Planen fuer den Notfall oder nicht?

Was halt nirgendwo passt
Benutzeravatar
Reisende
Beiträge: 2853
Registriert: Fr 20. Jul 2012, 15:05
Wohnort: Altmoränenlandschaft in Klimazone 8a

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#271

Beitrag von Reisende »

frodo hat geschrieben: glaube keiner Studie, die Du nicht selbst bestellt hast! ;)
Sorry, eine Studie einer AMERIKANISCHEN Eliteuniversität....hallo? Schon mal von der NRA gehört? Hast Du mal gecheckt, wer diese Studie in Auftrag gegeben bzw. gesponsort hat? Für MICH ist so eine Studie etwa so glaubwürdig wie ein Auto-Ranking des ADAC :pfeif:
:daumen:
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8389
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#272

Beitrag von emil17 »

Renysol hat geschrieben:Das immer wieder gebrachte Beispiel: "Ich will doch nicht die nächsten Jahre Dosen zu futtern", ist total naiv. In großen Teilen der Welt wäre es ein absoluter Luxus, jahrelang Dosen zu futtern, auch wenn es jeden Tag das gleiche ist. Angesichts möglicher Notstände zu bekunden, auch noch wählerisch zu sein zu wollen und Abwechslung im Kochtopf zu wünschen, ist der Gipfel der Dekadenz.
Ich WILL ABER NICHT Dosen futtern.
Mit dieser Begründung muss ich jetzt anfangen Wasser und Brennholz zu sparen wenn ich in meiner Alphütte bin, denn wenn ich denke, mit wie wenig Wasser und Brennholz die armen Leute in der Sahel auskommen müssen, ist das total dekadent was bei mir abgeht.
Das Bächlein fliesst fröhlich weiter neben der Hütte vorbei zu Tal und die Äste bleiben im Wald liegen ...

Es gibt einen Kompromiss zwischen Vorbereitet sein und Lebensqualität. Wo der ist, muss jeder für sich selber herausfinden.
Auch unser Immunsystem funktioniert so: es läuft nicht immer auf vollen Touren, und deshalb wird man erst krank, bevor die Mikroben erledigt werden.
Ein Gebilde, wo alles voll auf Abwehr und Verteidigung und Notfall eingestellt ist, ist im normalen Alltag nicht lebensfähig - und den gibts ja auch noch.
Wenn jemand stets mit griffbereiter Gasmaske unterwegs ist und sich nie mehr als 50m von seinem Fluchtrucksack entfernt, dann mag er das tun. Aber nicht alle, die das nicht tun, sind deswegen völlig naiv.


Die Logik, Dosenbohnen als Geldanlage, funktioniert nur solange wie man die Dinger im Keller lässt. Denn je länger man sie aufbewahrt, desto teurer werden sie doch. Wenn ich das Stück für 49 Cent kaufe und erst esse, wenn sie 99 Cent kosten, habe ich doch den 49 Cent für eine Dose, deren Inhalt ich vermeiden möchte, noch 50 Cent nachgeworfen?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
65375
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4609
Registriert: Fr 16. Dez 2011, 04:58
Wohnort: Rheingau

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#273

Beitrag von 65375 »

Wenn meine Frau mehr wie 2 mal im Jahr irgendwelche Dosen auf den Tisch bringen würde wäre das auch ein Grund für mich mal Intensiv über Scheidung Nachzudenken
Also, selbst wenn wir Dosenfutter essen (was selten vorkommt), kommt die Dose nicht auf den Tisch! Was soll die da?!
Nur zur Orientierung: ich hab mal drei Jahre nach einem Umzug erst gemerkt, daß die Kiste mit dem Dosenöffner unausgepackt im Keller gelandet ist.
Little Joe

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#274

Beitrag von Little Joe »

Emil :daumen:
65375 hat geschrieben:ich hab mal drei Jahre nach einem Umzug erst gemerkt, daß die Kiste mit dem Dosenöffner unausgepackt im Keller gelandet ist.
... weil die Dosen mittlerweile alle einen Aufreißdeckel haben :hmm:
Benutzeravatar
65375
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4609
Registriert: Fr 16. Dez 2011, 04:58
Wohnort: Rheingau

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#275

Beitrag von 65375 »

Aufreißdeckel haben glaub ich immer noch die wenigsten.

