Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

kapuzinerkresse
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1261

Beitrag von kapuzinerkresse »

Statt zu "schwach" könnte man auch sagen "ungeeignet".

Ich bin auch schon immer selbstständig (von Jobs während Schule und Studium mal abgesehen) und möchte es auch nicht anders haben. Mein Mann ebenso.
Aber ich kenne auch viele, die damit gar nicht zurecht kommen. Selbstständig heißt ja auch selbst und ständig. Es gibt gewisse Sicherheiten einfach nicht.
Dafür hat man (ich) viele Freiheiten, die man in einem Angestelltenverhältnis eben nicht hat. Ich muß nicht fragen, wann ich Urlaub machen kann, ich mach halt einfach.
Und wenn ich keine Lust hab zu arbeiten, dann lasse ich es (verdiene aber dann auch kein Geld). Wenn ich krank bin, dann ist das mein Problem, Krankengeld gibt es nicht.
Rente auch nicht.
Dafür muß man auch geschaffen sein. Ich würde das nicht unbedingt schwach nennen, einfach ungeeignet.
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1262

Beitrag von sybille »

Doch, es ist schon eine gewisse Schwäche wenn auf Sicherheiten geachtet wird. Für diese Sicherheiten nimmt man mMn sehr viel mehr in Kauf als mit der Selbstständigkeit.
Gerade diese Sicherheiten werden immer mehr und das wird uns irgendwann zum Verhängnis.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1263

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Im Grunde ist es egal wie man es nennt , zu schwach oder ungeeignet.
Jedenfalls passt die Angestelltenmentalität ( Chef sagt dann mach ich und um 4 Uhr ist Schluß ) nicht zum Landwirt.
Da muss man kreativ, flexibel, inovativ...eben ein Unternehmer im Sinne vn ständig was unternehmen , sein.

Wenn man heute gut aufgestellte Biolandwirtschaften anschaut, zB Demeter Betriebe, dann sind die nicht auf Milch oder Eier oder sonst was spezialisiert, da ist alles dabei und das hat seinen Sinn. Je breiter man aufgestellt ist umso weniger kann ein Einbruch in einem Bereich schaden anrichten. Wenn ich dagegen nur Milch produziere, dann ist das halt unternehmerische Scheiße :aeh: so einfach ist das.
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1264

Beitrag von sybille »

Je breiter man aufgestellt ist umso weniger kann ein Einbruch in einem Bereich schaden anrichten. Wenn ich dagegen nur Milch produziere, dann ist das halt unternehmerische Scheiße :aeh: so einfach ist das.
Ja, so einfach ist das!
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1265

Beitrag von strega »

heyhey,

nicht wieder in die Opferhaltung fallen, liebe Profi-Landwirte...

das geht ALLEN so, die unternehmerisch was machen, nicht nur den Bauern!

Die Bauen geniessen ja sogar zum Teil Subventionen, wo andere Unternehmer garantiert keine bekommen? Die anderen müssen sich aber auch irgendwie aufm Markt berappeln und kreativ sein... wenn die anderen, ausserhalb der Landwirtschaft, nur das machen was halt die Konkurrenz auch macht, das dann halt mit weniger günstigen finanziellen Voraussetzungen vielleicht, gehn sie den Bach runter, das ist nun mal das System, das wir hier haben mit allen Vor- und Nachteilen....
wieso sollte das in der Landwirtschaft anders sein?
Welche Privilegien sollte die Landwirtschaft haben deiner Meinung nach in diesem System? Dass Unternehmer, die es nicht packen, an den Tropf genommen werden? Warum gerade in der Landwirtschaft? Andere melden in anderen Gewerben auch Konkurs an und keine Sau interessiert sich dafür....
Nur die Landwirtschaft erwartet, dass sie von allen von vornherein geachtet und gehätschelt wird, so nach dem Motto:"Gloryglory halleluja, We feed the world"?
Sorry, diesen Slogan vermarkten inzwischen andere....
Die Kreativen und halbwegs finanziell Aufgestellten machen was und leben vielleicht weiter, die anderen kratzen halt ab ökonomisch und machen irgendwas anderes, ist ja auch keine Schande, halt einfach ne andere Lebensart vielleicht, muss ja nicht alles auf Deibel komm raus erzwungen werden wenn man/frau damit nicht klarkommt...
... ganz normale Tendenz schätz ich mal. Zumindest in allen anderen Bereichen, ausser der Landwirtschaft... :ohm:
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1266

Beitrag von Rohana »

Ich hab ja schon gelöscht, weil ich genau das wieder erwartet hab, werte Vorposterin.

Is ja auch alles tutti. Nur: Wenn das alles so normal und gewollt ist, dass die weniger "starken" Landwirte dem Markt und der Wirtschaft zum Opfer fallen, dann darf sich auch niemand beschweren wenn sich die Landwirtschaft immer stärker konzentriert.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1267

Beitrag von Hildegard »

Ich bin kein Landwirt, aber mein Sohn hat auf einen Nebenerwerbshof geheiratet. Er ist voll berufstätig mit relativ viel Tagesfreizeit.Schwiegereltern hatten mit Pachtgrund 10 Milchkühe, SV ging vollzeit arbeiten und SM Dazuverdienst mit Homearbeit .
Zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel.
Er stellte auf Mutterkuh um, auf Restfläche, welche nicht für Heu gebraucht wurde, kam Elefantengras für die Heizung und eine Christbaumkultur, + kleiner Gemüseacker für Eigenbedarf und Wald.

