terra preta

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Narrenkoenig
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Re: terra preta

#321

Beitrag von Narrenkoenig »

kraut_ruebe hat geschrieben:danke euch :)

mich interessiert aber tatsächlich die temperatur IM ofen, mir gehts um das verkohlen von knochen. es bräuchte 400 grad für die beste aller knochen-verkohl-prozeduren. ich überleg mir grad ob ein annäherndes ergebnis mit kleingeräten wie so nem ofen hinzubekommen ist.
Die Selbstentzündungstemperatur von Holz liegt irgendwo bei 350° aufwärts. Somit ist das Glutbett schon deutlicher heißer.
Wenn du an ein Tabellenbuch Metall aus dem Europa Verlag dran kommst ist da eine Farbtafel mit den Glühfarben drin, zumindestens in den Büchern von ~1950 bis 2002. Damit kannst du durch einen Farbvergleich die Temperatur der Glut recht gut bestimmen.
Glühfarben sind ab ca. 450 Grad sichtbar.

Grüße

Robert
Ich bin zur Vernunft gekommen,
leider war sie grad nicht da.
Gelöschter Benutzer 54

Re: terra preta

#322

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

danke für diese info, robert :)

damit werd ich mich unbedingt noch näher beschäftigen bei gelegenheit.
Benutzer 2354 gelöscht

Re: terra preta

#323

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

heute Abend 21: 15 Terra preta im Wendland auf N3 .
hobbygaertnerin
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Re: terra preta

#324

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hi Inho,
der Filmbeitrag war sehr interessant. Besonders der geschichtliche Hintergrund. Germanen und Slawen im Vergleich ihrer Bodenbearbeitung, wie sich die Spuren der Geschichte immer wieder kreuzen.
Dieses Jahr wird Jahr 5 mit Terra Preta, bin davon immer mehr angetan. Früher hatte ich einen Gemüsegarten, der nie genügend Gemüse lieferte, ständig mickerte und kränkelte das Grünzeugs dahin, die Schnecken labten sich,
jetzt versorge ich noch eine weitere Familie mit, hab eine sehr ausgeprägte Vorratshaltung, kaufe das ganze Jahr kein Gemüse dazu und werde dieses Jahr ein Beet mit Kartoffeln mehr machen können, weil wir die geerntete Fülle nicht verbrauchen können.
Stieglitz

Re: terra preta

#325

Beitrag von Stieglitz »

Hier der Link für diejenigen, die die Sendung verpasst haben:

http://www.youtube.com/watch?v=Yb8uKxH8nMc

LG Stieglitz
gudrun
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Re: terra preta

#326

Beitrag von gudrun »

http://terrapretawiki.org/index.php?title=Hauptseite

hier findet mensch nach PLZ geordnet einige Versuche

Gudrun
hobbygaertnerin
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Re: terra preta

#327

Beitrag von hobbygaertnerin »

Ich probiere seit Jahren herum, versuch macht kluch oder auch nicht.
Es gibt inzwischen einige "Rezepte" zur Herstellung des schwarzen Goldes, was ich mich frage, welche Zutat für die Milchsäurgeärung haben die Entdecker der schwarzen Erde hinzugefügt?
Sauerkrautsaft scheidet wohl aus, ich vermute, dass sie irgendwas ihrers Speiseangebotes vergärt und diese Rückstände in ihren Tonclos geworfen haben. Ist aber eine reine Hypothese. Schade, dass keine Kochbücher aus diesen Zeiten mehr vorhanden sind, wäre höchst aufschlussreich, was dort auf die Teller kam.
Denn wenn sie solche Erde herstellen konnten, dann war auch die Küche bestimmt nicht von schlechten Eltern. Hirn und Geist brauchen für gute Ideen entsprechendes Essen.
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Dagmar
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Re: terra preta

#328

Beitrag von Dagmar »

Hallo,

eine der wichtigsten Grundlagen der Terra Preta ist ja die Holzkohle. Hier wurden ja schon einige Tipps verraten (z.B. Sampada Ofen) wie man diese selbst herstellen kann. Dann habe ich auch mal im Netz eine großtechnische Anlage gesehen, die zum einen die Holzkohle herstellt und zum anderen die Wärme zum Heizen und ähnlichem nutzt.

Und da meine Frage: Gibt es eine solche Anlage auch in "Klein", so in der Größe von 15- 30 KW Wärmeabgabe um damit zum Beispiel ein Wohnhaus zu heizen. Also heizen, Warmwasser erzeugen und nebenher noch Holzkohle herstellen.

Da ich ja noch nicht festgelegt bin, was für eine Heizungsanlage ich in mein Wohnhaus einbauen werde, wäre das ja eine Möglichkeit.

