Düngen mit Schafwolle

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Sonne
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Düngen mit Schafwolle

#1

Beitrag von Sonne »

Zacharias hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 23:20 Bei mir kommt immer eine Handvoll Schafwolle unter die Wurzeln und darunter der Mist. Das hält dann für die Saison vor.
Habe das mal hierher kopiert, aus dem Terra-Preta-Thread.

Ich frage mich immer, wieviel ich da nehmen soll.
Selbst mit der Angabe 'handvoll' kann ich nicht so genau was anfangen, weil Schafwolle ja ziemlich fluffig ist. Je nachdem kann man eine 'handvoll' fest zusammen drücken oder ehr locker halten.

Ich kaufe ab und zu bei einem Schäfer, der mal auf Ebay inseriert hat und zufällig auf dem Weg zu meinem Sohn liegt. Da bekomme ich immer so einen großen Müllsack, für ??? - keine Ahnung....weiß nicht mehr.

Meistens habe ich den länger, also 1-2 Jahre. Ich vermute ich bin zu sparsam. Und die Frage stellt sich dann auch, ob nach 2 Jahren die Düngewirkung überhaupt noch so gegeben ist.

Ich lege es manchmal unter Kartoffeln. Außerdem Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis etc. Also die 'Großgewächse' halt.

Aber wieviel? Habe manchmal schon etwas in die kleinen Anzuchttöpfe gelegt. So fingernagelgroß vielleicht.
Und die Kartoffel bisschen fluffig eingewickelt. Auch bei den Tomaten...den Wurzelballen mit einer Schicht, so wie ich etwas in eine Folie einschlagen würde.

Oder wäre es besser zwischen Kartoffel und Wolle etwas Erde zu lassen. Und ebenso bei Tomaten? Manchmal frage ich mich, ob es für die Wurzeln nicht anstrengend ist, sich gleich zu Anfang durch den ganzen 'Filz' zu ackern. Und auch hier, weiß ich nicht, wieviel jetzt genau nehmen.

Und könnte man zum nachdüngen auch die Wolle einfach auf die Erde um die Pflanze rumlegen?
Denn dann will man ja da nicht mehr soviel rumhacken, wenn die Pflanzen schon eine gewisse Größe haben.

Mich fasziniert, wie das von den Pflanzen 'aufgefuttert' wird. Am Ende der Saison ist da meistens nix mehr da. Und Wolle verrottet ja eigentlich nicht so schnell. Also glaube ich mal.
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
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Tscharlie
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Re: Düngen mit Schafwolle

#2

Beitrag von Tscharlie »

Wir haben letztes Jahr den Fehler gemacht die Wolle in den Töpfen etwa 2 cm hoch in die Erde einzulegen, so 2 cm vom Boden weg.
Damit konnte das Wasser, das ich normalerweise in den Untersetzer gieße, nicht von der Erde über der Wolle angezogen werden.

Wir können die Wolle nicht auf die Töpfe/Bette legen, weil der Hund die sehr interessant findet.

Generell gilt aber, die Wolle düngt solange wie sie da ist. Ein "Verfallsdatum" gibt es nicht.

Ich lege auch die Reste aus der Hausdämmung auf den Kompost, der erledigt auch diese Wolle nach ca. einem Jahr. Diese Dämmwolle hat keinerlei Zuschlagstoffe sie ist aber thermisch behandelt, damit sie Motten nicht mehr als Wolle erkennen, den Kompostbakterien und Tierchen ist das egal.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
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Thomas/V.
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Re: Düngen mit Schafwolle

#3

Beitrag von Thomas/V. »

