Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Um einfache Mitgliedschaften geht es ja nicht. Kritisch sind bezahlte Nebentätigkeiten. Die darf es auch geben, nur müssen die bei Anfragen offengelegt werden. Die Anfrage gab es für den NABU, mit dem Ergebnis: es gibt keine bezahlten Nebentätigkeiten.
Problematisch ist andersrum, dass der Bauernverband selbst nicht offenlegen muss, wo Mitglieder der Verbandsführung noch weitere Ämter haben. Verflechtungen in die Lebensmittelindustrie gibt es einige https://www.tagesschau.de/investigativ/ ... d-101.html
Problematisch ist andersrum, dass der Bauernverband selbst nicht offenlegen muss, wo Mitglieder der Verbandsführung noch weitere Ämter haben. Verflechtungen in die Lebensmittelindustrie gibt es einige https://www.tagesschau.de/investigativ/ ... d-101.html
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Dirk Andresen berichtet von seiner Teilnahme bei der Zukunftskommission Landwirtschaft.
Dort bestand breite Einigkeit, dass zusätzliche Auflagen nur gegen finanziellen Ausgleich zu leisten sind.
Das interessiert die neuen Koalitionäre, in der Kommission teils selbst vertreten, aber nicht:
"Trotz Zukunftskommission keine Zukunft ?"
https://www.youtube.com/watch?v=2zLuzRtSWm8
Dort bestand breite Einigkeit, dass zusätzliche Auflagen nur gegen finanziellen Ausgleich zu leisten sind.
Das interessiert die neuen Koalitionäre, in der Kommission teils selbst vertreten, aber nicht:
"Trotz Zukunftskommission keine Zukunft ?"
https://www.youtube.com/watch?v=2zLuzRtSWm8
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Man könnte es ja auch anders interpretieren: Es gibt zwar zusätzliches Geld für zuzsätzliche Auflagen, aber weniger Geld für keine Auflagen
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Dirk Andresen ist ein sehr sehr großer Schweinebauer, aus dessem Stall diese Bilder kommen:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/schwe ... 02e3407268
Er war in der Kritik, weil in seinem Stall eben nicht einmal zuverlässig die aktuellen Mindeststandards eingehalten wurden. Er hat 2008, nachdem ein Gericht bereits beschlossen hatte, dass die sehr kleinen Kastenstände Tierschutzwiedrig sind und abgeschafft werden müssen, noch einmal einen konventionellen Stall ausgebaut. Das ist einfach mal keine gute unternehmerische Entscheidung gewesen. Ganz ehrlich: Wenn Betriebe wie der von Andresen aufhören, finde ich, dass das eine gute Entwicklung ist. Finanziell wird der allein durch seinen Landbesitz abgesichert sein.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/schwe ... 02e3407268
Er war in der Kritik, weil in seinem Stall eben nicht einmal zuverlässig die aktuellen Mindeststandards eingehalten wurden. Er hat 2008, nachdem ein Gericht bereits beschlossen hatte, dass die sehr kleinen Kastenstände Tierschutzwiedrig sind und abgeschafft werden müssen, noch einmal einen konventionellen Stall ausgebaut. Das ist einfach mal keine gute unternehmerische Entscheidung gewesen. Ganz ehrlich: Wenn Betriebe wie der von Andresen aufhören, finde ich, dass das eine gute Entwicklung ist. Finanziell wird der allein durch seinen Landbesitz abgesichert sein.
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Dyrsian
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Wie - sorry - die meisten Bauern. Mindestens bei den derzeitigen Boden- und Immobilienpreisen.penelope hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 13:15 Finanziell wird der allein durch seinen Landbesitz abgesichert sein.
Die werden sich bald ändern - vermutlich nach unten. Also wenn aufhören, dann wohl jetzt.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Über das "sehr groß" kann man im internationale und auch nationalen Vergleich ja noch lachen,penelope hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 13:15 Dirk Andresen ist ein sehr sehr großer Schweinebauer, aus dessem Stall diese Bilder kommen:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/schwe ... 02e3407268
aber was genau hast du denn an den Bildern auszusetzen?
Soll er die Sau töten, statt sie zu behandeln, weil sie eine entzündete Zitze hat? Die Ferkel dann gleich mit?
Soll jedes Tier getötet werden, dass irgendwo eine Schürfwunde hat?
Gegen Kastenstände kann man natürlich sein. Dann muss man im gleichen Zug aber auch klar sagen, dass man damit eine höhere Zahl erdrückter Ferkel im Kauf nimmt.
Das "Modellvorhaben ökologische Sauenhaltung" im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse, von der Größe her nicht mal ein Kleinbetrieb und personell besetzt wie eine Behörde, also mit einer Betreuungsdichte, die kein Landwirt in der Praxis erreichen kann, hatte laut diesem Bericht im Versuchsjahr 2001/02 folgende Ergebnisse:
Je Wurf gab es im Schnitt 12,52 lebend und 0,63 tot geborene Ferkel.
Davon wurden 9,56 Ferkel mit im Schnitt 13,1 kg abgesetzt.
D.h. von den 12,52 lebend geborenen Ferkeln sind bis zum Ende der Stillphase 2,96 gestorben. Das entspricht 23,64%
https://www.landwirtschaftskammer.de/du ... hweine.pdf
In der konventionellen Herde von Haus Düsse betragen die Ferkelverluste bis zum Absetzen im Schnitt ca. 12,6%
https://www.landwirtschaftskammer.de/du ... nherde.pdf
Will sagen, ohne Kastenstand werden im Schnitt 1 bis 2 Ferkel mehr je Wurf in der Säugezeit von der Sau erdrückt.
