Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8319
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4781

Beitrag von emil17 »

Amigo hat geschrieben: Di 5. Mär 2024, 20:11 Zu den Subventionen , die gibt's jetzt auch nicht so pauschal nach Grundbuchauszug. Du musst schon anbauen oder auch nicht wie " von oben " vorgegeben. Kontrolliert wird der Spass über Satellit, g-earth wars glaube ich und wenn der Sachbearbeiter durch Bäume oder ähnliches kein scharfes Bild hat meldet er sich und du darfst auf deinen Acker fahren und Bilder schießen. Hört sich jetzt ein wenig an wie 1984 ist aber so.
Was ist daran falsch oder unanständig? Wenn ich gegen Geld für jemanden etwas mache, schaut der doch auch ob ich es gemacht habe, bevor er mich bezahlt. Auf der Baustelle macht das der Bauführer.
Das funktioniert übrigens mit Kindern genauso: "Ist dein Zimmer aufgeräumt?" funktioniert sehr viel besser, wenn Klein-Timo weiss dass der Pappa nachschauen geht.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Bernd Belgien
Beiträge: 197
Registriert: Do 21. Dez 2023, 18:39
Wohnort: St Vith

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4782

Beitrag von Bernd Belgien »

Ganz einfach weil es eben keine Vertragsfreiheit gibt.
Der Bauer wird ja nicht gefragt und verhandeln kann er auch nicht, er wird seiner Freiheiten beschnitten und bekommt als Trost Subventionen.
Ich bin auch nicht der Meinung dass die Allgemeinheit da groß zu bestimmen hat - wünschen oder über den Konsum darf man.
Unser Forum gäbe es auch nicht wenn die alten Regeln für "gepflegte Gärten" noch streng durchgesetzt würden- weil "die Allgemeinheit" englischen Rasen so schön findet.
Benutzeravatar
Nordhang
Beiträge: 489
Registriert: Mi 24. Nov 2010, 10:33

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4783

Beitrag von Nordhang »

Grundsätzlich gebe ich dir recht das es enge und wechselnde Vorgaben und Förderungen gibt. Kenn ich aus der Sanierung. Oft ist eine Förderung zu bekommen wenig profitabel für „Kleine“ wenn man zusätzlichen Aufwand und Kosten mit einrechnet. Wieder ein Grund diese Vergabe nicht zu verteidigen sondern die Praxistauglichkeit zu überdenken. Investiert man ein Vermögen in Maschinen besteht sofort eine enorme Abhängigkeit. siemge
Bernd Belgien
Beiträge: 197
Registriert: Do 21. Dez 2023, 18:39
Wohnort: St Vith

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4784

Beitrag von Bernd Belgien »

Nordhang hat geschrieben: Mi 6. Mär 2024, 14:16 Grundsätzlich gebe ich dir recht das es enge und wechselnde Vorgaben und Förderungen gibt. Kenn ich aus der Sanierung. Oft ist eine Förderung zu bekommen wenig profitabel für „Kleine“ wenn man zusätzlichen Aufwand und Kosten mit einrechnet. Wieder ein Grund diese Vergabe nicht zu verteidigen sondern die Praxistauglichkeit zu überdenken. Investiert man ein Vermögen in Maschinen besteht sofort eine enorme Abhängigkeit. siemge
Damit kann man leben, wenn es fair läuft.
Wie hier: Die Regierung will Hecken - ich bekomme Pflanzen umsonst und muss buddeln; Solar ist gewünscht- ich bekomme einen dicken Zuschuss wenn ich will! und nach Vorschrift arbeite.
Ich kann aber auch einfach weitermachen wie gehabt ohne Konsequenzen.
Eule
Beiträge: 462
Registriert: So 8. Aug 2010, 19:06
Wohnort: Hunsrück

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4785

Beitrag von Eule »

