terra preta

Benutzeravatar
65375
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4555
Registriert: Fr 16. Dez 2011, 04:58
Wohnort: Rheingau

Re: terra preta

#191

Beitrag von 65375 »

Und gleich gibt's wieder Leute, die dran verdienen wollen und "Effektive Mikroorganismen" In Flaschen füllen.

Wenn man bei Wiki schaut, sind die meisten davon in jedem Haushalt zu finden oder leicht selbst zu produzieren.

Milly's Bug Juice müßte auch geeignet sein.

http://www.selbstvers.org/forum/viewtop ... Bug#p87737
hias90

Re: terra preta

#192

Beitrag von hias90 »

Ich persönlich würde mir nie sowas wie Effektive Mikroorganismen kaufen.
Wenn man z.B. einen guten Kompost hat dann siedeln sich diese Organismen alle von selber an. Wenn man keinen guten Kompost hat und die Bedingungen nicht stimmen, dann siedeln sich diese Organismen nicht an weil sie dort nicht überlebensfähig sind. Wenn man nun fertige Mikroorganismen Präparate verteilt, dann können diese Organismen natürlich auch nicht lange auf dem (schlechten) Kompost überleben.

Zum Beitrag von Unser Land: Ich fand die Idee mit der Holzkohle in der Jauchgrube nicht gerade toll...nach meinem Verständniss ist alles was stinkt ein Fäulnissprozess. Es entstehen Giftstoffe wie Kadaverin die weder für den Menschen noch für die Pflanzen gut sind. Ob das nun so sinnvoll ist einen Fäulnissprozess mit EM und Holzkohle anzureichern?!
Ich würde lieber einen Kompost ansetzen. Wenn dies richtig gemacht wurde riecht er herrlich nach Walderde, es entsteht fast kein Ammonium und somit stinkt auch nicht viel. Es ist dann eben ein kontrollierter Rotteprozess, kein Fäulnissprozess wie in einer Jauchegrube oder einem Misthaufen.
luitpold

Re: terra preta

#193

Beitrag von luitpold »

hias90 hat geschrieben:Ich persönlich würde mir nie sowas wie Effektive Mikroorganismen kaufen.
Wenn man z.B. einen guten Kompost hat dann siedeln sich diese Organismen alle von selber an.
die fa. sonnenerde hatte einen großversuch da sind sie genau zu diesem ergebnis gekommen. zugesetzte EM`s sind unnötig
luitpold hat geschrieben:der relativ genaue testbericht PDF 52 seiten, ist hier http://www.sonnenerde.at/versuchsreihen ... ung.88.htm nachlesbar.
hias90 hat geschrieben:Zum Beitrag von Unser Land: Ich fand die Idee mit der Holzkohle in der Jauchgrube nicht gerade toll...nach meinem Verständniss ist alles was stinkt ein Fäulnissprozess. Es entstehen Giftstoffe wie Kadaverin die weder für den Menschen noch für die Pflanzen gut sind. Ob das nun so sinnvoll ist einen Fäulnissprozess mit EM und Holzkohle anzureichern?!
das mit der holzkohle hat schon sinn. sie bindet einen teil des flüchtigen amoniaks und wird mit nährstoffen aufgeladen. gülle/wirtschaftsdünger mit biokohle hat sicher bessere eigenschaften für den boden als ohne diese kohle.
Benutzeravatar
65375
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4555
Registriert: Fr 16. Dez 2011, 04:58
Wohnort: Rheingau

Re: terra preta

#194

Beitrag von 65375 »

Danke Lui. Mir reicht schon was da steht, 52 Seiten schaff ich eh nicht. Daß die EMO überflüssig oder leicht durch Hefe, Joghurt und Miso zu ersetzen sind, hätte ich auch mal vermutet.
luitpold

Re: terra preta

#195

Beitrag von luitpold »

65375 hat geschrieben: Daß die EMO überflüssig oder leicht durch Hefe, Joghurt und Miso zu ersetzen sind, hätte ich auch mal vermutet.

nicht nötig,

immer einige schäufelchen humus/gartenerde zugeben, da sind die genau passenden EMO`s drin.
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4071
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#197

Beitrag von hobbygaertnerin »

Sinnvolle Nutzung und Verwendung von Stoffströmen, endlich vielleicht ein Nachdenken.
Aber mit der Terra Preta von anno dazumal hat das leider sehr wenig zu tun.
Diese Ur-Terra Preta ist doch deswegen so fruchtbar, weil sie alles beinhaltet, um auch nachhaltig Pflanzen ernähren zu können, vorausgesetzt, die Nachlieferung stimmt- und weil damit Dauerhumus aufgebaut worden ist.
Sackweise für Gartler eine Möglichkeit, für Blumentöpfe, aber im grossen Stil?
Hier fehlen uns sicher auch noch einige Puzzlesteine-
die Vorstellung- diese fruchtbare Wundererde würde überall gemacht werden können- ein Traum.
Nur würden diese Ergebnisse der Bodenfruchtbarkeit überhaupt geschätzt?
Würde der Raubbau nicht einfach weitergehen- um immer noch billiger erzeugen zu lassen, um die Preise noch weiter nach unten zu drücken?
Benutzeravatar
Spottdrossel
Beiträge: 1878
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 10:15
Wohnort: Alsfeld

Re: terra preta

#198

Beitrag von Spottdrossel »

Es scheint sich doch schon um den - ich nenn´s mal "konventionellen" Humusaufbau/-erhalt im größeren Maßstab kaum jemand Gedanken zu machen.
Berufsbedingt habe ich einen Blick für Bodenarten und enthaltenen Humusanteil (weil der unerwünscht ist, wenn mit dem (Unter)Boden gebaut werden soll).
Wenn hier rundherum die Felder geeggt sind, haben die die Farbe des regional anstehenden Unterbodens - nicht mal ein Hauch Schwarz als Anzeiger für humose Anteile ist zu sehen.
Von daher - wenn´s schon einfach nicht klappt, wie soll dann die Premiumlösung realisiert werden?
BernhardHeuvel

Re: terra preta

#199

Beitrag von BernhardHeuvel »

Spottdrossel hat geschrieben:... kaum jemand Gedanken zu machen.
Nur 1.800 Wissenschaftler auf der Eurosoil-Konferenz. :pfeif:

http://www.eurosoil2012.eu/download/298 ... 0Programme
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4071
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#200

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Bernhard,
leider erfährt der "gewöhnliche Landwirt" davon überhaupt nichts. Das Wissen um den Boden wird ihm vorgekaut geliefert und es wird auch eifersüchtig darauf geachtet, dass die Bäuerleins schön brav das tun, was ihnen gesagt wird. Gibts diesen Tagungsbericht auch zufällig in deutscher Sprache, würd mich sehr interessieren.
Gruss
Hobbygaertnerin
Antworten

Zurück zu „Bodenpflege, Humus, Kompost, Düngung“