Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1611

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Unterschied zwischen Umsatz und Verdienst nicht kennt...
Also du meinst ernsthaft, Landwirtschaft sei eine Art "Nullsummenspiel", was den Verdienst angeht?
Woher haben dann all die Bauers, die ich kenne, ihre Kaffeemaschinen und Weihnachtsdeko??
Die sind großteils reicher als wir, jetzt was den echten Verdienst angeht, das Geld, was für den Privatkonsum überbleibt.
also "nix" ist es nicht, was da überbleibt! :kaffee:
Natürlich, mehr geht immer, aber wie emil schon gesagt hat....
emil17 hat geschrieben:Wer einen 8-Stundenjob will und Samstags, Sonntags frei mit 4 Wochen Urlaub und 13. Gehalt, der sollte nicht Landwirt werden.
emil17 hat geschrieben:Der Begriff "Beruf" impliziert schon, dass man damit Geld verdient.
kommt dasa Wort nicht von "Berufung"?
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1612

Beitrag von Rohana »

ina maka hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:Unterschied zwischen Umsatz und Verdienst nicht kennt...
Also du meinst ernsthaft, Landwirtschaft sei eine Art "Nullsummenspiel", was den Verdienst angeht?
Woher haben dann all die Bauers, die ich kenne, ihre Kaffeemaschinen und Weihnachtsdeko??
Die sind großteils reicher als wir, jetzt was den echten Verdienst angeht, das Geld, was für den Privatkonsum überbleibt.
Hast du deren Buchführungsabschlüsse gesehen? "Reicher als..." ist nun wirklich kein Vergleichsstandard. :dreh:

... wobei diese Diskussion, grade mit dir, wirklich sinnlos ist. Gegen Butterblümchenwelt kommt niemand an :lala:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1613

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Hast du deren Buchführungsabschlüsse gesehen?
joo, na eh klar, da lassen sie jeden reinschaun :roll:

Ich hab nur den (relativen!!!) Reichtum gesehen - war sicher nicht von der Landwirtschaft (sie hatten einen recht großen Hof geerbt), die haben sicher im Lotto gewonnen...

weißt du, alles ist relativ! :pft:
auch Buchführungsabschlüsse.......
Rohana hat geschrieben:Gegen Butterblümchenwelt kommt niemand an
:daumen: :daumen:

"Wir Bauern wissen alles besser als die Experten (die praxisfernen...)"
"Wir Bauern lieben unsere Tiere und behandeln sie - unter Opfern - immer gut"
"Wir Bauern retten die Welt und verdienen dabei nix - trotzdem lieben wir unsere Arbeit"
( ... und beschwerden uns niiiiieee :grinblum: )

"Wir Bauern brauchen keine Gesetze, die uns Vorschriften machen, wir machen auch ohne das alles richtig"

an der Stelle möchte ich mich bei allen echten Landwirten entschuldigen, ich mein´s nicht so - obiges Video triggert halt, wahrscheinlich auch wegen der "Propanda-Jubel-Jubel-Stimme"

die erinnert mich an irgendeinen Film? :hmm:
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1614

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Bevor du weiter hier schwazock ablässt, informiere dich bitte vor dem schreiben deines Beitrages.
ina maka hat geschrieben:poooaaah!! :haha:

Tja - wenn dir dein Beruf Freude macht, hast du ja eh schon einen Lottosechser - wo ist das Problem?

Das man sich von Spass an der freude nix kaufen kann?
Einer ernährt 150 Menschen - vor 100 Jahren waren es nur 4
Das heißt, vor 100 Jahren haben 4 Menschen einem Landwirt das Leben bezahlt, heute müssen das 150 Menschen tun
(und so nebenbei ist das echter Arbeitsplatzabbau... :lol:
wo werden hier denn Arbeitsplätze abgebaut? Ganz im gegenteil, heute muss man Arbeitskräfte importieren weil es im Inland niemanden mehr gibt der die Arbeit machen mag.
ein Liter Mineralwasser ist teurer als ein Liter Milch
Ich zahl für´s Wasser gar nix - kauf ich mal Mineralwasser, kostet ein Liter 0,79 Euro . Für einen Liter Rohmilch zahle ich knapp über 2 Euro. 1 Liter "normale" konventionelle Milch kostet 1,19 Euro.