Bernd Belgien hat geschrieben: Mi 6. Mär 2024, 14:41Damit kann man leben, wenn es fair läuft.
Wie hier: Die Regierung will Hecken - ich bekomme Pflanzen umsonst und muss buddeln; Solar ist gewünscht- ich bekomme einen dicken Zuschuss wenn ich will! und nach Vorschrift arbeite.
Ich kann aber auch einfach weitermachen wie gehabt ohne Konsequenzen.
und genau da liegt der Unterschied: wenn die Bauern so weitermachen würden "wie gehabt", würden auch heute noch unzählige Rinder in Anbindeställen ihr trauriges Dasein fristen und ihre Gülle würde unbeschränkt auf die Äcker gekippt, um dann das Trinkwasser zu belasten (um nur zwei Beispiele zu nennen), während Niemand einen Nachteil davon hat, außer Dir selbst, wenn Du keine Hecke pflanzt und keine Solaranlage auf's Dach schraubst.
Benutzeravatar
Amigo
Beiträge: 716
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 17:29
Wohnort: südl.Wendekreis

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4786

Beitrag von Amigo »

So etwas nennt man Entwicklung. In meiner Schulzeit gab's noch die Prügelstrafe . Heute ist es eher anders rum.

Und viele Weidetiere sind heute wieder im Stall weil der Wolf absolute Vorfahrt genießt.
.
Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland !
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4787
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4787

Beitrag von Rohana »

Eule hat geschrieben: Mi 6. Mär 2024, 17:49
Bernd Belgien hat geschrieben: Mi 6. Mär 2024, 14:41Damit kann man leben, wenn es fair läuft.
Wie hier: Die Regierung will Hecken - ich bekomme Pflanzen umsonst und muss buddeln; Solar ist gewünscht- ich bekomme einen dicken Zuschuss wenn ich will! und nach Vorschrift arbeite.
Ich kann aber auch einfach weitermachen wie gehabt ohne Konsequenzen.
und genau da liegt der Unterschied: wenn die Bauern so weitermachen würden "wie gehabt", würden auch heute noch unzählige Rinder in Anbindeställen ihr trauriges Dasein fristen und ihre Gülle würde unbeschränkt auf die Äcker gekippt, um dann das Trinkwasser zu belasten (um nur zwei Beispiele zu nennen), während Niemand einen Nachteil davon hat, außer Dir selbst, wenn Du keine Hecke pflanzt und keine Solaranlage auf's Dach schraubst.
Glaubst du wirklich was du schreibst? Niemand baut heute mehr freiwillig Anbindeställe weil dort der Komfort nicht nur für die Tiere zu wünschen übrig lässt, ganz zu schweigen davon dass mehr Tierwohl durch Laufstallhaltung zu deutlich besseren Leistungen führt. Neue Entwicklungen bez. Tierwohl, Komfort und Effizienz passieren auch ganz ohne Subventionssteuerung und Gesetze - wenn man es denn zulässt! Erwünscht scheint es mir nicht zu sein dass die Bauern noch ansatzweise selbstständig denken, das muss alles fein säuberlich vorher reguliert werden. Solange bis keiner mehr Bock hat was zu machen.
Und es stimmt nicht dass Hecken pflanzen und Solaranlagen installieren Privatsache sind. Entweder wir wollen eine Energiewende, da kann und muss jeder einen Beitrag leisten, oder eben nicht. Selbiges gilt für Artenschutz bzw. Verhindertung von Artensterben. Kann ja irgendwie nicht sein dass da nur immer "die anderen" in der Pflicht stehen.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Bernd Belgien
Beiträge: 197
Registriert: Do 21. Dez 2023, 18:39
Wohnort: St Vith

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4788

Beitrag von Bernd Belgien »

Für meine Teil:
Hecke, ok- nehm ich.
90% hatte ich vorher selbst gekauft, vom Forst, getauscht...
Solar - Spielerei, wie mein Windrad, diverse Pumpen, Pflanzenöl im Tank, Wasserstoff im Vergaser (Hobby)

Das mit den Bauern ist mies.
Was denken manche hier?!
"Hey heute stehe ich erst um 10 auf, prügel alle Kühe, binde die dazu kurz an und dann fahre ich Gülle bis kein Gras mehr wächst!"

Ich bin zwar nur 80er BJ, kenne aber den alten Kram vom Feld um vom stall. (Das Moped musste erspart werden).
Da hatte keiner Zeit für sowas.
Heute erst recht nicht.

Alles auf dem Hof hat einen Wert, "Scheisse" , Kühe, Kälber, Dünger - das wird nix wenn man es nicht pflegt und sparsam damit umgeht.

