Die im April 2007 gegründete Ökoregion Kaindorf liegt im Bezirk Hartberg und ist ein vereinsrechtlicher Zusammenschluss von engagierten Bürgern der Gemeinden Dienersdorf, Ebersdorf, Großhart, Hartl, Hofkirchen, Kaindorf und Tiefenbach. Mit den sieben Gemeinden wollen sie gemeinsam einen ökologischen und nachhaltigen Weg beschreiten.
Da das Bodenaufbau-Thema von mir bald ins Nirwana fallen wird, sei der Hinweis gestattet: Humusaufbau ist der Bodenaufbau für Landwirte und Gärtner, zumindest für viele.
Gerald Dunst - hier im Forum u.a. als Buchautor bzw mit seinem Terra Preta-Betrieb Sonnenerde Riedlingsdorf, Pflanzenkohle/Bio-Char etc vertreten - über die Praxis:
Humusprojekt 14 Jahre Erfahrung - Gerald Dunst Ökoregion Kaindorf - ein Video der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien, Länge: ca 23 Minuten
Inhalt: Humus-Zertifikate-Ablauf-Landwirt; Humusaufbau; N-Verluste/Gewinn pro ha und Jahr; Zusammenhang Humusgehalt und C/N Verhältnis; Häufigkeit der Bodenbearbeitung pro Jahr und N-Bilanz in kg/ha/Jahr; Direktsaat ohne Herbizide; Humusaufbau und Bodenbearbeitung; PH Wert und Humusaufbau; Humusaufbau 2007-2020; Wodurch passiert Humusabbau; Wodurch passiert Humusaufbau; SOBAC; Qualitätsvolle Stammtische; Humus Akademie; LW-Fachschulen; Humus-Aufbau-Zukunft;
Mich beeindruckt daran, dass er ausschliesslich mit realen flächen- und zeitbezogenen Messdaten argumentiert, dass er zeigt, wie gross die Streuung der Daten im Vergleich zu den Aufbaugewinnen oder Verlusten ist, und dass er keine Ideologie vertritt, sondern sehr pragmatisch vorgeht. Es wird also jedem Betrieb, der sich beteiligen will, offengelassen, wie er das Ziel erreichen will, und nur der Erfolg bewertet - der offenbar auf recht unterschiedlichem Weg erreicht werden kann, wenn gewisse Grundsätze beachtet werden.
Ebenfalls wird gezeigt (ein heisses Thema in unserem Forum), dass moderate Bodenbearbeitung positive Stickstofffixierungsraten und damit auch Humusaufbau ergibt im Gegensatz zu gar nicht oder zu intensiv, und dass eine Wirtschaft, welche eine negative Stickstoffbilanz hat (etwa Verzicht auf jegliche Düngung), auch zu Humusabbau führt.
Was offen bleibt, was ich aber gerne mit Messdaten belegt wüsste: Die Flächen sollen nicht nackt in den Winter gehen. Leistet Mulch das auch? Grossbetriebe können vermutlich ihre Äcker nicht mulchen, wegen Materialbedarf und Aufwand, und machen Gründüngung. Für den Kleingarten wäre das aber interessant.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Bodenbearbeitung ist ein weites Wort. Da sollte man nicht nur Schritte zählen, sondern vor allem auch spezifieren, wie sich diese Bodenbearbeitung darstellt. Ein oberflächliches Einfräsen von Kompost/Gründüngung ist sicher in der Wirkung ein anderer Vorgang als ein Pflügen.
Daneben muss man in der Praxis Kompromisse eingehen. Wenn man seine Kartoffeln aus der Erde holt, stellt das für sich eine erhebliche Bodenbearbeitung dar (Zähler = 1 ist erfüllt), die aber sicher wenig mit Humusaufbau und Stickstofffixierung zu tun hat.
Einen anderen Gedanken würde ich noch einbringen wollen: Wenn man wirklich in der Lage ist, Humus AUFZUBAUEN, quasi auch als Vorrat und Puffer für schlechtere Bedingungen, dann ist es auch weniger dramatisch, für Starkzehrer einen gewissen temporären Humusverlust in Kauf zu nehmen, weil eine Bilanz der Abflüsse und Zuflüsse temporär negativ ist.
Wie wirkt sich eigentlich der vermehrte Stickstoff in der Luft bei Regen aus?
Für manche Wälder ist das schon zuviel, da will man das eigentlich nicht.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Man sieht es vor allem an vermehrtem Auftreten von Stickstoffzeigern im Unterwuchs, etwa von Brombeeren. Ansonst wirkt der Stickstoff in der Luft versauernd, was die Wurzeln im Bereich des Stammabflusswassers schädigen kann.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.