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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 21. Dez 2022, 23:16
von Rohana
Hab heute mit meinem Mann und Schwiegervater ein bisschen über's Thema geplaudert. Zweiter Screenshot ist tatsächlich ein Gebiet was mal auf die Anwohner des Hauptorts aufgeteilt wurde, erstes (Streifen im Wald) gehört zur Gemarkung des Nachbardorfes und wird möglicherweise einen ähnlichen Hintergrund haben, nur dass das Dorf wesentlich kleiner war.
Auch einen Hintergrund zu unserem "Viertelwald" weiss ich jetzt - wir hatten mal (bis vor so 150-200 Jahren) mit dem direkten Nachbarn und den zwei Höfen von der anderen Seite des Tales einen gemeinsamen Viehhüter, zu dessen Versorgung wurde ein bestimmtes Waldstück genutzt. Das ist aus ungeklärten Gründen direkt bei unseren Höfen verblieben, im Nachbardorf hat sich die Gemeinde das gekrallt

es gibt allerdings bis heute noch Waldnutzungsrechte einzelner Häuser/Höfe.
Realteilungsgebiet sind wir definitiv nicht. Die Strukturen sind zwar klein, aber nicht SO klein. Allerdings finden sich in der Gegend immer wieder explizit in Wald solche Handtuchstrukturen, nicht auf den Feldern, die teils sehr grosszügig geschnitten sind.
Bayernatlas ist ein tolles Spielzeug. Zumindest solange bis man beim Rumrechnen mit dem Grundsteuerrechner merkt dass allein das Wohnhaus mit Umgriff in Grundsteuer B zukünftig so viel ausmacht wie jetzt der ganze Betrieb...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 23. Dez 2022, 11:34
von emil17
Das Finanzamt macht es wie die Bauern: dort mähen, wo es Gras hat
Ich sehe es so, wenn man viel Steuern bezahlen muss, bleibt auch viel übrig.
Oder, anders gesagt: Ärgere Dich lieber über Dinge die du ändern kannst.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 23. Dez 2022, 12:05
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Fr 23. Dez 2022, 11:34
Oder, anders gesagt: Ärgere Dich lieber über Dinge die du ändern kannst.
Über die muss ich mich ja nicht ärgern, die kann ich ändern!

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 23. Dez 2022, 15:40
von Eule
emil17 hat geschrieben: Fr 23. Dez 2022, 11:34
Das Finanzamt macht es wie die Bauern: dort mähen, wo es Gras hat
das halte ich, mit Verlaub, für eine irreführende Verallgemeinerung

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 28. Dez 2022, 17:23
von Sven2
Forscher haben in einem Versuch Proteine aus Gras extrahiert (wohl aus 45t Gras 1t Protein), die sich an Hühber verfüttern lassen und ähnlich wie Soja nutzbar seien
https://www.agrarheute.com/pflanze/grue ... nft-601732
Ich find den Materialansatz schon krass
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 28. Dez 2022, 20:46
von Rohana
Das, mein Freund, sehen manche als "Zukunft", weil sich damit Gras indirekt über Hühner und Schweine verwerten lässt. Und "langfristig" in der menschlichen Ernährung! Der Traum jedes Veganers, oder?
Man könnte es auch in die Biogasanlage fahren... oder einfach als Grassilage an Rinder füttern
Wobei man dazu sagen muss das was im Artikel als "Grünlandschnitt (...) aus der Landschaftspflege" bezeichnet wird was derzeit kaum genutzt wird, nämlich der Aufwuchs von Böschungen oder Naturschutzflächen, ist garantiert kein lecker proteinreiches Superfood sondern krautiges Gedöns mit wenig Nährstoffen. Salzstange statt Erdnussriegel. Da kann man halt nicht viel mit machen und das wird für diese neuartige Anwendung sicher genausowenig geeignet sein.
Bedenklich finde ich dass es jetzt endlich offiziell ist was ich schon lange sage: "Der Verbraucher" will gerne Bio, aber bitte für umsonst, weil zu teuer. Jetzt erst recht.
https://www.agrarheute.com/management/a ... ise-601866
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 28. Dez 2022, 23:13
von penelope
Mich irritiert an dem Artikel von Sven, dass dort aufgeführt wird, dass nur Wiederkäuer Proteine aus Gras verwerten können. Das kann nicht ganz stimmen - Pferde beispielsweise können sich ja auch problemlos ausschließlich von Gras ernähren.
Aber sei es drum, der Ansatz ist interessant. Sei es zunächst für Tierfutter oder auch langfristig für menschliche Ernährung. Wir essen ja auch jetzt bereits sehr sehr viele Sachen, die nur durch eine bestimmte Art der Zubereitung für uns essbar sind, was einem nur nicht so bewusst ist, weil es schon so alltäglich ist. Warum sollte die Entwicklung genau jetzt am Ende sein und nicht weitergehen?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 29. Dez 2022, 08:44
von Eule
Sven2 hat geschrieben: Mi 28. Dez 2022, 17:23
Forscher haben in einem Versuch Proteine aus Gras extrahiert (wohl aus 45t Gras 1t Protein), die sich an Hühber verfüttern lassen und ähnlich wie Soja nutzbar seien
https://www.agrarheute.com/pflanze/grue ... nft-601732
Ich find den Materialansatz schon krass
zerkleinern, pressen, trocknen, pelletieren - wie sieht es denn da mit dem Energieaufwand aus?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 29. Dez 2022, 10:54
von woidler
Es wäre interessant zu wissen, welche Menge an Proteinen produziert und verfüttert werden müssen , um ein Kilo Hühner-, Schweine-, Kalb-
oder Bullenfleisch produzieren zu können ?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 29. Dez 2022, 12:23
von Sven2
Von Proteinreichen Superfood wird ja nocht besprochen, sondern eher davon was aus dem vorhandenen Rauszuholen. Stimmt dass man das direkt an Kühe verfüttern kann, aber die Kuheier schmecken mir nocht so gut wie Hühnereier

und wenn mit dem krautigen Gedöns noch Ernährung zu machen ist, why not?
Ne, ich find's einfach interessant, um evtl vom Sofa los zu kommen. Aber ja, man müsste beachten, ob es energetisch und ökologisch nocht schädlicher wird als Soja rund um die Welt zu schippern. Oder vor Ort anzubauen.
Ich denke, bei Pferden ist im Kontext des Artikels das Problem, dass die meistens als Hobby und selten mal als Nahrungsquelle genutzt werden. Gänse wären nicht- wiederkäuen, die man eher mal isst, schätze ich.
Wenn man da jetzt Grundmasse dem erzeugten Fleisch gegenüberstellt, wird's vermutlich abstrus. Geht ne, wenn die Grundmasse anderswertig nicht benutzt wird, mMn. Aber es werden in anderen Sektoren auch extrem dämliche Dinge getan, schätze ich...