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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 11:40
von Rohana
Rati hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 10:33
Rohana hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 14:20 Wir *haben* übrigens einen Mischwald mit Altbäumen :) Überangebot an Wirtsbäumen? Der Borkenkäfer ist jetzt nix neues. Wenn's allein an der "Fichtendichte" liegen würde, gäbe es schon lange keine Fichten(misch)wälder mehr.
gut gut, dann kann der Schaden ja nicht so groß gewesen sein. Und klar sind Borkenkäfer nix neues, die gehören mit dazu. Und ja klar hat die Dürre der letzten zwei Jahre auch die Bäume geschwächt.
Natürlich ist der Schaden gross gewesen. Wir müssen Bäume schlagen die a) noch hätten stehenbleiben können/sollen, sprich wir haben mehr geschlagen als wir normalerweise würden, b) bekommen wir für die Qualität einen Abschlag und c) ist der Marktpreis total für'n Popo, wir müssen die Bäume aber rausnehmen (fällt ja nicht nur bei uns, sondern überall massig Käfer- und Sturmholz an). Auf intensiven Käferecken kommt noch Harvester dazu, weil so viel händisch kaum noch zu bewältigen ist in kurzer Zeit. Wiederaufforsten müssen wir natürlich auch sofort, damit sich nicht irgendwelches Gestrüpp breit macht... da hängt also n bissl Rattenschwanz dran.
Anekdote zum Thema: Schwippschwagers Tante dritten Grades (oder so ähnlich) hat irgendwo ein Stückchen Wald, wo sie regelmässig Geld für ihren Anteil am Holzeinschlag bekommt. Dieses Jahr kam im Umschlag - eine Rechnung :eek: Kostenbeteiligung für Harvester etc, weil da massig Käfer drin war... Verkauf nicht mehr kostendeckend.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 12:03
von Renysol
Meldungen zur Überschrift "Lebensmittelproduktion":

Es gibt einige Engpässe. In China hat die Schweinepest einen erheblichen Teil der Schweine dahingerafft, was immerhin ein bedeutender Anteil an der Lebensmittelversorgung ist.

Nun kommt aus den USA die Meldung, dass die Maisernte sehr dünn ausfallen wird. Erst ist der letzte Winter extrem lang gewesen. Die Skisaison hat teilweise bis Juli gedauert.

Dann hat es im mittleren Westen viele Überschwemmungen gegeben und es konnte erst mit Verspätung gesät werden.

Und nun hat der erst "vor kurzem" aufgehörte Winter schon wieder angeklopft und der noch nicht geerntete Mais ist wahrscheinlich nicht mehr zu gebrauchen.

http://endoftheamericandream.com/archiv ... est-season

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 15:00
von Rati
@Renysol, schaun mer mal was davon hier Einfluss haben wird.
Rati hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 10:33...gut gut, dann kann der Schaden ja nicht so groß gewesen sein...
o.k. das klang von oben herab und war nicht gut geschrieben.
Sorry dafür.

Grüße Rati

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 17:58
von Rohana
Rati hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 15:00 @Renysol, schaun mer mal was davon hier Einfluss haben wird.
Rati hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 10:33...gut gut, dann kann der Schaden ja nicht so groß gewesen sein...
o.k. das klang von oben herab und war nicht gut geschrieben.
Sorry dafür.

Grüße Rati
:daumen:
Ist mir aber klar dass die meisten die "Rattenschwänze" nicht so kennen - woher denn auch. Dafür schreibe ich es ja...
Diesen Winter machen wir nur das nötigste. Wird wohl wieder ein paar ältere Buchen geben - braucht jemand Holz für exklusive Möbel? :mrgreen:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 18:25
von emil17
Rohana hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 11:40 a) noch hätten stehenbleiben können/sollen
b) bekommen wir für die Qualität einen Abschlag
c) ist der Marktpreis total für'n Popo
und d), auch wenn das alles nicht wäre ist es einfach hässlich mitansehen zu müssen wie die Kulturen kaputtgehen, die man ja auch liebt.

