Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

Kirschkernchen
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Re: Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

#11

Beitrag von Kirschkernchen »

Der Miriquidi besteht heute hauptsächlich aus angepflanzten Fichten. Sehr fertil sind Ahorn, Birke, Eberesche, aber auch Buche und Eiche. Sie breiten sich von selber aus und werden im Forst lange schon (vielleicht beginnend mit den 50ern) als Mischwald in der Einrichtung der Forste bevorzugt. Es gibt aber viele Regionen, wo der Wald ähnlich aussieht, beispielsweise in Finnland fährt man Stunde um Stunde um die Ostsee herum und es sieht genauso aus, die Flechten sind vielleicht größer und verbreiteter.

Der Urwald wird sich in den tausenden Jahren wohl nach den klimatischen Bedingungen richten, er wird sich immer wieder verändern. Anhand der kulturellen Hinterlassenschafften der Menschen kann man ableiten, ob jeweils eher Wein angebaut wurde oder Rüben, noch weiter zurückliegende Zeiten geben eher durch Kernbohrungen, Kohle- Öl- oder z.B.Muschekalkvorkommen oder Versteinerungen Auskünfte. Für den Menschen sind Fichten halt mit modernen Erntemaschinen gut zu ernten, der Rohstoff hat keine verbogenen Äste wie bei Laubbäumen. Fichten und Kiefern ließen sich leichter flößen als krumme Eichen. Der Bergbau verlangte gerade, planbare Stämme, der Schiffbau eher Eiche/Buche..Masten hingegen eher aus langen geraden Stämmen (Kiefer). So ernteten und Pflanzten die Leute das, was sie in der Region brauchten. Als die Köhlerei aufkam, legte man auf heiß glühende Kohlestückchen zur Erzschmelze oder Glasschmelze Wert, also wurde dort beispielsweise im Schwarzwald oft Buche bevorzugt. Ganz aktuell versucht man trockenheitsanfällige Fichten durch etwas robustere Weißtannen oder Douglasien zu ersetzen. Hier gibt es immer wieder Moden und wirtschaftliche Interessen, die den Anbau bestimmen. Seit einigen Jahren versucht man die Douglasie als Bauholz in Märkten zu etablieren, das liegt jedoch auch daran, dass ausländische Lieferanten mit den dort wachsenden Rohstoffen auf unseren Markt drängen. Es geht also ums Geld und so wandelt sich der Anblick des kultivierten, aber auch "von selbst wachsen gelassenen Waldes"...wenn auch über Jahrzehnte gestreckt.

Wie ein Wald aussehen würde, wenn wir ihn ab heute ganz in Ruhe lassen würden, ist eine gute Frage. Ich glaube, man müsste erstmal festlegen wann und wo. Sicher ist aus heutiger Sicht, dass in unserem gaga- Bananenland alles verwalden würde. Vermutlich würde das in hundert Jahren ähnlich wie der Mischwald aussehen, den wir kennen. *grübel* :schaf_1:
unkrautaufesserin
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Re: Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

#12

Beitrag von unkrautaufesserin »

Die Frage war ja, wie die Landschaft ohne Mensch aussähe, und nicht, was da heute so wächst.

Auch im Miriquidi gab und gäbe es Lichtungen, die durch Felsen im Boden begründet werden und von großen Pflanzenfressern offengehalten würden. Aber das meiste wäre halt Mischwald und Tannendickicht, mein Großvater hat die Tanne im Erzgebirge noch gesehen und als Zimmermann verbaut.

Derzeit kann ich einen der letzten Urwälder Deutschlands sehen, den Buchenwald am Darßer Ort.
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Tscharlie
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Re: Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

#13

Beitrag von Tscharlie »

Ist doch interessant. Bevor die Europäer Bisons und Eingeborenen umgebracht haben, gab es Weideland soweit das Auge reicht, in Nordamerika.

Die Wiederkäuer haben Humus produziert und selbst gegen die Verbuschung angefressen.

Das war ein funktionierendes System (fast) ganz ohne Menschen.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
moorhexe
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Re: Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

#14

Beitrag von moorhexe »

unkrautaufesserin hat geschrieben: Mo 27. Jul 2026, 19:19 Die Frage war ja, wie die Landschaft ohne Mensch aussähe, und nicht, was da heute so wächst.

