Gewächshaus beheizen

Sonne, Wind und Feuer
Seppel
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Re: Gewächshaus beheizen

#21

Beitrag von Seppel »

Echt jetz? Heizen mit elektrischer Energie!? Ich halte das für Wahnsinn.

Früher wurden die Gewächshäuser auch mit Öfen beheizt. Auf einer Seite im Gewächshaus war der Feuerraum halb unteridisch eingelassen. Auf der anderen Seite stand der Schornstein. Verbunden waren beide über einen ebenerdigen Zug aus Tonziegeln. Die Steine haben die Wärme dann über die Nacht abgegeben, wenn das Feuer längst runtergebrannt war.

Heute gibt es andere Konzepte, die wesentlich effizienter sind. Ich habe ein GWH gesehen mit Wärmespeicher aus Kies. Es funktioniert in etwa so: Das Fundament hat einen großen Hohlraum, der mit groben Kies gefüllt ist. Bei Tag, wenn die Sonne viel Wärme bringt, läuft ein Lüfter. Der Lüfter zieht die warme Luft durch den Kies. Nachts, wenn der Bedarf da ist; läuft der Lüfter rückwärts und die gespeicherte Wärme wird so wieder nach oben befördert. So kann der eigentliche Heizbedarf (Nachts) drastisch minimiert werden. Ein ähnliches Prinzip wird hier vorgestellt: http://nibis.ni.schule.de/~blk21-ni/blk ... RGEHEN.HTM .

Wenn das zu aufwändig ist, gibts auch andere Maßnahmen. Mal plump gefragt; hast du einen Energieschirm?
viellieb

Re: Gewächshaus beheizen

#22

Beitrag von viellieb »

:hmm: wie groß is das Tropenhaus denn ?

Ich würde drüber nachdenken, ob es nicht einfacher ist, die pflanzen mit Kunstlicht in einem Wärmegedämmten Raum zu überwintern.

lg flip
DerGärtner
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Re: Gewächshaus beheizen

#23

Beitrag von DerGärtner »

So, ich hab heute meine eigenbau Holzheizung das erste mal in Betrieb gehabt. -Also nur mal so testweise ausserhalb vom Gewächshaus... Zum Glück!
Also für den Betrieb im Gewächshaus ist diese Konstruktion wie bereits befürchtet absolut untauglich! (Einfach viel zu krasse Heizleistung!)

Meine neue Idee ist nun, dass ich ja mit dieser Konstruktion Wasser erhitzen könnte. Dieses Wasser könnte ich dann in einer Tonne im Gewächshaus Puffern.


@viellieb:
Ich habe bereits im Winter 09/10 alle Pflanzen in den Gewölbekeller gepackt! Dort hab ich dann ca. 10m² mit ca. 3kW beleuchtet.
Nur sind die Probleme:
1. 3kW auf 10m² sind zu dunkel
2. Die Pflanzen wachsen voll an die Lampen und verbrutzeln dort dann laufend
3. (Das größste Problem!) Es gibt eine enorme Abwärme! Ich hab die Beleuchtung deshalb nur Nachts angehabt und zusätzlich das Fenster (Lichtschacht vorahnden) voll offen gehabt! Draussen hat man dann nachts immer die heisse Luft aufsteigen gespürt. Also irgendwie ist das auch Stromverschwendung. (Zumal man eigentlich 1,5kW je m² bräuchte bei recht effektiven Leuchtmitteln... Bei den 10m² also 150kW! Bei 8h Licht je Nacht sind das am Tag dann 1200kW/h! :platt: )
Mein Gewächshaus hat übrigens auch eine Grundfläche von 11m².


