Re: Tafeltrauben in Planung
Verfasst: Di 7. Mai 2013, 13:27
Hier wird sehr viel Weinbau betrieben.
Die Sortenwahl ist wichtig! Manche die gerühmt werden sind langweilig, andere sind extrem kernig. Nun hab ich eine Sorte die grosse Beeren ohne oder fast ohne Geschmack hat, ein die vorzüglich schmeckt aber verrieselt (die reifen Trauben fallen beim ablesen einfach auseinander, wenn man nicht aufpasst, weil die Beerenstiele extrem brüchig sind) und eine schwarze, die sehr gut schmeckt, aber grosse Kerne hat und regelmässig von den Wespen gefressen wird. Da ein Rebstock sehr alt werden kann, kann man solche Fehler schlecht korrigieren. Ich kann damit leben, würde es aber besser machen.
Hybridreben vom Baumarkt sind nicht selten auch falsch ausgezeichnet (d.h. das Etikett passt nicht zur Sorte die es dann tatsächlich wird).
Gehe doch zu einer guten Baumschule oder erkundige Dich bei einem Weinbauinstitut, was passt. Wenn Du die Möglichkeit hast, in einem Sortengarten zu kosten, dann mache das. Die Pflanzen kannst Du dann leicht beziehen, wenn du den Sortennamen kennst.
Es macht keinen Sinn, gebietsfremde Sorten zu nehmen, zumal jedes Land mit Weinbau auf diesem Gebiet viel forscht.
Nicht zu späte Sorten wählen, am Stock kann man die reifen Trauben (wenn es eine einigermassen regenfeste Sorte ist, auch ein Kriterium) zwei bis drei Wochen lassen, wenn sie erntereif sind.
Man kann auch einfach Stecklinge machen. Dazu schneidet man die einjährigen Ranken nach Laubfall ab (sie werden sowieso abgeschnitten), nimmt ein Stück mit etwa drei Augen eher von der Basis, wo das Holz ausgereifter und der Augenabstand kleiner ist, steckt die ganz, d.h. bis nichts mehr rausguckt, in einen tiefen Topf und lässt das so draussen z.B. in einem Laubhaufen in guter feuchter Erde überwintern. Man kann es auch erst im März schneiden, nur sind die Reben meistens vorher schon geschnitten.
Eigentlich sollte man auf reblausfeste Unterlage gepfropfte Jungpflanzen kaufen, aber nur für eine Pflanze für den den Hausgarten sollte es so gehen. Im gewerblichen Weinbau ist diese Vermehrung unzulässig.
Schneiden muss man. Schneidet man Pergolareben zu wenig, geht alle Kraft oben raus und die Pergola wird in Stocknähe kahl. Bei Stockreben muss man sowieso schneiden. Das lässt man sich zeigen oder man kauft ein Buch. Bei einem pensionierten Winzer hier war Zeigen lassen wenig erfolgreich, weil der in einer derart affenartigen Geschwindigkeit runtergeschnitten hat dass ich gar nichts begriffen habe. Eine richtig geschnittene Rebe wirkt auf den Laien kahl.
Ich schneide erst im März weil man dann sieht was abgefroren ist, aber viele hier fangen schon im Dezember damit an.
Pergola ist arbeitsintensiver (vor allem beim schneiden) aber man hat dann auch noch den Pergola-Effekt und es ist wie auch Olaf schreibt eine leise Ahnung von Paradies im Herbst unter einer reich tragenden Pergolarebe zu sitzen und sich den Bauch vollzuschlagen. Im Kleingarten kann man den Platz für Stockreben besser für Tomaten usw. nutzen.
Bis eine Pergola von etwa 4 x 4 m einigermassen zu ist dauert es mehrere Jahre, denn wenn man die Langtriebe zuwenig kürzt hat man unten nichts mehr. Schwachwüchsige Sorten sind eher heikel, denn scheinbar hat man weniger wegzuschneiden, in der Praxis wachsen sich Schnittfehler und Krankheiten viel weniger aus und schneiden muss man sowieso.
Boden: Weil eine Rebe ähnlich viel Wurzelraum braucht wie ein Baum mit gleich viel Blättern, kann man da mit Erde austauschen nicht viel machen. Frostlöcher, absonnige und staunasse Lagen sind ungeeignet, sonst kommt die Rebe mit vielem zurecht. In den ersten Jahren muss man viel giessen, vor allem wenn die Erde fruchtbar ist und die Rebe stark ins Laub wächst.
Du kannst pro Quadratmeter Rebe etwa mit einem Kilo Ertrag rechnen, es kann aber auch das doppelte werden. Wenn man nach der Blüte die Gescheine ausdünnt werden die Trauben natürlich besser, vor allem bei Sorten die zum Übertragen neigen (das kann eben der Baumschuler sagen, der die Anbaueigenschaften kennen sollte).
Probiere es einfach, der grösste Fehler dabei ist wohl der, es nicht zu machen. Die Reben sind gegen Schnittfehler recht fehlertolerant.
