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Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 11:32
von Oli
Mara1 hat geschrieben: Mi 29. Apr 2020, 09:44
ina maka hat geschrieben: Mo 27. Apr 2020, 12:35
Wir haben es dort (in unserem "kleinen Garten") geschafft, Kichererbsen anzubauen!!
Tragen sehr gut und halten viel Trockenheit aus.
Interessant! Kannst du mal etwas zu dem Standort sagen und wie (Bodenbeschaffenheit) ihr die angebaut habt? Die stehen dieses Jahr auch auf meinem Anbauplan. Habt ihr die vorgezogen?
Das ist ein interessantes und vielleicht auch für die Zukunft wichtiges Thema, wollen wir das hier rübertragen und dort Kichererbsen-Interessierte sammeln?
viewtopic.php?f=93&t=12251
Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 11:47
von Mara1
Ah, es gibt schon ein Posting zu dem Thema Kichererbsen - danke!

Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 14:19
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Es wird hier niemand Hirsebrei statt Brot essen wollen
Wir tun das! nicht statt, aber auch und zwar sehr gerne!!!
Wir machen süße und deftige Hauptgerichte aus Hirse.
Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 14:40
von Benutzer 4754 gelöscht
An der Hochschule wo ich studiere laufen Anbauversuche zu Sorghum im mitteldeutschen Trockengebiet.
Die Hirse soll als Ersatz von Futtergerste in der Schweinefütterung eingesetzt werden.
Wir habe sie auch schon gekocht, gemahlen und gepufft...
... alles nicht so der Renner.
Im Anbau auch nicht ganz so unproblematisch da es zur massenhaften Vermehrung von Schadhirsen kommt und unser Sommer der Pflanze zu kurz ist.
ganz ohne Regen wächst auch Hirse nicht,
dieses Jahr ist ein Teil kurz nach dem Auflaufen vertrocknet und vor zwei Jahren hat ein spätfrost alles dahin gerafft.
Die kleinkörnigen Kolbenhirsen für Hirsebrei und ähnliches wachsen bei uns nur schlecht. selbst bei guten Bedingungen in ihrer Heimat sind die Erträge sehr dürftig.
Bis jetzt spricht noch viel gegen und nur sehr wenig für die Hirse in Mitteleuropa.
Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 14:57
von Südwind
Danke Ölkanne für diesen Einblick. Gibt es irgendwelche Erkenntnisse zu Linsen? Die kommen doch normal auch aus wärmeren Ecken, oder? Ich mache dieses Jahr damit mal einen kleinen Versuch, aber im Privatgarten ist das eher Spielerei.
Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 16:00
von Rohana
Linsen? Da, zum Beispiel:
https://www.oekolandbau.de/landwirtscha ... en/linsen/
Ich hab letztes Jahr zwei Balkonkästen mit Linsen gehabt. Funktioniert, aber das auspulen ist ziemlich nervig...
Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 19:54
von strega
Rohana hat geschrieben: Mi 29. Apr 2020, 10:33
Es wird hier niemand Hirsebrei statt Brot essen wollen, also wäre es hochgradig sinnfrei Hirse anzubauen (es sei denn man könnte sie gut verfüttern... zumindest als Biogas-Substrat sind da schon interessante Ansätze,
http://www.tfz.bayern.de/sorghum).
Bei euch zuhause nicht? Oder von wem redest du?
Frag mal die ganzen Glutenunverträglichen, wieviele sind das inzwischen in der modernen westlichen Welt?.....Millionen? Die pfeifen auf Weizenzeugs.....
Hirsebrei klingt megaspiessig, aber das muss es nicht sein
die Leut essen doch auch Buchweizen, Kichererbsen oder Chia, weils endlich mal was anderes ist als der popelige komplett verzüchtete Weizen
hat noch dazu ne Menge Silizium und andere tolle Sachen....
bin leider nicht im mediterranen Garten derzeit, aber wenn ichs wäre.... Hirsesaatgut hab ich einiges... und das wächst, wenns mal über die Jugendentwicklung raus ist, tatsächlich auch mit morgendlichem Tau, falls es mal ein paar schlappe Monate nicht regnet
Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 20:53
von Oli
Viele, viele Waldorfkinder lieben es Hirse zu essen. Immer am Mittwoch. Landauf, landab und natürlich auch international. Aber das nur am Rande.
