Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
was kostet es dich 1rm Brennholz zu machen? Also mal so als Idee von den Preisen
- Rohana
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Ich frage mich eher was du als Endpreis verlangen würdest und was du bekommst - wenn du mal mit Zahlen um dich schmeissen willst 
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Geile Karre !Olaf hat geschrieben: Mo 19. Sep 2011, 09:55 Also ich optimiere das gerade, weil einiges günstiger geworden.
Den Wald hab ich ja "am Haus", so das das Holz mit diesem prachtvollen Gefährt auf dem Grundstück bewegt wird:tdrohne.JPG
Im Freien getrocknet wird meist, wo es anfällt.
Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Die Kostenseite ist sehr individuell, wegen unterschiedlicher Abschreibungen, Finanzierungs- und Arbeitskosten je produzierter Menge.
Das kann sich nur jeder selbst für seinen Betrieb ausrechnen.
Wenn ich einen Traktor habe, der 1000 Stunden m Jahr läuft, und davon 100 Stunden für die Brennholzproduktion,
oder den gleichen Traktor, der nur 100 Stunden im Jahr für die Brennholzproduktion läuft, ergibt das deutlich unterschiedliche Kosten / Stunde.
Wenn ich am Traktor viel selbst reparieren kann, habe ich eine andere Kalkulation als bei 100 Euro bis 150 Euro pro Werkstattstunde.
Und als Selbständiger brauche ich ca. 25 bis 30 Euro Nettoerlös die Stunde, um bei Berücksichtigung von Sozialversicherungskosten, Urlaub, durchschnittlichen Krankheitszeiten, und den Nachteilen bei der Besteuerung ein dem Mindestlohn vergleichbares Stundeneinkommen zu erreichen.
Bei uns kann man waldfrisches Fichten-Brennholz in 2 m langen Rundlingen (das ist die gängige Zwischenhandelssortierung) für ca. 30 Euro frei Waldstraße oder ca. 40 Euro frei Haus kaufen.
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 05-87-6649
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 36-87-6978
Lasse ich das aus meinem eigenen Wald vom Lohnunternehmer ernten, liegen die Einschlag- und Rückekosten bei ca. 25 Euro je RM.
Bleiben 5 Euro Erlös für den Waldbesitzer, vor Kosten und Steuern. Dafür hat er quasi jahrelang sein Grundstück bereitgestellt, die Bäume gepflanzt und gepflegt Grundsteuer und Sozialversicherung bezahlt, etc.
Das kann sich nur jeder selbst für seinen Betrieb ausrechnen.
Wenn ich einen Traktor habe, der 1000 Stunden m Jahr läuft, und davon 100 Stunden für die Brennholzproduktion,
oder den gleichen Traktor, der nur 100 Stunden im Jahr für die Brennholzproduktion läuft, ergibt das deutlich unterschiedliche Kosten / Stunde.
Wenn ich am Traktor viel selbst reparieren kann, habe ich eine andere Kalkulation als bei 100 Euro bis 150 Euro pro Werkstattstunde.
Und als Selbständiger brauche ich ca. 25 bis 30 Euro Nettoerlös die Stunde, um bei Berücksichtigung von Sozialversicherungskosten, Urlaub, durchschnittlichen Krankheitszeiten, und den Nachteilen bei der Besteuerung ein dem Mindestlohn vergleichbares Stundeneinkommen zu erreichen.
Bei uns kann man waldfrisches Fichten-Brennholz in 2 m langen Rundlingen (das ist die gängige Zwischenhandelssortierung) für ca. 30 Euro frei Waldstraße oder ca. 40 Euro frei Haus kaufen.
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Lasse ich das aus meinem eigenen Wald vom Lohnunternehmer ernten, liegen die Einschlag- und Rückekosten bei ca. 25 Euro je RM.
Bleiben 5 Euro Erlös für den Waldbesitzer, vor Kosten und Steuern. Dafür hat er quasi jahrelang sein Grundstück bereitgestellt, die Bäume gepflanzt und gepflegt Grundsteuer und Sozialversicherung bezahlt, etc.
Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Dann habe ich das Holz für sagen wir 39 Euro / RM in 2 m Rundlingen auf dem Hof liegen.
Ein RM (Raummeter) ergibt je nach Scheitlänge und -Querschnitt ca. 1,3 bis 1,5 SRM (Schüttraummeter) Brennholz.
Rechnen wir im Mittel mit 1,4 SRM.
Ofenfertiges, trockenes Fichtenbrennholz kriege ich hier für 50 bis 60 Euro SRM frei Haus, bei Abnahme kleiner Kipp-LKW oder großer PKW-Kipper, also ab ca. 10 SRM.
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 3-87-20358
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 75-87-6980
In den letzten Jahren, mitten der Käfer-Flut, würde teilweise ofenfertiges Holz für 35 Euro / SRM frei Haus angeboten.
Rechnen wir 10 SRM waldfrische (nasse) Rundlinge a 39 Euro, ergibt 390 Euro, inkl. Steuer.
Ergibt nach Aufbereitung und einem Jahr Trockung 14 SRM für sagen wir 60 Euro frei Kunde, also 840 Euro Erlös, inkl. Steuer.
Bleiben 450 Euro abzüglich 7% Steuer, also ca. 420 Euro für die Aufbereitung, trockene Lagerung, Zwischenfinanzierung und Transport zum Kunden.
Abzüglich 10% Finanzierungskosten (der S&P 500 hat in 2025 um gut 16% zugelegt) bleiben 382 Euro.
Je 10 km hin und zurück zu Kunden mit SUV und Anhänger mit 1,5 Euro / km macht 30 Euro, bleiben 352 Euro.
Auf dem Holzlagerplatz könnten auch Wohnmobile stehen. Kostet ihr ohne Überdachung pro Wohnmobil ca. 35 Euro im Monat.
Angenommene 50 RM pro Wohnmobilplatz machen 7 Euro für die 10 RM pro Monat, sind 84 Euro im Jahr.
Bleiben 268 Euro. Bei Lagerung unter Dach noch weniger.
Dann brauche ich Spalter und Säge oder eine entsprechende Kombi, Antrieb per Traktor oder E-Motoren, Stellplätze für diese Geräte, Arbeitszeit und Treibstoff für die Aufbereitung und hinterher das Aufräumen und die Entsorgung der Reste wie Rinde, Späne, Bruchholz. Die Arbeitszeit für den Umgang mit dem Kunden, für die Auslieferung und Abrechnung nicht zu vergessen.
Hier könnte ich z.B. einen Sägespaltautomat mieten für 250 Euro pro 8 Stunden.
Damit schaffe ich im 1-Mann-Betrieb ca. 3 RM pro Stunde, also 3,3 h für die 10 RM, macht anteilig 103 Euro Mietkosten, inkl. Treibstoff.
Vorteil der Miete wäre, das sich selbst keine Abschreibung, keinen Stellplatz, keine Reparaturen für die Maschine habe.
Dann bleiben 165 Euro für meine gesamt Arbeitszeit inkl. Einkauf und Verkauf.
Bei 25 Euro Kalkulationssatz pro Stunde also gut 6 1/2 Stunden.
Da muss man schon sehr straff organisiert sind, um wenigstens das Mindestlohnäquivalent zu erwirtschaften, zwischen Waldstraße und Verkauf.
Über den Teil vor der Waldstraße sollte man wirtschaftlich gar nicht erst nachdenken...
Ein RM (Raummeter) ergibt je nach Scheitlänge und -Querschnitt ca. 1,3 bis 1,5 SRM (Schüttraummeter) Brennholz.
Rechnen wir im Mittel mit 1,4 SRM.
Ofenfertiges, trockenes Fichtenbrennholz kriege ich hier für 50 bis 60 Euro SRM frei Haus, bei Abnahme kleiner Kipp-LKW oder großer PKW-Kipper, also ab ca. 10 SRM.