Ich hatte letztes Jahr erstmalig Schafwolle zum Düngen. Sowohl unter den Tomaten und Zucchini im Folientunnel, den Paprika-Töpfen im GH als auch in den Tomaten-Kübeln an der Hauswand.
Im FT sInd die Pflanzen genau so schlecht (langsam) gewachsen wie im Jahr vorher ohne Wolle.
Im Topf waren die T. besser als im FT. Ob das nun an der Wolle lag, bezweifle ich allerdings. Ich glaube mittlerweile, dass meine Beete irgendwie "ausgelaugt" sind nach teilweise 35 Jahren. Da hat die Wolle auch keinen Nutzen mehr. Vermutlich fehlen irgendwelche Spurenelemente mineralischen Ursprungs, die sich im Boden nur sehr langsam erneuern.
Ich hab ins Pflanzloch ne richtige Portion Wolle gegeben, so 10cm leicht zusammengepreßt, wie eine Schüssel, dann etwas Kompost und dann etwas Erde, sodaß die Wurzeln erstmal nicht so schnell im Dünger stehen.
Genau so im Topf: Unten rein Wolle, dann gekaufte Tomatenerde-Kompost-Gartenerde Mischung.
Da ich nen Müllsack voll Wolle hatte und nur einen Teil verbraucht hab, liegt der Rest noch im Schuppen. Den werd ich dieses Jahr nochmal verwenden, In den Töpfen hat er zumindest nicht geschadet, ne Wunderwaffe ist Wolle bei mir nicht gewesen. Ich hab zusätzlich auch noch mit Bio-Flüssigdünger gegossen, weil ich keine Brennesseljauche ansetzen konnte, weil ich direkt nach der ganzen Pflanzaktion Anfang Juni im KH gelandet bin und wochenlang nix machen konnte.
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Re: Düngen mit Schafwolle

#4

Beitrag von unkrautaufesserin »

Das Kilo Wolle liegt seit Jahren um die drei Euro. Abzüge für zerstückelte Vliese und Verschmutzung.

Ich würde auf alle Fälle Abstand zwischen Wolle und Wurzeln bringen, Wolle saugt viel Wasser und hält die Wurzeln gut trocken.
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Taraxacum
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Re: Düngen mit Schafwolle

#5

Beitrag von Taraxacum »

Ich dünge alles was zu den Starkzehrern gehört mittlerweile mit Schafwolle. Da wir selber eine kleine Herde haben, fällt genug Popo- und Bauchwolle an. Diese Partien sind von der Düngewirkung am Besten. Bei den Kartoffeln bekommt jede Pflanzkartoffel ein kleines Nest aus Schafwolle - bei über 400 Kartoffeln schon etwas arbeitsintensiv. Bei Tomaten, Paprika etc. lege ich die Wolle um den Erdballen und pflanze dann. So kann die Pflanze weiter nach unten wurzeln und bei Bedarf die Wolle aufzehren. Positiver Nebeneffekt: ein zusätzlicher Wasserspeicher am Wurzelballen. Direkt in Wolle würde ich nicht pflanzen, da die Wolle erst abgebaut werden muss und die Pflanzen bis dahin hungern müssen. Dieses Jahr sind es dann zu allem anderen Gemüse wahrscheinlich um die 500 Tomatenpflanzen, 80 Paprika und 15 Melonen. Was ich noch mache: ich habe meist so um die 60 Balkontomaten- & Chilisorten anstelle von Blumen in Balkonkästen, Töpfen und Kübeln. Da kommt unten eine ordentliche Matte Wolle rein als Wasserspeicher. Diese Wolle ist dann im Spätherbst ebenfalls aufgefressen. Ansonsten gibt es bei Bedarf nur noch Brennnesseljauche und so verfahre ich nun schon an die 25 Jahre in meinem Garten. Tomaten und Kartoffeln haben in dieser Zeit noch nie den Platz gewechselt. Trotzdem habe ich immer eine Megaernte einzulagern bzw. zu verarbeiten.
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Tscharlie
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Re: Düngen mit Schafwolle

#6

Beitrag von Tscharlie »

Das mit dem Wasser saugen wäre ja ein Vorteil, denn dafür verwendete man ja auch Torf.
Natürlich soll man dann die Wolle wässern, bevor man sie einsetzt, dann hält sie aber lange Wasser im Boden.
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Zacharias
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Re: Düngen mit Schafwolle

