Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Also ...
Wenn die Regierung landwirtschftliche Nutzfläche in Wohnbaugebiet umwidmet dann ist das de facto eine Enteignung, weil der Landwirt nachher für die gleiche Fläche wesentlich mehr Vermögen versteuern muss, da es ja Bauerwartungsland ist. Diese Art Enteignung mit dem goldenen Fallschirm trifft aber jeden, der Land an strategisch wichtiger Stelle hat.
Die Behörde handelt da nach dem grössten Nutzen für die meisten Leute. Ich finde jetzt auch relativ mühelos hundert Wohnungen nützlicher für die Gesellschaft als einen Schweinemastbetrieb mit Futterimport, Gülleausbringung und Gülleexport auf der gleichen Fläche.
Das kann dir auch passieren, wenn da eine Autobahn oder eine Schnellbahn durch soll. Auch die Flächen für den neuen Flughafen wurden ja nicht ins Niemandsland gebaut. Natürlich sind da manche gleicher als andere, aber in der Regel geht die Gleichheit dahin, wessen Land zuerst eingezont wird.
Das ist etwas grundsätzlich anderes als wenn du einen Betrieb wegen produktionserschwerender Auflagen nicht wirtschaftlich weiterführen kannst.
Würde aber gerne wissen wie die das rechnen, soviele Wohnungen kann man gar nicht bauen dass deshalb die Stickstofflast wegen Landwirtschaft auf weniger Fläche merklich zurückgeht.
Welche Überdüngung genau?
Wenn man die Grundwasserqualität hernimmt, kann es keine Überdüngung geben, wenn die Grenzwerte eingehalten werden. Weil aber jedes Gesetz durch allerlei Lobbyarbeit (Bauern sind wie Autohersteller darin sehr erfolgreich) entschärft wird, kommt es dazu, dass es nicht den gewünschten Effekt hat. Daran trifft die keine Schuld, die sich an die Regeln halten, aber die Nachteile davon ausbaden müssen. Auch hier sind manche gleicher als andere, weshalb Flugstartbahnen selten in der Nähe von Bonzenhügeln gebaut werden, obwohl oder weil genau hier diejenigen wohnen, die am meisten davon haben.
Dass man Rohstoffe importiert, ist logisch und sinnvoll. Sonst hätten die Lichtensteiner noch Feuersteinwerkzeuge, weil es bei denen nicht mal Eisenerz gibt. Dass man aber verdünnte Scheisse quer durch Deutschland fahren darf und das auch tut, um weiterhin im Nordwesten zu viele Schweine pro Fläche mit Importfutter mästen zu können, das ist schlicht und einfach Unfug. Mit dem, was die Landwirtschaft von sich behauptet, nämlich Nahrungsmittel auf landwirtschaftlicher Nutzfläche zu PRODUZIEREN um damit Menschen zu ernähren, hat das nichts zu tun.
Obst- und Fruchtsäfte werden eingedickt, um die Transportkosten zu senken. Gülle ist offenbar zu schade dazu.
Hier würde ich tatsächlich diejenigen in die Pflicht nehmen, die sich das Prinzip augedacht und es gefördert haben. Logisch und normal wäre es doch, dass man Mast- und Getreidebaubetriebe lokal so kombiniert, dass es mit den geschlossenen Nährstoffkreisläufen klappt.
Vermutlich müsste man bloss diese Art Transporte nicht direkt oder indirekt subventionieren, sondern sich gleich teuer bezahlen lassen wie eine andere Fracht. Dann kann sich der Getreidebauer in Meck-VP immer noch seinen Acker mit Hühnergülle aus der Wesermarsch düngen, wenns ihm Spass macht.
Oder du machst einen Ackerbaubetrieb im Schweinezuchtgebiet; die Nachbarn bezahlen dich noch dafür, dass sie deine Flächen düngen dürfen. Oder nen Mastbetrieb im Getredegebiet, die Gülle lokal verwerten und nur die Tiere transportieren statt beides müsste sich doch eigentlich rechnen.
Damit will ich aber diejenigen Bauern, die so wirtschaften, nicht aus der Verantwortung nehmen: Wenn man eine Wirtschaftsweise hat, von der jeder halbwegs normale Mensch den Unsinn dahinter bemerken muss, dann kann man sich nicht damit herausreden, dass es erlaubt ist und sich rechnet. Denn dann gehört man zu denen, die für Geld alles machen..
Wenn die Regierung landwirtschftliche Nutzfläche in Wohnbaugebiet umwidmet dann ist das de facto eine Enteignung, weil der Landwirt nachher für die gleiche Fläche wesentlich mehr Vermögen versteuern muss, da es ja Bauerwartungsland ist. Diese Art Enteignung mit dem goldenen Fallschirm trifft aber jeden, der Land an strategisch wichtiger Stelle hat.