Kannst du mit wärmeliebenden Edellaubholzarten aufforsten? Du hast sicher nix davon, aber vielleicht die Kinder deiner Enkel.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 20:39
von Rohana
Wir haben Esskastanie mit im Mix. Ist unsere Lage eigentlich zu rauh für, sehen wir dann, ausserdem eine (1) Elsbeere :aeh: ein paar aus Göttingen importierte Ahörner, die damals wild in meinem Blumenkasten aufgegangen sind, zählen eher nicht (wachsen aber prächtig).
Die "Zukunftsbaum"-Empfehlung wechselt hier fast schneller wie die Unterhosen. Irgendwas ist immer.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 3. Nov 2019, 08:26
von Tika
Rohana hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 11:40 b) bekommen wir für die Qualität einen Abschlag und c) ist der Marktpreis total für'n Popo, wir müssen die Bäume aber rausnehmen (fällt ja nicht nur bei uns, sondern überall massig Käfer- und Sturmholz an).
Bei uns hier im Süden ist inzwischen auch echt Land-Unter im Wald. Es hat die Fichtenreinbestände erwischt, klar, aber auch massiv die Altfichten und auch ale Tannen in den hier in den Bauernwäldern traditionellen Mischwald-Altbeständen aus Fichte, Tanne und Buche.
Was ich an der Situation aber wirklich krass finde ist, dass die Käferhölzer inzwischen zum Teil nicht einmal mehr unter Aufarbeitungspreis vermarktbar sind, die Sägewerke aber gleichzeitig Frischholz suchen.
Der Absatz bei den Sägern läuft (zum Glück!) ganz gut, die brauchen Holz. Aber Käferholz=verfärbtes/verblautes Holz (Bläuepilze) passt inzwischen fast nur noch in die Standards für Verpackungsholz (Kisten, Paletten etc), oder z.B. für Mittellagen in Dreischichtplatten, also da wo mans nicht sieht.

"Der Markt" (also wer genau?) will keine Bretter, Kanthölzer, und was der Säger sonst so macht, mit optischen "Fehlern", sei es so regional wie es will.
Nur so zum Nachdenken: bei der letzten Käfermassenausbreitung hier unten hat man das ganze Käferholz mal kurz farbig imprägniert (Chemie!!!), dann sieht man die Bläue nicht mehr, und der Pilzbefall ist gestoppt. Konnte z.B. als Dachlatte so gut verkauft werden.
Heute muss das ohne Chemie gehen, und schön hell sein, also aus Frischholz. Und wenns hier nur noch Käfer gibt dann eben aus Skandinavien oder sonstwo her.
Gleichzeitig geht Käferholz von hier zu Spottpreisen per Schiffscontainer nach Korea oder China.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 3. Nov 2019, 08:52
von Rati
Ja von all diesen Absatzproblemen habe ich auch schon gehört.
Tika hat geschrieben: So 3. Nov 2019, 08:26 Nur so zum Nachdenken: bei der letzten Käfermassenausbreitung hier unten hat man das ganze Käferholz mal kurz farbig imprägniert (Chemie!!!), dann sieht man die Bläue nicht mehr, und der Pilzbefall ist gestoppt. Konnte z.B. als Dachlatte so gut verkauft werden.
Heute muss das ohne Chemie gehen, und schön hell sein, also aus Frischholz.
ist das sicher? Also imprägniertes Holz (du meinst die grünen Latten?) gibt es ja schließlich überall zu kaufen. Der Markt ist wohl übersättigt.
Ich hatte allerdings gedacht, das ich mir mal günstigers schon auf Meter gesägtes Brennholz leisten könnte aber da fallen die Preise irgendwie kaum. Aber Brennholz scheint auch keine Möglichkeit zu sein Eure Verluste zu verringern oder?

