Pilzkulturen

(Sammeln, Bestimmen, Anbau etc.)
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4678
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Pilzkulturen

#51

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Ragna,
hab die Anleitung aus dem Thread der SV-Projekte "Urbane Selbstversorgung von Kaufnix" von seiner Seite 1 kopiert,
mit dem Zitieren und sonstigen Kenntnissen, um z.B. ein Foto reinzustellen, hat meine Tochter aufgegeben.
Krieg wohl leichter Pilze zum Wachsen, als diese Pixel und Bytes in den Griff.

Hier die Anleitung von Kaufnix.
Generell findest du auf kulturpilz.de extrem gute Anleitungen und threads, vor allem in der Rubrik "unsterile Pilzzucht". Aber ich würde das Vorgehen gerne nochmal persönlich zusammenfassen:
Du nimmst ein sauberes, trockenes Schraubdeckelglas, schneidest ein Stück dicke Pappe aus z. B. einem Umzugskarton und befeuchtest sie. Wichtig: zur Feuchtigkeit schreibe ich gleich noch was. Dann ziehst du die oberste Lage der Pappe ab und legst sie auf einen sauberen Teller. Dann nimmst du einen möglichst frischen Austern- oder Kräuterseitling her und reißt ihn in der Mitte durch. Mit möglichst sauberem Messer schneidest du ein würfelförmiges auch ruhig Esslöffelkellengroßes Stück heraus, besser aus dem Stiel als aus den Lamellen. Du legst die unteren zwei Pappschichten in das Glas, legst das Pilzstück drauf und dann die obere Schicht obendrauf. Dann den Deckel draufschrauben und in den Karton neben die Heizung. Mach am besten 3-5 solche Ansätze. Nach drei Tagen fangen die Pilzstücke an flaig zu werden, ein paar Tage später haben einige schon die obere Pappe besiedelt und du kannst vorsichtig mit gequollenen Strohpellets oder Räucherspänen füttern. Grundlegend kann sich selbst Gewebe vom Fruchtkörper zu einem neuen Mycelium zurückdifferenzieren, wenn die Bedingungen stimmen. Was bedeutet, dass die kommerziellen Pilzzuchtbetriebe ihre Hochleistungsstämme an uns abtreten müssen, wenn wir es schaffen, sie zu kultivieren.

Zur Feuchtigkeit: Substrate müssen in der Pilzzucht immer gerade so feucht sein, dass man keinen Tropfen herausquetschen könnte, würde man sie auswringen. Das ist der m.m.n. kritischste Punkt, ist das Substrat zu feucht verklumpt nämlich das flauschige Luftmycel das sich optimalerweise bildet und der Schimmel kommt bzw. Bakterien. Ist es zu trocken stagniert das Wachstum. Aber die Zuchtaustern sind eh kaum totzukriegen.
Benutzeravatar
Kaufnix
Beiträge: 328
Registriert: Fr 10. Feb 2012, 12:19
Wohnort: Klimazone 8a

Re: Pilzkulturen

#52

Beitrag von Kaufnix »

Also ich habe dieses Jahr folgende Pikzkulturen erfolgreich hinbekommen:
Einen 3,5kg Block Austern, der auf die Fruchtung wartet
5 Austernstämme die noch brauchen
3 Shiitake Blöcke zu je 1kg, warten auf Fruchtung
15 kleine Shiitake Stämme
Es ist alles gewässert und aufgestellt auf dem Wachtel-Beeren-Pilz Balkon, aber mit den Stämmen werd ich mich sicher bis März gedulden müssen...

Bei uns in der Rheinebene ist es noch spätsommerlich warm, zumindest heute.

Unzählige Ansätze dieses Jahr waren leider für die Tonne. Naja, immerhin sieht man meist schon frühzeitig ob eine Kultur gut wird oder nicht. Die Ansätze die am besten wuchsen sind auch was geworden, alles was sich geziert hat, fiel dem grünen Feind zum Opfer.
In the world I see you are stalking elk through the damp canyon forests around the ruins of Rockefeller Center.
- Tyler Durden, Fight Club
Adjua
Beiträge: 3905
Registriert: Mi 6. Jun 2012, 22:44

Re: Pilzkulturen

#53

Beitrag von Adjua »

Kann man das auch indoors im Winter machen?
Benutzeravatar
Kaufnix
Beiträge: 328
Registriert: Fr 10. Feb 2012, 12:19
Wohnort: Klimazone 8a

Re: Pilzkulturen

#54

Beitrag von Kaufnix »

Ja. Die meisten Sorten am besten im Zimmergewächshaus, bei Austernpilz besser ohne, weil die Fruchtkörper viel Sauerstoff brauchen. Am besten ungeheizter Keller, Waschkueche, Garage, schwaches Licht muss vorhanden sein.
In the world I see you are stalking elk through the damp canyon forests around the ruins of Rockefeller Center.
- Tyler Durden, Fight Club
Adjua
Beiträge: 3905
Registriert: Mi 6. Jun 2012, 22:44

Re: Pilzkulturen

#55

Beitrag von Adjua »

Die Art Location hätte ich zu bieten. Na dann mal frisch, aber erst im Winter ...
Benutzeravatar
Kaufnix
Beiträge: 328
Registriert: Fr 10. Feb 2012, 12:19
Wohnort: Klimazone 8a

Re: Pilzkulturen

#56

Beitrag von Kaufnix »

