Kreissäge und Stecheisen

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Dyrsian
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Kreissäge und Stecheisen

#1

Beitrag von Dyrsian »

Hallo,

ich suche eine Kreissäge, die auf 220 Volt läuft. Sie soll eine Handkreissäge sein. Es soll aber ein (klappbarer) Tisch dabei sein, in den man sie einspannen kann, damit es dann eine Tischkreissäge ist.
Da ich alle meine Geräte von Kress habe, gefällt mir dies hier sehr gut:
http://www.amazon.de/product-reviews/B0 ... ewpoints=1
Ist eine Kreissäge die man wohl auch als Kettensäge umbauen kann und dann dicke Bretter und Balken etc. längs auftrennen kann. Leider ist das Einspannen in einen Tisch nicht möglich - das wurmt mich und so muss ich nun was anderes haben. Ich brauch das Ding zum Bauen von Möbeln und zum Innenausbau usw.
Als zweites brauche ich noch einen Stecheisensatz, welche sind da gut? Kirschen scheint ja eine gute Firma zu sein, aber 100 Schleifen für so einen Satz schmerzt enorm. Gibts nichts vernünftiges billigeres?
Gruß,

Lucas
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emil17
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Re: Kreissäge und Stecheisen

#2

Beitrag von emil17 »

Grundsatz: Wenn auf dem Gerät oder Verpackung das Wort "Profi" in fett vorkommt, dann taugt es nichts.

Kaufe Dir eine gute gebrauchte Tischkreissäge mit stabilem Längs- und Queranschlag, wenn du ernsthaft Möbel bauen willst. Handkreissägen auf Tisch umgekehrt eingebaut sind ein Behelf, das Gelbe vom Ei ist es nicht. Wenn du jedesmal nach dem Verstellen eines Anschlags zuerst an einem Abfall ausprobieren musst, ob der Schnitt rechtwinklig und parallel ist, wird das sehr bald sehr lästig.
Wenn das Ding keine Unterspannungsauslösung mit Not-Aus hat, sollte man das nachrüsten, kostet nicht die Welt. Gibts als Anbaugehäuse mit CEE-Stecker fertig zu kaufen. Meist ist sowieso eine Neuverdrahtung fällig, weil bei alten Kabeln oft die Isolation bröckelig oder gar Drähte gebrochen sind. Mindestens muss man das bei Gebrauchtgeräten sehr genau kontrollieren.

Ich habe mit der Marke INCA gute Erfahrungen gemacht, kann aber sein dass diese nur in der Schweiz verbreitet sind.

Wenn du nicht problemlos rechtwinklige und saubere Schnitte hinkriegst, verlierst du die Freude an der Sache.
Qualiätsmerkmale sind:
Motor Drehstrom
Sägeblattwelle ist stabil und hat grosse robuste Lagerung und kein Spiel. Die Muttern und Beilegescheiben sind nicht vernudelt.
Tisch aus gehobeltem Guss, oder auch noch stabile Aluprofile. Gestanztes und in Form gebogenes Blech taugt nichts. Man sollte mit Schraubzwingen etwas darauf festklemmen können.
Häufig zu bedienende Teile (Handrad zur Einstellung der Sägetischhöhe, Feststeller des Anschlags) qualitativ hochwertig. Gewindegänge im Querschnitt rechteckig, nicht die dreieckigen Walzgewinde der Befestigungsschrauben. Alles leichtgängig, ohne Spiel. Billigteile sind aus Plastik mit eingelegten Schraubenmuttern.
Sicherheitsvorkehrungen leicht bedienbar und stabil und vorhanden. Eine Sägeblatthaube, die sich selber während dem Sägen absenkt, ist lästig und gefährlich.

Je nach dem was du machen willst brauchst du noch zwei Rollenböcke.

Handkreissägen: Ebenfalls auf Qualität und vor allem auf genügend Leistungsreserve achten! Die Dinger werden z.B. beim Besäumen von dickeren Bohlen doch arg gequält.

