Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1581

Beitrag von Manfred »

Es ist ja nicht ohne Grund so, dass auch in der Schweiz viele Bauern aufgeben, auch wenn viele deutsche Landwirte mit Neid über die Grenze blicken und stauen, von was für kleinen Betrieben und Viehzahlen man von der Schweiz noch im Vollerwerb leben kann. Mein Onkel ist öfter mal in der Schweiz unterwegs, bei Züchter-Kollegen. Und da gibt es halt doch viele Betriebe in einer Größenordnung, die hier nebenher als Nebenerwerb oder Hobby betrieben wird. Dafür sind diese Betriebe inkl. Vieh dort aber auch blitzsauber und geleckt von vorne bis hinten.

Bei den Begriffen muss man etwas aufpassen. In D ist mit Unternehmensgewinn oder Betriebsgewinn (ein Unternehmen kann mehrere Betriebe haben) ist idR der steuerliche Gewinn gemeint.
Der Unternehmergewinn ist das, was vom Unternehmensgewinn nach Abzug der Faktorkosten (für Kapital, Pachtanspruch, kalkulatorische Entlohnung der unbezahlten Familien-Arbeitskräfte) übrig bleibt.
Den berechnet man, um seine eigene unternehmerische Leistung bewerten zu können. Wenn ich mein Kapital anlegen, mein Land verpachten und arbeiten gehen würde, und dann deutlich mehr in der Tasche hätte, ist halt fraglich, ob meine Selbständigkeit wirtschaftlich sinnvoll ist.
Und darauf sollten Bauern viel mehr achten. Leider wissen viele mit dem Begriff Vollkostenrechnung nichts anzufangen.
Mir ist durchaus klar, dass das auch viele andere Selbständige betrifft. Auch diesen kann man nur raten, das immer wieder zu hinterfragen.
Es heißt ja nicht, dass man gleich das Handtuch werfen muss. Aber eine genaue Analyse kann dabei helfen, die Betriebsblindheit zu überwinden und wirtschaftlicher zu werden.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1582

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Folgen der Dürre
Nothilfe für die Bauern
Bio-Betriebe in Bundesländern, die in diesem Sommer besonders von Dürre betroffen waren, dürfen bis zum nächsten Frühjahr auch konventionelles Raufutter wie Heu verfüttern. [....]
Die Zertifizierung bleibt den Betrieben erhalten.
(steht im aktuellen Naturkostmagazin eve, auf Seite 16)

sinnvolle Nothilfe finde ich! :daumen:
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1583

Beitrag von Rohana »

Für die Viecher die Hunger haben ja, für alle anderen nein. Jetzt dürfen sie also alle Qualitäten füttern aber weiter als Bio vermarkten? Wo kein Bio drin ist, gehört kein Siegel drauf. Punkt.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1584

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

nicht ganz alle Qualitäten - nur Raufutter :pfeif:
hast du eine bessere Lösung für so einen Notfall?

Ich dachte, das wäre ein gutes Beispiel, wo "die Verbraucher" mal eine Idee unterstützen können, indem sie "ihren Biobetrieben" aus der Patsche helfen - wetterbedingt, dürrebedingt, nicht wegen eines groben Fehlers der betroffenen Betriebe!

:pft: Rohana, du bestätigst leider mal gerade das Klischee des ewig nörgelnden Landwirtes...
sorry! :flag:
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1585

Beitrag von Rohana »

Stell dir mal vor wir als Konvi müssen Heu kaufen und unser Nachbar der Bio ist muss auch Heu kaufen. Normalerweise würde er Bioheu kaufen müssen, natürlich auch zu Bio-Preisen. Nun kann er mit seinem höheren Bio-Preis (denn er vermarktet seine Produkte ja weiter als Bio!) uns das Konvi-Heu einfach vor der Nase wegkaufen, er kann ja mehr bieten - zumindest, wenn der Händler mitspielt.

und das meinst du wäre fair und gut, ja? "Die Verbraucher" tun da überhaupt nix um den Bauern aus der Patsche zu helfen, es sei denn die heuen plötzlich ihre nichtvorhandenen Wiesen mit dem nichtvorhandenen Aufwuchs.
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viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1586

Beitrag von viktualia »

Und ich finde, die "eve" bestätigt meine Meinung von ihr, dass sie nämlich nur ein "grünes Livestyle-Blättchen" ist
und nicht zwischen genereller Zertifizierung
und dem Bio-Siegel für bestimmte Produkte in einem bestimmten Zeitrahmen differenzieren kann oder will.

