Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2361

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben:
Manfred hat geschrieben:
Das ist die falsche Frage.
Die richtige Frage ist, ob es schlau ist, die geringe Eigenproduktion, die man noch hat, auch noch aufzugeben, zugunsten aktuell billig erscheinender (da guckt ja seltsamer Weise niemand auf ökologische, soziale und volkswirtschaftliche Folgewirkungen) Importe, und sich so vollständig abhängig zu machen.
Es gibt kein Land in Europa, das unabhängig ist im Sinne von "wir brauchen nichts von unseren Nachbarn und konsumieren unsere Erzeugnisse selber."
Ohne fossile Energie funktioniert sehr bald gar nichts mehr, deshalb ist Nahrungsmittelautarkie ein Witz - oder ein Schlagwort, um die hohen Subventionen für inländische Produktion zu rechtfertigen. Deutschland könnte sehr wohl ohne Erdölimporte weiter vorankommen.
Dazu muss man "nur" im Rheinischen Revier und in der Lausitzt die Bagger wieder anwerfen. Die Kohle hält 300 Jahre bis dahin wird man die Autarkie nicht mehr brauchen. Bei euch schweizern sieht das schwer aus, das bischen Wald ist schnell verheizt, Öl und Gas gibt es nicht.

Zudem ist Deutschland Exportmeister der EU, da ist es etwas eigenartig, einfach mal gegen Exporte zu sein. Wer exportiert, muss auch importieren - der Fairness und der Zahlungsbilanz wegen.

Abgesehen davon ist die Behauptung, "die geringe Eigenproduktion, die man noch hat" schlicht falsch. Die EU kauft jedes Jahr für Hunderte Millionen Landwirtschaftsprodukte auf, um die Preise zu stützen:
Weil die Bauern zu viel Milch produziert haben, sind die sprichwörtlichen Butter- und Milchpulverberge der EU stark gewachsen. 2016 haben die Behörden in Deutschland für 103,2 Millionen Euro vor allem Milchprodukte aufgekauft und eingelagert, wie das Bundesagrarministerium auf eine Frage des grünen Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff geantwortet hat. (taz vom 23.7.2017)
... dasselbe mit Fleisch, das vorher ebenfalls mit vielen Subventionen produziert worden ist. Immerhin fliessen über 40% des gesamten EU-Haushalts in den Agrarsektor.
Die Marktstabilisierung der EU im großen Stil ist ein alter Hut, man hat sie schlicht weg weitgehend abgeschafft. Selbst die summe von 103 Millionen ist ein Witz gesehen am gesamten Produktionsvolumen.
In deutschalnd wurde 2018 Milch im Wert von 11.620.000.000€ erzeugt.
Also haben die Behörden 0,9% der Produktion gekauft ...
also praktisch nichts...
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2362

Beitrag von Rohana »

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2363

Beitrag von Teetrinkerin »

Hallo??? Ich beschimpfe dich? Ich habe gesagt, womit einige Christen ein Problem haben und es nicht gut finden, dass ein christliches Symbol dafür benutzt wird.

Allerdings: Wenn Insektizide ausgebracht werden, dann tötet es eben auch alle Insekten die sich zu diesem und bis zu einer gewissen Zeit danach auf dem Feld befinden, ab. Oder ist das falsch?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2364

Beitrag von Teetrinkerin »

Meines Wissens nach, darf Dauergrünland in Deutschland nur nach Genehmigung umgebrochen werden. Sprich, Dauergrünland hat in Deutschland eher Schutzstatus, weil in der Vergangenheit viel Dauergrünland für Ackerflächen umgebrochen wurden.

Als Dauergrünland werden Flächen bezeichnet, die mindestens fünf Jahre nicht gepflückt wurden. Um den Ackerstatus nicht zu verlieren und als Dauergrünland eingestuft zu werden, müssen jedoch Flächen alle 5 Jahre umgebrochen werden. Warum und weshalb, weiß ich jedoch nicht. Diese Regelung ist aber nicht neu, sondern ist schon seit Anfang letzten Jahres in Kraft.

Sprich, du wirst nicht dazu gezwungen, dies zu tun, sondern es geht darum, dass du deinen Ackerstatus nicht verlieren möchtest.

Andersrum: Wie willst du Dauergrünlandflächen anders schützen als mit der Vorgabe, dass alle Flächen, die länger als 5 Jahre nicht umgebrochen wurden, nicht in Ackerflächen umgewandelt werden dürfen?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2365

Beitrag von emil17 »

