Hallo Guenther, das ist gar kein Problem. Niemand braucht 15-20 Jahre zu warten. Wir hatten ab dem 2. Jahr mehr als genug Gemuese aus dem eigenen Garten. Viele Pflanzen wie Tomaten, Salate, Spargel, Spinat, Melde, Ruccola, Zucchini, Rueben, Rettiche, Rote Beete, Kuerbisse, Lauch, Huelsenfruechte, Kraeuter usw. sind sehr genuegsam, und versorgen uns auch in den ersten Jahren nach der Umstellung auf einen naturgemaessen Anbau, selbst wenn wir fuer Anderes noch Stallmist oder Kompost brauchen.guenther hat geschrieben:das problem ist, wer will(kann) schon 15-20 jahre oder noch laenger warten.![]()
wer sich aber, wie ich, mit gruenkohl begnuegt, ..
In den ersten Jahren nach der Umstellung tauchen immer unerwartete Probleme auf. Aber in meinem Fall hat sich die Umstellung voll gelohnt. Wenn ich heute noch fuer alles Kompost machen muesste, wenn ich umgraben, pfluegen, hacken und all die anderen Arbeiten des traditionellen Anbaus machen muesste, dann haette ich laengst aufgegeben – wie viele meiner Nachbarn (die hocken z. T. auf 10-20 Hektar Land und kaufen sich ihr Gemuese im Supermarkt). Dann koennte ich auch nicht eine so grosse Flaeche ohne Traktor und andere Maschinen bewirtschaften. Ich merk, wie faul ich geworden bin, wenn die Kohlsetzlinge in den Saatkaesten verkommen, weil ich einfach keine Lust habe mit der Schubkarre zum Komposthaufen zu gehen, damit ich auf nicht verbesserter Erde die Setzlinge mit etwas Kompost in Pflanzloecher pflanzen kann. Es ist viel einfacher die Setzlinge durch den Mulch in die Erde zu stecken; da kann ich hundert Stueck pflanzen in der Zeit, in der ich nur zehn Stueck pflanzen koennte, wenn ich Kompost in die Pflanzloecher geben wuerde. Umgraben, Unkraut hacken und all der anderen Arbeiten wuerden einen noch viel groesseren Zeitaufwand darstellen.
lg. Dieter
PS: Wir haben hier auch einige Blattkohlarten, die recht genuegsam sind. Aber die Anbaubedingungen sind hier so schwierig, dass selbst diese genuegsamen Kohlsorten nicht ohne Hilfe wachsen. Meine Wiese mit der besten Erde kann ich nicht fuer den Gemueseanbau benutzen, weil ich dort keine Bewaesserung habe. Ich hab einige dieser Blattkohlarten dort vor vielen Jahren ausgesaet. Eine Art hat auch ueberlebt und saet sich jedes Jahr wieder neu aus, aber in all den Jahren haben wir nicht ein einziges Blatt davon essen koennen. Entweder sind die Blaetter zu mickrig oder die Raupen haben sie zerfressen. Hier geht gar nichts ohne Bewaesserung und Bodenverbesserung, die Alternavite waere Pfluegen und Duengen. Du siehst, die Methoden des naturgemaessen Anbaus sind verschieden von Standort zu Standort. Auch denk ich gar nicht dran mich bei der Nahrung mit Blattkohl zu „begnuegen“. Fuers Essen ist das Beste gerade gut genug - da wird nicht gespart. Vielfalt ist der beste Garant fuer eine ausgeglichene Diaet.