@Seppel:
Ich weis, dass es eine Sünde ist mit Strom zu heizen!
Naja, wenigstens beziehe ich meinen Strom von http://www.greenpeace-energy.de/
Mit anderem Strom könnte ich das absolut garnicht mit meinem Gewissen vereinen!
Vielen Dank übrigens für den Link! :) Ich hab schon öfters von dieser Kies Methode gehört und auch im www nach so einem Bericht oder dergleichen gesucht... bisher leider ohne Erfolg.
Blöderweise ist mein Geächshaus nun halt schon gebaut... Beim nächsten Bau werde ich jedoch einige Dinge anders machen.
DerGärtner
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Re: Gewächshaus beheizen

#24

Beitrag von DerGärtner »

Hier mal ein Foto von meinem eigenbau Ofen:
(Dieses Foto entstand noch vor dem ersten Einfeuern)
Jetzt ist der Lack der oberen Tonne selbstverständlich nicht mehr so grün! :lol:
Nicht wundern über das komische Rohr unten -Das ist nur die Zuluft. (Sollte natürlich mal nach unten gedreht werden!)
Dateianhänge
IMG_1888.JPG
IMG_1888.JPG (104.48 KiB) 3173 mal betrachtet
Seppel
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Re: Gewächshaus beheizen

#25

Beitrag von Seppel »

Haha, ich hab auch mal einen Ofen aus einer Tonne gebaut. Bei der senkrechten Konstruktion musst du aufpassen, dass nicht zu viel Holz auf einmal verbrennt. Das (dünne) Blech geht sonst schnell kaputt. Mein Ofen war eine liegende Tonne, ähnlich wie hier: http://www.fassofen.de Die waagerechte Konstruktion bringt den Vorteil, dass mehr Luft den Ofen umströmt und das Metall nicht ausglüht. Ich hatte das mal in einem besetzen Haus gesehen und mit einem 50 Liter Fass nachgebaut. Der Wirkungsgrad war super - mit Wärmetauscher dahinter noch besser. Darüber geht nur noch der http://www.bullerjan.de
AnamPrema

Re: Gewächshaus beheizen

#26

Beitrag von AnamPrema »

oh jaaaaa ich träume auch vom Bullerjan

AnamPrema
seufzt :)
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woody
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Re: Gewächshaus beheizen

#27

Beitrag von woody »

Der Bullerjahn wäre auch mein Vorschlag für das Gewächshaus gewesen, da er sehr viel (erwärmte) Luft umwälzt und so für eine gleichmäßige Beheizung sorgt. Wenn der Buller zu teuer ist, gibt es ja auch schon weitaus günstigere Nachbauten mit gleicher Funktion:

http://www.werkstattofen.info/bruno-warmluftofen.html
Gruß, Woody

www.baumteam.de
Recke Klaus (1962)
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Re: Gewächshaus beheizen

#28

Beitrag von Recke Klaus (1962) »

Hallo alle Zusammen,
ich muß mich auch mal noch mit rein hängen. Biete die absolute (?) Billigvariante an. :daumen:
Ich habe nicht alles gelesen, möglich daß schon irgendwer davon Berichtet hat, dann ignoriert den Beitrag einfach........ :kaffee:

Also 11qm Fläche, ich dachte so beim lesen, es handelt sich da um etwas Größeres. Mein Gewächshaus :knusper: hat in etwa die Hälfte, aber das Prinzip dürfte gleich sein.
Gegen zu starke Einstrahlung schützen bei mir Schilfmatten. Dann habe ich eine Zwangsentlüftung, Zugluftfrei , funktioniert durch Erwärmung. Der Boden hat eine Pferdemistfußbodenheizung im gehörigen Abstand. :platt:
Nachteil ist, muß alle 3-4 Jahre Erneuert werden. Geheizt wird mit Teelichtern oder Grableuchten. :kerze: Ich hab auch schon Wasserflaschen rein gestellt, die sich am Tage Erwärmten und Nachts die gespeicherte Wärme wieder abgaben. Empfindliche Pflanzen stehen bei mir immer Tiefer.
Die einzigste größere Nachrüstinvestition waren ein paar U Eisen, die ich Außen angebracht habe. Wenn es zu erwarten ist, also Frost und ich bin mir nicht sicher, :schnee: schiebe ich Dämmholzplatten in meine U Teile. Sind 1,20m hoch. Fertig.