Die Behörde handelt da nach dem grössten Nutzen für die meisten Leute. Ich finde jetzt auch relativ mühelos hundert Wohnungen nützlicher für die Gesellschaft als einen Schweinemastbetrieb mit Futterimport, Gülleausbringung und Gülleexport auf der gleichen Fläche.
Das kann dir auch passieren, wenn da eine Autobahn oder eine Schnellbahn durch soll. Auch die Flächen für den neuen Flughafen wurden ja nicht ins Niemandsland gebaut. Natürlich sind da manche gleicher als andere, aber in der Regel geht die Gleichheit dahin, wessen Land zuerst eingezont wird.
Das ist etwas grundsätzlich anderes als wenn du einen Betrieb wegen produktionserschwerender Auflagen nicht wirtschaftlich weiterführen kannst.
Würde aber gerne wissen wie die das rechnen, soviele Wohnungen kann man gar nicht bauen dass deshalb die Stickstofflast wegen Landwirtschaft auf weniger Fläche merklich zurückgeht.
Welche Überdüngung genau?
Wenn man die Grundwasserqualität hernimmt, kann es keine Überdüngung geben, wenn die Grenzwerte eingehalten werden. Weil aber jedes Gesetz durch allerlei Lobbyarbeit (Bauern sind wie Autohersteller darin sehr erfolgreich) entschärft wird, kommt es dazu, dass es nicht den gewünschten Effekt hat. Daran trifft die keine Schuld, die sich an die Regeln halten, aber die Nachteile davon ausbaden müssen. Auch hier sind manche gleicher als andere, weshalb Flugstartbahnen selten in der Nähe von Bonzenhügeln gebaut werden, obwohl oder weil genau hier diejenigen wohnen, die am meisten davon haben.
Dass man Rohstoffe importiert, ist logisch und sinnvoll. Sonst hätten die Lichtensteiner noch Feuersteinwerkzeuge, weil es bei denen nicht mal Eisenerz gibt. Dass man aber verdünnte Scheisse quer durch Deutschland fahren darf und das auch tut, um weiterhin im Nordwesten zu viele Schweine pro Fläche mit Importfutter mästen zu können, das ist schlicht und einfach Unfug. Mit dem, was die Landwirtschaft von sich behauptet, nämlich Nahrungsmittel auf landwirtschaftlicher Nutzfläche zu PRODUZIEREN um damit Menschen zu ernähren, hat das nichts zu tun.
Obst- und Fruchtsäfte werden eingedickt, um die Transportkosten zu senken. Gülle ist offenbar zu schade dazu.
Hier würde ich tatsächlich diejenigen in die Pflicht nehmen, die sich das Prinzip augedacht und es gefördert haben. Logisch und normal wäre es doch, dass man Mast- und Getreidebaubetriebe lokal so kombiniert, dass es mit den geschlossenen Nährstoffkreisläufen klappt.
Vermutlich müsste man bloss diese Art Transporte nicht direkt oder indirekt subventionieren, sondern sich gleich teuer bezahlen lassen wie eine andere Fracht. Dann kann sich der Getreidebauer in Meck-VP immer noch seinen Acker mit Hühnergülle aus der Wesermarsch düngen, wenns ihm Spass macht.
Oder du machst einen Ackerbaubetrieb im Schweinezuchtgebiet; die Nachbarn bezahlen dich noch dafür, dass sie deine Flächen düngen dürfen. Oder nen Mastbetrieb im Getredegebiet, die Gülle lokal verwerten und nur die Tiere transportieren statt beides müsste sich doch eigentlich rechnen.
Damit will ich aber diejenigen Bauern, die so wirtschaften, nicht aus der Verantwortung nehmen: Wenn man eine Wirtschaftsweise hat, von der jeder halbwegs normale Mensch den Unsinn dahinter bemerken muss, dann kann man sich nicht damit herausreden, dass es erlaubt ist und sich rechnet. Denn dann gehört man zu denen, die für Geld alles machen..
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Benutzer 6456 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich habe keine Ahnung, warum du mich auf Autokonzerne wie VW und BMW ansprichst, ich arbeite weder in einem solchen, noch unterstütze ich diese, weil ich leidenschaftliche ÖPNV-Nutzerin bin. Also was was soll das?
Ich stimme uneingeschränkt allen Punkten im Vortext von Emil zu: als Landwirtsfrau wirst auch du bestimmt wissen, wie es zu dieser unsäglichen Entwicklung kam. Bauernverbände, Großmetzgereien und Handel waren sich schnell einig, wie die Landwirtschaft effizienter gestaltet werden könnte, und haben das ab den 80ger Jahren mithilfe der Chemie- und Saatgutkonzerne konsequent umgesetzt. Arbeitskräfte waren zu teuer, also wurde auch maschinell hochgerüstet mit dem Ergebnis, dass ein Landwirt eher ein Fabrikant statt ein bodenkundiger und tiergerechter Bauer war. Hat mein Nachbar mir mit seinem jetzt immerhin 80 Jahren gesagt, dass er zu den jetzigen Bedingungen diesen Beruf nicht mehr machen würde.