Auch im Miriquidi gab und gäbe es Lichtungen, die durch Felsen im Boden begründet werden und von großen Pflanzenfressern offengehalten würden. Aber das meiste wäre halt Mischwald und Tannendickicht, mein Großvater hat die Tanne im Erzgebirge noch gesehen und als Zimmermann verbaut.

Derzeit kann ich einen der letzten Urwälder Deutschlands sehen, den Buchenwald am Darßer Ort.
Küstenveränderung am Darßer Ort 1835–2007 gibt es bei wikipedia als fortlaufendes bild/karte zu sehen.

da hast du ja glück, daß du dort gerade ferien machst. ich war vo vielen jahren auch mal da. das ist schon was ganz besonderes.
Maria
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Re: Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

#15

Beitrag von Maria »

unkrautaufesserin hat geschrieben: Mo 27. Jul 2026, 19:19 Die Frage war ja, wie die Landschaft ohne Mensch aussähe,
Tscharlie hat geschrieben:was würde wachsen, wenn der Mensch nicht eingreift?
lustig, dass die meisten davon ausgehen, dass Menschen immer (immer schon) eingreifen - also in meinem Universum hat der Mensch sehr lange existiert, ohne einzugreifen - na gut: "eingreifen" ja, aber eher wie ein wildes Tier, nicht so arg gestaltend und alles dominierend wie heute.
Jede Ameise greift in die Landschaft ein, aber Jäger, Sammler und frühe Hirten/Ackerbauern denke ich, haben die Landschaft eher nicht verändert, sondern sich selber an die Gegebenheiten angepasst.....
Wieso und wann ist das verloren gegangen?

Wobei gerade Tiere wie Bisons und Wildpferde die Landschaft auch extrem verändern!
Meine Tochter hatte ein "zu großes Grundstück". Als der Pächter aufhörte, zu mähen, wurde aus der Wiese innerhalb von 2 Jahren ein lichter Wald (junge Bäume halt, vor allem Kiefer und Fichte). Seit wir Ziegen haben, gibt es wieder Wiese. Was wäre ohne Zaun??
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Re: Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

#16

Beitrag von Elli1 »

Tscharlie hat geschrieben: Sa 25. Jul 2026, 10:50 Weil es im Düngerthread eigentlich nichts zu suchen hat, daher hier meine Frage:

Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen, also was würde wachsen, wenn der Mensch nicht eingreift?
Es würde das wachsen das sich an die klimatischen Bedingungen anpassen kann. Da sich die klimatischen Bedingungen schon immer geändert haben ändert sich auch das was wächst oder eben nicht wächst.
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Re: Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

#17

Beitrag von Rohana »

Tscharlie hat geschrieben: Mo 27. Jul 2026, 19:19 Das war ein funktionierendes System (fast) ganz ohne Menschen.
Die Natur "funktioniert" immer irgendwie, auch ohne Menschen. Systeme müssen sich halt einpendeln.
Bei uns wäre mit Klimawandel vermutlich kein reiner Buchenwald mehr, denn auch die Buche leidet, aber den Mischwald fressen die Rehe weg... wer weiss ^^
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Wie würde bei Euch eine Urlandschaft aussehen?

#18

Beitrag von Hildegard »

Mein nicht ganz freiwilliges Experiment "Urlandschaft" im vormaligem "Blumen -Steingarten" und einem Teil vom Beerengarten den ich die letzten 4 Jahre der "Natur" überließ.
Pfefferminze, Goldrute, Eibisch, Karde, Wildrosen, ein Meer Dost/Oregano, Nachtkerze, Malven, Alpenampfer, Brennnessel, Nachtviolen, Haselnüsse, Himbeeren, Johannisbeeren, Weissdorn, Holunder, Schmetterlingsflieder, Süssdolde, Mutterkraut, Johanniskraut, haben sich den Platz erobert...ein Festival für Bienen und Schmetterlinge! Auch eine Esche hat den Weg her gefunden...die habe ich aber dem Bauern für seinen Wald spendiert...gelber Hohlzahn und Japanisches Springkraut kam neu angeflogen....davon werde ich aber vorsorglich die Blüten zu Marmelade und 'Saft verarbeiten, bevor es sich ganz ausbreitet.
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
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