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In den letzten Jahren, mitten der Käfer-Flut, würde teilweise ofenfertiges Holz für 35 Euro / SRM frei Haus angeboten.
Rechnen wir 10 SRM waldfrische (nasse) Rundlinge a 39 Euro, ergibt 390 Euro, inkl. Steuer.
Ergibt nach Aufbereitung und einem Jahr Trockung 14 SRM für sagen wir 60 Euro frei Kunde, also 840 Euro Erlös, inkl. Steuer.
Bleiben 450 Euro abzüglich 7% Steuer, also ca. 420 Euro für die Aufbereitung, trockene Lagerung, Zwischenfinanzierung und Transport zum Kunden.
Abzüglich 10% Finanzierungskosten (der S&P 500 hat in 2025 um gut 16% zugelegt) bleiben 382 Euro.
Je 10 km hin und zurück zu Kunden mit SUV und Anhänger mit 1,5 Euro / km macht 30 Euro, bleiben 352 Euro.
Auf dem Holzlagerplatz könnten auch Wohnmobile stehen. Kostet ihr ohne Überdachung pro Wohnmobil ca. 35 Euro im Monat.
Angenommene 50 RM pro Wohnmobilplatz machen 7 Euro für die 10 RM pro Monat, sind 84 Euro im Jahr.
Bleiben 268 Euro. Bei Lagerung unter Dach noch weniger.
Dann brauche ich Spalter und Säge oder eine entsprechende Kombi, Antrieb per Traktor oder E-Motoren, Stellplätze für diese Geräte, Arbeitszeit und Treibstoff für die Aufbereitung und hinterher das Aufräumen und die Entsorgung der Reste wie Rinde, Späne, Bruchholz. Die Arbeitszeit für den Umgang mit dem Kunden, für die Auslieferung und Abrechnung nicht zu vergessen.
Hier könnte ich z.B. einen Sägespaltautomat mieten für 250 Euro pro 8 Stunden.
Damit schaffe ich im 1-Mann-Betrieb ca. 3 RM pro Stunde, also 3,3 h für die 10 RM, macht anteilig 103 Euro Mietkosten, inkl. Treibstoff.
Vorteil der Miete wäre, das sich selbst keine Abschreibung, keinen Stellplatz, keine Reparaturen für die Maschine habe.
Dann bleiben 165 Euro für meine gesamt Arbeitszeit inkl. Einkauf und Verkauf.
Bei 25 Euro Kalkulationssatz pro Stunde also gut 6 1/2 Stunden.
Da muss man schon sehr straff organisiert sind, um wenigstens das Mindestlohnäquivalent zu erwirtschaften, zwischen Waldstraße und Verkauf.
Über den Teil vor der Waldstraße sollte man wirtschaftlich gar nicht erst nachdenken...
- emil17
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Du hast noch die Abschreibung der eigenen Gesundheit vergessen; Brennholz im Tempo des gehetzten Affen für andere machen, um wenigstens rechnerisch auf einen Mindestnettoertrag zu kommen, hält man nicht ewig durch.
Hartholz ist bei Endkunden übrigens vor allem deshalb beliebt, weil man da weniger oft nachlegen muss. Heisst es. Richtig getrocknet ist Fichte genau so gut wie ein anderes Brennholz - man muss halt Lagerplatz haben.
Für die Edelkamine der Ferienhausvillen werden die Scheiter sogar noch getrommelt, damit man keine Spreisseln von der Säge an den Scheitern hat. Sowas ist ja völlig unzumutbar.
Hartholz ist bei Endkunden übrigens vor allem deshalb beliebt, weil man da weniger oft nachlegen muss. Heisst es. Richtig getrocknet ist Fichte genau so gut wie ein anderes Brennholz - man muss halt Lagerplatz haben.