Und ja, seit den 2000dern kämpfen weite Teile des Münsterlandes und auch der Cloppenburger Schweinegürtel mit sehr deutlich erhöhten Nitratwerten im Grundwasser mit der erschreckenden Erkenntnis, dass das allerschlimmste noch kommen wird durch die Zeitverzögerung im Versickerungsprozess. Wenn das in NL genauso ist - und davon gehe ich stark aus-, dann ist doch klar warum die Notbremse gezogen werden musste. Übrigens, Rohana, du musst hier gar nicht mehr so viel düngen, weil mittlerweile so viel Ammoniak in der Luft ist, dass es an manch warmen Tagen schon unerträglich ist, draußen zu sitzen. Das löst sich bei Regen und geht ebenfalls direkt in den Boden.
Das Wort "Enteignung" solltest du übrigens mal googeln, so wie es die Bauern in NL gebrauchen, trifft es ja wohl nicht ansatzweise den Kern dessen.
Und ich empfehle dir die Doku auf ARTE, die sehr gut die Zusammenhänge in der Landwirtschaft erklären, die leider nie zum Ziel hatten, es Bauern gut gehen zu lassen oder die Menschheit zu ernähren. Das einzige Ziel war und ist, Abhängigkeiten zu schaffen, damit man sich dauerhaft die Taschen voll machen kann. Ich meine Aktionäre von Syngenta, Monsanto, Großmaschinenhersteller und Großschlachtereien a la Tönnies und Co. und da fast alle Bauern am Haken von Banken hängen, machen sie mit, weil sie müssen, oder hängen sich auf!
Ich wundere mich, dass du so eine Scheisse überhaupt verteidigst, du bist doch eigentlich ein kluges Mädchen.
Ich stimme uneingeschränkt allen Punkten im Vortext von Emil zu: als Landwirtsfrau wirst auch du bestimmt wissen, wie es zu dieser unsäglichen Entwicklung kam. Bauernverbände, Großmetzgereien und Handel waren sich schnell einig, wie die Landwirtschaft effizienter gestaltet werden könnte, und haben das ab den 80ger Jahren mithilfe der Chemie- und Saatgutkonzerne konsequent umgesetzt. Arbeitskräfte waren zu teuer, also wurde auch maschinell hochgerüstet mit dem Ergebnis, dass ein Landwirt eher ein Fabrikant statt ein bodenkundiger und tiergerechter Bauer war. Hat mein Nachbar mir mit seinem jetzt immerhin 80 Jahren gesagt, dass er zu den jetzigen Bedingungen diesen Beruf nicht mehr machen würde.
Und ja, seit den 2000dern kämpfen weite Teile des Münsterlandes und auch der Cloppenburger Schweinegürtel mit sehr deutlich erhöhten Nitratwerten im Grundwasser mit der erschreckenden Erkenntnis, dass das allerschlimmste noch kommen wird durch die Zeitverzögerung im Versickerungsprozess. Wenn das in NL genauso ist - und davon gehe ich stark aus-, dann ist doch klar warum die Notbremse gezogen werden musste. Übrigens, Rohana, du musst hier gar nicht mehr so viel düngen, weil mittlerweile so viel Ammoniak in der Luft ist, dass es an manch warmen Tagen schon unerträglich ist, draußen zu sitzen. Das löst sich bei Regen und geht ebenfalls direkt in den Boden.
Das Wort "Enteignung" solltest du übrigens mal googeln, so wie es die Bauern in NL gebrauchen, trifft es ja wohl nicht ansatzweise den Kern dessen.
Und ich empfehle dir die Doku auf ARTE, die sehr gut die Zusammenhänge in der Landwirtschaft erklären, die leider nie zum Ziel hatten, es Bauern gut gehen zu lassen oder die Menschheit zu ernähren. Das einzige Ziel war und ist, Abhängigkeiten zu schaffen, damit man sich dauerhaft die Taschen voll machen kann. Ich meine Aktionäre von Syngenta, Monsanto, Großmaschinenhersteller und Großschlachtereien a la Tönnies und Co. und da fast alle Bauern am Haken von Banken hängen, machen sie mit, weil sie müssen, oder hängen sich auf!
Ich wundere mich, dass du so eine Scheisse überhaupt verteidigst, du bist doch eigentlich ein kluges Mädchen.
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Unsere Verhältnisse in D sind nichtmal im Schweinegürtel so extrem wie teils in den Niederlanden, das ist nicht vergleichbar, genausowenig wie die Enteignungspläne. VW und BMW existieren trotzdem in D, egal ob du ÖPNV nutzt oder nicht
sind nur ein Beispiel für Produktion die deutlich über Selbstversorgung hinausgeht.