Was mich (u.a. für den Kichererbsen-Thread) interessieren würde ist:
Hirse wurde lange, lange bis nach Nordeuropa angebaut. Da wir uns viel im Steinzeitdorf des AÖZA herumtreiben und die dort natürlich auch Anbauversuche mit Nahrungsmitteln aus der Steinzeit machen, bin ich eigentlich drauf gekommen.
Waren die Hirsen und Kichererbsensorten früher andere als die, die wir jetzt hier zum Anbau zur Verfügung haben oder liegen die jetzigen Probleme im Anbau darin begründet, dass es früher insgesamt viel wärmer und trockener war?
Weiß man das, weiß das einer von euch? Das müsste ja eigentlich Grundlagenwissen für diesen Versuchsaufbau sein, von dem Ölkanne schrieb.

Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 21:29
von Rohana
strega hat geschrieben: Mi 29. Apr 2020, 19:54
Rohana hat geschrieben: Mi 29. Apr 2020, 10:33
Es wird hier niemand Hirsebrei statt Brot essen wollen, also wäre es hochgradig sinnfrei Hirse anzubauen (es sei denn man könnte sie gut verfüttern... zumindest als Biogas-Substrat sind da schon interessante Ansätze,
http://www.tfz.bayern.de/sorghum).
Bei euch zuhause nicht? Oder von wem redest du?
Von der ziemlich grossen Allgemeinheit, die auf Weizen, Roggen und Dinkel als Brot steht. Immerhin verfüttern wir ja nicht alles, sondern verkaufen den auch. "Die ganzen glutenunverträglichen" sind gar nicht so viele, aber glutenfrei ist ne tolle Modeerscheinung. Buchweizen, Kichererbsen und Chia - was davon wird bei uns angebaut, hm? Und warum musst du immer behaupten unser Weizen wäre "verzüchtet", was hast du für ein Problem mit dem? Dass er Wasser haben möchte? Das wollen alle Kulturen früher oder später.
Re: Der zweite trockene Sommer in Folge?
Verfasst: Do 30. Apr 2020, 00:01
von Benutzer 4754 gelöscht
Oli hat geschrieben: Mi 29. Apr 2020, 20:53
Viele, viele Waldorfkinder lieben es Hirse zu essen. Immer am Mittwoch. Landauf, landab und natürlich auch international. Aber das nur am Rande.
Was mich (u.a. für den Kichererbsen-Thread) interessieren würde ist:
Hirse wurde lange, lange bis nach Nordeuropa angebaut. Da wir uns viel im Steinzeitdorf des AÖZA herumtreiben und die dort natürlich auch Anbauversuche mit Nahrungsmitteln aus der Steinzeit machen, bin ich eigentlich drauf gekommen.
Waren die Hirsen und Kichererbsensorten früher andere als die, die wir jetzt hier zum Anbau zur Verfügung haben oder liegen die jetzigen Probleme im Anbau darin begründet, dass es früher insgesamt viel wärmer und trockener war?
Weiß man das, weiß das einer von euch? Das müsste ja eigentlich Grundlagenwissen für diesen Versuchsaufbau sein, von dem Ölkanne schrieb.
Man hatte früher keine Sorten im heutigen Sinne mit definierten Eigenschaften sondern jeder Anbauer kochte da sein eigenes Süppchen bzw "Züchtet" sich seine eigene Frucht.
Das Problem liegt darin das diese "Urformen" weder gute Erträge noch vernünftige Qualitäten hinbekommen. So hat man auch das Segment der Hirsen, Kichererbsen, Linsen usw züchterisch bearbeitet und dadurch die heutigen Sorten herausgearbeitet. Um eine entsprechende Leistung zu erbringen braucht eine leistungsstarke Sorte auch die nötigen Voraussetzungen: Wasser, Wärme, Nährstoffe usw.
Die wassereffizientes Pflanze die wir haben ist im Übrigen der Mais, gefolgt in weitem abstand von der Zuckerrübe auf Platz zwei und den Roggen auf Platz drei.
Die wichtigste Maßnahmen um Wasser zu sparen bzw so effizient wie möglich in Ertrag umzusetzen sind aber die optimale Ernährung der Pflanzen und das die Pflanze ohne Krankheiten, Schädlinge oder Unkrautkonkurenz wächst.