Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1571

Beitrag von Rohana »

Stell dir mal vor wir als Konvi müssen Heu kaufen und unser Nachbar der Bio ist muss auch Heu kaufen. Normalerweise würde er Bioheu kaufen müssen, natürlich auch zu Bio-Preisen. Nun kann er mit seinem höheren Bio-Preis (denn er vermarktet seine Produkte ja weiter als Bio!) uns das Konvi-Heu einfach vor der Nase wegkaufen, er kann ja mehr bieten - zumindest, wenn der Händler mitspielt.

und das meinst du wäre fair und gut, ja? "Die Verbraucher" tun da überhaupt nix um den Bauern aus der Patsche zu helfen, es sei denn die heuen plötzlich ihre nichtvorhandenen Wiesen mit dem nichtvorhandenen Aufwuchs.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1572

Beitrag von viktualia »

Und ich finde, die "eve" bestätigt meine Meinung von ihr, dass sie nämlich nur ein "grünes Livestyle-Blättchen" ist
und nicht zwischen genereller Zertifizierung
und dem Bio-Siegel für bestimmte Produkte in einem bestimmten Zeitrahmen differenzieren kann oder will.

Wenn die "Not leidenden Bio Bauern" billigeres Futter kaufen dürfen,
ihre Zertifizierung behalten UND das Siegel,
um z.B. Milch zum gleich höheren Preis zu verkaufen,
fände ich das, als nörgelnde- Nicht- Landwirtin auch doof.
Du nicht, Ina, echt jetzt?

Was is´n das für ne Info?
"Zertifizierung behalten" - als Verbraucherin werde ich da nur darüber informiert, dass nicht mehr drin ist, was draufsteht;
während die Info, die ICH gerne hätte, nämlich, ob ein Preisunterschied weitergegeben wird,
oder ob das nun mein (ungefragt) gegebener "Solidaritätsbeitrag" wird, ausgelassen wird. Tja.
"Verbraucherberatung" sieht, in meinen Augen, anders aus.

Ach, ja Rohana, noch´n Aspekt, danke:
wenn sich die Rest-Landwirte gegenseitig ausspielen, ist das auch nicht ganz der "grüne-Livestyle" für den ich normalerweise meine Groschen locker mache. Das ist der normale 0815 Kapitalismus. Im grünen Gewand.
"eve" - paradiesisch, jaja.
mot437
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1573

Beitrag von mot437 »

war ja daselbe problem bei der fogelgripe
die eier weiterhin als bio und auslauf deklarieren dürfen :bang:
fand ich schon dreist

n zetel drauf das der auslauf nicht mer gegeben ist wegen dem staat ist meiner meinung nach das mindeste

sonst ist der ferbraucher erstens masief ofensichtlich getäuscht

das mit dem heu finde ich aber auch blaueugig fon den bauern das die nur noch futer füer ein jar machen
das ist klar das die tiere ferhungern in nem schlechten erntejar wen gar keine reserfe eingebaut werden in guten jaren oder das eine heulager brent zb

heute ist sogar noch so das die gleich noch ferkaufen wens mal n par ballen mer sind


wen nur ein bauer knap drin ist gleicht sich das ja aus dan kan man noch helfen
aber spätetestens im 2ten schlechten erntejar ......
Sei gut cowboy
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1574

Beitrag von Rohana »

Wieso machen "die Bauern" nur noch Heu für ein Jahr? Frag mal wann das letzte gute Heujahr war in manchen Gegenden...
viktualia hat geschrieben: Ach, ja Rohana, noch´n Aspekt, danke:
wenn sich die Rest-Landwirte gegenseitig ausspielen, ist das auch nicht ganz der "grüne-Livestyle" für den ich normalerweise meine Groschen locker mache. Das ist der normale 0815 Kapitalismus. Im grünen Gewand.
Naja, was heisst ausspielen. Seine Kühe haben Hunger, meine Kühe haben Hunger, ich kanns ihm nicht verdenken.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1575

Beitrag von viktualia »

Uups, stimmt, Rohana, Entschuldigung, du hattest nix von "ausspielen" gesagt, das war ich; du hast nur auf den Preisunterschied hingewiesen und dass der Biobauer dann da mehr Spiel haben könnte...
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1576

