Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Gelöschter Benutzer 54

Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#1

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

Ganz laaangsam kommt es auch in der breiteren Öffentlichkeit an:

Zitat:

Erstmals systematische Messungen
Im Rahmen des EU-Projekts REWET wurde in Marchegg im Jahr 2024 erstmals systematisch gemessen, wie eine beweidete Auwiese CO2 speichert – trotz des Jahrhunderthochwassers. „Durch unsere Messstation haben wir herausgefunden, dass dieses Gebiet in seiner Gesamtbilanz eine CO2-Senke darstellt, obwohl durch die ganzen Überschwemmungen des vergangenen Jahres auch sehr viele Methanausgasungen vorhanden waren. Dennoch konnte das Gebiet insgesamt eine positive CO2-Bilanz abliefern“, so Projektleiterin Magdalena von der Thannen von der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien.


Gesamter Artikel (ORF ON)

https://noe.orf.at/stories/3320371
Kirschkernchen
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#2

Beitrag von Kirschkernchen »

6 CO2 + 6 H2O -----> C6H12O6 + 6 O2

Aus Kohlendioxid und Wasser entsteht in den Chloroplasten Glukose und Sauerstoff. Photosynthese. Zucker in verschieden großen Molekülen dient der Pflanze und allgemein dem jährlich wiederkehrenden Leben als Energiespeicher. Größere Molekühle für längere und kleinere Moleküle für kürzere Speicherzeit. Lange Speicherzeit bedeutet eine Speicherung in den Zellwänden von Gräsern oder Blümchen als Zellulose bis ins Folgejahr, dort zehren die neuen Pflanzen den verrottenden Speicher auf. Bei Bäumen speichert der Baum die Energie für noch viel länere Zeit, bis er wieder vergammelt und verfügbar wird. Solange er lebt, sickern kleinere Zuckermolekühle im Saft der Rinde nach unten in die Wurzel und nähren diese. Diese kleineren Zucker sind also nur für kurze Zeit als Speicher gedacht.

Unter diese verschieden Zuckerformen fallen auch Kohlehydrate und Fette, die die Pflanzen den Menschen und Tieren zur Verfügung stellen. Auch im Menschen selber werden diese Zuckerarten für eher schnelle (Traubenzucker) oder eher langsame (Fette) Verfügbarkeit verwendet. Der Körper produziert diese Stoffe nach der im innewohnenden Intelligenz selber, er kann eins ins andere umwandeln. Peptide und Eiweise sind aus Aminocarbonsäuren aufgebaut und diese bestehen aus C, H, O und hier kommt noch das N hinzu, was ich unten kurz erwähne. Im menschlichen Körper kommt also zur Energiespeicherfunktion noch eine Informationsübertragungsfunktion hinzu. Höheres Leben benötigt also auch für die Funktion eines komplizierten Nervensystems die genannten Bestandteile.

In den Tieren und Pflanzen werden diese Zuckerformen durch Atmung wieder zu Kohlendioxid und Wasser umgewandelt, wobei Energie frei wird, diese bechriebene, gespeicherte Energie. Bei der Atmung kann man obige Gleichung also einfach umkehren. Kreislauf. Tiere und Menschen veratmen Zucker.

Das gesamte Leben besteht im wesentlichen aus Kohlenstoffatomen, Wasserstoffatomen und Sauerstoffatomen. Die Kreisläufe vom Werden und Vergehen sind in Pflanzen- Tier und Menschenwelt aufeinander abgestimmt. Ohne die Kohlenstoffatome im Kohlendioxid, die Wasserstoffatome im Wasser und die Sauerstoffatome im Kohlendioxid und Wasser gäbe es keine organischen Stoffe. Sie sind also nicht nur hilfreich, sie sind essenziell. Kohlendioxid und Wasser sind praktisch Leben. Das muss verstanden werden, wenn man in der modernen Welt bemerkt, dass um Kohlendioxid (böse) und Wasser (gefährlich und knapp) soein Hype gemacht wird. Es geht um die Beherrschung des Lebens, indem man Wasser und C02 "tokenisiert", es speicherbar, knapp, handelbar und besteuerbar macht. Es geht nicht um Klimaschutz oder Solidarität. Das ist lediglich die Poesie, mit der wir es leichter akzeptieren.