Bei uns in der Nähe ist grade ein Notkrankenhaus, von dem kaum jenand was wußte, endgültig geschlossen worden. War unter einer Schule, geeignet für 200 OPs täglich! Gebaut Anfang der 60er im Kalten Krieg. Nie genutzt, inzwischen nicht mehr Stand der Technik und damit rausgeschmissenes Geld. Aber damals war Notfallvorsorge noch allgegenwärtig.

@emil17, wenn Du das Holz im Wald liegen läßt und die Zeiten werden ungemütlicher, holt's ein anderer, wenn Du's zuhause stapelst, um längerfristig versorgt zu sein, ist es Vorsorge für schlechte Zeiten. Und wenn Du Deine Hütte so zustapelst, daß Du drinnen weder Licht noch Luft kriegst, ist es Hysterie.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8389
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#276

Beitrag von emil17 »

65375 hat geschrieben: Bei uns in der Nähe ist grade ein Notkrankenhaus, von dem kaum jemand was wußte, endgültig geschlossen worden. War unter einer Schule, geeignet für 200 OPs täglich! Gebaut Anfang der 60er im Kalten Krieg. Nie genutzt, inzwischen nicht mehr Stand der Technik und damit rausgeschmissenes Geld.
Solche Dinge muss man aus dem Zeitgeist heraus beurteilen, und der war damals anders. Ich sehe das nicht als rausgeworfenes Geld, sondern bin dem Zufall dankbar, der das Ding hat unnötig sein lassen. Ich ärgere mich ja auch nicht über meinen Feuerlöscher, weil der ungenutzt rumsteht.
65375 hat geschrieben: wenn Du das Holz im Wald liegen läßt und die Zeiten werden ungemütlicher, holt's ein anderer
da wo ich bin wohl kaum: steil, abgelegen, unerschlossen.
65375 hat geschrieben:wenn Du's zuhause stapelst, um längerfristig versorgt zu sein, ist es Vorsorge für schlechte Zeiten.
... vor allem für den Winter, denn wir heizen mit Stückholz. Der Verbrauch ist also absehbar.
Zwei Jahre unter Dach und es ist ofentrocken, mehr zu horten wäre in Zeiten des Holzklaus dumm.
65375 hat geschrieben:Und wenn Du Deine Hütte so zustapelst, daß Du drinnen weder Licht noch Luft kriegst, ist es Hysterie.
Nun, einen Holzstapel kann man irgendwo machen, man braucht nur ein paar Steine für drunter, damit die unterste Lage nicht verdirbt, und etwas Wellblech zum Decken. Ich lass es im Wald, bis es trocken ist, denn dann hat man nur noch das halbe Gewicht zum Schleppen.
Lebensmittelvorräte sind da natürlich auch, Nudeln, Getreideflocken, Pflanzenöl und dergleichen, was sich eben gut hält, aber nicht zum Zweck, ein halbes Jahr nie mehr einkaufen zu müssen.

Die Tatsache, dass sich heute in Europa Nachbarstaaten im Katastrophenfall gerne helfen, ist die beste Vorsorge und spart einen Haufen Kosten, weil nicht jeder Staat eine gesamte katastrophenfeste Notinfrastruktur aufrecht erhalten muss. In diesem Bereich ist das krampfhafte Festhalten an staatlicher Souveränität Unsinn.
Entsprechend wäre für mich die Notfallvorsorge nicht "allein im selbstvertedigten Bunker gegen alle anderen", sondern zusammen mit Leuten, die man kennt, die schlimme Zeit durchstehen, wo jeder das einbringt, was er am besten kann und gerade gefragt ist.
Dazu gehört, dass man sich beibringt, mit wenig auszukommen und sich zu helfen weiss. Hundert Tage nur Ölsardinen und Büchsenerbsen essen muss man nicht üben, mit Kneifzange, Säge, Axt und ein paar Nägeln und einem Ende Zaundraht eine Hütte zu flicken hingegen schon.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8389
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#277