Zum Thema "Aufrüstung": Es ist nicht alles so simpel wie es von aussen aussieht. Frag mal die Landwirte ob sie wirklich lieber wieder Handarbeit wollen. Frag mal meinen Mann ob er noch einen zweiten Bandscheibenvorfall möchte, und dafür ein paar Maschinen weniger. Die alten Bauern und Bäuerinnen bei uns waren ausnahmslos froh sich Arbeit erleichtern zu können... und man sieht es ihren Körpern an warum (ich bin ein bisschen rumgekommen und ehrlich gesagt mehr als schockiert gewesen wie die teils beisammen sind). Mittlerweile ist dieses hirnlose Nachrennen hinterm bunten Blech ein Selbstzweck geworden, klar, aber die basics (von Stahl, Zuchtfortschritt und Chemie) - mein Gott, ohne die würde immer noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten MÜSSEN, mit dem heutigen Verhältnis zwischen Mindestlohn und Lebensmittelpreisen absolut unvorstellbar.
Siehst ja jetzt in der Krise wo die Leute das Sparen anfangen... verzichten die am ehesten auf Handy, Urlaub, Flugreisen, oder drehen sie die Heizung ein Grad runter? An (deutschen!) Erdbeeren und Spargel wird gespart, HartzIV Empfänger müssen sich alles leisten können, Lebensmittel sind zu teuer (sonst heisst es immer Lebensmittel sind zu billig)... aber Preissteigerungen bei anderen Dingen, tja, die sind halt so.
Die Konzentration der intensiven Tierhaltung auf gewisse Regionen sind nicht zuletzt der verfügbaren Infrastruktur geschuldet. Bei armen Böden hat der Acker halt nix hergegeben, geschlossener Nährstoffkreislauf hin oder her... erst durch Importe von Eiweissfutter ging da mehr, je näher am Hafen desto besser, dem ist die Schlachtung und Verarbeitung gefolgt (Oldenburger Land, Münsterland). Wo gute Böden sind, findest du eh keine bzw. kaum Tierhaltung (Börden).
Die jetzigen Bedingungen, die deinen Nachbarn abschrecken, könnten auch die unsäglichen Auflagen, Einschränkungen und Dokumentationspflichten sein. Heutzutage hat man nur Frust wenn man boden- und tierkundig ist. Hey, wir wollen jetzt nach der Gerstenernte gern Zwischenfrucht ansäen, aber wissen gar nicht ob wir das dürfen/können/sollen weil ja die 4% Stillegung noch im Raum steht von der man nicht weiss ob sie kommt und wenn ja, wie sie kommt. Und während die da oben beraten (oder auch nicht) läuft die Zeit davon
also entweder die Zeit, oder wir haben das Geld zum Fenster rausgeschmissen 
Edit: Grad noch was gefunden... wir haben ja jetzt ein tolles Freihandelsabkommen mit Neuseeland, damit wir mehr Milch und Fleisch importieren können (und dafür was genau exportieren? Hmmmm?) weil wir das ja unbedingt brauchen. Aber davon können beide Volkswirtschaften profitieren!!
Ich kotze im Strahl
https://www.zeit.de/politik/2022-06/eu- ... grar.de%2F
Zum Thema "Aufrüstung": Es ist nicht alles so simpel wie es von aussen aussieht. Frag mal die Landwirte ob sie wirklich lieber wieder Handarbeit wollen. Frag mal meinen Mann ob er noch einen zweiten Bandscheibenvorfall möchte, und dafür ein paar Maschinen weniger. Die alten Bauern und Bäuerinnen bei uns waren ausnahmslos froh sich Arbeit erleichtern zu können... und man sieht es ihren Körpern an warum (ich bin ein bisschen rumgekommen und ehrlich gesagt mehr als schockiert gewesen wie die teils beisammen sind). Mittlerweile ist dieses hirnlose Nachrennen hinterm bunten Blech ein Selbstzweck geworden, klar, aber die basics (von Stahl, Zuchtfortschritt und Chemie) - mein Gott, ohne die würde immer noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten MÜSSEN, mit dem heutigen Verhältnis zwischen Mindestlohn und Lebensmittelpreisen absolut unvorstellbar.
Siehst ja jetzt in der Krise wo die Leute das Sparen anfangen... verzichten die am ehesten auf Handy, Urlaub, Flugreisen, oder drehen sie die Heizung ein Grad runter? An (deutschen!) Erdbeeren und Spargel wird gespart, HartzIV Empfänger müssen sich alles leisten können, Lebensmittel sind zu teuer (sonst heisst es immer Lebensmittel sind zu billig)... aber Preissteigerungen bei anderen Dingen, tja, die sind halt so.