Was hast du denn für einen Wasserversorger, der nix verlangt? Für das Geld bekommst du fast 2l Milch https://www.edekanord-shop.de/hoof/prod ... log-449491

Das der Handel viel abkassiert! Ja, das stimmt!!
Aber darunter "leiden" sowohl Landwirte als auch Konsumenten....
in sehr vielen sogenannten Familienbetrieben ist das wirtschaftliche Überleben nur durch Selbstausbeutung des Bauern und seiner Familienangehörigen möglich
nicht nur des Bauern!
Das ist so bei allen Familienbetrieben - und wenn man das nicht mehr ist (ein Familienbetrieb), ist man halt normaler Angestellter.
Bei allen Familienbetrieben? Außer in der Landwirtschaft gibt es heutzutage keine "1-Mann-Betriebe" (das sind die Familienbetriebe auf dem Papier) mehr, Klemptner, Zimmerman, Schreiner, Maurer alles Betriebe mit mehreren angestellten.

Lebensqualität =Arzttermin? uuuah! nein, Lebensqualität ist Platz zu haben und gar nicht erst krank zu werden.
Das sieht du so, und wie sieht es der überwiegende Teil der Bevölkerung? Da bekommt man lieber schnell einen Arzttermin, braucht nicht weit zum einkaufen zu fahren und die Kinder sollen nicht eine Stunde und mehr mit dem Bus zur schule brauchen.

Das ist doch nur ein Propagandavideo gegen SV und gegen Familenbetriebe, gegen Selbstständkeit
Mit dem Wort propaganda wäre ich vorsichtig...
Nein, das Video richtet sich nicht gegen Kleinbetriebe und auch nicht gegen die Selbständigkeit. Es richtet sich ebenso gegen Ideologen wie auch gegen die Augenwischerei der Politik und gegen die sehr tendenziöse Berichterstattung.


hm ... Wenn so ein Großbetrieb fast die ganze Ackerfläche eines Dorfes aufkauft, dann schafft er Arbeitsplätze?
haben da nicht vorher auch Menschen gearbeitet?
Ich mein die ursprünglichen Besitzer - ?
Hättest du dich vor dem schreiben informiert wüstest du das der Betrieb aus einer LPG ( inem Landwirtschaftsbetrieb der DDR) hervorgegangen ist und im Zuge der Wende 40% einer Fläche verloren hat: an die sog. Wiedereinrichter. Seit dem wird das Land gekauft das der Betrieb vorher schon gepachtet hat (die meisten ehemaligen Wiedereinrichter sind heute keine Landwirte mehr sondern nur noch Verpächter) Beschäftige dich mit der Geschichte und dann wird auch dir klar das dort durch den kauf von Land durch den landwirtschaftlichen Betrieb keine Arbeitsplätze verloren gehen sonder geschaffen werden.
etc.
Es gab keine betriebsbedinten Kündigungen

Aber vorher sind die Familienbetriebe wohl aufgekauft worden. oder nicht?
Ganz einfach, es gab keine Familienbetriebe als der jetzige Betrieb gegründet wurde.