Ein bißchen Aufwand, aber leicht zu Organisieren. Kosten inkl. Teelichter und Mist wenn benötigt im Durchschnitt ca. 15,00Euronen. :) pro Jahr.
So mache ich das schon viele Jahre und keine Hitze und kein Frost haben jemals Schaden angerichtet. :respekt:

Wenn ich helfen konnte.......immer wieder gerne.
LG aus Anhalt

Recke Klaus :wbier:
Verblödung ist staatstragend. Ein verdummtes Volk kann besser regiert werden,
weil es sich leichter bescheißen lässt. G.Schramm - Die Anstalt -
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Re: Gewächshaus beheizen

#29

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Klaus,
kannst du deine Erfahrungen mit Pferdemist etwas genauer beschreiben, ich kann nicht ganz verstehen, dass diese Mistpackung mehrere Jahre anhalten kann. Sind das nur die Pferdeäpfel oder gewöhnlicher Mist mit Äpfeln und Stroh und das mit den in Säcke verpacken verstehe ich auch nicht so ganz.
Im Winter ist unser Gewächshaus ein Kalthaus, hab nur solche Pflanzen in der Zeit im GH, das mit den tieferen Temperaturen klar kommt.
Ich verwende in der Zeit, wo bereits Salat usw. im Haus stehen, die Kerzenstumpen von der Advents- und Weihnachtszeit, stelle sie auf flache Schalen und gebe einen umgedrehten Tontopf darüber, so kann nichts anbrennen und die Tontöpfe speichern die Wärme und geben sie auch noch ab.
Was dadurch fehlt, die heimelige Gemütlichkeit eines kerzenbeleuchteten Gewächshauses. :holy:
Gruss
hobbygaertnerin
Recke Klaus (1962)
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Re: Gewächshaus beheizen

#30

Beitrag von Recke Klaus (1962) »

Guten Abend und noch einen schönen 2ten Advent Hobbygärtner, :a2:

den Pferdemist bekomme ich von einem Reiterhof bzw. muß ihn mir selber holen. Da sammle ich nur Äpfel von den ganzjährig Draußen stehenden Tieren.
Der ist Gehaltvoller also Hitziger (Scharf) und hat keine Strohanteile. Für die Fußbodenheizung würde sich auch Geflügelmist eignen.
Die Säcke verhindern eine zu schnelle Verstoffwechselung im Boden. Wenn nicht unbedingt Säcke vorhanden sind, sollte wenigstens unter den Mist eine schwer verrottbare Unterlage um die Verstoffwechselung zu bremsen.
Der Mist dient ja ausschließlich als Fußbodenheizung und soll keine Bioverfügbarkeit für die Pflanzen ermöglichen.
Der Mist wandelt sich nun langsam aber er wandelt sich um also wird Verstoffwechselt und dabei wird wie im Kompost auch Wärme frei gesetzt. Diese Wärme gilt es zu nutzen.
Wenn du womöglich schon mal ein Frühbeet mit Unterlage (Mist) gebaut hast, ist das Prinzip das Gleiche.
Selbst in kompostierter Form erwärmt Pferdemist den Boden recht schnell. Daher halte ich es auch wie die alten Klostergärtner und grabe frischen Mist niemals unter. Er kommt lediglich als Winterschutz auf die Beete und wird im Frühjahr wieder entfernt.
Für Mist lege ich eine eigene Miete / Kompost an und erst nach dem 2ten Liegejahr kann er (mit Kompost vermischt) den Boden zugeführt werden.
Also die Säcke dienen zur Verlangsamung der Verstoffwechselung. Womöglich habe ich auch in meinen Darstellungen die Zeit etwas schlecht eingegrenzt.
Also bis ca.15.-28. Februar habe ich ja im Gewächshaus keine Kulturen. Es geht mehr oder weniger um die kritische Vegetationszeit wo noch mit bösen Nachtfrösten und Schnee zu rechnen ist. Nun mußt du dir die abgegebene Wärme auch nicht wie am heimischen Ofen vorstellen, aber du weißt im Kompost können bis ca.75 Grad entstehen und beim Pferdemist hatte ich mal 17 Grad gemessen bei -1 Grad Außentemperatur.

Achtung gefährlicher Nachteil !!!! :flag:
Es besteht die Möglichkeit das sich die Larven der Kohlfliege einkuscheln. Entweder man Jaucht dann kräftig oder hofft das es schon nicht so schlimm werden wird. Hatte ich aber noch nie, kenne aber Jemanden der davon berichtete.
Konnte ich dir ein klein wenig weiter helfen ? Wenn du noch Fragen hast, immer wieder gern.

LG Recke Klaus. :wbier:
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