Komposttoilette

AlterSchwede

Re: Komposttoilette

#131

Beitrag von AlterSchwede »

fuxi hat geschrieben:
AlterSchwede hat geschrieben:Kompostklo macht eigentlich nur Sinn wenn man das Klo unbedingt im (Wohn)haus haben möchte. Ansonsten macht ein (ordentlich gepflegtes) Plumpsklo ja ohne Anschaffungskosten und Stromverbrauch das Selbe. Es geht also primär um den Komfort nachts nicht buchstäblich "raus" zu müssen... ;)
Äh, nein.
Es geht auch (oder vor allem) darum, aus einem nährstoffreichen Grundstoff keinen giftigen, gewässerbelastenden Klärschlamm zu machen. :oma:
Der Schmodder aus einem Plumpsklo-Tank muss dann ja doch wieder ins Klärwerk.
Hmm... Giftig ist dieser Klärschlamm eigentlich auch nur dann wenn da Medikamente oder irgendwelche Spezialchemie mit reinkommt... Dieses Problem behältst Du Dir egal ob Kompost- oder Plumpsklo ja sozusagen "auf dem Grundstück".

Ich denke schon daß man die Frage insgesamt auf Wirtschaftlichkeit und Komfort reduzieren kann - und so komme ich ja auch zu meinem Fazit.

Plumpsklo - "gratis - aber wenig komfortabel (riecht manchmal... muß man gelegentlich ausräumen... man muß aus dem Haus... )"
Kompostklo - "teuerer in der Anschaffung - deutlicher Komfortvorteil gegenüber dem Plumpsklo weil man nicht mehr aus dem Haus muß..."
(3-)Kammer - "am teuersten in der Anschaffung - setzt infrastruktur voraus - maximal komfortabel. Wird auf Anruf geleert... ansonsten nur Knöpfchen drücken...".

Daß das Kompostklo irgendwie "hart an der Grenze zum Innovationsflop" (Dinge die eigentlich Niemand braucht...) herumkrebst wird ja auch daran deutlich daß es die Grauwasserfrage nicht löst. Klartext: In Schweden wo ich mein Grauwasser fast überall problemlos versickern lassen darf... hat das Kompostklo schon wieder einen ganz anderen Stellenwert als dort wo letzteres nicht geht. In Schweden könnte ich eben mit dem Kompostklo "im Badezimmer kacken und duschen"... also Komforgewinn gegenüber: "Im Badezimmer duschen und 50m weiter kacken". Und das auch noch billiger als "Riesenloch buddeln - Tanks kaufen - Tanksspäter leeren lassen müssen".
luitpold

Re: Komposttoilette

#132

Beitrag von luitpold »

Klartext: In Schweden wo ich mein Grauwasser fast überall problemlos versickern lassen darf... hat das Kompostklo schon wieder einen ganz anderen Stellenwert als dort wo letzteres nicht geht.

diese regelung gilt aber nicht für geschlossene siedlungen und ist somit für mitteleuropa hinfällig, genauso wie für schweden die im reihenhaus in der vorstadt in der seeufersiedlung leben.
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Komposttoilette

#133

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

Wir haben ein 2 Kammer System mit anschliesendem Schilfbeet. Die Kammern werden alle 3 bis 5 Jahre leergemacht. Einmal im Jahr mist ne Firma die Abwasserwerte bis jetzt sind wir voll zufrieden mit dem System.
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fuxi
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Re: Komposttoilette

#134

Beitrag von fuxi »

AlterSchwede hat geschrieben:Hmm... Giftig ist dieser Klärschlamm eigentlich auch nur dann wenn da Medikamente oder irgendwelche Spezialchemie mit reinkommt... Dieses Problem behältst Du Dir egal ob Kompost- oder Plumpsklo ja sozusagen "auf dem Grundstück".
Nein, giftig (im Sinne von "schädlich") ist Klärschlamm meiner Meinung nach immer, weil zu hoch konzentriert.