Ich hab als Kind selber am Hof mitgearbeitet und es war schön!!!!!!!!!!!
von schön oder unschön sprach keiner...
auch Bauers Kinder durften genug spielen und gingen sogar zur Schule :aeh:


na schön - wer´s will...

halleluja!! halleluja!! luja! luja!!

danke für dieses Video!! :holy:
dieses Filmchen ist hier wohl fehlplatziert oder wozu soll das dienen?
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1615

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben:Hättest du dich vor dem schreiben informiert wüstest du das der Betrieb aus einer LPG ( inem Landwirtschaftsbetrieb der DDR) hervorgegangen ist und im Zuge der Wende 40% einer Fläche verloren hat: an die sog. Wiedereinrichter.
Kommt immer drauf an, wie weit man in der Geschichte zurückgeht: Noch ein bisschen weiter zurück, und diese LPGs sind durch Zwangszusammenlegung, einer Form von Enteigung, entstanden. Da wurden die ehemals selbständigen Höfe in eine Kolchose gezwungen, fast immer nicht ganz so freiwillig wie von der SED dargestellt.
Die LPG bzw. ihr Folgebetrieb hat also, setzt man da an, nicht 40% der Fläche verloren, sondern 60% behalten können.
Deswegen heisst das wohl auch Wiedereinrichter.
Gehst du noch etwas weiter zurück, waren das Reichserbhöfe.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1616

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben:Hättest du dich vor dem schreiben informiert wüstest du das der Betrieb aus einer LPG ( inem Landwirtschaftsbetrieb der DDR) hervorgegangen ist und im Zuge der Wende 40% einer Fläche verloren hat: an die sog. Wiedereinrichter.
Kommt immer drauf an, wie weit man in der Geschichte zurückgeht: Noch ein bisschen weiter zurück, und diese LPGs sind durch Zwangszusammenlegung, einer Form von Enteigung, entstanden. Da wurden die ehemals selbständigen Höfe in eine Kolchose gezwungen, fast immer nicht ganz so freiwillig wie von der SED dargestellt.
Die LPG bzw. ihr Folgebetrieb hat also, setzt man da an, nicht 40% der Fläche verloren, sondern 60% behalten können.
Deswegen heisst das wohl auch Wiedereinrichter.
Gehst du noch etwas weiter zurück, waren das Reichserbhöfe.
Das ist richtig,
für die Bodenreform 1953 kann der Betrieb aber nicht,
das er davon profitiert ist klar,
aber auch in den alten Bundesländern gibt es größere Betriebe.


Formal gehörte das Land vor der Wende NICHT der LPG sondern den ursprünglichen Eigentümern,
die (mussten) es dem Betrieb zur Verfügung stellen, sind damit LPG-Mitglied geworden. Nur ein kleiner Teil Labd gehörte direkt dem Betrieb.
Aber der Prozess einer LPG bildung kann man ja überall nachlesen, ebenso die Umwandlung der LPGen in Nach-Wende-Unternehmen.
Besonders aggressiv gingen hierbei Niederländer vor.
(das tun sie auch heute noch)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1617

Beitrag von emil17 »

Oelkanne hat geschrieben: Das ist richtig,
für die Bodenreform 1953 kann der Betrieb aber nicht,
das er davon profitiert ist klar.

Formal gehörte das Land vor der Wende NICHT der LPG sondern den ursprünglichen Eigentümern,
die (mussten) es dem Betrieb zur Verfügung stellen, sind damit LPG-Mitglied geworden.
Wenn du nun den Grundsatz akzeptierst, dass man an unrecht erworbenem Gut kein Eigentum geltend machen kann, dann kannst du den Anfang aber nicht mit "aus den LPGs hervorgengangen" setzen, auch wenn es in der Tat für viele Erben ehemaliger Eigentümer bloss eine willkommene Gelegenheit war, zu Geld zu kommen, weil die mit Landwirtschaft nichts mehr am Hiut hatten.
Das ist aber eine ganz andere Baustelle - hier machen alle "Rechts"staaten Schnitt dann, wann es ihnen passt. Sonst müssten beispielsweise die USA den Indiandern ziemlich viel Land abkaufen ...
Falls es mir zusteht, als Schweizer mit deutschen Wurzeln das zu sagen, denke ich, dass bei der Wende im Umgang mit in der DDR erworbenem Eigentum manches etwas fairer hätte gelöst werden können. Das hat aber nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1618

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Die LPG hat kein Eigentum am Ackerland ihrer Mittglieder erworben, sondern es nur bewirtschaftet.
Nach der Wende wurde man dann entweder
- Wiedereinrichter und bewirtschaftete das Land selbst
oder
- Wiedereinrichter und verpachtet das Land
oder
- man verkaufte das Land an den LPG Nachfolgebetrieb oder die Konkurenz (davor musste man wiedereinrichter werden).