Grüße Rati

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 3. Nov 2019, 09:51
von Tika
Es gab da 2012 eine DIN-Änderung (DIN 68800). Erlaubt ists immer noch (ist auch billiger, wegen o.g. Gründen), wird aber seither weniger verbaut (wer will den schon Chemie? Und dann auch noch so deutlich sichtbar?). Auf die schnelle: https://baubeaver.de/dachlatten-masse/

Hier gibts einen Säger, Einschnitt ca. 20 000 Fm/Jahr, der macht seit jeher Dachlatten. Für uns hier ist er als Holzabnehmer enorm wichtig, im Verhältnis ist das aber ein Minisäger, der mit den Grossen mithalten muss im Verkauf. Geht nur über Nische und hochwertige Produkte. Hat deshalb in den letzten Jahren enorm invertiert in Hobelanlagen und sowas. Verblaute Latten kriegste als hochwertiges=hochpreisiges Produkt nicht verkauft! Der hat grad echt ein Problem, genau wie die Waldbesitzer.
Rati hat geschrieben: So 3. Nov 2019, 08:52 Ich hatte allerdings gedacht, das ich mir mal günstigers schon auf Meter gesägtes Brennholz leisten könnte aber da fallen die Preise irgendwie kaum. Aber Brennholz scheint auch keine Möglichkeit zu sein Eure Verluste zu verringern oder?
Rati, die Holzfällerei kostet 20-25€/Fm, hier bei uns, mit Vollernter vielleicht bischen weniger (DESHALB sind auch für mich in solchen Fällen die grossen Maschinen im Wald echt sinnvoll!). Dann Transport irgendwo auf den Hof je nachdem ca. 10 €/Fm, dann muss das jemand in Meterstücke zersägen und spalten. Dann je nachdem wie gross dein Ofen ist nochmal sägen, in 50 cm oder 30 cm (oder Du machst das selber?). Dann aufsetzen (Holzbeige) und 1-2 Jahre trocknen lassen.Dann aufladen und bringen (oder Du holst es selber).
Alleine das Fällen/Asten plus Transport auf den Hof kostet mindestens 20€/Ster (Raummeter). Plus die Arbeit Sägen, Spalten und Aufsetzen, und je nachdem der Rest der Arbeit, rechne selber. Ein Holzpreis ist da noch nicht reingerechnet!

Stehendes Käferholz als Brennholz kriegst hier gerade geschenkt, das stimmt schon. Will aber keiner so richtig, siehe Rechnung. Und eben, das wäre für den Waldbesitzer ja auch 0,- € fürs Holz. Verständlich so :) ?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 3. Nov 2019, 10:36
von hobbygaertnerin
@Rohanna,
bin gespannt, wie sich bei euch die Maronen bewähren, wir haben als Versuch ein paar gepflanzt, die haben bis jetzt alles gut überstanden.
Eichhörnchen vergraben fleissig Walnüsse, gehen inzwischen im Wald schon ziemlich viele auf- ich hab vor einer Weile in der Sendung unser Land diese Altmühlthaler Pflanztöpfe gesehen, irgendwie gehen mir die nicht mehr aus dem Kopf.
Die Anpflanzung vom heurigen Jahr ist zemlich mau- war im Frühjahr einfach zu trocken, wollten im November noch was pflanzen, als Versuch- aber es ist jetzt auch bei uns mehr als trocken.
So schlimm wie heuer mit dem Käfern wars es bei uns noch nie, da hätte man nur noch draussen stehen und heulen können.
Ausgerechnet wo die schönsten Bäume standen, überall im Mischwald- die Fichten mussten wir zum grossen Tel rausmachen.
Mein Mann ist ein echter Holzfuchs, aber heuer war er ziemlich angefressen, dass die ganzen Maßnahmen in Richtung gesunder Wald so sinnlos waren.
Spechte gibts bei uns mehr als genug, aber die scheinen auch nicht mehr nachzukommen- wir haben einen grossen Teil unseres Waldes als Buchenbestand- ist ein Schutzgebiet und dort lassen wir natürliche Vermehrung wachsen, ich hab inzwischen das Gefühl, dass dort die jungen Bäume- auch die Fichten von den Wurzeln her besser passen.
Aber mir fällt auch auf, wrklich wissen, wie die Wälder zukunftsfähig werden sollen, das weiß keiner, es dauert einfach zu lange, bis die Ergebnisse dann wirklich ersichtlich sind.
Und was mir auch auffällt- die miesen Holzpreise sind absolut nicht lustig, aber wenn so viele Dummbacken nur Stuss verbreiten, das kann ich einfach nicht mehr hören. Geredet ist immer ganz einfach- aber umsetzen, da kann man den anderen leicht lauter kluge Ratschläge geben.