Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5021

Beitrag von Rohana »

Tscharlie hat geschrieben: Di 7. Jan 2025, 07:56 Aus gutem Grund ist der Begriff bei Lebensmitteln geschützt.
Und du bist nie auf den Gedanken gekommen dass "echtes Bio" kein Siegel haben muss? Das Siegel ist zuallererst eine Geschäftsidee, denn wäre es das nicht, würde das ganze Kontrollsystem staatlich getragen... klar gibt's das alles nicht umsonst aber es lässt mal wieder tief blicken wofür hier Prioritäten gesetzt werden. Wer Zertifizierer ist, muss sich nicht um Tiere, Wetter oder Markt sorgen, denn Zertifikate braucht es immer und jedes Jahr.

Das zu tun, was qua Zertifikat verlangt wird, dafür ist jede/r qualifiziert solange er/sie es denn tut. Gibt halt kein Papperl wenn man kein Audit macht. Die Qualität hat es trotzdem.
Andersrum kann man ein Papperl bekommen und es ist trotzdem nicht garantiert dass drin ist was das Papperl verspricht... das kann man nämlich einfach draufkleben. Ist ja nicht so dass das noch niemals nicht passiert wäre. Ich will jetzt nicht sagen dass das in D unbedingt der Fall sein müsste, hier wird zum einen gut produziert, zum anderen gut kontrolliert, aber in gewissen Entfernungen... :aeh:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
Tscharlie
Beiträge: 1182
Registriert: Do 27. Jan 2022, 07:45
Familienstand: verheiratet

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5022

Beitrag von Tscharlie »

Nochmal: Nein keiner im Lebensmittelbereich darf sagen, dass er Bio ist, wenn er nicht mindestens EG Bio einhält und nachweist.

Ich durfte in meinem Arbeitsleben auch nicht sagen: Kalkfarbe ist gegen Schimmel. Denn auch da braucht es eine Freigabe des Bundesumweltamtes die eine Nummer vergab, wenn man nachweisen konnte das das eine Produkt tatsächlich das einhält.

Natürlich ist Kalkfarbe für Schimmel tötlich, aber ein Verkäufer könnte Probleme bekommen wenn ihn ein Tester danach fragt.

Man kann also sagen man arbeitet mit der Natur ect. Oder im Fall von Kalkfarbe, tötet Kleinlebewesen.

BIO ist im Lebensmittelbereich ja aus den Demeterhöfen entstanden, die bereits in den 1930er Jahren Ideen entwickelten wie man das angehen könnte.

Und nein, nicht alles bei Demeter ist gut und prima, das ist halt wie in allen Lebensbereichen, sehr bunt.

Wenn ich Bio Produkte kaufe weiß ich zu 90-99% das ist Ware die nach Ideen behandelt wurden die ich für wichtig halte, wenn ich konvetionell kaufe habe ich gar keine Garantie.

Ich kaufe sauteures Bio-Weißbier, weil ich leider mal die gedankliche Idee hatte, an jeder konventionellen Bierflasche hängt ein kleiner Beutel Glyphosat ( aus Weizen und Hopfenanbau), das will ich nicht. Macht nichts, trinke ich halt weniger ist eh gesünder.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Ferry
Beiträge: 622
Registriert: Fr 7. Mär 2014, 07:40

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5023

Beitrag von Ferry »

Ich habe die Demeter-Ausbildung zur Gärtnerin gemacht und weiß sehr genau was Bio-Anbau bedeutet.
Natürlich darf ich meine Produkte nicht mit Bio beschriften, aber jeder meiner Kunden weiß was er an uns hat.

Wir haben im 2. Stock Schimmel an der Kalkfarbe.
Benutzeravatar
Tscharlie
Beiträge: 1182
Registriert: Do 27. Jan 2022, 07:45
Familienstand: verheiratet

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5024

Beitrag von Tscharlie »

Ja natürlich kann man auf einer gestrichenen Kalkfarbe die mindstens 1 Monat alt ist Schimmel bekommen, denn dann ist der PH Wert soweit abgesenkt, dass die Kalkfarbe dem Schimmel nichts mehr anhaben kann. Wenn man aber auf diese Stellen Karkfarbe streicht, dann tötet der PH Wert von > 12 alles lebendige ab. Aber auch auf "alter" Kalkfarbe hat es der Schimmel schwerer, denn sie enthält keine organischen Stoffe die der Ernährung des Schimmels nutzen könnten, wenn es wirklich reine Kalkfarbe war.

Und auch das kann man lernen, wenn man sich mit der ursprünglichen Idee Bioanbau beschäftigt. Die Demeterbauern sind Kollegen die sich helfen aber auch kontrollieren, denn zusammen wollen sie der Idee "dienen".

Wenn also Menschen zueinander vertrauen haben, dann ist das eine sehr gute Basis. Dann braucht es keine amtliche Kontrolle.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5025

Beitrag von Rohana »

Tscharlie hat geschrieben: Mi 8. Jan 2025, 07:46 Nochmal: Nein keiner im Lebensmittelbereich darf sagen, dass er Bio ist, wenn er nicht mindestens EG Bio einhält und nachweist.
Tscharlie hat geschrieben: Mi 8. Jan 2025, 11:13 Wenn also Menschen zueinander vertrauen haben, dann ist das eine sehr gute Basis. Dann braucht es keine amtliche Kontrolle.
Ja was denn nun?