AlterSchwede hat geschrieben:Ich denke schon daß man die Frage insgesamt auf Wirtschaftlichkeit und Komfort reduzieren kann
Weil wir ja ein Wirtschafts- und Komfort-Forum sind? :pfeif:
Mag sein, dass du die Frage darauf reduzieren kannst. Ich nicht.
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DieterB

Re: Komposttoilette

#135

Beitrag von DieterB »

AlterSchwede hat geschrieben:Plumpsklo - "gratis - aber wenig komfortabel (riecht manchmal... muß man gelegentlich ausräumen... man muß aus dem Haus... )"
Kompostklo - "teuerer in der Anschaffung - deutlicher Komfortvorteil gegenüber dem Plumpsklo weil man nicht mehr aus dem Haus muß..."
(3-)Kammer - "am teuersten in der Anschaffung - setzt infrastruktur voraus - maximal komfortabel. Wird auf Anruf geleert... ansonsten nur Knöpfchen drücken...".
Kompostklo = Plumpsklo + Einstreu

So einfach ist das. Das kostet gar nichts! Ein einfaches Loch in der Erde, das geleert werden kann, ist ausreichend. Du brauchst nur genuegend Einstreu. Alle organischen Materialien sind dafuer geeignet: Saegemehl, Laub, Kuechenabfaelle, Gras, Unkraut ... und zwischendurch ein wenig Erde oder reifen Kompost.

So mach ich das seit ueber 10 Jahren. Es gibt kein Geruchsproblem und das Ergebnis ist ausgezeichnete Erde, die angenehm nach Waldboden duftet.

lg. Dieter
Manfred

Re: Komposttoilette

#136

Beitrag von Manfred »

Mein mit übernommenes Plumpsklo in BB3 hat aufgrund der Konstruktion mehr "Gschmäckle" als wünschenswert.
Ich würde daher gerne einen Lüfter einbauen, um den Geruch nach Außen abzuführen.
Welche Leistung sollte so ein Lüfter mindestens haben? Da kein Stromanschluss vorhanden ist, hätte ich am liebsten einen 12 V Lüfter mögl. geringer Leistung.
Der Aufbau ist so, dass von der Grube ein gut 2 m langes, dickes KG Rohr zum Toilettensitz im ersten Stück führt. Natürlich ein perfekter Gestankskamin.
An der Außenwand führt ebenfalls beginnend in der Grube ein kleines Entlüftungsrohr nach oben, das aber zu wenig Zug hat, da es im Durchmesser viel kleiner ist als das Hauptrohr und auf ca. gleicher Höhe endet.
Ich überlege das Hauptrohr unterhalb des Toilettensitzes anzubohren und von da die Zwangsentlüftung mit dem kleinen Lüfter abzuzweigen und über Dach abzuführen.
Was haltet ihr davon?
Oder würde es reichen, das vorhandene Abluftrohr mit dem Lüfter zu versehen und es zu verlängern? (In der Hoffnung, dass dann Luft durch das Hauptrohr angesaugt wird statt wie bisher dort auszutreten.)
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Re: Komposttoilette

#137

Beitrag von fuxi »

Ich hab noch 2 oder 3 PC-Lüfter incl. Gummi-Vibrationshemmer-Zwischenleg-Dingens im Keller liegen. Waren mal für eine Aquarien-Kühlung gedacht, die ich dann doch nie gebraucht habe, weil ich aus der schlecht gedämmten Dachwohnung ausgezogen bin. Kann ich dir im Maxibrief oder so schicken, wenn du die haben willst. Ich werde davon nur noch einen für ein anderes Projekt brauchen.
Ich guck nochmal, wie viele das genau sind und was die sonst so für Leistungswerte (Watt/Ampere) haben.
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Manfred

Re: Komposttoilette

#138

Beitrag von Manfred »

Das wär lieb von dir, erst mal die Werte durchzugeben.
Am meisten würde mich interessierenk, ob her schon jemand so einen Komposttoilettenlüfter in Betrieb hat und wenn ja, mit welcher Leistung und welcher Zufriedenheit.
Ich hoffe mit was kleinem auszukommen. Mögl. deutlich unter 10 Watt.
Schwarzerde

