Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1491

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben:Falls es hier noch nicht drin war: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... bef2d.html
Landwirtschaft anscheinend doch nicht (hauptsächlich) "schuld"... :kaffee:
Bitte beachten: es geht im Link um Phosphat in Fliessgewässern.
Bei Nitrat im Grundwasser sieht die Sache sehr anders aus.

Zudem erwähnt der Artikel bei der Herkunft der Phosphate zwar
Phosphor und Phosphate werden als Dünger eingesetzt, aber auch zur Konservierung in Lebensmitteln.
aber nicht, dass Phosphate in Waschmitteln und Waschhilfsmitteln für Wäsche und Geschirr als Weichmacher und Kalkentferner häufig enthalten sind. Die ach so böse EU-Bürokratie schränkt die Verwendung zu diesem Zweck allerdings stark ein.

Entsprechend sollte man das "Landwirtschaft anscheinend doch nicht (hauptsächlich) schuld" lesen. Das war sie in diesem Bereich (Phosphatlast von Fliessgewässern) eigentlich nie, denn Phosphat wird in Böden rasch immobil.

Mir geht es nicht übrigens nicht um die Schuldfrage, sondern um Abhilfe nach dem Verursacherprinzip. Und die kann nur funktionieren, wenn man die Verursacher kennt.

Wie man Tatsachen darstellen kann, hat jüngst die Schweizer Chemiefirma Lonza gezeigt. Es kam aus, dass viele Böden stark mit Quecksilber verunreinigt war, das in der Acetaldehydfabrikation als Katalysator eingesetzt wurde. Das mit Quecksilber belastete Prozesswasser wurde vom Werk in einen Kanal abgelassen, weil man Quecksilber zwar relativ einfach zurückgewinnen kann, aber sich das finanziell nicht lohnt und sowas wie Schwermetalle in den 50er und 60er Jahren schlicht keinen interessiert hat (siehe Minamata-Krankheit).
Der Schlamm von diesem Kanal ist schon immer von den Bauern als Dünger verwendet worden. Die Firma behauptete nun in den ersten Pressemitteilungen nach Aufkommen der Sache, die Bauern seien selber schuld an der Kontamination ihrer Felder, weil sie ja selbst den Schlamm auf die Felder gebracht hätten.
Die Sache ist verjährt. Die Firma beteiligt sich aus Kulanzgründen trotzdem an den Kosten.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1492

Beitrag von Rohana »

Sehr kreativ, die gute Firma. Kulanz. Verstehe.

Emil, der Artikel oben weist vor allem darauf hin dass es Sinn macht mal nachzuschauen und nachzumessen um tatsächliche Verursacher herauszufinden. Mit Modellrechnungen ist es halt nicht unbedingt getan.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1493

Beitrag von hobbygaertnerin »

Ich hab diese Woche mit unserem Enkel ein Bauernmuseum besichtigt.
Er konnte sich gar nicht vorstellen, dass die Menschen früher so arm leben mussten.
Dass man damals nicht einfach ins Geschäft gehen konnte und sich alles zu kaufen, wonach einem gerade ist?
Ein einziger Raum im Haus geheizt und der Speiseplan nicht besonders üppig war.
Und wie schwer körperlich die Menschen früherer Zeit arbeiten mussten.
Selbst die Gärten waren nur für die Selbstversorgung, die paar Blumen mussten auch für die Bienen als Nahrung herhalten.
Wasser vom Brunnen zu holen, kein elektrischer Strom für Licht, anstatt Kienspan und Funzeln. Die kleinen Fenster, die dunklen Räume- muss im Winter besonders trüb gewesen sein. Die Hühnersteigen unter der Eckbank in der Wohnstube- irgendwie auch praktisch.
Eigentlich schimpfen wir heute von einem hohen Niveau heraus.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1494

Beitrag von Manfred »

"In Rumänien schwimmen Schweinepest-Kadaver in der Donau"

https://www.topagrar.com/news/Schwein-N ... 60200.html

Dann hat die Schiffahrt den Virus vermutlich schon überall in der schiffbaren Donau verteilt...
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1495

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

hobbygaertnerin hat geschrieben:Ich hab diese Woche mit unserem Enkel ein Bauernmuseum besichtigt.
Er konnte sich gar nicht vorstellen, dass die Menschen früher so arm leben mussten.
hm, meine Kinder werden da immer neidisch, weil alles so schön spannend wirkt - Abenteuer eben.
Wir leben ja am Wochenende/in den Ferien in ähnlichen Verhältnissen, fast ... na ja - eben freiwillig.
Die Freunde, die mitkommen sind auch immer ganz begeistert vom Feuer machen und Bäume fällen. Nur das Plumpsklo verweigern manche. (Die Gäste werden sowieso in den Supermarkt geführt).

