickeln in alte Gardinen auf der Liste!

Falls ich mal irgendwo ´ne Digitalkamera ausleihen kann, mache ich Fotos und stelle sie rein.

Spunk
Sabi(e)ne

Re: Bienenhaltung

#62

Beitrag von Sabi(e)ne »

da hat auch jemand gefragt, ob man den Bienen denn nicht den Honig lassen soll im Winter. Die Antwort war, daß für die Bienen ihr eigener Honig giftig sein kann. Z.B. wenn es Waldhonig ist.
Sorry, das stimmt so pauschal nicht.
Waldhonig ist ein Läusehonig - es werden nur die Zuckerstoffe der Läuseausscheidungen von den Bienen eingesammelt, und Tannen und Fichten produzieren keinen für Bienen verwertbaren Pollen.
Sprich, die Völker im Wald haben keine Pollenquellen, und entsprechend leidet die Nachzucht von neuen Bienen.
GsD für die Bienen gibt es nur alle Jubeljahre einmal reine Läusehonige, und die Gegenden, in denen der geerntet wird, ist weder vor noch nach der Läusetracht mit Bienenvölkern bestückt.
Und den Läusehonig läßt eh kein Imker im Volk, weil der viel zu teuer als Bienenfutter ist.
Da wird angewandert, um feuchtes warmes Wetter gebetet, und nach dem ersten richtig schweren Gewitter wieder abgewandert.
Weißtannenhonig kostet aktuell für Verbraucher 15€/500g, weil es schon drei Ausfalljahre gab im Wald (davor gab es sagenhafte 6 Jahre fett Waldhonig in Massen).

Betonhonig aka Melizitose ist ein Honig von Lärchenläusen - der ist innerhalb von zwei Tagen fest wie Beton in den Waben, und darauf würden die Bienen wirklich verhungern, weil sie ihn im Winter nicht aufgelöst kriegen.
Der ist aber sehr selten und mit Schulung schnell zu erkennen - da hilft dann nur abwandern, die Honigwaben reichlich wässern und einem Volk aufsetzen, was nicht im Wald war. Das Volk arbeitet dann den Honig in eine verdaulichere Form von Zucker um.
Und auch den läßt kein Imker über Winter drauf, sie wissen ja, was es ist, und wie man damit umgeht.

Waldhonig ist also kein Killerkriterium, sondern man muß wissen, was man zu tun hat als Imker.
Und Waldhonig gibt es zu 85% eh nur in Süddeutschland, für jemanden, der weiter nördlich wohnt, ist das eher uninteressant, außer er will bewußt in den Schwarzwald wandern.

Wichtig ist eine ganzjährige giftfreie Nektar- und Pollentracht, und sauberes Wasser - alles in ausreichender Menge bitte.
Wer auf Waldhonig überwintert, macht grundsätzlich was falsch - das ist eine lokale Tracht zum Anwandern, aber kein Wintervorrat.
Deshalb wurde ja die Zuckerfütterung für den Winter erfunden, um die Verluste aus der Waldhonigfütterung zu minimieren.
Vergiften tun sich die Völker NICHT, aber durch die sehr ballaststoffreichen Läusesäfte (die Läuse wollen nur das Eiweiß aus den Pflanzensäften) kriegen die Bienen im Winter Verstopfung, weil sie nicht aufs Klo fliegen können.
Außerdem können sie ohne viel Polleneintrag kein vernünftiges Wintervolk aufbauen.
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stoeri
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Re: Bienenhaltung

#63

Beitrag von stoeri »

boh sehr interessant!!
herzliche Grüße
Erika mit Lux und Ricky im Herzen

Wenns nur olle so waradn, wia i sei soiad.
Gelöschter Benutzer 54

Re: Bienenhaltung

#64

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

sabi(e)ne: danke für deine erklärung :daumen:

grundsätzlich: NATÜRLICH SOLL MAN DEN BIENEN IHREN HONIG LASSEN ZUM ÜBERWINTERN!