Der Tipp der Frust erspart: kauf dir die erste Pilzbrut lieber z.B. bei Pilzzuchtshop.eu, die paar Euro für den Liter Brut sind es nicht wert solange zu warten, denn gerade am Anfang reißt einem schnell mal der Geduldsfaden und man schmeißt alles hin. Da muss am besten jeden Tag was passieren. Kauf dir ein paar Liter Substratbrut: Austernpilz, Shiitake, vielleicht noch Pioppino, dann kannst du Buchenhäcksel oder auch ein paar Stämme beimpfen. Aus Fruchtkörpern für 0€ kannst du auch später noch Brut ziehen. Man fängt auch nicht damit an Himbeersträucher aus Samen zu ziehen, sondern geht über Jungpflanzen oder Ableger. Einen Liter gesunde Brut kann ich in zehn Tagen verdreifachen, und dann kann ich drei Blöcke beimpfen und ein Dutzend Stämme.
In the world I see you are stalking elk through the damp canyon forests around the ruins of Rockefeller Center.
- Tyler Durden, Fight Club
Adjua
Beiträge: 3905
Registriert: Mi 6. Jun 2012, 22:44

Re: Pilzkulturen

#57

Beitrag von Adjua »

Danke, werd ich machen. Ich hab nämlich das Gärtnern heuer auch mit Jungpflanzen angefangen, wo ich konnte, und nächstes Jahr kann ich dann selber säen, weil ich jetzt schon weiss, die die Pflanzen überhaupt aussehen sollen :-)
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4678
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Pilzkulturen

#58

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Kaufnix,
ja es stimmt, mit gekaufter Brut gehts um vieles schneller.
Aber- deine Anleitung war so verständlich, dass ich es überhaupt versuchte, hab auch viele Misserfolge wegstecken müssen-
heute war ein Austernpilzgrüpchen über 500 Gramm schwer.
Hab es fotografiert und sobald ich ein wenig mehr freie Zeit habe, hoffe ich diese hier auch reinstellen zu können.
Es stimmt, dass man nicht mit Himbeersamen beginnt, ich möchte diese Erfahrungen des Fütterns, Hoffens und jetzt die Freude über diese schönen Pilze nicht missen.
Die Stammkultur ist gekauft, die Pilze sind noch sehr sparsam. Ich freu mich auch darüber, allerdings die selbst herangezogenen sind mir noch viel lieber.
Heute abend gibt es ein leckeres Pilzgericht,
ich werd mich auch damit befassen, wie im Winter Pilze heranzuziehen wären.
Rein vom Preis her- lohnt sich die Zucht von Pilzen fast nicht mehr, ich bin manchmal fast entsetzt, zu welchen Preisen die Pilze verschleudert werden.
Frisch aus dem Garten schmecken sie allerdings viel besser und es ersetzt ein wenig diese Sammelleidenschaft beim Pilz suchen und finden in der Natur.
Muss dir ein Kompliment machen, du hast die Pilzgeschichte so gut erklärt, dass man damit Mut bekommt, es selbst zu versuchen.
Gruss
hobbygaertnerin
Benutzeravatar
Kaufnix
Beiträge: 328
Registriert: Fr 10. Feb 2012, 12:19
Wohnort: Klimazone 8a

Re: Pilzkulturen

#59

Beitrag von Kaufnix »

Hehe das freut mich, und 500g Austernpilze sind ein fettes Pilzgericht, auch für 4 Personen. Meinen Respekt für diese Ernte.

Ich liebe Austernpilze in einer Riesling-Sahnesauce, dazu Gnocchi oder Semmelkloeße und Salat, da brauchts kein Fleisch mehr.

Gerade preislich lohnt es sich finde ich. Hier wird eine Schale mit Austernpilzen 200g für 2,49 verschleudert, macht 12 Euro das Kilogramm, da hast du heute einfach mal 6 Euro aus dem Boden gedreht. Und die kommen ja wieder die nächsten Jahre. Einfach nach dem letzten Nachtfrost die Deckerde runter, noch ne Schicht eingeweichte Holzschnipsel drauf und dann sind sie im Herbst wieder in alter Frische zurück.
In the world I see you are stalking elk through the damp canyon forests around the ruins of Rockefeller Center.
- Tyler Durden, Fight Club
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4678
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Pilzkulturen

#60

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hi Kaufnix,
so hab ich diese Rechnung noch nie aufgestellt, hab die Champignons gerechnet.
Heute abend gibts nochmals Pilzgericht, 600 Gramm waren erntereif,
werde von diesen wieder einen Nachzucht versuchen.
Hmmm, ich hab gar keine Deckerde drüber gegeben, sondern nur die Hackschnitzel, Holzpelletsmischung mit dem Pilzsubstrat vermischt und ins Hochbeet gegeben. Ich muss mir jetzt wirklich mehr pilzliches Grundwissen aneignen.
Morgen wird die Stammkultur beerntet.
War bei mir wohl wirklich Anfängerglück.
Meine Erntemengen bei den gekauften Substraten hielten sich trotz genauester Anweisung eher immer sehr spärlich,
deshalb freuen mich die selbstgezogenen Autsternsaitlinge noch viel mehr.
Pilzragout mit Sahnesosse, selbstgemachter Pasta ( aus ganz vielen Wachteleiern und vom unserem eigenen Weizen versuchsweise das Mehl verwenden)
Antworten

Zurück zu „Pilze“