Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Naja. Ich muss halt hoffen, dass mir meine Mitschuld an der CO2-Reduzierung zu Lebzeiten nicht mehr zum Verhängnis wird.
Wir lagern hier nette Mengen an Kohlenstoff in Form von Humus ein.
Die finanziellen Möglichkeiten einer Universität haben wir nicht und müssen daher zu Behelfsmessungen greifen, etwa was die Tiefe des Wurzelraumes angeht.
Wir führen z.B. mit dem Penetrometer Vergleichsmessungen der Eindringtiefe bei 300 PSI Druck durch.
Auf den ältesten Versuchsflächen sind wir hier von ursprünglich ca. 15 cm Eindringtiefe bei jetzt ca. 60 cm Eindringtiefe angekommen. Der Futterertrag hat sich auf diesen Flächen, ermittelt anhand des Weidetagebuchs, ca. verdoppelt. Und durch das deutlich erhöhte Wasserspeichervermögen hatten wir dieses Jahr bei Sommertrockenheit, wo selbst das Ackergras auf der Intensivfläche eines Nachbarn nebenan versagt hat, noch einen (für unsere Verhältnisse) schönen Aufwuchs.
Dazu bewegen sich die pH-Werte aus dem tiefsauren Bereich in Richtung neutral.
Alles langjährig ohne Düngergaben. Umgestellt wurde das zeitliche Management der Beweidung.
Von dem, was einige Kollegen erreicht haben, sind wir noch weit entfernt. Aber man lernt ja stetig dazu.
Aber vermutlich bilde ich mir das alles nur ein.
Interessant übrigens, was bei Wikipedia zur Wald-Simse auf Viehweiden steht:
"Wo Nasswiesen mit Beständen der Wald-Simse vorkommen, muss man sie durch intensive Beweidung vertreiben. Zwar wird sie vom Vieh kaum gefressen, doch erträgt sie Tritt und wohl auch Stickstoffeintrag durch wiederholten Kotabsatz so schlecht, dass sie meist eingeht. Auf beweideten Sumpfwiesen findet man die Wald-Simse daher fast nur in den Entwässerungsgräben."
https://de.wikipedia.org/wiki/Wald-Simse
Gut, dass die Simse selbst wohl nichts von ihrem Wiki-Eintrag weiß. Bei uns breitet sie sich auf der Versuchsfläche gerne aus und wird von den Tieren auch gerne gefressen.
Evtl. ist sie nur einem Biologen aus der Schublade gefallen...
Wir lagern hier nette Mengen an Kohlenstoff in Form von Humus ein.
Die finanziellen Möglichkeiten einer Universität haben wir nicht und müssen daher zu Behelfsmessungen greifen, etwa was die Tiefe des Wurzelraumes angeht.
Wir führen z.B. mit dem Penetrometer Vergleichsmessungen der Eindringtiefe bei 300 PSI Druck durch.
Auf den ältesten Versuchsflächen sind wir hier von ursprünglich ca. 15 cm Eindringtiefe bei jetzt ca. 60 cm Eindringtiefe angekommen. Der Futterertrag hat sich auf diesen Flächen, ermittelt anhand des Weidetagebuchs, ca. verdoppelt. Und durch das deutlich erhöhte Wasserspeichervermögen hatten wir dieses Jahr bei Sommertrockenheit, wo selbst das Ackergras auf der Intensivfläche eines Nachbarn nebenan versagt hat, noch einen (für unsere Verhältnisse) schönen Aufwuchs.
Dazu bewegen sich die pH-Werte aus dem tiefsauren Bereich in Richtung neutral.
Alles langjährig ohne Düngergaben. Umgestellt wurde das zeitliche Management der Beweidung.
Von dem, was einige Kollegen erreicht haben, sind wir noch weit entfernt. Aber man lernt ja stetig dazu.
Aber vermutlich bilde ich mir das alles nur ein.
Interessant übrigens, was bei Wikipedia zur Wald-Simse auf Viehweiden steht:
"Wo Nasswiesen mit Beständen der Wald-Simse vorkommen, muss man sie durch intensive Beweidung vertreiben. Zwar wird sie vom Vieh kaum gefressen, doch erträgt sie Tritt und wohl auch Stickstoffeintrag durch wiederholten Kotabsatz so schlecht, dass sie meist eingeht. Auf beweideten Sumpfwiesen findet man die Wald-Simse daher fast nur in den Entwässerungsgräben."
https://de.wikipedia.org/wiki/Wald-Simse
Gut, dass die Simse selbst wohl nichts von ihrem Wiki-Eintrag weiß. Bei uns breitet sie sich auf der Versuchsfläche gerne aus und wird von den Tieren auch gerne gefressen.
Evtl. ist sie nur einem Biologen aus der Schublade gefallen...