Wozu Stickstoff dient und woher der Stickstoff in den Nitraten und Nitriten als Pflanzendünger und letztlich Aminocarbonsäuren kommt, dazu später. Mancher wirds nicht glauben. Es ist nicht so, dass das in der Natur aus stinkenden, russischen Düngemitteln kommt und auch nicht aus Brennesseljauche... :mrgreen:
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Zacharias
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#3

Beitrag von Zacharias »

Ich hab ja keine Ahnung von der Chose, aber ich frage mich schon lange: Wenn der Klimawandel durch CO2 negativ beeinflusst wird, warum man nicht als erste Maßnahme den Abbau der Moore stoppt, die die größten CO2-Speicher der Erde sind.
Was ich außerdem nicht verstehe: Ich bin damit groß geworden, dass Regenwälder für das Klima entscheidend sind und der Abbau dem Klima schadet. Das hab ich schon als Kind gehört. Und nun baut man Windräder en masse und das Innenleben der Flügel (von der äußeren Hülle mag ich gar nicht erst sprechen) besteht aus Regenwaldholz. Da frag ich doch mal ganz blöd in die Runde: Was verstehe ich da falsch? Zumindest Eule kann mir das bestimmt erklären.
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Tscharlie
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#4

Beitrag von Tscharlie »

In Deutschland gibt es keinen nennenswerten Moorabbau mehr.
Und man beginnt die Moore wieder mit Wasser zu versorgen, siehe Donaumoos.
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#5

Beitrag von Zacharias »

Das war weltweit gemeint. In D gibt es ja schon lange kein Moor mehr, das sich lohnt abzubauen. Das wurde erst von den KZ-Häftlingen zwangsabgebaut, dann von Kindern, die man ebenfalls gezwungen und keinesfalls besser behandelt hat.
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#6

Beitrag von Eule »

Zacharias hat geschrieben: Fr 2. Jan 2026, 13:49...
Was ich außerdem nicht verstehe: Ich bin damit groß geworden, dass Regenwälder für das Klima entscheidend sind und der Abbau dem Klima schadet. Das hab ich schon als Kind gehört. Und nun baut man Windräder en masse und das Innenleben der Flügel (von der äußeren Hülle mag ich gar nicht erst sprechen) besteht aus Regenwaldholz. Da frag ich doch mal ganz blöd in die Runde: Was verstehe ich da falsch? Zumindest Eule kann mir das bestimmt erklären.
ich nicht, aber z.B. die hier https://dpa-factchecking.com/germany/230614-99-54134/
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Tscharlie
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#7

Beitrag von Tscharlie »

Es gibt in Deutschland keine Moore mehr, wenn du meinst, jeder kann ja meinen was er/sie will.
Ich kann dir versichern aus eigener Anschauung, das gibt es haufenweise.
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#8

Beitrag von Zacharias »

Bleib doch bitte bei dem, was ich geschrieben habe:
In D gibt es ja schon lange kein Moor mehr, das sich lohnt abzubauen.
Im Übrigen ist das, was du als Moor bezeichnest, nur der klägliche Rest der früheren Ausbeutung. Als Moor kann man das längst nicht mehr bezeichnen, denn dann würden dort andere Pflanzen wachsen, weil der Boden viel zu sauer für die meisten Arten ist.
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#9

Beitrag von Tscharlie »

Dann fahr doch mal nach Rosenheim und von da nach Nicklheim da findest du Moor soweit das Auge reicht.
Oder nach Schmidhausen bei Bad Aibling, da kann man sich im Moor verlaufen.
Oder nach Amerang, oder oder.
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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

#10

Beitrag von Zacharias »

Es ist nicht die Größe, sondern der Zustand. In einem intakten Moor gedeihen keine Bäume. Was du da als Moor ansiehst, sind die Überreste. Hübsch anzusehen, aber eben nicht mehr intakt. Wenn kein Schnee liegen würde, könnte ich dich mit einem Bild versorgen, aber das macht im Moment wenig Sinn. Alternativ schau dir das Baltikum im Luftbild an. Die braunen Placken, wo auf den ersten Blick nichts wächst, sind Hochmoore. Man sieht im Luftbild auch deutlich, wo abgebaut wird, gruselig! Aber die Deutschen brauchen ja ihre billige Blumenerde.

Edit: Schau dir mal Nicklheim im Luftbild an, da erkennst du sogar noch, wie abgebaut wurde. Das Moor dort ist über viele Jahre entstanden, ein bisschen Bewässerung bringt den Torf auch nicht zurück!
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