Ich verrate dir mal ein Geheimnis: Es MUSS kein Konvi jemals Glyphosat benutzen ;)
Wir machen ab diesem Sommer wahrscheinlich auch aweng Braugerste, ich bin schon ganz gespannt. Wozu man da Glyphosat brauchen sollte erschliesst sich mir nicht :roll:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
Tscharlie
Beiträge: 1182
Registriert: Do 27. Jan 2022, 07:45
Familienstand: verheiratet

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5026

Beitrag von Tscharlie »

Im Weißbier ist keine Gerste,

Dann rate ich mal im Frühjahr die Augen aufzumachen.

Die Hopfengärten und viele Felder haben auch bei ausreichend Regen auf einmal "verdorrte" Bereiche, komisch was kann das nur verursachen?
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5027

Beitrag von Rohana »

Ja und wozu solltest du im Weizen Glyphosat benutzen? Noch dazu im Frühjahr? :aeug:

Trink du dein Öko-Bier wenn du dich dann besser fühlst, aber weder ist alles was da draussen passiert Glyphosat, noch braucht man es ständig und überall. Was wir brauchen wäre die Freiheit angemessen zu handeln je nachdem wie es die Situation erfordert und nicht immer nur so wie es der Vorschrift passt. Natur lässt sich halt nicht vorschreiben.

Ach, kleine Anekdote am Rande: Bin mitm Gockel beim Tierarzt gewesen. Er braucht ein Antibiotikum, aber zwecks Zulassung hab ich etwas für ins Trinkwasser bekommen, muss ihn deswegen separieren. Ende vom Liede: Er rennt im Kreis weil er zu den Hennen will und kackt ins Wasser statt es zu trinken... Spritze wär schön und einfach, aber es muss ja kompliziert sein :bang:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
Tscharlie
Beiträge: 1182
Registriert: Do 27. Jan 2022, 07:45
Familienstand: verheiratet

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5028

Beitrag von Tscharlie »

Ein Auszug:
"2008 wurde ein Spitzenabsatz von jährlich 7.600 t Wirkstoff erreicht. Seither ist eine Trendwende erkennbar. Die Absatzmenge von 3.447 t/J. in 2018 liegt auf dem Niveau von 2001. In Deutschland dominiert im Gegensatz zu dem durchschnittlichen europäischen Verhältnis der Einsatz im Ackerbau (ca. 70 %) im Vergleich zum Obst-, Gemüse- und Weinbau (ca. 20 %). Nach einer umfangreichen Betriebserhebung aus 2014/15 im deutschen Ackerbau erfolgt der Einsatz von Glyphosat vorwiegend als Stoppelanwendung nach der Ernte (ca. 60 % Anteil der Anwendungen) gegenüber dem Einsatz zur Saat der Folgekultur (ca. 35 %). Die Vorerntebehandlung, primär im Getreidebau, ist dagegen absolut nachrangig (ca. 6 %). In der Summe lag die Einsatzintensität im Durchschnitt bei 37 % der Ackerfläche in Deutschland. Im Verhältnis der Ackerkulturen dominiert bei der Stoppelbehandlung der Einsatz nach Winterraps, bei der Vorsaatbehandlung die Anwendung zu Zuckerrüben und Mais und bei der Vorerntebehandlung der Einsatz in Wintergerste. Eine Analyse auf Betriebsebene zeigt, dass der Glyphosateinsatz von Verfahren der konservierenden Bodenbearbeitung bestimmt wird. Neben den Boden- und Erosionsschutz sind ein Herbizidresistenzmanagement und eine möglichst effiziente Betriebsorganisation (AK/ha) Faktoren für den Glyphosateinsatz in größeren Betrieben."

Quelle: Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5029

Beitrag von Rohana »

Ist doch genau das was ich sage. Sikkation passiert selten, man braucht Glyphosat vorwiegend im Zusammenhang mit pflugloser Bearbeitung aus offensichtlichen Gründen. Wir haben zuletzt Glyphosat eingesetzt zum abspritzen von Unkraut vor Mais weil pflügen witterungsbedingt nicht sinnvoll möglich war. Das Unkraut war auch nur da weil wir eine verpflichtende Gründüngung machen mussten, die nix gescheites geworden ist (es hat schon einen Grund warum hier sonst Schwarzbrache gemacht wird, auch wenn mir das nicht gefällt).

Im Weizen im Frühjahr hat es absolut gar nichts zu suchen weil der Weizen sonst hinüber ist, dann gibt's kein Bier. :ohm:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
Tscharlie
Beiträge: 1182
Registriert: Do 27. Jan 2022, 07:45
Familienstand: verheiratet

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5030

Beitrag von Tscharlie »

Ich für mich will keine Produkte kaufen in deren Anbau irgendwann Glyphosat verwendet wird, da habe ich es leicht, ich kaufen nur Bio-Produkte da wird das nicht eingesetzt.

Kann ja jeder machen wie er will.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“