Die durchschnittliche Sau macht im Leben ca. 5 Würfe (wenn ich die Zahl richtig im Kopf habe, bin kein Schweinehalter).
Für jede Sau, die nach der Geburt nicht eine Zeit lang im Kastenstand steht, sterben also ca. 5 bis 7,5 Ferkel.
Wenn ich jetzt eine Volksbefragen machen würde mit der Frage:
Sind sie für ein Kastenstandverbot in der Sauenhaltung?
Stimmt vermutlich eine große Mehrheit für ja.
Frage ich dagegen: Sind sie dafür, die Regeln für die Schweinehaltung so zu ändern, dass je Sausauenleben 6 Ferkel mehr in der Säugezeit erdrückt werden, dann stimmt vermutlich eine große Mehrheit für nein.
Ja was denn nun?
Mehr Ehrlichkeit in der Debatte wäre hilfreich...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Du weisst doch selbst ganz genau, dass Sauen nicht nur kurz nach der Geburt in den Kastenstand kommen.
Zwischen in (viel zu später) Zukunft dann maximal 5 Tagen nach der Geburt im Stand und aktuell kanpp dem halben Leben ist wohl schon ein sehr sehr erheblicher Unterschied für das Tier.
Ganz genau.
Zwischen in (viel zu später) Zukunft dann maximal 5 Tagen nach der Geburt im Stand und aktuell kanpp dem halben Leben ist wohl schon ein sehr sehr erheblicher Unterschied für das Tier.
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Hey,
die Bilder einer solchen Tierhaltung sprechen doch für sich. Da muss man nicht mit Zahlen kommen.
Nach dieser Logik ist jede naturnahe Tierhaltung Tierquälerei, da ja bekanntlich beim Wild die Nachwuchssterblichkeit weit höher ist als bei jeder kommerziellen Tierhaltung. Wahrscheinlich ist es auch im Interesse des Tiers, dass es keine Spur von Einstreu hat, denn sowas wäre ja unhygienisch.
Mit Fliegenlarven darf man sowas in der Anzucht vielleicht machen, aber nicht mit Schweinen, die ein hochentwickeltes Sozial - und Explorationsverhalten hätten - wenn man sie liesse.
Wenn sich auch Bauern, die sich um artgerechte Tierhaltung und um ganzheitliche Betrachtung bemühen, nicht von solchen Haltungsmethoden distanzieren, sondern dies noch schönrechnen, dann sollte man sich nicht wundern, wenn es mit der Konsumentenakzeptanz nicht recht vorwärts will.
Das Argument, "im Ausland ist es noch schlimmer" zieht nicht: So etwas ist unterhalb jeder Akzeptanz, egal wo es sich ereignet.
Die oft gehörte Behauptung, der Konsument wolle es so, kann man ja leicht bestätigen, indem man solche Bilder publiziert.
die Bilder einer solchen Tierhaltung sprechen doch für sich. Da muss man nicht mit Zahlen kommen.
Nach dieser Logik ist jede naturnahe Tierhaltung Tierquälerei, da ja bekanntlich beim Wild die Nachwuchssterblichkeit weit höher ist als bei jeder kommerziellen Tierhaltung. Wahrscheinlich ist es auch im Interesse des Tiers, dass es keine Spur von Einstreu hat, denn sowas wäre ja unhygienisch.
Mit Fliegenlarven darf man sowas in der Anzucht vielleicht machen, aber nicht mit Schweinen, die ein hochentwickeltes Sozial - und Explorationsverhalten hätten - wenn man sie liesse.
Wenn sich auch Bauern, die sich um artgerechte Tierhaltung und um ganzheitliche Betrachtung bemühen, nicht von solchen Haltungsmethoden distanzieren, sondern dies noch schönrechnen, dann sollte man sich nicht wundern, wenn es mit der Konsumentenakzeptanz nicht recht vorwärts will.
Das Argument, "im Ausland ist es noch schlimmer" zieht nicht: So etwas ist unterhalb jeder Akzeptanz, egal wo es sich ereignet.
Die oft gehörte Behauptung, der Konsument wolle es so, kann man ja leicht bestätigen, indem man solche Bilder publiziert.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Du möchtest also lieber die inländische Haltung durch Auflagen wirtschaftlich so unmöglich machen, dass der Grossteil ins Ausland abwandert bzw. Produkte von dort importiert werden, aber die Konsequenzen daraus "ziehen nicht"?emil17 hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 16:53 Das Argument, "im Ausland ist es noch schlimmer" zieht nicht: So etwas ist unterhalb jeder Akzeptanz, egal wo es sich ereignet.
Auch wenn die Politik die Quadratierung des Kreises gerne hätte, möglicher wird sie dadurch nicht. Die Mehrheit der Leute sieht die Sau im Kastenstand und findet das fürchterlich, die erdrückten Ferkel zählen aber nicht - und wenn, dann nur weil der Bauer sich ja "bereichern" will, was natürlich wieder ein Argument gegen den Bauern ist...
Ich möchte wirklich sehen wie zahlentechnisch "naturnahe" Ferkelverluste mit dem Tierschutzgesetz in Einklang gebracht werden sollen.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Es ist halt einfach beschlossene Sache, dass die Kastenhaltung in der Form nicht mehr weitergeführt werden darf. Alternativen müssen kommen, Alternativen werden kommen und bei aktuell 40 Prozent Produktion für den Export sind wir sehr weit davon entfernt, dann große Mengen importieren zu müssen, zumal der Konsum an Schweinefleisch in Deutschland rückläufig ist.