Wo bei beim Verkauf an den Nachfolgebetrieb das Mitglied ausgezahlt wurde, für damals gutes (und schnelles) Geld, rückblickend zu Schleuderpreisen.
Das lief aber bei allen Betrieben so, von der Ostsee bis zum Erzgebirge.
Falls es mir zusteht, als Schweizer mit deutschen Wurzeln das zu sagen, denke ich, dass bei der Wende im Umgang mit in der DDR erworbenem Eigentum manches etwas fairer hätte gelöst werden können. Das hat aber nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun.
Ja und Ja.
Da hätte auch so mancher Industriebetrieb überlebt wenn man ihn nicht hastig abgewickelt hätte.
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1619

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Manchmal muss man sich schon an den Kopf fassen weil es doch einfach nicht sein kann dass jemand den Unterschied zwischen Umsatz und Verdienst nicht kennt...
:hmm: Da liegt anscheinend das Problem

Wenn du einen Verdienst erwirtschaftest als Otto Normalverbraucher, dann gehen je nach Einkommen etwa 60% für Miete/Wohnen drauf 20 % für Mobilität um an den Arbeitsplatz zu kommen und ja 10 % (laut Video) sind aber im Durchschnitt 17% Für Lebensmittel und der Rest für sonstiges. Eine Wohnung in Berlin oder anderen Großstädten kosten ab 800 € kalt (45 m²). Das heißt also nachdem der Verdienst des Landwirts ein Nullsummenspiel ist müsste er von Sozialhilfe leben und den Betieb als Hobby betreiben.
Oder vergleichst du den Verdienst (=0) mit einem Unternehmer der sich jedes Jahr eine Jacht kaufen kann ? Dann müssten die Landwirte halt auch echte Unternehmer werden. Davon gibt es einige, kaufen sich zwar keine Jacht aber investieren in zukunftsfähige Projekte. Ja man kann Birnen nicht mit Äpfeln vergleichen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1620

Beitrag von emil17 »

Ich sehe es auch so:
Als Arbeitnehmer gehen über 90% des Lohns drauf, um meine Arbeitskraft langfristig zu erhalten.
Wohnung, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität um zur Arbeit zu kommen (warum zahle ich das? Wenn ich einen Handwerker kommen lassen muss, setzt der den Weg ja auch auf die Rechnung), Körperpflege, Familie um den Nachwuchs zu sichern.
Warum muss ich darauf auch noch Einkommensteuer zahlen?
Nach Unternehmerlogik müsste das alles der Unternehmer zahlen, denn er will ja, dass für ihn gearbeitet wird. Bei Maschinen und allen anderen Investitionsgütern zahlt er ja auch Unterhalt, Amortisation und Betriebsmittel.
Wenn ich so rechne und nur den Teil vom Einkommen als "Gewinn" auffasse, den ich verprassen oder versaufen oder verfreizeitvergnügen oder auch auf die Seite legen kann, dann arbeite ich auch für einen verzweifelt geringen Lohn.

Wenn ich ein gutes Jahr hatte, konnte ich vielleicht 10% des Bruttoeinkommens zurücklegen.
Wenn einem Landwirtschaftsbetrieb nach allen Kosten ähnlich viel bleibt wie einem gewöhnlich gut verdienenden Angestellten nach obiger Rechnung, warum ist das dann Selbstausbeutung?

Wenn man das konsequent zu Ende durchdenkt, wird man ziemlich sicher Marxist.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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