Die Konzentration der intensiven Tierhaltung auf gewisse Regionen sind nicht zuletzt der verfügbaren Infrastruktur geschuldet. Bei armen Böden hat der Acker halt nix hergegeben, geschlossener Nährstoffkreislauf hin oder her... erst durch Importe von Eiweissfutter ging da mehr, je näher am Hafen desto besser, dem ist die Schlachtung und Verarbeitung gefolgt (Oldenburger Land, Münsterland). Wo gute Böden sind, findest du eh keine bzw. kaum Tierhaltung (Börden).
Die jetzigen Bedingungen, die deinen Nachbarn abschrecken, könnten auch die unsäglichen Auflagen, Einschränkungen und Dokumentationspflichten sein. Heutzutage hat man nur Frust wenn man boden- und tierkundig ist. Hey, wir wollen jetzt nach der Gerstenernte gern Zwischenfrucht ansäen, aber wissen gar nicht ob wir das dürfen/können/sollen weil ja die 4% Stillegung noch im Raum steht von der man nicht weiss ob sie kommt und wenn ja, wie sie kommt. Und während die da oben beraten (oder auch nicht) läuft die Zeit davon
Edit: Grad noch was gefunden... wir haben ja jetzt ein tolles Freihandelsabkommen mit Neuseeland, damit wir mehr Milch und Fleisch importieren können (und dafür was genau exportieren? Hmmmm?) weil wir das ja unbedingt brauchen. Aber davon können beide Volkswirtschaften profitieren!!
Ich kotze im Strahl
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Solange wir ca 12.000.000 Tonnen der Erzeugten Lebensmittel wegwerferfen können, ist jeder Diskussion obsolet.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Als Kleinkind (ich bin Jahrgang 1960) hatte ich im Fernsehen gesehen das tonnenwiese Tomaten in die Nordsee gekippt wurden. Dieses Bild werde ich nie vergessen. Wie viele Jahre geht das also schon so mit der Überproduktion und gelernt hat man gar nichts daraus. Immer, immer noch mehr und immer nur "das Beste" zumind. beim Fleisch.Tscharlie hat geschrieben: So 10. Jul 2022, 19:35 Solange wir ca 12.000.000 Tonnen der Erzeugten Lebensmittel wegwerferfen können, ist jeder Diskussion obsolet.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr ...
Es verlangt und will ja keiner, dass man wieder wie vor 200 Jahren wirtschaften soll.
Auf jeden Misstand in der Landwirtschaft kommt immer wie das Amen in der Kirche, man müsse eben noch effizienter werden.
Das ist offenbar auch nicht die Lösung.
Es verlangt und will ja keiner, dass man wieder wie vor 200 Jahren wirtschaften soll.
Auf jeden Misstand in der Landwirtschaft kommt immer wie das Amen in der Kirche, man müsse eben noch effizienter werden.
Das ist offenbar auch nicht die Lösung.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Naja aber was ist dann die Lösung? Und vor allem, wer setzt sie mal um? Die Politik ist so fachfremd da greifst dir an den Kopf, genauso die meisten schlichten Verbraucher. Und die die in der Materie sind und sich Gedanken machen, die dürfen nicht weil die ja angeblich nur ans Geld denken und niemand "den Bock zum Gärtner" machen will
Tut mir leid, da kann letzten Endes nur jeder an sich selbst bzw. an seinen Betrieb + Familie denken um irgendwie da durchzukommen. Von der Bevölkerung darf man keine Solidarität erwarten, aber die können ja demnächst Milch aus Neuseeland trinken, wo die Kühe immer auf der Weide stehen - ist bestimmt viel viel besser als in D (aber frag nicht was da mit männlichen Kälbern passiert).
Tut mir leid, da kann letzten Endes nur jeder an sich selbst bzw. an seinen Betrieb + Familie denken um irgendwie da durchzukommen. Von der Bevölkerung darf man keine Solidarität erwarten, aber die können ja demnächst Milch aus Neuseeland trinken, wo die Kühe immer auf der Weide stehen - ist bestimmt viel viel besser als in D (aber frag nicht was da mit männlichen Kälbern passiert).
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Benutzer 6456 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Schade, dass du so gar nicht lesen möchtest, was ich geschrieben habe. Und immer wieder sehr polemische Argumente findest für was eigentlich?Rohana hat geschrieben: So 10. Jul 2022, 18:52 Unsere Verhältnisse in D sind nichtmal im Schweinegürtel so extrem wie teils in den Niederlanden, das ist nicht vergleichbar, genausowenig wie die Enteignungspläne. VW und BMW existieren trotzdem in D, egal ob du ÖPNV nutzt oder nichtsind nur ein Beispiel für Produktion die deutlich über Selbstversorgung hinausgeht.
Zum Thema "Aufrüstung": Es ist nicht alles so simpel wie es von aussen aussieht. Frag mal die Landwirte ob sie wirklich lieber wieder Handarbeit wollen. Frag mal meinen Mann ob er noch einen zweiten Bandscheibenvorfall möchte, und dafür ein paar Maschinen weniger. Die alten Bauern und Bäuerinnen bei uns waren ausnahmslos froh sich Arbeit erleichtern zu können... und man sieht es ihren Körpern an warum (ich bin ein bisschen rumgekommen und ehrlich gesagt mehr als schockiert gewesen wie die teils beisammen sind). Mittlerweile ist dieses hirnlose Nachrennen hinterm bunten Blech ein Selbstzweck geworden, klar, aber die basics (von Stahl, Zuchtfortschritt und Chemie) - mein Gott, ohne die würde immer noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten MÜSSEN, mit dem heutigen Verhältnis zwischen Mindestlohn und Lebensmittelpreisen absolut unvorstellbar.
Siehst ja jetzt in der Krise wo die Leute das Sparen anfangen... verzichten die am ehesten auf Handy, Urlaub, Flugreisen, oder drehen sie die Heizung ein Grad runter? An (deutschen!) Erdbeeren und Spargel wird gespart, HartzIV Empfänger müssen sich alles leisten können, Lebensmittel sind zu teuer (sonst heisst es immer Lebensmittel sind zu billig)... aber Preissteigerungen bei anderen Dingen, tja, die sind halt so.
Die Konzentration der intensiven Tierhaltung auf gewisse Regionen sind nicht zuletzt der verfügbaren Infrastruktur geschuldet. Bei armen Böden hat der Acker halt nix hergegeben, geschlossener Nährstoffkreislauf hin oder her... erst durch Importe von Eiweissfutter ging da mehr, je näher am Hafen desto besser, dem ist die Schlachtung und Verarbeitung gefolgt (Oldenburger Land, Münsterland). Wo gute Böden sind, findest du eh keine bzw. kaum Tierhaltung (Börden).
Die jetzigen Bedingungen, die deinen Nachbarn abschrecken, könnten auch die unsäglichen Auflagen, Einschränkungen und Dokumentationspflichten sein. Heutzutage hat man nur Frust wenn man boden- und tierkundig ist. Hey, wir wollen jetzt nach der Gerstenernte gern Zwischenfrucht ansäen, aber wissen gar nicht ob wir das dürfen/können/sollen weil ja die 4% Stillegung noch im Raum steht von der man nicht weiss ob sie kommt und wenn ja, wie sie kommt. Und während die da oben beraten (oder auch nicht) läuft die Zeit davonalso entweder die Zeit, oder wir haben das Geld zum Fenster rausgeschmissen
Edit: Grad noch was gefunden... wir haben ja jetzt ein tolles Freihandelsabkommen mit Neuseeland, damit wir mehr Milch und Fleisch importieren können (und dafür was genau exportieren? Hmmmm?) weil wir das ja unbedingt brauchen. Aber davon können beide Volkswirtschaften profitieren!!
Ich kotze im Strahlhttps://www.zeit.de/politik/2022-06/eu- ... grar.de%2F
Willst du ernsthaft, dass die Landwirtschaft so weitermacht wie bisher? Obwohl mittlerweile auch dem dümmsten klarsein müsste, wie groß die Lateralschäden bei der Produktion von was auch immer sind? Mein Nachbar hat übrigens nichts davon gesagt, dass ihm die körperliche Arbeit leid war, sondern die Entmenschlichung und das Fehlen von Empathie für die Kreatur hat ihn fassungslos gemacht. Sein Sohn hat leider davon nicht soviel geerbt, ihm ist egal, dass 10 Bullen in einer Tiefstreubucht stehen, die so groß ist wie mein Wohnzimmer. Aber das ist eine andere Geschichte...
Du erwähnst immer die Verbraucher, die lieber billig billig kaufen bei Lebensmitteln als auf irgend etwas anders zu verzichten. Tut mir leid, ich kenne keinen Hartzer, der in Urlaub fahren kann, der hat einfach das Recht auf freie Zeit ohne Bewerbungsstress, was ich jedem von Herzen gönne, denn ich möchte nicht in so einer Situation sein. Und was glaubst du, in welches Regal die Berufskollegen deines Mannes greifen oder deren Frauen? Ja genau ins Billig Billug Discounterregal! Solange das so ist und nicht mal die regionalen Kollegen unterstützt werden, wundere ich mich über gar nix mehr.
Die Zusammenhänge, die du so wie oben geschrieben darstellst, wären zu schön, denn dann könnte man sie abstellen, aber sie treffen mM nicht so einfach zu! Die Wirtschaftsinteressen von alten weißen Männern sind leider so groß, dass man diese Art Mensch komplett einsperren und enteignen müsste, damit sich was ändert. Solange das aber nicht so passiert, hinkt die Politik entweder mit ihren Bemühungen hinterher so wie jetzt, um überhaupt noch was zu regulieren im Sinne aller oder, wie in den letzten zig Jahren, Gesetze zu erlassen, die diesen Wahnsinn auch noch forcieren.
Was soll anders werden? Den Ansatz, den die Niederlande versuchen, finde ich richtig. Denn aus der Massentierhaltung kommen so viele schon benannte Lateralschäden, die man deutlich besser im Griff hätte, wenn sich das tatsächlich halbieren würde. Und verhungern würde deswegen niemand, es lägen nur weniger Schnitzel, Frkandel und Co auf dem Teller, was ja auch gesundheitlich besser wäre.
Auch wenn sich die Schweinehaltung (um die geht's ja wohl) nach Spanien oder sonstwoher verlagert, verlagert man die großen Probleme ja mit, die poppen dann da auf mit allen Konsequenzen. Da trifft man aber u.U. auf einen Bevölkerungstypus, der noch renitenter ist als die Niederländer/innen, das sich dann noch ganz andere Probleme ergeben können. Ist also auch eher eine Sackgasse. Aber wir hier, die das eigentlich schon seit Jahrzehnten wissen, dass es es so nicht weitergehen kann, hätten uns vielleicht schon resilienter aufgestellt und somit unsere Nahrung gesichert.
Das Anders kann nur in Richtung Gemüse und pflanzliches Eiweiß gehen. Da kommt uns die Tatsache, dass es wärmer wird, sogar entgegen, denn Feldfrüchte wie Soja und Kichererbsen brauchen etwas höhere Temperaturen als den gemäßigten Sommer aus alten Tagen. Das kann wesentlich umweltgerechter und auch in höheren Dimensionen produziert werden als Fleisch.
Heißt natürlich nicht, dass alle Vegetarier/innen werden sollen, aber dieses Gefresse von Fleisch jeden Tag ist nicht nur höchst ungesund, sondern auch unmoralisch und widerlich. Weniger täte allen gut. Und auch Milch muss nicht in den Mengen getrunken werden, dafür gibt's mittlerweile gute Ersatzprodukte, die jeder Erwachsene stattdessen nehmen könnte. Alles eine Frage der Gewöhnung.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das wird sie zwangsläufig nicht, denn auch bei uns ändern sich die Dinge. Ist halt die Frage ob man nur irgendwelchen dämlichen politischen Entscheidungen hinterherhecheln *muss*, oder ob man eigene treffen kann, die dem Betrieb und dessen verfügbaren Ressourcen angemessen sind - denn das sind zwei ganz verschiedene Dinge!SunOdyssey hat geschrieben: Mo 11. Jul 2022, 10:24 Schade, dass du so gar nicht lesen möchtest, was ich geschrieben habe. Und immer wieder sehr polemische Argumente findest für was eigentlich?
Willst du ernsthaft, dass die Landwirtschaft so weitermacht wie bisher?
Die Entmenschlichung von was genau? Empathie für die Kreatur, warum willst du dann Zucht, Maschinen und Chemie wieder zurückdrehen? Kennst du eigentlich Schweineställe und -haltung von "früher", also mir läufts da kalt den Rücken runter... und willst du deine Kinder lieber Gänse hüten schicken als in die Schule? Es hat alles seinen Preis. Der muss, so oder so, gezahlt werden. Wenn ich mir nur anhören muss was mein Kollege für (geldwerte!) Mühen hatte einen Strohschweinestall bauen zu dürfen, da wundert mich gar nichts mehr. Jetzt bin ich nur gespannt ob der sich rechnet, oder ob's der grosse Reinfall ist, weil Schnitzel doch Schnitzel bleibt egal ob's vorher auf Stroh oder Spalten gestanden ist.Mein Nachbar hat übrigens nichts davon gesagt, dass ihm die körperliche Arbeit leid war, sondern die Entmenschlichung und das Fehlen von Empathie für die Kreatur hat ihn fassungslos gemacht.
Du wirfst mir Polemik vor?Du erwähnst immer die Verbraucher, die lieber billig billig kaufen bei Lebensmitteln als auf irgend etwas anders zu verzichten. Tut mir leid, ich kenne keinen Hartzer, der in Urlaub fahren kann, der hat einfach das Recht auf freie Zeit ohne Bewerbungsstress, was ich jedem von Herzen gönne, denn ich möchte nicht in so einer Situation sein. Und was glaubst du, in welches Regal die Berufskollegen deines Mannes greifen oder deren Frauen? Ja genau ins Billig Billug Discounterregal! Solange das so ist und nicht mal die regionalen Kollegen unterstützt werden, wundere ich mich über gar nix mehr.
Welche genau meinst du? Die Schweinebauern in den Niederlanden oder bei dir in der Nähe? Oder vielleicht die grossen Konzerneigner, die LEH-Oligarchen und ähnliche?Die Wirtschaftsinteressen von alten weißen Männern sind leider so groß, dass man diese Art Mensch komplett einsperren und enteignen müsste, damit sich was ändert
Mag sein. Aber es ist NICHT der richtige Weg, erst auf dem Rücken der Bauern eine dermassen intensive Tierhaltung aufzubauen (wer bezahlt denn die neuen Ställe, hm?) und dann per Enteignung "ups, das ist ja doch scheisse" das ganze wieder rückgängig zu machen. Merkt niemand wie hirnrissig das ist?Was soll anders werden? Den Ansatz, den die Niederlande versuchen, finde ich richtig. Denn aus der Massentierhaltung kommen so viele schon benannte Lateralschäden, die man deutlich besser im Griff hätte, wenn sich das tatsächlich halbieren würde.
Gut erkannt. Aber in Spanien ist es billiger, die haben die Mindestlöhne nicht wie wir und Umweltstandards auch nicht... und wenn's in Spanien nicht mehr geht, wie wär's mit Brasilien? Irgendwo wird die Erzeugung schon hin wandern. Aus den Augen, aus dem Sinn.Auch wenn sich die Schweinehaltung (um die geht's ja wohl) nach Spanien oder sonstwoher verlagert, verlagert man die großen Probleme ja mit, die poppen dann da auf mit allen Konsequenzen. Da trifft man aber u.U. auf einen Bevölkerungstypus, der noch renitenter ist als die Niederländer/innen, das sich dann noch ganz andere Probleme ergeben können. Ist also auch eher eine Sackgasse.
Das gab's alles schonmal. Ich weiss nicht ob es dir bewusst ist, aber "früher" war die Ernährung der Menschen auch hier ganz anders aufgebaut, und es hat auch funktioniert. Warum ist das nicht mehr so? Weil unbequem (sowohl in der Erzeugung als auch im Konsum, da muss man ja für kochen können... also früher mal)! Schau sie dir an, die Leute die jeden Tag Fleisch fressen. Die geben das freiwillig nicht auf, und eine Politik die Fleischersatz erzwingen will, wird nicht gewählt werden. Klar geht das heute einfacher mit viel Convenience-Gepansche auf pflanzlicher Basis, aber die sicher nicht gesünder ist als Fleisch mit dem Anteil an Chemie der da drin ist. Mal ganz abgesehen davon dass das Zeug auch ordentlich teuer ist - da verdienen aber die Konzerne, nicht die Bauern. Und ohne moderne Züchtung die du ja auch ganz schlimm findest, gäbe es hierzulande kein Soja.Das Anders kann nur in Richtung Gemüse und pflanzliches Eiweiß gehen. Da kommt uns die Tatsache, dass es wärmer wird, sogar entgegen, denn Feldfrüchte wie Soja und Kichererbsen brauchen etwas höhere Temperaturen als den gemäßigten Sommer aus alten Tagen. Das kann wesentlich umweltgerechter und auch in höheren Dimensionen produziert werden als Fleisch.
Letzten Endes kann man sich auf die Politik nicht verlassen, als Landwirt schon zweimal nicht, denn die wollen nicht dass es den Menschen (oder den Tieren, oder der Umwelt) gut geht, die wollen wiedergewählt werden. Landwirte eignen sich prima als Sündenbock odeder Werbeträger, je nachdem was man grade braucht.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Nein, genau das sehe ich nicht.Rohana hat geschrieben: So 10. Jul 2022, 18:52
Siehst ja jetzt in der Krise wo die Leute das Sparen anfangen... verzichten die am ehesten auf Handy, Urlaub, Flugreisen, oder drehen sie die Heizung ein Grad runter? An (deutschen!) Erdbeeren und Spargel wird gespart, HartzIV Empfänger müssen sich alles leisten können, Lebensmittel sind zu teuer (sonst heisst es immer Lebensmittel sind zu billig)... aber Preissteigerungen bei anderen Dingen, tja, die sind halt so.
Ich hab um mich herum viele Menschen, die sich Sorgen um die Energiepreise und um den nächsten Winter machen und überlegen, wie sie dem am besten begegen. Dabei verzichten viele in diesem Jahr auf teuren Urlaub, machen sich Gedanken, wie sie ihren Energieverbrauch optimieren können und einige sind leider auch dazu gezwungen, sich beim kleineren Luxus im Alltag, wie es Spragel und Erdbeeren nun mal sind, einzuschränken (was beispielsweise für meine Oma, die ohne Handy, ohne Urlaub und ohne Auto in einer Mietwohnung lebt nun mal die einzige Möglichkeit ist, irgendwo zu sparen).
Ich finde es erschreckend, wie herablassend du an vielen Stellen pauschal über andere Menschen sprichst.