Beitrag von emil17 »

Auf dem Land mit Gemüsegarten, Kleintieren usw. hat man einfach den Vorteil, dass man Lagerhaltung hat, schon weil die Waren nicht immer gleichmässig reinkommen.
In der Stadt kannste immer alles kaufen, und weil man sich daran gewöhnt, wird man entsprechend bequem.
Wenn es kurzfristig zu einer Versorgungsklemme kommt (Grossflächiger Stromausfall), dann kann man nichts mehr einkaufen, weil die Kassen und die EDV nicht mehr funktionieren, und wenn das im Winter passiert, gehen die Heizungen nicht mehr.

Auf dem Land hast du vielleicht sowieso schon einen Holzherd. oder Holzofen. In der Stadt kannst du einen Haushalt nicht einfach so auf elektroautark umrüsten, als Mieter schon gar nicht. Ein Flaschengaskocher wäre aber wohl eine gute Anschaffung, auch eine Schachtel Kerzen schaden nichts. Die Akkus der LED-Lampen sind ausser bei sehr disziplinierten Leuten immer gerade leer, wenn der Strom weg ist.
Ansonsten gibt es Merkblätter der Katastrophenvorsorge, wo die nötigsten Vorräte genannt sind.
Wichtig - und das hat Centauri bei seiner Dosenfleischdiät vergessen - erscheinen mir einige Kisten mit Trinkwasser. Stilles Mineralwasser in PET_Flaschen hält sich im Keller ohne unzumutbare Qualitätseinbusse jahrelang und kostet fast nichts.
Als nächstes würde ich mir dann noch einige Kanister Treibstoff bevorraten.

Man kann sich natürlich auf alle möglichen langfristigen Katastrophenszenarien vorbereiten. Das wird endlos je nach der der eigenen Grundeinstellung (von optimistisch bis paranoid-misstrauisch) und dafür gibts extra Foren.

Will man sich auf eine allgemeine langdauernde Instabilität der Verhältnisse vorbereiten, muss man seine ganze Lebensweise auf Autarkie umstellen.

Ganz wichtig erscheint mir der Effekt einer gewissen Vorbereitung auf das eigene Wohlbefinden: Wenn man sich selber helfen kann, geht es einem einfach besser, als wenn man auf Hilfe von aussen warten muss. Dazu gehört auch handwerkliches Geschick und Improvisationsfähigkeit, sowie ein robustes Gemüt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Manfred

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#278

Beitrag von Manfred »

Etwas Treibstoffvorrat wäre auch nicht schlecht. Egal ob man ein eigenes Fahrzeug hat oder nicht, sollte der helfen, aus der Stadt raus zu kommen, wenn die Pumpen der Tankstellen versiegen.
Benutzeravatar
Thomas/V.
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 7009
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 17:00
Familienstand: verheiratet

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#279

Beitrag von Thomas/V. »

Weiß nicht, ob das schonmal hier gepostet wurde, aber die http://survival.4u.org/vorraete/monats-tonne.htm wäre schon mal ein einfacher und wirkungsvoller Anfang. Trinkwasser natürlich auch. Und ein Spaten, denn die Wasserklos werden bei Stromausfall nicht funktionieren :pfeif:
Ansonsten wäre es wohl am besten, sich nach ein paar Tagen aus dem Staub zu machen und nicht drauf zu warten, das irgendwer sich um einen kümmert.
Je länger der "Spaß" andauert, desto geringer werden die Chancen, das es wieder "besser" wird.

@ Centauri: :haha:
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
centauri

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#280

Beitrag von centauri »

@Thomas/V, ist doch so! :)
"Ebbs guads kimd ned noch" wie man in Bayern zu sagen pflegt.

Aber schon schlimm wenn man dann in einer Stadt lebt, finde ich.
Weil letztendlich müsste man sich einigeln können und das eine oder andere verstecken.
Und da denke ich jetzt nicht an Wertsachen.
Ein guter Hund wäre auch angebracht wenn es zu Plünderungen kommt.
Und wenn alle Stricke reissen kann man den auch essen. :rot:
Antworten

Zurück zu „Sonstiges“