- emil17
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Kannst du, bevor du das Thema wechselst, mir noch erklären, was ein unlogisches Biotop ist?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Ist das Gegenteil von einem logischem Biotop.
.
Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland !
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Dass du als Biologe auch noch Spezialist für Plattentektonik bist, mag dir evtl. meinen unausgeschlafenen ppm-Fehler verzeihen helfen.emil17 hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 08:56 Der Meeresspiegelanstieg und der damit einhergehende Verlust an Landfläche ist aber eine direkte Folge des heutigen CO2-Anstiegs und eines der Hauptprobleme.
Irgendwie fehlt mir in all diesen Modellen der Sachverhalt, dass die Erde kein starrer Körper ist und Masseverlagerungen Hebungen und Senkungen der Platten zufolge haben.
Menschliche Bausünden und politische Grenzen haben die Erde in ihrer Entwicklung bisher wenig gestört.
Das sind halt Themen, die die Menschheit ausklamüsern muss. Wanderungsbewegungen hat es die ganze Geschichte der Menschheit lang gegeben und der Immobilienbestand wird eh regelmäßig erneuert.
Wird halt evtl. eng bei dir auf dem Berg, falls Patricks Nachfahren nicht angehoben werden und mit ihren Hausboten an der Spitze des untergegangenen Kölner Doms vorbei in Richtung Schweiz paddeln.
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Kann man das so zusammenfassen: viel Dünger in der Erde ist gut, viel "Dünger" (CO2, Wärme) in der Luft ist schlecht?
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Wenigstens einer hat es verstanden.
Logisch ist ein Biotop, wenn es sich gemäß eines folgerichtigen Denkmodells entwickelt.
Mein noch unausgereifter Versuch, den untauglichen Begriff "Natur" durch einen besseren Ansatz zu ersetzen.
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Vielleicht ist ein unlogisches Biotop eines, das auf Zufuhr von außen angewiesen ist? 
Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
"Wenigstens einer hat es verstanden." 
Fragt mich wenn ihr etwas wissen wollt .
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Ich würde es eher so zusammenfassen, dass "gut" und "schlecht" sehr individuelle menschliche Kategorien sind.Maria hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 09:16 Kann man das so zusammenfassen: viel Dünger in der Erde ist gut, viel "Dünger" (CO2, Wärme) in der Luft ist schlecht?
Mit etwas erweitertem Blickwinkel sieht man, dass man mit jeder Änderung Gleichgewichte verschiebt, was zu Gewinnern und Verlierern (aus deren jeweiliger Perspektive) führt.
Wenn der Meeresspiegel steigt, findet das der eine doof, weil er umziehen muss, und der andere freut sich über den neuen Badestrand vor seiner Haustür, und darüber, dass sein bisheriger Sommer-Ferienhausvermieter jetzt bei ihm Miete zahlen muss.
- emil17
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher
Dazu muss man kein Spezialist sein.Manfred hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 09:13Dass du als Biologe auch noch Spezialist für Plattentektonik bist, mag dir evtl. meinen unausgeschlafenen ppm-Fehler verzeihen helfen.emil17 hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 08:56 Der Meeresspiegelanstieg und der damit einhergehende Verlust an Landfläche ist aber eine direkte Folge des heutigen CO2-Anstiegs und eines der Hauptprobleme.
Irgendwie fehlt mir in all diesen Modellen der Sachverhalt, dass die Erde kein starrer Körper ist und Masseverlagerungen Hebungen und Senkungen der Platten zufolge haben.
Wenn die Eisschilde auf Antarktika und Grönland abschmelzen, steigt der Meeresspiegel weil das Eis das auf dem Festland war nun im Meer als Wasser ist.
Wenn Antarktika und Grönland wegen Abschmelzen des Eises entlastet werden, steigt der Meeresspiegel zusätzlich, weil diese Kontimente wegen Entlastung sich heben werden, und weil Kontinente unten breiter sind als oben. Das ist einfache Geometrie. Dazu muss man nicht Plattentektonikspezialist sein.
Des weiteren wird das Meerwasser wärmer und dehnt sich deshalb thermisch aus. Das führt zu einem weiteren Anstieg.
Auch wenn man diesen Hebungs- und direkten Temperatureffekt weglässt, steigt der Meeresspiegel so weit an, dass das grosse Flächenverluste und riesige Migrationsströme zur Folge haben wird.
Mit anderen Worten, nach mir die Sintflut. Ich teile diese Einstellung nicht.Manfred hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 09:13 Menschliche Bausünden und politische Grenzen haben die Erde in ihrer Entwicklung bisher wenig gestört.
Das sind halt Themen, die die Menschheit ausklamüsern muss. Wanderungsbewegungen hat es die ganze Geschichte der Menschheit lang gegeben und der Immobilienbestand wird eh regelmäßig erneuert.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