Oder gibt es z.B. einen "Pyrolyse" Kaminofen bzw. Küchenofen. So das man damit die notwendige Wärme erzeugen könnte und dort statt Asche als "Abfallprodukt" Holzkohle herausbekäme.

Ich weiß, hört sich nach einer verrückten Idee an. Aber im Winter muss ich sowieso heizen und wenn man dann noch Holzkohle erzeugen könnte - wäre doch irgendwie genial. :holy:


Dagmar
"Ich weiß, daß ich nichts weiß"
Benutzer 2354 gelöscht

Re: terra preta

#329

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

Also wenn wir bei unserem normalen Holzofen Abends die Luft abwürgen haben wir auch einen Teil Holzkohle ( nicht gewollt aber kommt vor ) nur ob das zum Erde mischen reicht :hmm:
Stieglitz

Re: terra preta

#330

Beitrag von Stieglitz »

Hallo hybbygaertnerin
Das Lama und seine Unterrassen sind in Südamerika angesiedelt. Es wurde und wird immer noch als Lasttier in den Lateinamerikanischen Ländern eingesetzt. Wenig bekannt ist, dass das Lama auch Milch liefert.

http://www.heuruetihof.ch/lamamilch.htm

Wenn dem so ist, haben bestimmt auch die Bewohner des Amazonas-Beckens davon profitiert, und es gelangten automatisch auch Milchsäurebakterien von der Lama-Milch in die Terra Preta.

Auch bei jeder Geburt, ob Mensch oder Tier, fallen Milchsäurebakterien an (Nachgeburt, Fruchtwasser) die – wo denn sonst – am gleichen Ort entsorgt wurden, wie die täglich anfallenden biologischen Stoffe aus Früchten, Gemüsen und Nüssen, Fisch- und Tierabfällen, Asche, Kohle von der Feuerstelle, Fäkalien von Mensch und Tier, Scherben, etc. Getrockneter Lamakot wird/wurde auch zu Heizzwecken verwendet.

Die Inka unterhielten regen Kontakt auf dem ganzen Kontinent, bis hinauf zu den Maya. Es gab ein ausgebautes Netz an Pfaden. Das Rad war da noch nicht erfunden. Bestimmt hatten sie auch Kontakt ins Amazonas-Becken.

Was mich aber besonders interessieren würde, wäre eine klare, anschauliche Abhandlung über die aeroben und die anaeroben Mikroben in der Gartenerde. Auch würde mich interessieren, was die anaeroben Bakterien (EM) in der nachgebauten Terra Preta von Professor Glaser bei der Sanierung der Böden im Wendland für eine Funktion haben.

Von den Milchsäurebakterien weiss man, dass diese stark desinfizierend wirken und die krankmachenden (pathogenen) Keime in Schach halten.

Ich meine: Die Milchsäurebakterien etc.
• gehen entweder ein, wenn sie mit Luft in Berührung kommen,
• oder sie passen sich an,
• oder sie dienen andern Organismen als Nahrung (Verstoffwechslung).

UAwg (Um Antwort wird gebeten)

Liebe Grüsse Stieglitz

Die obigen Thesen kann ich nicht alle hieb- und stichfest belegen. Ich habe sie beim Lesen aufgeschnappt und zum Teil geschlussfolgert. Wenn jemand bessere Erklärungen hat, soll er diese bitte Kund tun.

@Dagmar
Du bist auf der Suche nach einer zweckmässigen Holzheizung. Folgenden Link kann ich Dir empfehlen:

http://www.tiba.ch/

Wir hatten zu Hause (wo ich aufgewachsen bin) solche Herde im Einsatz.
Der eine Anstellherd in der Küche, zum Kochen, Heizen von Sitz-Kunst und Boiler (Heisswassertank), beheizt nur mit Holz. Beides zur besten Zufriedenheit.

Der andere Anstellherd, ebenfalls in der Küche hatte Zentralheizung angeschlossen (für eine kleine Wohnung) sowie Boiler. Dieser Herd hatte einen etwas grösseren Feuer-Raum, und man musste manchmal mit Briketts nachhelfen. Asche war natürlich nichts mehr für den Garten.

Heute habe ich selber so einen Anstellherd in der Küche zum Kochen und zum Heizen der Kunst. Da kann ich jeden Morgen die nicht ganz verglimmten Holzkohle-Stücke herausnehmen. Man muss am Tag vorher, frühzeitig genug den Schieber schliessen, damit kein Sauerstoff mehr zu den noch glühenden Kohlen gelangen kann. Aber Vorsicht. Nicht zu früh, denn sonst kann es eine Verpuffung geben.

Die Kohle, die ich da rausnehme, ist sehr gut für den Garten geeignet. Sie ist weich, und es hat kaum noch PAK darin. Sie lässt sich bestens, nach Vorbehandlung, mit dem Kreisel-Häcksler in feines Granulat umwandeln.

Liebe Grüsse Stieglitz
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