Seite 1 von 6

Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Di 3. Feb 2026, 21:03
von WasserKater
Hallo :grinblum:

ich möchte unser zukünftiges Grundstück für die Selbstversorgung nutzen, - klar :pfeif:

Ich habe natürlich schon einige Pläne. Direkt neben dem Grundstück wachsen einige Fichten, ich denke, dass die Erde dort recht sauer ist, oder?
Zusätzlich wurde dieses Stück Land die letzten Jahrzehnte ausschließlich als Pferdekoppel genutzt. Dort gab es auch einen Mistplatz. Nun liegt die Koppel seit 3 Jahren "brach", also keine Pferde, kein Mist, nichts.

Auf den ersten Blick wachsen dort klassische Pionierpflanzen (Schafgarbe usw.), "Unkraut" und vermutlich ein Haselnussbaum (ich erkenne das im Winter nicht gut, könnte auch eine Baumhasel sein, das Gehölz wächst sehr buschig).

Ich gehe davon aus - ohne eine Bodenprobe gemacht zu haben -, dass diese ehemalige Pferdekoppel humusarm, an der Seite sauer und sehr sandig (Brandenburg) ist. Das Gebiet ist aber generell sehr feucht. Die geologische Karte sagt "Sedimente der Urstromtäler" und " Sedimente der Bach- und Flußauen"

Um aus "meinem Acker" ein fruchtbares Land mit Obstgehölzen, Folientunnel, und freien Beeten zu machen, wäre mein Vorgehen im Frühjahr erst einmal eine Bodenprobe auf den Flächen zu machen, die ich intensiv für die Beete und den Folientunnel nutzen möchte. Eine gemischte Bodenprobe möchte ich für die Bestimmung der Standorte meiner Obstbäume nutzen. Hier hätte ich gern Apfel (Boskoop), Pflaume, Sauerkirsche, Quitte, Sanddorn, ggf. Pfirsich. Falls es sich bei dem - noch nicht zu 100% identifizierten - Strauch nicht um eine Haselnuss handelt, dann würde ich gern noch eine Haselnuss pflanzen. Zusätzlich hätte ich gern noch einen Holunder und eine Felsenbirne.
Meine Hecken sollen aus Beerensträuchern, überwiegend Brombeere, Johannisbeere und Himbeere bestehen. In der Nähe der Fichten würde ich Blaubeeren setzen.

Ich lege mir gleich zu Beginn einen 3-Kammer-Kompost an, welcher nicht nur durch Gartenabfälle, sondern auch über Hühner- und Kaninchenmist gespeist wird (perspektivisch). Hier weiß ich aber noch nicht, wann es sinnvoll ist, mit der Haltung zu starten. Mein Fokus liegt erst einmal auf dem Garten. Dieses Jahr wird das Haus gebaut, sodass wir "nur" Grundlagen schaffen können.
Eigentlich hätte ich total gern Schafe oder Schweine, aber dafür reicht unser Platz definitiv nicht aus (2.000qm, davon ca. 500qm bebaut) :ziege: :fypig:

Wir haben in der Nähe einen Reiterhof und eine Schweinemast. Vom Reiterhof lässt sich auf jeden Fall einiges an "Dünger" holen.


Jetzt ist meine Frage:

Hat jemand unter ähnlichen Umständen einen Boden fruchtbar gemacht und kann mir von seinen Erfahrungen berichten?

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Di 3. Feb 2026, 21:56
von Wurzltrockner
Also, viel abgelagerter, alter Pferde - Mist hilft :)

Schon mal über Terra Preta nachgedacht ? Also i.W. aktivierte Kohle einarbeiten ?

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Di 3. Feb 2026, 23:56
von Lebendigkeit
Hallo und herzlich Willkommen,
Direkt neben dem Grundstück wachsen einige Fichten, ich denke, dass die Erde dort recht sauer ist, oder?
Nur weil da Fichten wachsen, heißt das nicht, daß der Boden da sauer ist. Es ist ja auch nicht überall eine alte Siedlung, wo Brennnesseln wachsen.
Zusätzlich wurde dieses Stück Land die letzten Jahrzehnte ausschließlich als Pferdekoppel genutzt. Dort gab es auch einen Mistplatz. Nun liegt die Koppel seit 3 Jahren "brach", also keine Pferde, kein Mist, nichts.
Pferdemist ist ein guter Dünger. Wenn euer Grundstück eine Pferdekoppel war, dann habt ihr ein gut gedüngtes...(bitte selbst einfügen). :hmm:
Wir haben in der Nähe einen Reiterhof und eine Schweinemast. Vom Reiterhof lässt sich auf jeden Fall einiges an "Dünger" holen.
Hier würd ich gern darauf hinweisen, daß alles, was durch den Darm der Tiere geht, wie Medikamente, Wachstumshormone, auch in den Ausscheidungen zu finden ist und gegebenenfalls dann auch in Deinen gezogenen Pflanzen. Nur, falls Dich noch niemand auf dieses Thema hingewiesen hat. :pfeif:

