Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tun

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holzgaser
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Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tun

#1

Beitrag von holzgaser » Fr 26. Okt 2018, 07:25

Ich habe zu dem Thema einen PDF erstellt.

Link: http://holzgasjournal.de/download/646/

Das Dokument kann man herunterladen.
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Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tun



Ist es uns bewusst, dass die körperliche und geistige Vitalität des Menschen direkt von der Qualität des Bodens abhängt? Ich habe lange gebraucht um das wirklich zu verstehen. Wo sonst, als in Ihrem Gemüsegarten, können Sie die Verbindung zwischen gutem Boden, wertvollen Lebensmitteln und Ihrem eigenen Wohlbefinden hautnah erfahren?
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Sonne
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Re: Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tu

#2

Beitrag von Sonne » Fr 26. Okt 2018, 09:08

Und wie oft macht man das im Jahr?

Frühling und Herbst je einmal - oder öfter?
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31

viktualia
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Re: Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tu

#3

Beitrag von viktualia » Fr 26. Okt 2018, 11:42

Ich glaubs jetzt nicht - Holzgaser, ist das echt dein Ernst?
Sorry, aber in meiner Welt ist ein Kreislauf ein Kreislauf
womit Humusaufbau gleich Humusabbau ist, mal schneller, mal langsamer.
Und wenn ich mechanisch einen auf "schnellen Aufbau" mache, hab ich erst mal als Ergebniss: schnellen Abbau.
Vor allem beim Faktor "Luft" (von oben). Du setzt ja da keine Wühlmäuse oder Regenwürmer ein um Hohlräume zu bilden,
lässt keine Wurzeln wachsen und lässt sie drin, nee, da sollen Spaten verkauft werden....

"Keine Chemie" - aber was die Mikroben machen, sei - ja was denn? keine Chemie? Echt jetzt?
Und es gibt auch nur einen einzigen "Kreislauf" (Jahreszeiten, oder was?) und nicht unendlich viele, die ineinander greifen?
Ein "Einziger", der, neben dem Gemüse für uns, die "stabile Humusschicht" aufbaut?
Wenn der schneller geht, bleibt mehr übrig?

Sonne: einmal, höchstens; dann, wenn du die Bewirtschaftung anfängst und nur im Falle eines verdichteten Bodens.
Ansonsten ist es wie immer beim Wenden des Bodens: mit Luft wird der vorhandene Humus abgebaut.
Ob der dann "besser" in die Pflanzenwurzeln reinkommt, hängt von der Chemie des Bodens ab....
Neben "Luft", (also Struktur, nicht "nur Stickstoff") von den Mikroben und dem Abbaugrad der vorhandenen Nährstoffe.

Nicht, dass ich selbst jetzt die Komplexität der ganzen Geschichte wirklich begreifen würde, auch meine Einwände kratzen nur an der Oberfläche (ph-Wert, Sand- oder Lehmboden, Mehrjährige Kulturen, Mischkulturen, Pfahlwurzler, etc. hab ich grad mal alles ausser Acht gelassen...) aber Boden schonen /aufbauen klappt nicht allein durch den Faktor, der Humus ab-baut besser....

Es geht doch nicht darum, den Boden mit "Luft und Liebe" zu füttern...
Und auch das Füttern der Atmosphäre mit CO2 macht uns nicht satt.

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poison ivy
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Re: Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tu

#4

Beitrag von poison ivy » Fr 26. Okt 2018, 13:53

meine Chefin schwoert auf broadforking
aber die schwoert jedes Jahr auf was anderes

Herr Gaser, "habe ich zwei Werkzeuge konstruiert" ist eine interessante Behauptung
sollte wohl heissen zwei Werkzeuge kopiert?
oder ist Dein Blog schon alt, so richtig alt?
wenn nicht, zB Johnny's hat seit vielen Jahren allerlei Versionen broadforks im Programm

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Re: Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tu

#5

Beitrag von strega » Fr 26. Okt 2018, 14:12

ich hacke den Boden exakt einmal in seiner Laufbahn bei mir möglichst tief durch...
dazu reicht mir eine stinknormale Gartenhacke, die es mit Stiel so für 15 Euro gibt in jedem Agrarlädli

nämlich genau am Anfang der Erschliessung des Grundstücks, wenn ich bereits tonnenweise dornige Lianen oberirdisch gekappt habe und dann noch die Wurzeln der tonnenweise vorhanden gewesenen dornigen Lianen rausmachen muss, denn sonst ess ich nur dornige Lianen und kein Gemüse......

wenn dieser Schritt mal vollzogen ist, dann brauch ich nicht mehr hacken und graben schon gleich gar nicht, dann mach ich noch punktuell Pflanzlöcher oder Furchen um was zu säen,
aber der Boden bleibt was er ist, Boden, sprich, am Boden liegen und gut isches...

nach drei Jahren etwa konsequenter Bodenverbesserung durch Gründüngung und Co und Mulch und Ausbringung von kleingehackten Pflanzenresten und Gemüsen, was die Würmer tierisch freut, und Bedeckung des Bodens durch hübschen niedrigen trittfesten Klee, der gleichzeitig noch düngt und vor Austrocknung schützt wird auch schwer verdichteter Boden weicher... und weicher....

