Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8269
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5301

Beitrag von emil17 »

Meinst du das?
"Wenn Subventionen den Zweck haben, dass Leistungen für die Gesellschaft erbracht werden, die nicht über die Produktpreise abgegolten werden können, dann darf man doch wohl die Frage stellen, warum Landwirte für Dinge, die nichts mit Umweltpflege und nichts mit Nahrungsmittelsicherheit zu tun haben, besser behandelt werden als andere Gewerbe, die ebenfalls Dinge herstellen, vom davon erzielten Erlös leben müssen, ebenso der Konkurrenz ausgesetzt sind, Umweltgesetze genau befolgen müssen und ihre Gewinne versteuern. Stichworte Subventionen bloss dafür, dass sie Flächen bewirtschaften, zollbefreiter Agrodiesel, Privilegierte Gewerbebauten im Aussenbereich. Wenn das ein hohes Ross ist ...

Zum x-ten mal, Landwirte leisten einen unentbehrlichen Beitrag in der Landschafts- und Biodiversitätspflege und dafür gehören sie auch bezahlt. Aber dann ist es ebenso logisch, dass die dafür zweckmässige Wirtschaft dauernd überprüft, sowie diese Ziele dauernd neu evaluiert und eventuell angepasst werden, und da haben die, welche es bezahlen, genauso mitzureden wie die, welche es machen"
Was soll ich da korrigieren?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
Amigo
Beiträge: 770
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 17:29
Wohnort: südl.Wendekreis

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5302

Beitrag von Amigo »

Es ging um die Rückerstattung beim Agrardiesel , welche du partout als Subvention darstellen wolltest .
Subventionen , scheinbar dein Lieblingswort wenn du von kommerzieller Landwirtschaft schreibst .
.
Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland !
Benutzeravatar
Tscharlie
Beiträge: 1236
Registriert: Do 27. Jan 2022, 07:45
Familienstand: verheiratet

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5303

Beitrag von Tscharlie »

Hier ist ein gutes Beispiel.

BEVOR man sich ÜBER Subventionen austauscht, macht es Sinn, dass jeder erstmal erklärt WAS er unter Subvention versteht.

Bevor das nicht geklärt ist, redet/schreibt man mit großer Wahrscheinlichkeit aneinander vorbei.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
unkrautaufesserin
Beiträge: 952
Registriert: Di 10. Jul 2012, 15:27
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: In der Mitte

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5304

Beitrag von unkrautaufesserin »

Warum soll die Steuersubvention für Agrardiesel keine Subvention sein?

Andere Leute verdienen auch Geld, indem sie zum Erhalt der Gesellschaft Diesel verbrennen. Die kriegen jedoch nix wieder, auch wenn es noch so nützlich ist, was sie tun.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8269
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5305

Beitrag von emil17 »

Ich verwende den Begriff "Subvention" so, wie er auch in der wiki steht und wie er in meinem Umfeld allgemein verstanden wird:
Eine Subvention (von lateinisch subvenire ‚zu Hilfe kommen, Unterstützung‘) ist eine Leistung aus öffentlichen Mitteln an Betriebe, Unternehmen oder auch private Haushalte, die nicht an eine direkte Gegenleistung gebunden ist.
...
In der Volkswirtschaftslehre wie auch im allgemeinen Sprachgebrauch werden auch Steuervergünstigungen, Gebührenermäßigungen oder -befreiungen und auch staatlich garantierte Abnahmepreise oder Aufpreise zu den Subventionen gezählt.
Interessant ist das Kapitel über die negativen Auswirkungen:
"Subventionen erzeugen eine Subventionsmentalität. Unternehmerische Aktivitäten werden danach ausgerichtet, wofür es gerade Geld gibt.
...
Je höher ihre Bedeutung für das Firmenergebnis, desto mehr wendet sich die interne Aufmerksamkeit weg von der Beobachtung der Märkte und hin zur Verfolgung politischer Kanäle und Lobbyarbeit, um herauszufinden, was getan werden muss, um Subventionszahlungen weiter zu erhalten oder zu steigern."
Aus Sicht des Unternehmens logisch. Für die Volkswirtschaft und die Staatsfinanzen schlimm.
Besonders stossend und ungerecht ist dabei folgendes:
"Förderungen kommen weit überproportional Großunternehmen zugute. Empirische Studien zeigen, dass kleinere und mittlere Unternehmen weder Zeit noch Personal haben, um über ständig wechselnde Förderprogramme informiert zu bleiben und die stets erforderlichen ausführlichen Anträge zu erstellen." ... sowie die nötigen Investitionen für zusätzliche technische Anlagen und Umstellungen zu tätigen und zu amortisieren, die für Kleinbetriebe verhältnismässig grösser sind.
In der Landwirtschaft ist die Sympathie der Bevölkerung für Kleinbetriebe gross, aber genau diese werden durch die Subventionen wegen dem oben beschriebenen Effekt gegenüber den Grossen benachteiligt. Wenn ein Grosser einen Kleinen frisst, bekommt er dann ja auch zusätzlich noch dessen Subventionen, soweit diese flächengebunden sind.
Führen Subventionen zur Erhöhung von Pachtpreisen, sind sie vollends ungerecht, weil man damit die rein passiven Einkommen der Landbesitzer erhöht. Zusätzlich wird solches Land als Kapitalanlage attraktiver, was es wiederum den Kleinbetrieben erschwert, Land zu erwerben. Das ist dann gleich wie bei Wohngeldbeihilfen vom Staat für wenig Bemittelte: Die Immobilienspekulanten, die sich auf solche Wohnungen spezialisert haben, wissen genau, wieviel Wohngeld es gibt; das wird bei der Miete einkalkuliert und sie "helfen" den Mietern oft sogar noch, an dieses Geld zu kommen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4706
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5306

