Ich hab die umgekehrte Erfahrung - Blätter und Früchte sollten trocken stehen, Bodenfeuchte (aber nicht Staunässe!) wird vertragen. Deshalb wachsen Aprikosen bei uns gut (wenn die Blüten nicht erfrieren), aber in Basel, wo die Jahresmitteltemperatur deutlich höher ist, gedeihen sie schlecht.Adjua hat geschrieben: Unser Marillenspalier steht tatsächlich unter Dach, dort wo die Drainage das Wasser vom Haus weggleitet - allerdings ist das eine Westwand, und der Baum kriegt den vollen Regen bei Unwettern ab. Das scheint ihm aber nichts zu machen. Kann es sein, dass die Marillen trocken stehen sollen, aber durchaus vertragen, dass sie angeregnet werden?
Es soll aber grosse sortenspezifische Unterschiede geben. Ein gekaufter Baum wird regelmässig und stark befallen; ein aus einem Kern hervorgegangener ungepfropfter hat etwas kleinere Früchte, die zwei Wochen früher sind, und leidet viel weniger.
Vermutlich ist in meiner Gegend der Befallsdruck vermutlich eher gross, weil hier ja Aprikosen angebaut werden. Eine Massnahme für Freilandbäume ist es, sie recht stark und auf lichte Krone zu schneiden, damit der Wind das Laub rasch abtrocknen kann. Der Monilia-Pilz, hier die Aprikosenhauptkrankheit, braucht nasses Laub und nasse Früchte für den Befall.
Einfach ausprobieren und, wichtig! sich freuen wenn es geht, statt sich ärgern, wenn es nicht geht. Die Ratschläge der Obstfachleute beziehen sich oft auf gewerblichen Anbau und da liegt es nicht drin, wenn es jedes dritte Jahr einen Totalausfall gibt; im Hausgarten kann man damit leben, und freut sich umso mehr, wenn die Bäume tragen.
Wasserkübel dürften nichts bewirken, Spalier hingegen ist gut, weil die Steinmauern die Wärme speichern. Vor allem im Herbst macht das viel aus.Adjua hat geschrieben:Dass Tomaten schlecht mit grossen Temperaturuntschieden zurecht kommen, habe ich auch schon beobachtet. Ich habe daher vor meine Topftomaten, die an der Südwand am Pflaster stehen, zwei Wasserkübel gestellt - die sind tagsüber kühl und nachts wärmen sie. Wieviel das ausmacht, weiss ich nicht, aber sie lassen die Blätter untertags weniger hängen.
Wie gesagt, Spalierpflanzung, im Herbst eventuell irgend ein Gerüst aus Dachlatten basteln und eine Folie drüber legen. Die Spalierwand sollte dunkel sein, weil das die Wärme besser aufnimmt. Wesentlicher scheint mir aber nächtlicher Ausstrahlungsschutz zu sein.Adjua hat geschrieben:Wie verlängert ihr die Tomatensaison? Da meine bisher im Freiland und Halb-Freiland wenig bis gar nicht unter Fäule leiden, würde es eigentlich nur darum gehen, das Wärmeangebot früh im Jahr und gegen Herbst zu verbessern.
Die Frühfrostwetterlagen sind hier immer gleich: Erstmals Schnee bis unter die Waldgrenze hinab, dann klart es gegen Abend auf und die dann sehr klare Luft "riecht" förmlich nach Frost. Die Erde ist aber noch warm, d.h. der Frost erwischt vor allem die exponierten Pflanzen oben und aussen.
Am besten und auch am schönsten scheint mir eine gewöhnliche Steinmauer zu sein, aber auch ein Bretterzaun hilft schon - es geht wohl eher um Vermeidung von Strahlungsfrost und weniger um Aufheizen.Adjua hat geschrieben:Kann man da mit einer Art Bodenheizung bzw. mit wämespeichernden Materialien an der Rückwand nichts machen?
Verfrühung der Kulturen (durch Gewächshäuser, Vorzeihen usw.) ist bei uns viel Aufwand für wenig Erfolg; meist holen die später gepflanzten die verfrühten wieder ein. Wenn es noch mal runter schneit, was im Frühling oft der Fall ist, sind die Jungpflanzen beleidigt und wachsen nachher oft wochenlang nicht mehr weiter, auch wenn man sie eingepackt hat. Es ist aber schwer, im Frühling noch eine Weile nichts zu machen, wenn der Schnee endlich weg ist und man in den Garten will.