mit dem einmaligen Hackdurchgang kill ich eh schon einige Regenwürmer,
mehr Massaker will ich nicht....
die Würmer machen das eh viel besser mit der Bodenlüftung und -anreicherung als ich es je könnte...
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt

holzgaser
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Re: Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tu

#6

Beitrag von holzgaser » Fr 26. Okt 2018, 15:18

@poison ivy

"konstruiert" bedeutet nicht unbedingt erfunden!
Erfunden hab ich das nicht das ist richtig und das möchte ich auch nie behaupten!
Konstruiert bedeutet: sehen denken umsetzen (auf Papier bringen) und anschließend bauen und dann in der Hand halten.
Erfinden ist was anderes.
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Re: Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tu

#7

Beitrag von holzgaser » Fr 26. Okt 2018, 15:30

@viktualia

... bin ich Dir irgendwie auf die Füße getreten?...

beachte bitte den Punkt:
"Ist organisches Material im Boden enthalten, aber zu wenig Bodenluft vorhanden, müssen die Mikroben den benötigten Stickstoff für die Humusbildung aus der organischen Masse beziehen. Damit steht er für das Pflanzenwachstum nicht zur Verfügung und kann ein Grund für geringe Erträge sein(4). "
Prüfe bitte die angegebene Quelle!

Sicher ist es optimal den Boden nicht zu bearbeiten und sich selbst zu überlassen. Nur meine Erfahrung:
Lehmboden, verdichtet braucht,wenn nur gemulcht wird und Gründüngungspflanzen verwendet werden ca 8 Jahre um eine ausreichende Krümmelstruktru zu entwickeln.

Wird der Boden gelockert geht das in einem Jahr. Das ist so. Bei einer ausreichenden Mulchschicht geht auch kein Humus verloren da das CO2 im Boden bleibt.
Es wird nicht gegraben sonern gelockert.
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viktualia
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Re: Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tu

#8

Beitrag von viktualia » Sa 27. Okt 2018, 08:52

Lieber Holzfaser, puh, wahrscheinlich hast du jetzt das Gefühl, ich sei dir auf die Füss´getreten - nee, ich hab das nicht persönlich gemeint;
ich hab auch gelesen, dass du die Sache mit den Mikroben grundsätzlich richtig "zitiert" hast.
Ich kenn ja auch die Quellen, die sind grundsätzlich richtig. Aber halt nicht die Schlüsse, die du daraus ziehst und angibst.
(Wenn ich nicht genug Stickstoff für meinen Kompost hätte - bzw. ich habe viel Meerliemist, aber auch viele Sägespäne -
dann versuch ich, nen pilzlastigen Kompost zu erzeugen und mulche halt erst mit dem fertigen Substrat...)
(Und: im Zitat steht "Stickstoff stünde den Pflanzen dann nicht mehr zur Verfügung - müsste aber heissen "nicht mehr direkt" - er ist ja dann IN den Mikroben. Die leben aber, wie ich erwähnte, nicht ewig...)

Bitte, du kannst nicht hingehen und behaupten, ein GAS liesse sich von einer aufliegenden frischen Mulchschicht aufhalten - sorry, aber meine Hemmschwelle geht gegen null, so eine Behauptung richtig zu stellen.

Ja, du führst Humus zu, wenn du mehr Mulchst, als abgebaut werden kann.
Es entspricht aber in keinstem Fall der Logik - und leider auch nicht der Realität - wenn du daraus schliesst,
es wäre in der Erde, wegen des lüftens, nicht doch auch zu dem "normalen Maß" an Humusabbau gekommen.
"Der Mond ist rund, aber nicht alles, was rund ist, ist ein Mond".

Wenn du keine 8 Jahre warten willst, kann ich das verstehen, auch wenn du kein Erwerbsbauer bist.
Aber durch Zuführung von Luft wird organische Masse abgebaut und Punkt. Teil des Kreislaufs.
Ne Grabegabel, egal mit wieviel Zinken oder für welches Geschlecht, ist ne mechanische Maßnahme
nicht mehr und nicht weniger.
Regenwürmer "arbeiten" anders, die lüften nicht nur, die verkleben ja auch die Bodenkrümel mit ihren Ausscheidungen, den mikrobenhaltigen.

Und den restlichen Kreislauf des "Boden-Netz-Werks" hast du damit auch kaum berührt:
https://www.regenerative-landwirtschaft ... d+web#p105.

SusanW
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Re: Boden lockern – dem Gartenboden und sich selbst Gutes tun

#9

Beitrag von SusanW » Sa 2. Nov 2019, 08:28

Boden lockern mach ich nicht mehr, kann ich nur von abraten. Ausnahme: sehr schwere Böden, da würde ich EINMAL Holzhack o.ä. unterarbeiten, und das erste Jahr den Stickstoff-Hunger mit Leguminosen abwarten.

Auf meinem recht durchlässigen Boden bringt das Broadforking deutlich mehr Unkraut und auch mehr Verdichtung (!) als wenn ich nur fleissig von oben mulche - mit Stroh, Holzhächsel oder Grasschnitt, was ich gerade habe.

Warum, ist mir auch klar geworden: Jede Bodenbearbeitung zerreisst das Myzelium der Pilze, die einen wesentlichen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit und Pflanzengesundheit liefern. Siehe dazu die Versuchsreihe von Charles Dowding.

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