In er Schule haben sie mal gepflügt. Ein Kind spielte den Bauern, das andere das Pferd......
hobbygaertnerin hat geschrieben:Dass man damals nicht einfach ins Geschäft gehen konnte und sich alles zu kaufen, wonach einem gerade ist?
Das allerdings haben sie im Bauernmuseum nicht sehen können. So lebten früher alle Menschen oder "nur" die Bauern?
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1496

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Weiter oben hab ich gefragt:
Wenn die Deutschen im Laden keine Lebensmittelknappheit bemerken, weil eben importiert wird - Wo fehlt das Getreide dann??

hm .... bei uns werden die Erdäpfel teurer. Begründung: weil die Deutschen wegen der Dürre so viele kaufen.

Aber ob das stimmt, weiß ich nicht.... :hmm:

Jedefalls war heute gegen Ladenschluss im Supermarkt nur Magermilch und nur Joghurtbutter in Bioqualität zu haben.
Bei konventionell hab ich nicht geschaut, aber ich denke, dort waren die Regale voller.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1497

Beitrag von hobbygaertnerin »

Bei uns lag gestern im Briefkasten eine Werbung von REW.... als Aktionspreis 1 kg Süsskartoffeln, keine Ahnung. von wo die herkgekarrt werden, 1,79 Euro.
2,5 kg Speisekartoffeln aus Deutschland 1,49 Euro.
Aber überall sind gleich die Rezepte für irgendwelche Süsskartoffelgerichte in den Werbeblättern mitaufgedruckt.
Selbst wenn die Kartoffeln dieses Jahr ein wenig mehr kosten, ein Kg Süsskartoffeln kostet 3 mal so viel, da hab ich noch nie jemand klagen gehört.

1 kg Weisskohl und ein kg Zwiebeln um jeweils 69 cent und 1 kg Lauch um 1,29 Euro 80 g Granatapfelkerne kosten nur 1,49 Euro, alle Lebensmittel sind um 25 % billiger.


Der 10 kg Sack Futtermöhren kostet auf dem Wochenmarkt 4 Euro,
fürs Schneidekraut hab ich 20 Euro bezahlt, mildes Filderkraut,
also wenn mir jetzt jemand klagt, dass alles so teuer ist, ich kann mir nicht helfen, wo bitte ist da noch die Relation?
Wer dieses Jahr Gemüse angebaut hat, der hat ein hartes Jahr hinbekommen müssen, ohne Bewässerung sah es noch schlechter aus (ich hab eine Freundin, die haben Gemüsebau ohne Bewässerung, da stand ich selbst an ihrem Feld und musste schlucken, soviel Arbeit und ohne Regen keine Ernte)- die Gärtnerin vom Wochenmakrt hat auch geklagt, dass sie im Sommer massenweise Salat und andere Gemüsepflanzen vernichten mussten, weil bei der Trockenheit niemand was pflanzen wollte und die letzten Wochen hätten sie massenweise Pflanzen verkaufen können, da gehen dann die Leute eben dort hin, wo es genug zum Kaufen gibt.
Jetzt werd ich vermutlich ganz furchtbar gehauen, aber mir kommt es manchmal so vor, als würde eine verwöhnte Gesellschaft keinen Bezug mehr dazu haben, was wirklich noch was zählt und welchen Wert ihm zugemessen wird. Wir wissen um jeden Preis aber nicht mehr um den Wert!!!!
Und was ich als echt Hammer las, eine ganze extra Seite über Bioprodukte in dem REW... Prospekt und die wesentlich strengeren Auflagen- und natürlich auch alles um 25 % billiger.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1499

Beitrag von emil17 »

hobbygaertnerin hat geschrieben: Und was ich als echt Hammer las, eine ganze extra Seite über Bioprodukte in dem REW... Prospekt und die wesentlich strengeren Auflagen- und natürlich auch alles um 25 % billiger.
Rabatte und Abverkäufe sind bei Mode-, Saison- und verderblichen Waren üblich, um die Lager frei zu bekommen. Das ist schon im Preis einkalkuliert.
Bei Gärtnereien, Obst- und Gemüsebauern gibt es sowieso keine guten Jahre. Entweder ist es zu trocken oder zu nass oder es regnet oder schneit zu früh oder zu spät oder zu viel oder im falschen Moment und wenns mit dem Wetter ausnahmsweise mal klappt, ist alles trotzdem schlimm, weil dann die Preise im Keller sind.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1500

Beitrag von Rohana »

Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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