Re: Komposttoilette

#139

Beitrag von Schwarzerde »

Schaut mal hier, wie einfach man eine Komposttoilette bauen kann:

http://schwarzerde.wordpress.com/2013/0 ... ttoilette/

Durch ein Pflanzenkohlestreu werden Gammel und Geruch vermieden.
Die Fäze sind nachher fast trocken und lassen sich gut weiterverarbeiten.
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Raubritterin
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Re: Komposttoilette

#140

Beitrag von Raubritterin »

Hallo Manfred und andere Klogänger,

unsere Selbstbau-Komposttoilette hat einen Lüfter mit 2 Watt in Betrieb. Der Lüfter hängt derzeit noch an der Steckdose ist aber auch über 12 V zu betreiben.
Verwendet wird das unter Lüfter zuerst genannte Modell.
Guckstdu: http://www.naturbauhof.de/lad_preis_sepa_zub.php
Die 2 Watt reichen bei dieser Eigenkonstruktion mehr als dicke aus. Wenn man draufsitzt ist sogar ein kleinwenig Zugluft am Popo spürbar.
Der Rohrbogen wäre gar nicht nötig gewesen, der Lüfter alleine hätte gereicht. Wenn die Toilette nicht allzuoft oder nur von wenigen Leuten genutzt wird, dann wird der Lüfter über Zeitschaltuhr nur noch ganz selten zugeschaltet.

Die Höhe wurde so bemessen wie es für ältere bzw. hüftkranke Klogänger mit einem Aufssatz üblich ist. Dadurch wurde bequem die optimale Höhe erreicht um eine gewöhnliche blaue Tonne unterzustellen.
Hier die Konstruktion:
k-P1120796 x.JPG
k-P1120796 x.JPG (29.42 KiB) 20968 mal betrachtet
k-P1120809.JPG
k-P1120809.JPG (36.78 KiB) 20968 mal betrachtet
Kosten:
der Lüfter (€ ?) hier mit der doch nicht benötigten Rohrbogen-Konstruktion.
Die Sitzplatte für 20€. Das ist die dünne Version einer Küchenarbeitsplatte. Da diese Platte zu lang war, wurde ein Abschnitt davon mit rutschfesten Füßen versehen und als Fußbank davorgestellt.
Der Trenneinsatz SEPARETT PRIVY 400 mit Schlauch aber ohne Sitz für 68,00 €, weil mir eine ganz gewöhnliche stabile Klobrille mehr zusagt als das wacklige Plastigzeugs.
Der Trenneinsatz ist absolut genial und auch für Gäste (ausgenommen Stehpinkler) einfach zu kapieren: Hirn ausschalten, draufsetzen und laufenlassen, fertig.
Und dann noch der Urinkanister hier 30 L für 23€. Diese Konstruktion wird allerdings in der nächsten Saison geändert. Der Schlauch wird dann nach draußen durchgeführt und der Behälter in einer Grube deponiert. Dann kann man im Freien den Urintank zur Weiterverwendung evtl. sogar ohne Verschraubung entnehmen. Die Verschrauberei innen zu lösen, ist eine blöde und stinkige Arbeit. Vor allem das wieder Zusammenschrauben nach dem entleeren des Urins.
Die Tonne war ca. 1/2 Jahr täglich in Benutzung und ist noch lange nicht voll. Die Einstreu (luftiges, gesiebtes Kokosfasersubstrat das als Abfall nach Verwendung in einem Terrarium reichlich vorhanden ist) wird nur sehr sparsam übergestreut.

Also ich kann diese Konstruktion nur empfehlen. Wenn gewünscht kann ich ja in der nächsten sommerlichen Benutzungssaison weiterberichten.
Achja, das Klo steht in Bayern und nicht in Sumatra.

Liebe Grüße von Karin
Wo Mangel herrscht ist wenig viel!
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