Wenn die "Not leidenden Bio Bauern" billigeres Futter kaufen dürfen,
ihre Zertifizierung behalten UND das Siegel,
um z.B. Milch zum gleich höheren Preis zu verkaufen,
fände ich das, als nörgelnde- Nicht- Landwirtin auch doof.
Du nicht, Ina, echt jetzt?

Was is´n das für ne Info?
"Zertifizierung behalten" - als Verbraucherin werde ich da nur darüber informiert, dass nicht mehr drin ist, was draufsteht;
während die Info, die ICH gerne hätte, nämlich, ob ein Preisunterschied weitergegeben wird,
oder ob das nun mein (ungefragt) gegebener "Solidaritätsbeitrag" wird, ausgelassen wird. Tja.
"Verbraucherberatung" sieht, in meinen Augen, anders aus.

Ach, ja Rohana, noch´n Aspekt, danke:
wenn sich die Rest-Landwirte gegenseitig ausspielen, ist das auch nicht ganz der "grüne-Livestyle" für den ich normalerweise meine Groschen locker mache. Das ist der normale 0815 Kapitalismus. Im grünen Gewand.
"eve" - paradiesisch, jaja.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1587

Beitrag von mot437 »

war ja daselbe problem bei der fogelgripe
die eier weiterhin als bio und auslauf deklarieren dürfen :bang:
fand ich schon dreist

n zetel drauf das der auslauf nicht mer gegeben ist wegen dem staat ist meiner meinung nach das mindeste

sonst ist der ferbraucher erstens masief ofensichtlich getäuscht

das mit dem heu finde ich aber auch blaueugig fon den bauern das die nur noch futer füer ein jar machen
das ist klar das die tiere ferhungern in nem schlechten erntejar wen gar keine reserfe eingebaut werden in guten jaren oder das eine heulager brent zb

heute ist sogar noch so das die gleich noch ferkaufen wens mal n par ballen mer sind


wen nur ein bauer knap drin ist gleicht sich das ja aus dan kan man noch helfen
aber spätetestens im 2ten schlechten erntejar ......
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1588

Beitrag von Rohana »

Wieso machen "die Bauern" nur noch Heu für ein Jahr? Frag mal wann das letzte gute Heujahr war in manchen Gegenden...
viktualia hat geschrieben: Ach, ja Rohana, noch´n Aspekt, danke:
wenn sich die Rest-Landwirte gegenseitig ausspielen, ist das auch nicht ganz der "grüne-Livestyle" für den ich normalerweise meine Groschen locker mache. Das ist der normale 0815 Kapitalismus. Im grünen Gewand.
Naja, was heisst ausspielen. Seine Kühe haben Hunger, meine Kühe haben Hunger, ich kanns ihm nicht verdenken.
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viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1589

Beitrag von viktualia »

Uups, stimmt, Rohana, Entschuldigung, du hattest nix von "ausspielen" gesagt, das war ich; du hast nur auf den Preisunterschied hingewiesen und dass der Biobauer dann da mehr Spiel haben könnte...
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1590

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Für die Viecher die Hunger haben ja, für alle anderen nein. Jetzt dürfen sie also alle Qualitäten füttern aber weiter als Bio vermarkten? Wo kein Bio drin ist, gehört kein Siegel drauf. Punkt.
Viktualia hat geschrieben:Wenn die "Not leidenden Bio Bauern" billigeres Futter kaufen dürfen,
ihre Zertifizierung behalten UND das Siegel,
um z.B. Milch zum gleich höheren Preis zu verkaufen,
fände ich das, als nörgelnde- Nicht- Landwirtin auch doof.
Biobauern dürfen auch außerhalb einer Notsituation praktisch "konventionelles" Futter verfüttern:
die sogenannte Umstellungsware:
Erst die dritte Getreideernte nach der Umstellung ist Bioware,
das Erntegut in diesen drei Jahren Umstellung ist keine Bioware und damit für den Biolandwirt (fast) wertlos.
Ein Bio-Tierhalter darf bis zu 30% zugekaufte U-Ware in sein Futter mischen,
wird die U-Ware im eigenen Betrieb erzeugt darf 100% U-Ware verfüttert werden.
Damit verwandelt man nicht-bio Getreide zu Bio-Eiern.
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