Zu den Stecheisen: achte auf anständige Hefte und gute Qualität des Stahls. Billigstahl hält den Schliff nicht und bricht an Ästen gerne mal aus.
Gute Eisen sind teuer, billige sind weniger wert als sie kosten.
Marken: Bahco, Sandvik, wohl auch noch andere.
Oft findet man alte Eisen in der Grabbelkiste am Flohmarkt, die sich wieder zurechtschleifen lassen. Wie man das macht, ist wieder eine andere Geschichte.
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syldron
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Re: Kreissäge und Stecheisen

#3

Beitrag von syldron »

emil17 hat geschrieben: Marken: Bahco, Sandvik, wohl auch noch andere.
Bin ja im Grunde mit dir einer Meinung, aber die Stecheisen von Bahco oder Sandvik (ist genau dasselbe) sind für mic keine guten Werkzeuge, sondern eher was, das man auf der Baustelle verhuren kann, weil sie nicht zu schade dafür sind. Allein dieser widerlich unhandliche Plastikgriff...

Ordentliche Stecheisen sind für mich Kirschen, Pfeil oder ganz besonders japanische Eisen.
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Re: Kreissäge und Stecheisen

#4

Beitrag von emil17 »

syldron hat geschrieben: Bin ja im Grunde mit dir einer Meinung, aber die Stecheisen von Bahco oder Sandvik (ist genau dasselbe) sind für mic keine guten Werkzeuge, sondern eher was, das man auf der Baustelle verhuren kann, weil sie nicht zu schade dafür sind. Allein dieser widerlich unhandliche Plastikgriff ...

Ordentliche Stecheisen sind für mich Kirschen, Pfeil oder ganz besonders japanische Eisen.
Das Schöne an der Sache ist, dass jeder auch bei guter Qualität nach seinen Vorlieben auswählen kann.
Die Bahcos halten aus, was ich damit mache, und halten den Schnitt auch bei stark astigem Holz, die Griffe sind nicht schön aber praktisch.
Die Dinger werden von mir auf der Baustelle vorwiegend in Altholz benutzt, Repräsentationszwecke erfüllen sie nicht und misshandelt werden sie auch nicht.
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syldron
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Re: Kreissäge und Stecheisen

#5

Beitrag von syldron »

Ich hab ja auch ein paar davon im Werkzeugkasten, aber wer mal 20 Zapfenlöcher hintereinander gestemmt hat, wird den Unterschied zwischen einem Bahco Eisen und einem japanischen HSS Stemmeisen zu schätzen wissen. Allein schon wegen der Form der Klinge. Ich gebe aber zu, dass ich als Vollprofi vielleicht ein anderes Verhältnis dazu haben könnte.
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Manfred

Re: Kreissäge und Stecheisen

#6

Beitrag von Manfred »

Etwas OT: Wie schärft ihr eigentlich eure Eisen?
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ajal
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Re: Kreissäge und Stecheisen

#7

Beitrag von ajal »

Manfred hat geschrieben:Etwas OT: Wie schärft ihr eigentlich eure Eisen?
Schleifscheibe wenn nötig und abziehen mit einem belgischen Brocken.
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emil17
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Re: Kreissäge und Stecheisen

#8

Beitrag von emil17 »

Mit einer Tormek Schleifmaschine (langsamdrehender Kusntsandstein, der im Wasserbad läuft).
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syldron
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Re: Kreissäge und Stecheisen

#9

Beitrag von syldron »

Und abziehen auf einem Diamantstein.
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Dyrsian
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Re: Kreissäge und Stecheisen

#10

Beitrag von Dyrsian »

Danke für die zahlreichen Antworten, ich war krank daher die späte Antwort.
Das mit der Kreissäge hatte ich schon erahnt. Hm, blöde. Zum längs Auftrennen von dicken Brettern wird es mit einer Handkreissäge wohl nichts. Ich kann mit einer guten Tischkreissäge leihweise arbeiten, halt nur nicht bei mir im Garten (wo ich blöderweise keinen Drehstrom abnehmen kann und darf).
Wie trennt man richtig dicke Hölzer auf? Das Kreissägeblatt hat zuviel Reibung scheint mir. Mit einer Bandsäge? Die Idee ist, sich z.B. Eichenbretter in einer ziemlichen Dicke zu besorgen, z.B. 5 cm und sich dann kleine Kanthölzer und Brettchen zu schneiden.
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