Die Sortenwahl ist wichtig! Manche die gerühmt werden sind langweilig, andere sind extrem kernig. Nun hab ich eine Sorte die grosse Beeren ohne oder fast ohne Geschmack hat, ein die vorzüglich schmeckt aber verrieselt (die reifen Trauben fallen beim ablesen einfach auseinander, wenn man nicht aufpasst, weil die Beerenstiele extrem brüchig sind) und eine schwarze, die sehr gut schmeckt, aber grosse Kerne hat und regelmässig von den Wespen gefressen wird. Da ein Rebstock sehr alt werden kann, kann man solche Fehler schlecht korrigieren. Ich kann damit leben, würde es aber besser machen.
Hybridreben vom Baumarkt sind nicht selten auch falsch ausgezeichnet (d.h. das Etikett passt nicht zur Sorte die es dann tatsächlich wird).
Gehe doch zu einer guten Baumschule oder erkundige Dich bei einem Weinbauinstitut, was passt. Wenn Du die Möglichkeit hast, in einem Sortengarten zu kosten, dann mache das. Die Pflanzen kannst Du dann leicht beziehen, wenn du den Sortennamen kennst.
Es macht keinen Sinn, gebietsfremde Sorten zu nehmen, zumal jedes Land mit Weinbau auf diesem Gebiet viel forscht.
Nicht zu späte Sorten wählen, am Stock kann man die reifen Trauben (wenn es eine einigermassen regenfeste Sorte ist, auch ein Kriterium) zwei bis drei Wochen lassen, wenn sie erntereif sind.
Man kann auch einfach Stecklinge machen. Dazu schneidet man die einjährigen Ranken nach Laubfall ab (sie werden sowieso abgeschnitten), nimmt ein Stück mit etwa drei Augen eher von der Basis, wo das Holz ausgereifter und der Augenabstand kleiner ist, steckt die ganz, d.h. bis nichts mehr rausguckt, in einen tiefen Topf und lässt das so draussen z.B. in einem Laubhaufen in guter feuchter Erde überwintern. Man kann es auch erst im März schneiden, nur sind die Reben meistens vorher schon geschnitten.
Eigentlich sollte man auf reblausfeste Unterlage gepfropfte Jungpflanzen kaufen, aber nur für eine Pflanze für den den Hausgarten sollte es so gehen. Im gewerblichen Weinbau ist diese Vermehrung unzulässig.
Schneiden muss man. Schneidet man Pergolareben zu wenig, geht alle Kraft oben raus und die Pergola wird in Stocknähe kahl. Bei Stockreben muss man sowieso schneiden. Das lässt man sich zeigen oder man kauft ein Buch. Bei einem pensionierten Winzer hier war Zeigen lassen wenig erfolgreich, weil der in einer derart affenartigen Geschwindigkeit runtergeschnitten hat dass ich gar nichts begriffen habe. Eine richtig geschnittene Rebe wirkt auf den Laien kahl.
Ich schneide erst im März weil man dann sieht was abgefroren ist, aber viele hier fangen schon im Dezember damit an.
Pergola ist arbeitsintensiver (vor allem beim schneiden) aber man hat dann auch noch den Pergola-Effekt und es ist wie auch Olaf schreibt eine leise Ahnung von Paradies im Herbst unter einer reich tragenden Pergolarebe zu sitzen und sich den Bauch vollzuschlagen. Im Kleingarten kann man den Platz für Stockreben besser für Tomaten usw. nutzen.
Bis eine Pergola von etwa 4 x 4 m einigermassen zu ist dauert es mehrere Jahre, denn wenn man die Langtriebe zuwenig kürzt hat man unten nichts mehr. Schwachwüchsige Sorten sind eher heikel, denn scheinbar hat man weniger wegzuschneiden, in der Praxis wachsen sich Schnittfehler und Krankheiten viel weniger aus und schneiden muss man sowieso.
Boden: Weil eine Rebe ähnlich viel Wurzelraum braucht wie ein Baum mit gleich viel Blättern, kann man da mit Erde austauschen nicht viel machen. Frostlöcher, absonnige und staunasse Lagen sind ungeeignet, sonst kommt die Rebe mit vielem zurecht. In den ersten Jahren muss man viel giessen, vor allem wenn die Erde fruchtbar ist und die Rebe stark ins Laub wächst.
Du kannst pro Quadratmeter Rebe etwa mit einem Kilo Ertrag rechnen, es kann aber auch das doppelte werden. Wenn man nach der Blüte die Gescheine ausdünnt werden die Trauben natürlich besser, vor allem bei Sorten die zum Übertragen neigen (das kann eben der Baumschuler sagen, der die Anbaueigenschaften kennen sollte).
Probiere es einfach, der grösste Fehler dabei ist wohl der, es nicht zu machen. Die Reben sind gegen Schnittfehler recht fehlertolerant.