Super!
Mein Putzersterlebnis liegt schon lang zurück: Es ging darum, eine Natursteinmauer von innen zu verputzen. Zuerst war ich zwei Tage lang Unterhund bei einem Profi, der hat zwei Leute voll beschäftigt damit, das anzumischen, was er an Verputz verbraucht hat. Nachdem es so leicht aussieht, wie ein geübter Mensch den Putz so beiläufig spielerisch und gleichzeitig affenartig schnell an die Wand (und nur an die Wand) befördert und dabei auch noch sauber bleibt, dachte ich, das kannst Du auch ...
Nur wollte bei mir das Zeug einfach nicht an der Wand bleiben. Und wenns nach dem dritten mal doch geklappt hat, macht man Pause, nach 5 Minuten bildet sich irgendwo in der Fläche ein Fischmaul und das ganze Zeug liegt bald darauf wieder am Boden ...
Inzwischen geht es besser.
Deine Anleitungen sind sehr brauchbar und sprechen das an, woran man als Laie gerne scheitert.
Was mit sehr geholfen hat, ist, dass mir jemand gezeigt hat, wie man den Putz anmischen muss, damit man eine Chance hat, dass es überhaupt geht.
Zu steif, zu dünn, zu fett, zu mager, falscher Sand ... es gibt leider viel mehr Möglichkeiten, es falsch zu machen als richtig. Wenn der Brei schon falsch angemischt ist, hat man nachher keine Chance, nur merkt man es als Neuling eben nicht.
Überkopf und Leibungen putzen ist aber immer noch nicht so meine Stärke.
Die Erfahrung, dass Gips über Kalk nicht geht, habe ich so nicht machen müssen. Das kann eigentlich nur bei aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk passieren, oder wenn man den Kalk nicht vorher chemisch abbinden (=karbonatisieren) lässt. Zement auf Gips hält hingegen nicht, Zementputz auf Natursteinmauerwerk aus Luftkalk ist auch keine gute Idee.
Noch eine Bemerkung: Abdecken von Naturholz ist Pflicht; frischer Kalkmörtel ist sehr basisch und kann dadurch Flecken erzeugen, die man nicht mehr weg bekommt. Auch geöltes Holz wird angegriffen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
weiter geht's mit Kalkfarbe... Ich muss mich auch erstmal mit den Pigmenten anfreunden, und austesten wie das Ergebnis wird. Bisher gefällt's mir aber sehr gut. Und das Streichen und Farbe mischen macht auch richtig Spaß :-)
@Emil: Das Decke verputzen habe ich mir bis zum Schulß aufgehoben, aber mit dem Feinputz eigentlich kein Problem. Der Grundputz hält aber zugegebenermaßen echt schlecht an der Decke.
du kannst prinzipiell auf alles mit Sumpfkalk streichen was saugt
Man kann sogar Dielen/Holzmöbel damit behandeln; das habe ich aber noch nicht versucht - wird aber noch dokumentiert bei Glegenheit
Soweit ich informiert bin wurde Lehm nie als letzte Schicht verwendet, sondern immer Kalk (wegen der guten raumklimatischen Eigenschaften).
Dass heutzutage Lehm als "Oberputz"/letzte Schicht genutzt wird ist eher was neumodisches und durchaus umstritten (zumindest bei der Kalkfraktion
Ich bin aus der Lehmfraktion- ist ein toller Werkstoff, man spart sich eine Menge Arbeit bei unebenen Wänden und es kommen Kindheitserinnerungen auf- Matschepampe lässt grüssen
Ich bin ja auch eher die ahock Arbeiterin, abdecken ist so nicht meine Welt- das macht bei Lehm nichts, wischt sich sehr gut weg.
- uns so schlecht sieht es nicht aus:
- oder?
Jeder Mensch ist schlau- der eine vorher, der andere hinterher!
ich lese deinen Weblog sehr gerne, und bewundere dein handwerkliches Geschick, die Akribie und die Leidenschaft, mit der Du bei deinen Projekten vorgehst.
Da ziehe ich sehr gerne meinen nichtvorhandenen Hut, Respekt!
Sehr gut hat mir dein Thema über die Restaurierung der alten Sprossenfenster gefallen, weiß ich doch nur zu gut auch aus eigener Erfahrung, wie sehr mühsam es ist, diese alten Schätzchen zu erhalten...
Auch deine Bebilderung der Themen ist sehr schön, und ich bin sehr sicher, in absehbarer Zeit wird es dein "Traumhaus" sein, und das wünsche ich dir von Herzen sehr!