Manfred hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 06:00
Dein Wiki-Artikel beantwortet meine Frage nicht.
Der (nicht mein) Wiki-Artikel beantwortet ausreichend die Frage, wo der CO2-Kompensationspunkt für die Photosynthese liegt.
Es ging dabei nie um die Frage, bei welcher CO2-Konzentration man die optimalen Bedingungen für Gewächshaustomaten und dergleichen hat.
Auch das wird von Erdöllobbyisten und dergleichen gerne durcheinandergebracht (Mehr CO2 in der Erdatmosphäre ist gut, weil bei mehr CO2 Gewächshauskulturen leistungsfähiger sind). Wenn es denn so einfach wäre ...
Manfred hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 06:00
Und ansonsten kann sich jeder selbst überlegen, ob er lieber bei 200 ppm CO2 wie heute auf 6.000 m Höhe sein Leben bestreiten möchte (Ich wünsche viel Spaß dabei. Die Bergwerkssiedlung La Rinconada auf 5.100 m Höhe gilt als höchstgelegene dauerhaft bewohnte Siedlung der Erde. Und da selbstversorgt sich keiner. Die Nahrung muss aus tieferen Lagen hoch transportiert werden.), oder z.B. im Refugium der Titanoboa, vor 60 Mio. Jahren im Paläozän mit a. 1000 ppm CO2. Da lagen die Durchschnittstemperaturen Global wohl bei ca. 25°C und in den Tropen bei 30°C bis 35 °C. Die Zeit der "explosionsartigen Zunahme der Diversität bei Säugetieren und Vögeln".
Der CO2-Gehalt der Luft ist auch auf 6000m bei 420 ppm - nur der CO2-Partialdruck dort oben entspricht der Hälfte von dem, was auf Meereshöhe ist. Weil der Partialdruck die Diffusion von Gasen antreibt, hat man in der Höhe bei der exakt gleichen Konzentration von Sauerstoff von knapp 21% Atemnot, im Tiefland aber nicht. Deshalb habe ich den Vergleich mit Hochgebirgspflanzen überhaupt gebracht, in der offenbar irrigen Annahme, dass Du als Physiker den Unterschied zwischen Partialdruck und ppm eigentlich kennen solltest.
Ja, das ist für Menschen kein geeigneter Daueraufenthaltsort - aber auch darum ging es nicht. Es ging darum, zu zeigen, dass die Pflanzen nicht bereits bei den CO2-Konzentrationen an CO2-Mangel leiden, die du behauptest.
Dann redest du zwar von CO2-Konzentrationen von 1000 ppm zur Zeit der "explosionsartigen Zunahme der Diversität bei Säugetieren und Vögeln". Wenn du das auf eine halbe Million Jahre genau datieren kannst,was sehr gut wäre, hättest du eine CO2-Konzentrationsschwankung von gemittelt 1000 ppm in 500'000 Jahren, also geschätzt 1 ppm pro 500 Jahre. Heute haben wir aber 140 ppm in 200 Jahren, also fast 0.7 ppm pro Jahr, was 300 mal schneller ist.
Zudem wissen wir nicht, ob die damalige CO2-Konzentration der Treiber für die Diversifizierung von warmblütigen Wirbeltieren war oder nicht. Was wir aber wissen, ist, dass 1000 ppm kein Problem für die Physiologie von Säugetieren und Vögeln sind, von denen du hier plötzlich redest.
Was hat also das eine mit dem anderen und was hat beides mit dem heutigen menschgemachten wirklich rasanten CO2-Anstieg zu tun? Richtig, gar nichts.
Das Pseudo-Argument (dass der CO2-Spiegel früher auch wild geschwankt hätte) kommt auch immer wieder von einschlägiger Seite, und weil man dabei die Zeitskala nach Belieben und wie es in die Argumentation passt stauchen und strecken kann oder schlicht nicht genau genug kennt und ignoriert, kann das alles oder auch nichts bedeuten.
Bei globalen Durchschnittstemperaturen von 25 Grad lag der Meeresspiegel bis hundert Meter höher als heute. Was das für die Weltbevölkerung bedeutet, darüber muss man ja nicht nachdenken, statt dessen kann man von Badeferientemperaturen träumen. Der Meeresspiegelanstieg und der damit einhergehende Verlust an Landfläche ist aber eine direkte Folge des heutigen CO2-Anstiegs und eines der Hauptprobleme.