Altbausanierung mit Lehm

Florian
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Re: Altbausanierung mit Lehm

#61

Beitrag von Florian »

Jop, emil ...

Hier wächst fast ausschließlich Robinie, und mittlerweile habe ich dieses Holz schätzen aber auch hassen gelernt. sozusagen bestet eine hassliebe :)
Die Bearbeitung ist schon ziemlich Mühsam, vor allem wenn man Altes Holz wiederverarbeitet.

Aber wie auch immer, der Teil Holz, welcher es auch immer war, der unter dieser Lehmwand verwendet wurde, ist verrottet.
Nach Zaunpfosten beurteilt, hält auch robinie nur an die 50 Jahre, eingegraben, vorausgesetzt sie wurde zur richtigen zeit geschlagen.

Als Problem seh ich das weniger, denn der Vorteil ist, das das Haus nur ein paar Meter vom jetzigen Wohnhaus entfernt liegt, und ich nach lust und laune probieren/experimentieren kann.
Im schlimmsten Fall, klopf ich nächstes Jahr den Dachstuhl runter, denn der ist sowiso in den nächsten Jahren am Ende, und in dem Zug, könnte man dann auch die gesamte Mauer ohne Lebensgefahr erneuern :) Holz, allerdings Fichte, und Dachziegeln hab ich hier für 2 Häuser gelagert, gut das ich mal in der Abbruchbranche tätig war.

Ich hab übrigens wegen dir vorhin betreff der Korneliuskirsche nachgelesen, du meintest in nem andren fred das bei dir kirschen nicht reif werden, ich glaub deren Holz ist noch haltbarer als robinie, oder einfach nur härter ? .... auch nicht wirklich relevant, weils ja nur größere sträuche werden.
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luitpold
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Re: Altbausanierung mit Lehm

#62

Beitrag von luitpold »

Was schön anzusehen ist, die verschiedenen Versuche auf dem alten Lehmbau, Cement/Kalkhaltigen Putz zu verwenden.
Einmal mit Hasendraht, einmal mit Schilf, das andere mal mit normalen Draht um Nägel gewickelt, ganz wirre,enge Drahtgeflechte, oder ein anderes mal nur den lehm "geritzt".

Aber wo man auch klopft auf den lehmwänden, unter der Putzschicht hohl
Liegt glaub ich an der höheren Feuchtigkeit die der Lehm hat.
hallo florian,
deine beschreibung deutet auf eine durchfeuchtung der lehmwände hin, die wirft dann jegliche form von putz ab, und löst sich im durchfeuchteten bereich selber auf, dh. sie wird immer schwächer und verliert die tragfähigkeit, also raus damit.
fundament schaffen, horizontalabdichtung einbauen und neu aufmauern, womit auch immer.

ein link der die komplexität der mauerwerksdurchfeuchtung ganz gut darstellt. http://www.fachwerk.de/wissen/wand-tung-48650.html

lg
luitpold
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emil17
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Re: Altbausanierung mit Lehm

#63

Beitrag von emil17 »

Florian hat geschrieben: Ich hab übrigens wegen dir vorhin betreff der Korneliuskirsche nachgelesen, du meintest in nem andren fred das bei dir kirschen nicht reif werden, ich glaub deren Holz ist noch haltbarer als robinie, oder einfach nur härter ?
Ich wollte damit einen Standort im Gebirge beschreiben; das kann man mit der Kulturobergrenze von bekannten Pflanzen wie Wein, Steinobst, Kartoffeln, Getreide besser als mit Jahresmitteltemperaturen odfer der Angabe der Meereshöhe erreichen. Ich wohne nicht so hoch, und gemeint war die gewöhnliche Kirsche. Die Kornelkirsche, die Du meinst, ist bezüglich Wärme weit anspruchsvoller als der gewöhnliche Kirschbaum, dafür nimmt er mit dem felsigsten Boden vorlieb, wenns nur sonnig ist.
Härte und Dauerhaftigkeit von Holz haben gar nichts miteinander zu tun. Es gibt harte und dauerhafte Hölzer (Robinie), harte und nicht dauerhafte (Buchsbaum, Rotbuche), weiche und dauerhafte (Mammutbaum, Redwood) und weiche und nicht dauerhafte (Pappel) und alles dazwischen.
Zum Bauen ist Weichholz eher besser geeignet, weil es sich leichter bearbeiten lässt und weil man bei gleichem Gewicht mit Weichholz bei optimalem Querschnitt eher mehr Tragfähigkeit bekommt - wenn das Weichholz zähe ist. Wenn man Holz zu Balken einschneiden will, ist vollrunder, vollholziger (d.h. Durchmesser nimmt zur Krone hin nur wenig ab) Stamquerschnitt von Vorteil.
Ich würde auch die problematischen Mauern neu aufbauen, man kann ja den alten Lehm abklopfen und wieder verbauen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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luitpold
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Re: Altbausanierung mit Lehm

#64

Beitrag von luitpold »

emil17 hat geschrieben:Ich würde auch die problematischen Mauern neu aufbauen, man kann ja den alten Lehm abklopfen und wieder verbauen.
den durchfeuchteten teil würde ich wegen versalzung entsorgen.
Es muß sich alles ändern, damit es bleibt, wie es ist.
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