Für die Edelkamine der Ferienhausvillen werden die Scheiter sogar noch getrommelt, damit man keine Spreisseln von der Säge an den Scheitern hat. Sowas ist ja völlig unzumutbar.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
- Rohana
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Im Hobby/Kleinbetrieb geht's halt so nicht. Aber interessiert den Kunden ob der Lieferant hohe oder weniger hohe Arbeitskosten hat? Nein, den interessiert der Preis pro Einheit und das war's. Bei meinen Eiern kann ich wenigstens noch schreiben "von glücklichen Hühnern mit Begockelung und Freigang", beim Brennholz zieht das Argument "von glücklichen Hobbyholzern" einfach nicht für höhere Preise... glaube ich. 
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
"aus nachhaltiger Waldwirtschaft"? Beim Brennholz sind wir ja mangels Waldbesitz fast nur Konsumenten. Die paar Bäume, die wir haben, machen entweder nur Kleinholz ("Rundhölzer") oder brauchen ewig, bis sie groß genug sind.....Rohana hat geschrieben: Fr 9. Jan 2026, 19:48"von glücklichen Hühnern mit Begockelung und Freigang", beim Brennholz zieht das Argument "von glücklichen Hobbyholzern" einfach nicht für höhere Preise...
Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Das dürften zumindest recht kleine Nischenmärkte sein.Rohana hat geschrieben: Fr 9. Jan 2026, 19:48 Im Hobby/Kleinbetrieb geht's halt so nicht. Aber interessiert den Kunden ob der Lieferant hohe oder weniger hohe Arbeitskosten hat? Nein, den interessiert der Preis pro Einheit und das war's. Bei meinen Eiern kann ich wenigstens noch schreiben "von glücklichen Hühnern mit Begockelung und Freigang", beim Brennholz zieht das Argument "von glücklichen Hobbyholzern" einfach nicht für höhere Preise... glaube ich.![]()
Ein ehemaliges Forenmitglied hat eine Ferienanlage vor der Haustür und ein nettes Nebengeschäft, Brennholz in Raschelsäcken zu annehmbaren Preisen zu verkaufen, für die Lager- und Kaminfeuer dort.
Jemand hier aus der Gegend pendelt zur Arbeit 120 km in den nächsten Ballungsrum. Er hat sich ein Nebengewerbe aufgebaut, indem er daheim einen Sägespaltautomaten stehen hat, günstig einkauft und sein fertiges Brennholz am Arbeitsort deutlich hochpreisiger los wird. Fahren muss er die Strecke eh, sagt er, auch wenn das mit dem Gespann natürlich teurer ist pro km.
Als Hobbyholzer oder Teilzeitforstwirt muss man sich halt überlegen, ob man dieses Holz nicht lieber liegen lässt und nur rückt, was das Rücken wert ist. Sagt sich natürlich leicht, wenn man z.B. Borkenkäfer bekämpfen muss. Oder ob man es hacken lässt, statt Arbeitszeit, die man anderweitig besser verwertet kriegt, in Scheitholzaufbereitung zu investieren.
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Kerstines
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?
Ihr könntet versuchen, Holz als "nach dem Mondkalender geschlagen" zu verkaufen, wenns denn so ist.Rohana hat geschrieben: Fr 9. Jan 2026, 19:48 Im Hobby/Kleinbetrieb geht's halt so nicht. Aber interessiert den Kunden ob der Lieferant hohe oder weniger hohe Arbeitskosten hat? Nein, den interessiert der Preis pro Einheit und das war's. Bei meinen Eiern kann ich wenigstens noch schreiben "von glücklichen Hühnern mit Begockelung und Freigang", beim Brennholz zieht das Argument "von glücklichen Hobbyholzern" einfach nicht für höhere Preise... glaube ich.![]()
Soll ja, je nach Termin, ganz unterschiedliche Eigenschaften haben.
Bei Brennholz dann vielleicht "angenehmer Duft", "besseres Brennverhalten".
(Nur zur Anmerkung: Ich halte viel von der Orientierung nach dem Mondkalender und den "Lostagen", versuche davon zu berücksichtigen, was bei uns so paßt.)
"Es sind die Fantasten, die die Welt in Atem halten. Nicht die Erbsenzähler." Erich von Däniken