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Mi 4. Feb 2026, 07:34
von Tscharlie
Ich habe schon ein paar m² Land fruchtbar gemacht.
Das wichtigste für mich war Zeit. Nicht die Arbeitszeit die man reinhängt, sondern die Zeit die es braucht dass ein Boden so wird, dass er zur Umgebung passt, meinen Ansprüchen entspricht und dauerhaft immer besser wird.
Sonst könnte man ja einfach die Erde austauschen lassen, das wäre kein großer Aufwand in ein bis zwei Tagen ist das geschehen.
Da Du nicht von Brennnesselwüste oder Brachland sprichts, ist der Boden wohl nicht überdüngt.
Viel Mist = Brennnessel.
Noch mehr Mist = Brachland ohne Bewuchs. Das habe ich gerade hier ein ca. 50 m² Stück war ein Wachtelauslauf, da wächst praktisch gar nichts, blanke Erde. Jetzt nach 2 Jahren Kartoffelanbau mit Zwiebeln wird es besser jetzt kommt auch hier Beikraut vor.

Die Fläche würde ich heuer regelmäßig mähen und den Schnitt, angetrocknet, als Mulchschicht für die Flächen nehmen auf denen die Beete entstehen sollen, dann spart man sich dort später das umgraben. Das kann man auch da so machen wo später die Bäume stehen sollen, einfach die zukünftigen Baumscheiben mulchen.

Himbeeren fühlen sich auf der Ost-West-Südseite unter Fichten sehr wohl, das würde wunderbar passen, denn Himbeeren, Brombeeren sollte man nur dort pflanzen wo man rundherum Mähen kann oder es egal ist wenn die Wurzelausläufer sich auf den Weg in den Wald machen. Bitte also keine Himbeeren ect. an die Grundstücksgrenze setzten, wenn man den Nachbarn schätzt. Bei Stachel-, Johannisbeeren ist das unproblematisch.

Ach ja auch noch wichtig, den Nachbarn erklären dass der Garten "sich auf den Weg macht" einer zu werden, denn die Unordnung die zuerst entsteht irritiert das Umfeld zuerst, wenn sie Bescheid wissen, dann wird interessiert beachtet was jetzt wieder neu geschieht. So war es bei uns die letzten 40 Jahre immer.

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Mi 4. Feb 2026, 08:09
von wörpedahler
Ok, ich bin hier wieder die Spaßbremse:
Hast du dir die rechtliche Seite angeschaut? Gibt es ein Landschaftsschutzgebiet? Ist die Fläche als landwirtschaftliche Fläche eingetragen?
Nur weil es dir gehört, darfst du nicht alles machen. Man kann das natürlich ignorieren, aber im schlimmsten Fall gibt es hinterher Ärger, ein Bußgeld und du musst alles wieder rückbauen.

Bei den Bäumen kann ich dir aus Erfahrung sagen: Man möchte immer viel unterschiedliches Obst haben, aber nicht alles wird sich bei dir wohlfühlen. Auch wenn es teuer ist, bin ich da auf der Seite: Ausprobieren und rausfinden. Rechner aber mit ein paar Ausfällen oder unglücklichen Bäumen.

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Mi 4. Feb 2026, 15:23
von unkrautaufesserin
Oder schau Dir vorher an, was die Bäume brauchen und nicht abkönnen. Sämlingsunterlagen sind oft toleranter, was den Boden betrifft, als Klone mit ner Nummer. Dafür tragen sie oft ein paar Jahre eher spärlich.

Wenn Du ein Loch für einen Baum gräbst, arbeite ganz unten einen Sack Katzenklumpstreu aus Bentonit ein. Das verbessert die Wasserversorgung im Sand.

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Mi 4. Feb 2026, 16:14
von Manfred
Die Gemeinden weisen auf Bauland inzwischen auch gerne Ausgleichsflächen aus, damit sie keine zusätzlichen Ausgleichsflächen benötigen.

Pferdekoppel ist ein sehr weiter Begriff.
Wenn das hauptsächlich Pionierpflanzen wachsen, wird das so ein völlig übernutzter Mini-Auslauf gewesen sein?
Die sind in Golge gerne sehr gut gedüngt und von der Oberfläche her stark verdichtet. Das Bodenleben bewegt sich im bakteriellen Bereich, wodurch bei Umbruch das Unkraut freudig keimt.
Müsste ich da dran, würde ich mir einen Bauern suchen, der mir die Fläche mit Pflug und Kreiselegge bearbeitet und bei der Gelegenheit mögl. gleich einen pilzlastigen Kompost mit einmischen.
Bodenprobe macht Sinn. Falls eine Aufkalkung empfohlen wird (Verdichtung führt meist zu Versauerung), kannst du diese auch gleich mit einmischen. Und dann eine Gründungsmischung drauf, wenn du dieses Jahr eh nicht viel Zeit hast, dich um die Fläche zu kümmern.