Einige scheinen zu denken der Bauer "kaxxxt" auf die Wiese und Zack sind in der nächsten Stadt!!! die Brunnen vergiftet.
Bitte mal fragen womit die Viehtränke gespeist wird und vielleicht wann irgendwer neue Grenzwerte gewürfelt hat...
Bernd Belgien
Beiträge: 197
Registriert: Do 21. Dez 2023, 18:39
Wohnort: St Vith

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4789

Beitrag von Bernd Belgien »

Desweiteren denke ich schon dass es sehr privat ist zu sagen OK, ich will Nutzgarten, Wald, Holzofen oder Passivhaus, Steingarten und Wärmepumpe.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8319
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4790

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: Mi 6. Mär 2024, 19:32Neue Entwicklungen bez. Tierwohl, Komfort und Effizienz passieren auch ganz ohne Subventionssteuerung und Gesetze - wenn man es denn zulässt! Erwünscht scheint es mir nicht zu sein dass die Bauern noch ansatzweise selbstständig denken, das muss alles fein säuberlich vorher reguliert werden. Solange bis keiner mehr Bock hat was zu machen.
Das ist natürlich eine grobe Vereinfachung, es gibt erfreulich viele Bauern die innovativ sind. Die ganze Bio-Bauernbewegung beispielsweise ist in Gegnerschaft zum traditionellen Bauernverband entstanden.
Im Düngerbereich fiunktioniert es hingegen nicht, weil die betriebswirtschaftlich optimalen Ausbringmengen weit über den der Umwelt zumutbaren liegen, wie die Nitratbelastungen in Ackerbaugebieten zeigen. Und ich behaupte, mancher Schweinebauer würde die Jauche einfach so irgendwo in die Pampa ablassen, wenn er dürfte.
Effizienz ist übrigens nicht immer gut, denn es ist der Tod der kleinen Betriebe und der an lokale Besonderheiten angepassten Wirtschaftsweise. Aber Effizienz ist eine Art Religion in jedem Gewerbe, Effizienz ist immer gut so wie in der Kirche Beten auch immer gut ist. Irgendwann werden wir überall aus Effizienzgründen Mäh- und Melk- und Ernteroboter haben, aber der Landwirt wird sich dabei noch schlechter fühlen als jetzt schon und noch mehr Knecht des Fremdkapitals sein.
Mit mehr Effizienz wird man auch immer anfälliger auf betriebswirtschftliche Widrigkeiten aller Art, weil sie meist mit grösseren Maschinen, mehr Fremdkapital und daher mehr Fixkosten und folglich höherer Spezialisierung einhergeht. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, Zucker zu überhöhtem Preis zu kaufen und Sonderregelungen bezüglich Grundwasserschutz zu akzeptieren und auch noch Diesel zu subventionieren, nur damit sich der Zuckerrübenvollernter rechnet.
Deshalb halte ich es auch für richtig, weg von Subventionen und Beiträge nur an erbrachte Leistungen zu binden, auch weil das eher den Kleinen zugute kommt. Zudem entspricht es dem Gleichbehandlungsprinzip mit anderen Gewerben. Das Einkommen der Betriebe würde sich dabei eher besser stellen. Aber man muss sich gefallen lassen, dass man kontrolliert wird. Wer sich bevormundet fühlt, weil er Geld kriegt, um eine WIese nicht zu mähen, die er nicht mähen will, und die Auflage, die Wiese nicht zu mähen, hat ein Problem, das nicht die Regierung lösen kann.
Rohana hat geschrieben: Mi 6. Mär 2024, 19:32Und es stimmt nicht dass Hecken pflanzen und Solaranlagen installieren Privatsache sind. Entweder wir wollen eine Energiewende, da kann und muss jeder einen Beitrag leisten, oder eben nicht. Selbiges gilt für Artenschutz bzw. Verhindertung von Artensterben. Kann ja irgendwie nicht sein dass da nur immer "die anderen" in der Pflicht stehen.
In der Praxis will jeder eine Energiewende uznd jeder ist gegen Artensterben, aber nur wenn es nix kostet oder wenn es die anderen bezahlen. Wenn es klappt hätte es die Regierung noch besser machen sollen, wenn es nicht klappt sind sowieso die da oben schuld.
Wie gesagt, das sind geldwerte Leistungen der Landwirtschaft an die Allgemeinheit, aber nur wenn die Wirtschaftsweise stimmt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“