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: So 15. Feb 2026, 17:18 "Subventionen erzeugen eine Subventionsmentalität. Unternehmerische Aktivitäten werden danach ausgerichtet, wofür es gerade Geld gibt.
...
Je höher ihre Bedeutung für das Firmenergebnis, desto mehr wendet sich die interne Aufmerksamkeit weg von der Beobachtung der Märkte und hin zur Verfolgung politischer Kanäle und Lobbyarbeit, um herauszufinden, was getan werden muss, um Subventionszahlungen weiter zu erhalten oder zu steigern."
Aus Sicht des Unternehmens logisch. Für die Volkswirtschaft und die Staatsfinanzen schlimm.
Und das schlimmste daran ist, dass es *wieder* ein Faktor ist der die Aufmerksamkeit weg von dem was vom Boden und Klima und Betrieb her Sinn macht, zu dem lenkt was staatlich "gewünscht" ist. Dass der Staat, egal wie engagiert seine Mitarbeiter auch sein mögen, es sicher nicht schafft jedem Einzelbetrieb in seinen Gegebenheiten gerecht zu werden, liegt auf der Hand. Unter anderem deshalb brauchen wir eigentlich die Freiheit, das zu tun was Sinn macht und nicht nur das was gewünscht ist. Unternehmerisch ist das wieder noch was anderes weil ja auch der Markt sich nicht darum schert was der einzelne Betrieb kann und was nicht, die wollen halt Produkt X. Und zwischen diesen beiden Mahlsteinen stehen wir, vor allem die kleinen Familienbetriebe und die in den Grenzstandorten, aber auch die grösseren die ihre eigenen Problemlagen haben.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
Amigo
Beiträge: 770
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 17:29
Wohnort: südl.Wendekreis

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5307

Beitrag von Amigo »

Nochmals ,
für unseren abgehängtem FDJ´ler aus dem Vogtland und dem Ziegen-Peter sein Nachbar .
Jetzt neu in Barrierefrei!
Ein Spediteur zahlt den Dieselpreis und zieht die MwSt. Sein LKW fährt 200K km per ano über BAB .
Ein Landwirt zahlt den Dieselpreis und zieht ebenfalls die MwSt. Sein Traktor fährt zum größten Teil über eigene Ackerflächen.
An der Erhaltung von Landwirtschaftlichen Wegen beteiligt er sich ebenfalls .
Als "Dank" gibt es 22 Cent/ ltr. zurück .

Ein M/L nennt dies Subvention .
.
Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland !
Thomas/V.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5308

Beitrag von Thomas/V. »

Dunkel der Rede Sinn ist...

Wo habe ich mich zu irgendwelchen Subventionen für die Ldw. geäußert? Davon hab ich gar keine Ahnung.
Und FDJ.ler war so gut wie jeder, da einem nichts anderes übrig geblieben ist, wenn man halbwegs seine Ruhe haben wollte.
Angekotzt hat es mich trotzdem.
Das Gute daran war allerdings, das ich sehr schnell den Unterschied zwischen (Staats)propaganda und Realität gemerkt habe.
unkrautaufesserin
Beiträge: 952
Registriert: Di 10. Jul 2012, 15:27
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: In der Mitte

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5309

Beitrag von unkrautaufesserin »

Bei uns erhält die Gemeinde die landwirtschaftlichen Wege, und die Bauern fahren sie mit ihren Riesenmaschinen kaputt. Und die Dorfstraße und die Bundesstraße auch.
Sogar seit 1850 eingetragene Fußwege, die radfahrende Menschen auch benutzen könnten, wurden einfach untergepflügt, wie jeder nicht asphaltierte Weg ringsum.
Thomas/V.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5310

Beitrag von Thomas/V. »

Das Problem ist bei Wegen, das viele auf privatem Grund liegen und die Gemeinden kein Geld haben, sie zu pflegen. Was ja verständlich ist, da sie ja auf Privatgrund liegen. So lange Dinge verwildert sind, will sie keiner haben, werden sie erneuert, steht dann plötzlich jemand da und will sie für sich haben....
Das mit den Riesentraktoren auf den Straßen ist hier auch so. DIe Straßen wurden mal gebaut, als die LKW und Traktoren viel leichter waren, es keine riesigen Holztransporter gab, die hier ebenfalls lang fahren.

Jetzt soll hier eine Flurbereinigung gemacht werden, um das Wegeproblem etwas zu entschärfen. Na mal sehen.
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“