Unsere Nachbarn: der eine konventionell, 50 ha nur Milchwirtschaft ca 30 Kühe..noch in Anbindehaltung, ohne Weide... und Getreide, Mais für Eigenbedarf. +Wald, der durch Käfer und Wind die letzten 3 Jahre auf 20% reduziert wurde. Minigarten (Salat, 5 Tomaten, 1Gurkenbeet, Petersilie, Schnittlauch, 10m² Kartoffel)
Er "rackert" sich dafür allein mit Frau am Hof "halb zu Tode" (3 erwachsene Kinder mit Null Interesse sind außer Haus)und hat in Jahren wie heuer ..Dürre...keine Alternativen und "hängt" am vorgegebenen MIlchpreis. Gibt auch keinen Nachfolger.

der andere Fläche mit Pachtgrund ident, Bio:
Hopfen, Hanf,vor 5 Jahren noch Milchvieh und Käserei,jetzt 30 Mutterkuh, Tee, Wald(ebenso nur mehr Restbestand .Kompostsammelanlage, Selbstversorgergarten ,reichhaltiger Obst und Beerengarten.
Dem geht´s richtig gut ,obwohl sehr Hand-arbeitsintensiv,speziell Hopfen und Tee.Dafür hat er zu Spitzenzeiten 2 Teilzeitkräfte angestellt.
Er hat sich früh genug einträgliche Nischen gesucht und ist auch "geistig flexibel". Ebenfalls 3 Schulkinder, die aber altersentsprechend voll eingebunden sind.
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
centauri

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1268

Beitrag von centauri »

Es hat eigentlich nichts mit Stärke zu tun sonder eher mit Intelligenz. Stark fühlen sich im Moment die die viel Geld auf der hohen Kante haben und den Markt zur Zeit beherrschen. Intelligent sind die die die Zeichen der Zeit erkennen. Intelligenter sind die die es schon wussten das es so kommt. ;)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1269

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

strega hat geschrieben:heyhey,

nicht wieder in die Opferhaltung fallen, liebe Profi-Landwirte...

das geht ALLEN so, die unternehmerisch was machen, nicht nur den Bauern!

Die Bauen geniessen ja sogar zum Teil Subventionen, wo andere Unternehmer garantiert keine bekommen? Die anderen müssen sich aber auch irgendwie aufm Markt berappeln und kreativ sein... wenn die anderen, ausserhalb der Landwirtschaft, nur das machen was halt die Konkurrenz auch macht, das dann halt mit weniger günstigen finanziellen Voraussetzungen vielleicht, gehn sie den Bach runter, das ist nun mal das System, das wir hier haben mit allen Vor- und Nachteilen....
wieso sollte das in der Landwirtschaft anders sein?
Welche Privilegien sollte die Landwirtschaft haben deiner Meinung nach in diesem System? Dass Unternehmer, die es nicht packen, an den Tropf genommen werden? Warum gerade in der Landwirtschaft? Andere melden in anderen Gewerben auch Konkurs an und keine Sau interessiert sich dafür....
Nur die Landwirtschaft erwartet, dass sie von allen von vornherein geachtet und gehätschelt wird, so nach dem Motto:"Gloryglory halleluja, We feed the world"?
Sorry, diesen Slogan vermarkten inzwischen andere....
Die Kreativen und halbwegs finanziell Aufgestellten machen was und leben vielleicht weiter, die anderen kratzen halt ab ökonomisch und machen irgendwas anderes, ist ja auch keine Schande, halt einfach ne andere Lebensart vielleicht, muss ja nicht alles auf Deibel komm raus erzwungen werden wenn man/frau damit nicht klarkommt...
... ganz normale Tendenz schätz ich mal. Zumindest in allen anderen Bereichen, ausser der Landwirtschaft... :ohm:
Tja, und dann kommt bei der von dir geforderten Neuordnung (neben sehr wenigen Nischenbetrieben) die achso bösen Großbetriebe raus.
Denn die können wirtschaftlicher Arbeiten, auch Mal eher eine Preissenke überstehen und haben für Investitionen in die Zukunft nötigen Mittel.
Adee kleinbäuerliche Landwirtschaft.


Aber was wird den seitens Gesellschaft und Politik gefordert:
die kleinbäuerliche Landwirtschaft.
Benutzer 6122 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1270

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Leute, ist das Euer Ernst, daß die Bauern keine Subventionen mehr bekommen sollen? :aeug:

Daß nur noch die freie Marktwirtschaft gelten soll? Einerseits soll alles öko sein und bitteschön die Insekten, Tiere und Natur schützen. Aber die Landwirtschaft soll bitte auch möglichst wirtschaftlich (also mit ganz viel Maschinen, wenig Personal und Chemie auf großen Flächen) arbeiten.

Ich bin absolut dafür, daß die Bauern weiterhin Subventionen bekommen sollen. Ich kann und will mir eine Welt ohne Bauern schlicht nicht vorstellen.
Früher wurde die Bauern mal "Reichsnährstand" genannt. Und bis vor 60 Jahren waren die meisten Menschen noch in der Landwirtschaft beschäftigt.

Ich bin froh, daß es Bauern gibt, die Getreide anbauen, Öl- und Faserpflanzen und die Tiere halten für Milch und Fleisch! Das würde ich nämlich in punkto SV nie hinbekommen.
Dafür brauche ich persönlich keine App-Programmierer, keine Influencer, keine Facebook-Marketing-Leute, keine ... Was sind denn die Berufe, die seit Jahrhunderten immer gebraucht wurden? Was braucht man denn elementar zum Leben? Essen, Trinken, Kleidung, Werkzeug und ein Dach über dem Kopf. Gesundheit wäre auch noch ganz nett.

@Hildegard: Deine Kürzel SV und SM haben mich jetzt ziemlich ins Schleudern gebracht. Manchmal wäre Ausschreiben schon ganz nett ... ;)
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