#7

Beitrag von Zacharias »

Mit Handvoll meine ich: soviel wie ich mit einer Hand packen kann. Bei Eimeranbau (Tomaten) lege ich damit den Boden aus. Das erfüllt dann auch gleich den Zweck, dass keine Erde rausgespült wird. Trocken wird da nichts, wenn die Wolle mit Wasser gesättigt ist, gibt sie das Wasser auch wieder her. Im Gegenteil, die Wolle hält das Wasser etwas länger.
Ich bin vor Jahren drauf gekommen, mit Wolle zu düngen. Wenn man Schafe hat, stellt man sich ja unweigerlich die Frage, was mit der Wolle zu tun ist, die nicht verwertbar für Kleidung ist. Und das ist viel: Bauch, Popo und alles verdreckte, insbesondere durch Heukrümel. Zunächst habe ich versucht sie zu kompostieren und eine stinkende, sehr eklige Masse erhalten. Dann habe ich einen Versuch gemacht mit Kartoffeln, der mich sehr überzeugt hat. 5 Reihen mit Mist, 5 Reihen mit Schafwolle. Das Ergebnis war mehr als überzeugend. Die mit Wolle kamen viel schneller aus der Erde, wuchsen kräftiger und die Ernte war höher. Man konnte bis zur Ernte an den Pflanzen erkennen, welche mit Wolle gedüngt waren. Ich hatte dort einen sehr schlechten Boden.
Dann habe ich auf dem Balkon Tomaten angebaut. In Balkonkästen! Da musste ich zwar im Sommer nachdüngen, aber das klappte prima.
Bei mir kriegt alles außer Schwachzehrer Wolle. Die Menge passt, wenn bei Ernte fast nichts mehr da ist. Zuviel ist ungut, da setzen sich gelbschillernde Pilze rein.
trolltine
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Re: Düngen mit Schafwolle

#8

Beitrag von trolltine »

Genau wie Zacharias hab ich das Luxusproblem: wohin mit der Popo- und Bauchwolle. Ich habe mal gelesen, daß sich die Wurzeln an die Wollfasern anhaften und so mehr Wurzeln und damit auch mehr Wasser- und Nährstoffaufnahe ergibt. Bei mir kommen an alle vorgezogenen Pflanzen ins Pflanzloch von der "Abfallwolle" Am Ende der Saiaon ist davon nix mehr übrig. Kompost (Nicht vegan, alle organischen Abfälle aus Haushalt und Stall) im Frühjahr für die Starkzeher und Wolle ins Pflanzloch läßst schon seit vielen Jahren meinen sonst eher in der Streusandbüchse beheimateten Garten gedeihen.
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Sonne
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Re: Düngen mit Schafwolle

#9

Beitrag von Sonne »

Whow. Ich bin überwältigt von soviel Antworten.

Vielen Dank. :herz:

Eins steht schon fest: Ich nehme zu wenig. (Irgendwie muss ich 'ne Düngephobie haben. Ich nehme immer zu wenig, egal was. Muss psychisch bedingt sein. :haha: )

Alles andere muss ich mir nochmal in Ruhe durchlesen.

Habe geguckt...bei diesem Bauern bekomme ich einen Müllsack mit 6-8kg für 15€. Unter 6kg 3€/kg.
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Taraxacum
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Re: Düngen mit Schafwolle

#10

Beitrag von Taraxacum »

Frag den Bauern, ob du die Ausschusswolle Bauch - Popo - Nacken bekommen kannst. Das wird so wieso meist entsorgt, sollte also nix kosten, wenn du dich erbarmst. Noch einfacher, melde dich als Helferlein bei der Schur und nimm das Aussortierte dann gleich mit.
Fürs waschen und kardieren zahle ich 12 €/ kg und dann ist die Wolle spinnfertig. Mal so zum gegenrechnen.
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