Zu den Deponien:
Mülltourismus macht man, weil einer es los werden will und der andere genug Geld dafür kriegt, damit er es nimmt. Für das Spielchen braucht es also zwei, die mitmachen.
Ihr habt ja auch mit der Wende euren damals in der DDR billig entsorgten Dreck wieder heimgeholt. (Deponie Schönberg, wurde so wie die englische Wiederaufbereitungsanlage, die im Interesse aller das irische Meer mit Radioaktivität anreichert, aus Publizitätsgründen umbenannt)
---> nationale Grenzen taugen nichts, um Misstände anzuprangern.
Das mit dem Aufkauf von Nahrungsmitteln durch die Behörden erwähnte ich nur, um Manfreds Behauptung zu wiederlegen, die Eigenproduktion sei zu gering. Ob das nun 0.9 oder 9 oder 90% sind ... ein funktionierendes Gewerbe ist jedenfalls nicht drauf angewiesen, dass der Staat die Produkte aufkauft, um die Preise zu stützen. Oder tut ihr das auch mit überzähligen Schrauben, Autos und Waschmaschinen?
Die Marktstabilisierung der EU im großen Stil ist ein alter Hut, man hat sie schlicht weg weitgehend abgeschafft.
wegen Freihandelsabkommen und weil es dem Stimmvolk wohl doch etwas zuviel wurde. Damals in der guten alten Zeit gabs bei uns den Witz, die Russen hätten Westeuropa nicht überfallen wegen dieser Marktstabilisierung: Die EU hat nämlich Überschussbutter in den Osten verramscht. Hätten die uns also erobert, wäre die Butter teurer geworden.
Deutschland könnte sehr wohl ohne Erdölimporte weiter vorankommen.
Das würde lustig, ihr seid ja auch Weltspitze in verfahrenem Sprit pro Kopf.
Ihr müsstet da den Sprit ziemlich rationieren, die Leute die im Winter an den A... frieren weil Kohle und Öl nicht mehr frei verfügbar sind wären auch begeistert.
Landwirtschaft wäre wohl, da überlebenswichtig, wieder mal privilegiert.
Die Braunkohleautarkie ist wohl ein Witz, gab es doch mal in der DDR so kurz vor der Wende, weil die Sowjets kein Öl mehr verschenkten. Aber die wollten alle Bananen.

Die Schweiz steht genau so hilflos vor dem Autarkieproblem wie alle anderen hochentwickelten Staaten. Aber man tut so als ob - damit der Nationalstaat mehr ist als bloss ein Steuerparadies für Reiche. Dabei ist es gar keins, wenn man die anderen Staaten als gleichberechtigte Nachbarn und nicht als Feinde oder Kolonien behandelt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2366

Beitrag von Rohana »

Teetrinkerin hat geschrieben: Andersrum: Wie willst du Dauergrünlandflächen anders schützen als mit der Vorgabe, dass alle Flächen, die länger als 5 Jahre nicht umgebrochen wurden, nicht in Ackerflächen umgewandelt werden dürfen?
Wo ist das grosse Problem wenn ich auf einer Ackerfläche eine mehrjährige Kultur wie z.B. Luzerne oder Klee/Gräsergemische etablieren will, das im Antrag angebe auf X Jahre und gut is, ohne dass ich Ackerstatus verliere? Das tangiert doch anderes Grünland nicht, was ja eh schon Dauergrünland ist und idR GAR NICHT umgebrochen werden darf.
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Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2367

Beitrag von Manfred »

Die Ackerstatusregelung schützt kein Dauergrünland, sondern die Pfründe der Pseudonaturschutzverbände.
So ist sichergestellt, dass das Dauergrünland immer weniger wird, weil praktisch kein neues mehr angelegt werden kann, aber durch Bebauung, Waldpflanzung, Wiedervernässung etc. ständig Grünlandflächen verloren gehen.
Also wird man auch die nächsten Jahrzehnte trefflich darüber jammern und Millionenbeträge einkassieren können, die man in der eigenen Verwaltung versickern lässt.
Die gleiche Masche bei den Steuobstbeständen.

Für den Schutz des Dauergrünlandes hatte die von der Landwirtschaft x-fach in die Diskussion eingebrachte Stichtagsregelung völlig ausgereicht. Warum wohl haben die Naturschutzverbände diese mit aller Gewalt verhindert?

Und das gleiche Spiel erleben wir bei praktisch jedem agrarökologischen Thema.
Die Landwirtschaft bietet echte Lösungen, die "Naturschutzverbände" verhindern sie, weil sie ihnen keine finanziellen Vorteile sichern.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2368

Beitrag von Teetrinkerin »

@Rohana,
Dann bringt das doch bei euren Bauernverbänden an. Die sollen sich auf die Hinterbeine stellen. Wobei wir ja das Thema schon hatten, welche Probleme es mit den Bauernverbänden gibt.

@Manfred,
ich hätte gerne Infos darüber, dass sich Naturschutzverbände finanzielle Vorteile sichern durch verindern echter Lösungen.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2369

Beitrag von Manfred »

Teetrinkerin hat geschrieben: ich hätte gerne Infos darüber, dass sich Naturschutzverbände finanzielle Vorteile sichern durch verindern echter Lösungen.
Patrick Moore (der war Greenpeace-Direktor, als es dort noch um Naturschutz ging) bringt es hier ziemlich gut auf den Punkt:
https://www.youtube.com/watch?v=bPMah52JUHw
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#2370

Beitrag von Teetrinkerin »

Sorry, aber ich guck mir kein Video eines Mannes an, der für Asia Pulp and Paper tätig war, welches Regenwälder ausbeutet, und der sich für Kernkraft einsetzt.

Nur aufgrund der Aussagen eines fragwürdigen Mannes kann ich deinen Aussagen keinen Glauben schenken.
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