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Für die Viecher die Hunger haben ja, für alle anderen nein. Jetzt dürfen sie also alle Qualitäten füttern aber weiter als Bio vermarkten? Wo kein Bio drin ist, gehört kein Siegel drauf. Punkt.
Viktualia hat geschrieben:Wenn die "Not leidenden Bio Bauern" billigeres Futter kaufen dürfen,
ihre Zertifizierung behalten UND das Siegel,
um z.B. Milch zum gleich höheren Preis zu verkaufen,
fände ich das, als nörgelnde- Nicht- Landwirtin auch doof.
Biobauern dürfen auch außerhalb einer Notsituation praktisch "konventionelles" Futter verfüttern:
die sogenannte Umstellungsware:
Erst die dritte Getreideernte nach der Umstellung ist Bioware,
das Erntegut in diesen drei Jahren Umstellung ist keine Bioware und damit für den Biolandwirt (fast) wertlos.
Ein Bio-Tierhalter darf bis zu 30% zugekaufte U-Ware in sein Futter mischen,
wird die U-Ware im eigenen Betrieb erzeugt darf 100% U-Ware verfüttert werden.
Damit verwandelt man nicht-bio Getreide zu Bio-Eiern.
viktualia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1577

Beitrag von viktualia »

wird die U-Ware im eigenen Betrieb erzeugt darf 100% U-Ware verfüttert werden.
die auch als solche deklariert wird: Umstellungsbetrieb.
Und sobald dieses Wörtchen da drauf steht, ist es, zumindest in meinen Augen, völlig in Ordnung
wenn die "nicht-Konvi-Getreide" in Bioeier verwandeln....

Irgendwo muss ja mal angefangen werden und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist....
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1578

Beitrag von Manfred »

Das Ganze hat halt auch den praktischen Hintergrund, dass die Betriebe wachsen (müssen) und durch Zupacht/Zukauf immer wieder neue Umstellungsflächen im Betrieb sind. Getreide kann man ja noch relativ leicht getrennt erfassen und vermarkten, und zumindest über die Menge auf Plausibilität prüfen, bei Grundfutter (Gras, Zwischenfrüchte etc.) ist das bei den heutigen Ernteketten wirtschaftlich nicht mehr realistisch.
Die Frist für die Umstellung des Gesamtbetriebs kann ich mir eigentlich nur so plausibel machen, dass Tricksereien vermieden werden soll (ein Jahr konventionell kräftig aufdüngen, im nächsten Jahr als bio ernten). Ansonsten wäre es besser, diese Frist zu streichen oder wenigstens auf ein Jahr zu verkürzen, um die Umstellungsschwelle zu senken.
Es gibt zwar in den meisten Bundesländern in den 2 Umstellungsjahren eine etwas höhere Flächenprämie, diese kann die Differenz aus Mehrkosten je produzierter Einheit und dem weiter geringen Erlös aber idR nicht ausgleichen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1579

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

viktualia hat geschrieben:
wird die U-Ware im eigenen Betrieb erzeugt darf 100% U-Ware verfüttert werden.
die auch als solche deklariert wird: Umstellungsbetrieb.
Und sobald dieses Wörtchen da drauf steht, ist es, zumindest in meinen Augen, völlig in Ordnung
wenn die "nicht-Konvi-Getreide" in Bioeier verwandeln....

Irgendwo muss ja mal angefangen werden und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist....
Nein, hast du einen Bio-Hühnerstall darfst du 100% eigene U-Ware verfüttern und Bio aufs Ei schreiben.
auch wenn man als schon fertiger Bio Betrieb 30% zu gekauftes U dem Futter beimischt steht auf dem Ei Bio.
Manfred hat geschrieben:Das Ganze hat halt auch den praktischen Hintergrund, dass die Betriebe wachsen (müssen) und durch Zupacht/Zukauf immer wieder neue Umstellungsflächen im Betrieb sind. Getreide kann man ja noch relativ leicht getrennt erfassen und vermarkten, und zumindest über die Menge auf Plausibilität prüfen, bei Grundfutter (Gras, Zwischenfrüchte etc.) ist das bei den heutigen Ernteketten wirtschaftlich nicht mehr realistisch.
Die Frist für die Umstellung des Gesamtbetriebs kann ich mir eigentlich nur so plausibel machen, dass Tricksereien vermieden werden soll (ein Jahr konventionell kräftig aufdüngen, im nächsten Jahr als bio ernten). Ansonsten wäre es besser, diese Frist zu streichen oder wenigstens auf ein Jahr zu verkürzen, um die Umstellungsschwelle zu senken.
Es gibt zwar in den meisten Bundesländern in den 2 Umstellungsjahren eine etwas höhere Flächenprämie, diese kann die Differenz aus Mehrkosten je produzierter Einheit und dem weiter geringen Erlös aber idR nicht ausgleichen.
Naja, man könnte auch U-Ware als konventionell verkaufen (müssen), damit bliebe das Ei 100% Bio aber den Biotierhaltern und Mischfutterwerken würde das riesige Löcher reisen.
strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1580

Beitrag von strega »

aber U-Ware wird ja nicht so behandelt, also sprich gespritzt usw. wie konventionelle Ware?
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
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