du willst ja auch nicht deine gesamte ernte des jahres abliefern und dafür fertig-kinderbrei-packungen für den winter kriegen.
pialita
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Re: Bienenhaltung

#65

Beitrag von pialita »

Sabi(e)ne hat geschrieben: weil sie nicht aufs Klo fliegen können.
:haha:

Wow Sabine, dankeschön - supi Erklärung. Ich hab ja selber noch keine Bienen, interessiert mich zwar schon lange aber bis letzten Sommer hab ich noch in der Stadt gewohnt (und da kommt das mit der Bienenhaltung auf Dächern ja jetzt erst so langsam in Mode). Und nun da ich hier draußen wohne (in Süddeutschland mit Wald und kurz vor den Bergen ;) wird das ein für mich interessantes Thema (Bienenhaltung geht auch ohne eigenes Haus/hof) und gestern war eben der erst Teil der Anfängerschulung für Imkerei. Vielleicht habe ich den guten Mann falsch verstanden und habe aus einem "schlecht für die Bienen" ein "giftig" gemacht :bibber:
greymaulkin
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Re: Bienenhaltung

#66

Beitrag von greymaulkin »

Ich möchte ja so gerne mal Waldhonig haben. Hätte auch wohl eine Möglichkeit, ein Volk entsprechend zu positionieren. Mir machten bisher nur die Wildschweine Angst.
Wann wäre der richtige Zeitpunkt, das Volk rüberzubringen? Wann zurückholen? Tatsächlich nach dem ersten heftigen Gewitter? Bei mir gäbe es quasi vor der Bienenhaustür zwei artenreiche Waldwiesen, klar, die Honigarten sind nicht sortenrein, aber das ist mir eh egal.

Gruß, Bärbel
Sabi(e)ne

Re: Bienenhaltung

#67

Beitrag von Sabi(e)ne »

Moin,
wie definierst du Waldhonig?
Blütenhonig aus Waldpflanzen oder echten Läusehonig wie Tannen- und Fichtenhonig?
greymaulkin
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Re: Bienenhaltung

#68

Beitrag von greymaulkin »

Ne,ne, ich meine schon den "Läusehonig". Mir schwebt ein dunkler, relativ weicher, aber nicht mehr flüßiger Honig vor. Mir ist es nur egal, wenn da halt Waldpflanzen mit drin sind.
Gehen die Bienen nicht an den "Läusehonig", wenn zuviel Blüten im Angebot sind? Also das sind zwei durch einen schmalen Fahrweg getrennte Wiesen mitten im Wald.

Gruß, Bärbel
Sabi(e)ne

Re: Bienenhaltung

#69

Beitrag von Sabi(e)ne »

Yepp, die Bienen müssen erst mal auf den Läusehonig gehen wollen/müssen.
In Süddeutschland mitten im Wald ist ja kaum was anderes als Nadelholz - und die Läuse müssen auch erst mal vorhanden sein in ausreichender Menge.
Im IF sind toyotafan und der Drohn die Spezialisten dafür - die kriechen schon im Winter durch den Wald, und gucken, was die Läuse machen.
Ich hab mal einen kleinen Eimer SchleswigHolsteiner Waldhonig bekommen, der war aber von Buchenläusen, sagte der Verkäufer. Wir hatten hier auch schon welchen, wenn auch nur halbvolle Waben, und das muß von Kiefernläusen gewesen sein, die überleben hier ganz knapp.
Je weiter südlich, desto bessere Aussichten. :bieni:
greymaulkin
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Re: Bienenhaltung

#70

Beitrag von greymaulkin »

Oh, das klingt alles eher nach weiterträumen, bis ich dann mal ein Volk wirklich übrig habe, daß ich im Notfall den Wildsäuen vor die Füße werfen kann....

Gruß, Bärbel
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