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Mi 4. Feb 2026, 16:31
von Tscharlie
Bäume pflanze ich seit 30 Jahren nach der Art eines befreundeten Landwirts, der sehr viel Erfahrung hat, unter anderem Bergwaldbesitzer von vielen Hektar.

Es wird soviel Boden ausgehoben, dass die Wurzeln darin gerade Platz haben, der Aushub kommt in eine Schubkarre, Baum mit Pflock befestigen und an kurz festhalten, dann den Aushub den man mit Wasser zu Matsch gemacht hat ausgießen. Fertig.

Begründung des Landwirts für dieses Vorgehen: Der Boden bleibt unberührt, die Wurzeln können dort sofort festen Halt finden.
Ich selbst habe so um die 30 Obstbäume so gepflanzt, alle sind gut angewachsen und haben gut getragen.

Wenn man den Eindruck hat der Baum braucht etwas, dann wird das mit Kompost über die Fläche die etwa der Kronengröße entspricht aufgestreut.

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Mi 4. Feb 2026, 17:00
von emil17
WasserKater hat geschrieben: Di 3. Feb 2026, 21:03 Meine Hecken sollen aus Beerensträuchern, überwiegend Brombeere ...
Überlege Dir das gut. Aus Brombeere wird sehr leicht und ganz von selber "überwiegend Brombeere". Das Gegenteil ist schon schwieriger.

Ich habe mit Baumpflanzungen aus Faulheit ähnliche Erfahrung gemacht - auf steilem und steinigem Land ohne Zufahrt kann man nicht gut viel Erde austauschen.
Je schlechter der Boden, desto kleiner sollen die Pflänzlinge sein. Einmal weil der Verlust geringer ist, als wenn ein grösserer Baum eingeht, und dann gewöhnen sich die besser an die nicht optimalen Bodenverhältnisse. Grössere Bäume, zumal wenn sie noch lange in zu kleinen Gefässen oder auf überdüngtem Boden standen (wie oft bei Baumarktware der Fall), sind verwöhnt und die Wurzeln wachsen ungern in den benachbarten nährstoffarmen Mutterboden hinein. Die wachsen dann zuerst scheinbar gut, bleiben aber bald stecken und wenn man sie wieder wegnimmt, sieht man, dass kaum Wurzeln aus dem Pflanzballen herausgewachsen sind.
Wichtig ist ein starker Pflanzschnitt, auch wenn es schmerzt, so viel wegzwicken zu müssen. In den ersten Jahren fleissig giessen.
Je nach Lage ist auch Verbissschutz wegen Wildschäden nötig.

Auf armen Böden haben Obstbäume gegenüber der Wurzelkonkurrenz von Fichten und Birken keine Chance. Da muss man sehr weit davon wegbleiben, wenn es etwas werden soll.

Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

Verfasst: Mi 4. Feb 2026, 19:24
von WasserKater
Lebendigkeit hat geschrieben: Di 3. Feb 2026, 23:56 Hallo und herzlich Willkommen,
Direkt neben dem Grundstück wachsen einige Fichten, ich denke, dass die Erde dort recht sauer ist, oder?
Nur weil da Fichten wachsen, heißt das nicht, daß der Boden da sauer ist. Es ist ja auch nicht überall eine alte Siedlung, wo Brennnesseln wachsen.
Zusätzlich wurde dieses Stück Land die letzten Jahrzehnte ausschließlich als Pferdekoppel genutzt. Dort gab es auch einen Mistplatz. Nun liegt die Koppel seit 3 Jahren "brach", also keine Pferde, kein Mist, nichts.
Pferdemist ist ein guter Dünger. Wenn euer Grundstück eine Pferdekoppel war, dann habt ihr ein gut gedüngtes...(bitte selbst einfügen). :hmm:
Wir haben in der Nähe einen Reiterhof und eine Schweinemast. Vom Reiterhof lässt sich auf jeden Fall einiges an "Dünger" holen.
Hier würd ich gern darauf hinweisen, daß alles, was durch den Darm der Tiere geht, wie Medikamente, Wachstumshormone, auch in den Ausscheidungen zu finden ist und gegebenenfalls dann auch in Deinen gezogenen Pflanzen. Nur, falls Dich noch niemand auf dieses Thema hingewiesen hat. :pfeif:
Uiuiui, danke! Der Hinweis ist ziemlich gut, dann doch lieber die eigenen Tiere... :flag: