Seite 37 von 43
Re: Komposttoilette
Verfasst: Di 12. Mär 2024, 14:50
von Rohana
Eberhard hat geschrieben: Mo 11. Mär 2024, 22:01
Muss die Trennung wirklich Erfolgen?
Es ist primär erst einmal sinnvoll. Urin enthält zum einen den Großteil der Nährstoffe und ist zum anderen relativ steril,
"Relativ" steril? Er ist nicht steril, Punkt. Relativ keimarm möglicherweise aber das ist dann auch ziemlich schnell vorbei, der ist ja nicht im luftleeren Raum.
Der Fladen einer Kuh soll nach Kräuterwiese riechen - wenn sie halt nur Gras frisst wie in ihrem Ernährungsplan vorgesehen.
Woher hast du das denn?
Sollte Sauerkraut auch nach Kohl riechen weil ja sonst nix drin ist? Sorry, was unten raus kommt ist nicht mehr das selbe wie das was oben rein gegangen ist...
auch an Massentierproduktion, wo Medikamente nicht nur zur Krankheitsbehandlung eingesetzt werden, sondern auch schon wegen der Tierkonzentration vorbeugend sowie zur Erzielung anderer Effekte wie schnellere Zunahme.
Bullshit.
Re: Komposttoilette
Verfasst: Di 12. Mär 2024, 16:18
von Eberhard
Wenn alle Ferkel – krank oder nicht – wochenlang Antibiotika bekommen hat das für Bauer und Tierarzt einige Vorteile. Der Bauer profitiert, weil die Ferkel nicht husten – aber sie wachsen auch schneller. Denn Antibiotika regen den Stoffwechsel an und machen die Ferkel schneller fett. Deswegen wurden Antibiotika lange auch als Mast-Mittel eingesetzt.
Das ist seit 2006 verboten. Jetzt müssen wenigstens einige Tiere krank sein, um die Behandlung eines ganzen Bestandes zu rechtfertigen. Aber auch der Tierarzt profitiert vom Antibiotika-Einsatz: Er verkauft sie nämlich. Anders als Humanmediziner sind Tierärzte auch Apotheker. Der Verkauf von Antibiotika ist für viele Tierärzte eine wichtige Einnahmequelle, sagt Christof Ostheimer.
Antibiotika-Einsatz in der Mast
Ein Cocktail fürs Schwein
Re: Komposttoilette
Verfasst: Di 12. Mär 2024, 16:35
von emil17
Leider ist
Einsatz von Medikamenten und Antibiotika für die Massentierhaltung ein ernsthaftes Problem. Sie sind natürlich wirtschaftlich interessant, weil sie eine Tierdichte ermöglichen, die sonst nicht realisierbar wäre. Die immer hartnäckigeren Antibiotikaresistenzen von krankmachenden Bakterien lassen sich immer schlechter beherrschen.
Die Vermutung, dass Lobbyarbeit bei den Gesetzen und den Ausführungsbestimmungen betreffs Tiermedikation stattfindet, um die Interessen der Pharmafirmen zu berücksichtigen, ist naheliegend. Zwischen Behandlung erkrankter Tiere und vorbeugendem Einsatz ist eine Grauzone, die je nach wirtschaftlichem Interesse so oder anders ausgenutzt wird.
Unter all dem leiden nicht zuletzt die Landwirte, die ihre Tiere nicht so halten.
Re: Komposttoilette
Verfasst: Di 12. Mär 2024, 20:02
von Rohana
Eberhard hat geschrieben: Di 12. Mär 2024, 16:18
Wenn alle Ferkel – krank oder nicht – wochenlang Antibiotika bekommen hat das für Bauer und Tierarzt einige Vorteile. Der Bauer profitiert, weil die Ferkel nicht husten – aber sie wachsen auch schneller. Denn Antibiotika regen den Stoffwechsel an und machen die Ferkel schneller fett. Deswegen wurden Antibiotika lange auch als Mast-Mittel eingesetzt.
Das ist seit 2006 verboten. Jetzt müssen wenigstens einige Tiere krank sein, um die Behandlung eines ganzen Bestandes zu rechtfertigen. Aber auch der Tierarzt profitiert vom Antibiotika-Einsatz: Er verkauft sie nämlich. Anders als Humanmediziner sind Tierärzte auch Apotheker. Der Verkauf von Antibiotika ist für viele Tierärzte eine wichtige Einnahmequelle, sagt Christof Ostheimer.
[...]
Hervorhebung durch mich

Bestände werden nur nach strenger Indikation behandelt.
Tierärzte "verkaufen" keine Arzneimittel, sie geben sie ab wenn eine Behandlung bzw. Folgebehandlung nötig ist. Wär auch noch schöner wenn man, nachdem der Tierarzt am Hof war weil man mit einer Bucht Schweine nicht in die Praxis marschiert, noch eben kurz zur Apotheke fahren und seine Medikamente bestellen muss... wie soll das denn gehen? Mal ganz abgesehen davon, dass Antibiotika nicht grundsätzlich den Stoffwechsel anregen. Die meisten haben beim Viech genauso fatale Auswirkungen wie am Menschen.
@Emil: Bei Resistenzen muss man vor allem zwischen primären und erworbenen, also sekundären Resistenzen differenzieren, denn auf primäre Resistenzen haben wir keinerlei Einfluss - die werden aber in den Clickbait-Geschichten gerne mit dazugerechnet. Ich frage mich auch wirklich ob die Landwirtschaft der grosse böse AB-Verbraucher ist der Resistenzen verursacht, oder nur ein Sündenbock... denn geh du mal zum Arzt und frag nach einem AB beim nächsten Schnupfen oder Schlagmichtotwehwehchen, die meisten geben dir ein Rezept. Da macht niemand Antibiogramme! Ich wehre mich schon immer gegen "da brauchen Sie aber ein Antibiotikum" und sitze Dinge lieber aus wenn nicht grausige Komplikationen drohen. Meine beiden Kinder sind bisher AB-frei geblieben und ich hoffe dass das noch länger klappt. Ganz im Gegensatz dazu der Affentanz mittlerweile wenn man kranke Tiere hat die behandelt gehören

Re: Komposttoilette
Verfasst: Di 12. Mär 2024, 21:06
von emil17
Der Artikel der Eberhard verlinkt hat zeigt schön wie das offenbar läuft. Oder ist beispielsweise die Abgabe von Antibiotika an alle Ferkel einer Charge wenn einge möglicherweise husten eine reine Erfindung der Autoren? In der Mast verboten, also nennt man es Vormast.
Ich nehme mal an, dass der Tierarzt verrechnet was er verschreibt, und zwar zu höherem Preis als zu welchem er es vom Hersteller bezieht. Der hat nun mal kein Interesse, etwas im Zweifelsfall nicht zu verschreiben oder anzuordnen oder zu empfehlen.
Damit ist nicht gesagt, dass alles andere, etwas unnötige Antibiotikamedikation bei Menschen, keine Rolle spielt.
Gegen Behandlung von wirklich kranken Tieren hat keiner was gesagt. Wobei, auch hier - bei weniger Massentierhaltung gäbe es weniger kranke Tiere, und zwar nicht nur wegen geringerer Stückzahlen. Das ist neben der Grundwasserbelastung durch Düngemittel eines der grossen Problemfelder der Landwirtschaft.
Re: Komposttoilette
Verfasst: Di 12. Mär 2024, 21:28
von Eberhard
Rohana hat geschrieben: Di 12. Mär 2024, 20:02
Bestände werden nur nach strenger Indikation behandelt.
...
der Affentanz mittlerweile wenn man kranke Tiere hat die behandelt gehören
Der Affentanz ist jetzt strengste freiwillige Selbstkontrolle oder eine Bezeichnung einer Folge von Regelungen, die Dinge betreffen, die nie und nimmer auch nur ansatzweise vorgekommen sind und für die es auch keine Motivation gibt? Die Erhebung aller Beteiligten zu unschuldigen Engeln ist jetzt kein Bullshit?
In einem Artikel las ich, die hustenden Ferkel sind solche, die zu früh von ihren Müttern getrennt wurden und ihr Immunsystem selbst noch nicht ausreichend ausgebildet haben. Das ist auch ein Auswuchs heutiger Tierhaltung. Die Quelle suche ich jetzt nicht neu, warum Perlen vor die Säue werfen.
Tierärzte "verkaufen" keine Arzneimittel
Meine Autowerkstatt schickt mich auch nicht in einen Laden, damit ich mir meine Ersatzteile selbst besorge. Nein, vorzugsweise bedient sie mich damit selber, und irgendeiner nimmt sich schon die Margen für die Verkaufsleistung.
Re: Komposttoilette
Verfasst: Mi 13. Mär 2024, 07:08
von emil17
Eberhard hat geschrieben: Di 12. Mär 2024, 21:28
Die Quelle suche ich jetzt nicht neu, warum Perlen vor die Säue werfen.
So geht es nicht, wenn man ernsthafte sachbezogene Diskussion führen will.
Re: Komposttoilette
Verfasst: Mi 13. Mär 2024, 09:18
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Mi 13. Mär 2024, 07:08
Eberhard hat geschrieben: Di 12. Mär 2024, 21:28
Die Quelle suche ich jetzt nicht neu, warum Perlen vor die Säue werfen.
So geht es nicht, wenn man ernsthafte sachbezogene Diskussion führen will.
Mei wir wissen ja beide wie gut man mit Eberhard ernsthafte sachbezogene Diskussionen führen will.
Und was den Affentanz angeht: Das Gesetz verlangt vom Tierarzt mittlerweile vor Anwendung und Abgabe von Antibiotika einen Resistenztest zu haben. Sprich, ich hab da n Kalb mit Lungenentzündung was behandelt gehört und eigentlich müsste erstmal eine Punktion gemacht werden damit man Erreger bzw. Resistenzen bestimmen kann... bis das alles durch ist, ist das Kalb verreckt (oder die Kuh mit fiebriger Mastitis und ähnlich gelagerte Fälle). Die Tierärzte dürfen ja (genauso wie die Bauern) nicht mehr kompetent sein in dem was sie tun, das muss alles bitteschön vom Gesetz bestimmt werden, weil der TA ja "Interesse" daran hätte Medikamente zu verkaufen... merkste schon wie sinnvoll das ist, ja? Gesundbeten kann er sie nicht. GsD erdreistet sich der TA in aktuen Fällen zu behandeln, weil verrecken lassen qua Gesetz nun wirklich nicht tierschutzkonform wäre.
Re: Komposttoilette
Verfasst: Mi 13. Mär 2024, 09:32
von Sven2
GsD= Gott sei Dank?
Ist bei Menschen bei Lungenentzündung ja nicht anders, bis das Antibiogram da ist wird oft mit einem wahrscheinlich (und gefühlt tatsächlich zu 90%) passendem Antibiotika anbehandelt, weil sterben bis das Ergebniss nach ein paar Tagen da ist ist ungesund.
Ich versteh da den Frust und das Unverständnis, die Regelung wirkt tatsächlich realitätsfern und vermutlich machen die meisten Tierärzte das ohnehin wies gehört, aber die Regelung hat ja auch einen Grund warum sie erlassen wurde. Gut gemeint ist dann halt nicht gut gemacht
Ps: nach wie vielen Post bekommt das Thema einen eigenen Faden?^^
Re: Komposttoilette
Verfasst: Mi 13. Mär 2024, 11:10
von Zacharias
Sven2 hat geschrieben: Mi 13. Mär 2024, 09:32
Ps: nach wie vielen Post bekommt das Thema einen eigenen Faden?^^
Ich warte schon mit trommelnden Hufen, dass ich zum Thema zurückkehren kann. Wobei ich das Jetzige gar nicht uninteressant finde, könnte man wirklich einen eigenen Faden aufmachen.
Was ich fragen will: Ich hab mir das Bauer-Video zur Güllebehandlung mit EM von Eberhard angesehen. Ja, ganz interessant, aber ich kann nicht beurteilen, wie sie die Messungen macht, was das für Apparate sind und ob das aussagekräftig ist. Schließlich verkauft die Frau ja EM, da kann man viel erzählen. Gibt es auch einen Link von einer unabhängigen Studie zu EM?