Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 17. Okt 2021, 19:15
Dein Beitrag sagt es am Schluss doch: Als Unternehmer musst du nach Massgabe aller betriebsrelevanten Umstände einen soliden Gewinn erwirtschaften. Die Politik kann nur auf volkswirtschaftlicher Ebene Weichen stellen, etwa indem sie Milchwirtschaft oder Energieproduktion fördert oder unattraktiv macht.Manfred hat geschrieben: So 17. Okt 2021, 11:44 Umgekehrt funktioniert dass halt ebensowenig.
Auflösen lässt sich das nur mit einer ganzheitlichen Herangehensweise.
Aber diese ist auf Bundesebene politisch bisher nicht absehbar.
Also kann der Einzelbetrieb nur innerhalb der chaotischen Gesetzgebung navigieren oder aufhören.
Mit Milchmädchenrechnungen nach Emil mag man sich fehlende Wirtschaftlichkeit schönmalen können,
aber langfristig hat man dann halt keinen Betrieb mehr, weder als Handwerker noch als Bauer.
Als Unternehmer dagegen braucht man Klarheit, wo die wirtschaftlichen Probleme im eigenen Betrieb liegen, damit man sie beheben kann, um konkurrenzfähig zu bleiben oder wieder zu werden.
Wenn also deine Nische sanfter Tourismus sein könnte, weil dein Uropa zufällig eine Mühle hatte, die sich gut als Ferienunterkunft eignet, dann musst du dort ansetzen, weil dein Einkommen mit deinen Mitteln dort realisiert werden kann, auch wenn das Vermieten von Fremdenzimmern in alten Mühlen volkswirtschaftlich keine grosse Rolle spielen kann und dafür von der Politik auch nicht viel zu erwarten ist.
Des weiteren sollte man den nie hinterfragten Begriff der Konkurrenzfähigkeit für bäuerliche Klein- und Mittelbetriebe anders verwenden. Konkurrent ist nämlich nicht der Nachbar, der die gleichen oder ähnliche Probleme hat. Also muss man auch nicht diesen in den Produktionskosten unterbieten wollen. Vielmehr könnte die Lösung in gemeinschaftlichem Auftreten liegen: Wenn der eine die Milch, der andere das Brot und der dritte die Fremdenzimmer hat, dann kommen gemeinsam alle besser vorwärts als wenn jeder konkurrenzstärker oder effizienter als die anderen sein will, bloss weil das auf den Wirtschaftsunis derzeit so gelehrt wird.