Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4706
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4591

Beitrag von Rohana »

Sven2 hat geschrieben: Do 29. Dez 2022, 12:23 und wenn mit dem krautigen Gedöns noch Ernährung zu machen ist, why not?
Ist es eben nicht! Krautiges Gedöns = Krautiges Gedöns und nicht Gras. :hmm:
Ne, ich find's einfach interessant, um evtl vom Sofa los zu kommen.
Freudscher Vertipper :mrgreen: Sicherlich ist es interessant eine weitere Nutzungsmöglichkeit für Grünland zu haben, nur das "gute" Grünland hat ja eigentlich kein Verwertungsproblem sofern wir genügend Wiederkäuer haben... klar, Weide wird schwierig mit Wolf, aber silieren und im Stall verfüttern geht :pfeif: und bevor man mit riesigem Aufwand aus Gras Proteine zieht, hat man leckere Insekten gezüchtet, wenn man's mal vom Standpunkt eines Huhns oder Schweins sieht.
Also, mMn interessanter Ansatz aber ob das marktreif bis sinnvoll einsetzbar wird, wage ich zu bezweifeln. Als Konkurrenz zum Soja sehe ich es jedenfalls nicht, da kommen ja nichtmal andere (heimische) Leguminosen dran.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8269
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4592

Beitrag von emil17 »

penelope hat geschrieben: Mi 28. Dez 2022, 23:13 Mich irritiert an dem Artikel von Sven, dass dort aufgeführt wird, dass nur Wiederkäuer Proteine aus Gras verwerten können. Das kann nicht ganz stimmen - Pferde beispielsweise können sich ja auch problemlos ausschließlich von Gras ernähren.
Da muss jemand im Biounterricht in der Schule durchgeschlafen haben. Es gibt ja noch die Unzahl Tiere ohne Wirbelsäule, die auch Proteine aus Pflanzen verwerten können.
Letztlich stammt jede Kalorie aus Nahrungsmitteln aus Pflanzen, denn nur die können aus Sonnenlicht, Wasser und Luft und ein wenig anorganischen Salzen organisches Material und damit die Grundlage allen tierischen Lebens aufbauen. Falls das jemandem irgendwie schon mal gehört vorkommt?
Dann gibt es noch die ebenfalls bekannt sein sollende Geschichte der Graslandökosysteme - mehrere Millionen Quadratkilometer Landfläche können "nur" Gras erzeugen; will man die für menschliche Ernährung nutzen, muss man Viehwirtschaft machen. Die wurde im Laufe der Geschichte deshalb auch mehrere Male erfunden.

Die Pflanzen haben übrigens auch was davon, dass sie essbar sind. Man stelle sich die Welt vor, wenn pflanzliche Biomasse nicht durch Organismen abgebaut werden könnte.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Sven2
Beiträge: 350
Registriert: Do 7. Mär 2019, 22:37

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4593

Beitrag von Sven2 »

penelope hat geschrieben: Mi 28. Dez 2022, 23:13 Sei es zunächst für Tierfutter oder auch langfristig für menschliche Ernährung. Wir essen ja auch jetzt bereits sehr sehr viele Sachen, die nur durch eine bestimmte Art der Zubereitung für uns essbar sind, was einem nur nicht so bewusst ist, weil es schon so alltäglich ist. Warum sollte die Entwicklung genau jetzt am Ende sein und nicht weitergehen?
Geht weiter:
https://www.agrarheute.com/pflanze/grue ... len-602418
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8269
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4594

Beitrag von emil17 »

Interessante Idee, aber leider wieder eine Nutzung mehr für ertragreiches Land. Interessant wäre eine direkte Nutzung von Dauergrünland, und hier besonders von solchem das nicht anders genutzt werden kann. Da ist wohl Weidewirtschaft nach wie vor die einzige sinnvolle Nutzung.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
penelope
Beiträge: 542
Registriert: Mo 26. Nov 2018, 14:41

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4595

Beitrag von penelope »

Liest du aus dem Artikel raus, dass das kein Dauergrünland ist, was genutzt wird? Ich sehe das so nicht.

Im platten und nassen Norden gibt es recht häufig Grünland, was jedoch nicht beweidet sondern für die Silos gemäht wird. Das sind dnn natürlich keine artenerichen Wiesen sondern gezüchtete Gräsersorten. In Bezug auf Bodenerosion, Humusaufbau und Wasserspeicherkapazität des Bodens sind diese Flächen allerdings wohl das deutlich kleinere Übel zu Fruchtfolgen mit dem höchstmöglichen Anteil an Mais, was hier sonst üblich ist.

Wenn Möglichkeiten entstehen, die Nährstoffe aus dem Gras auch ohne den "Umweg" durch eine Kuh für Menschen verdaulich zu machen, ist das doch super. Ich würde das sofort probieren.
Ferry
Beiträge: 610
Registriert: Fr 7. Mär 2014, 07:40

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4596

Beitrag von Ferry »

ist es dann vom Energieaufwand nicht sinnvoller den Umweg über ein Tier zu machen?
penelope
Beiträge: 542
Registriert: Mo 26. Nov 2018, 14:41

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4597

Beitrag von penelope »

Das wird man ja erst wissen können, wenn es so etwas wie marktreife Anlagen gibt.
Und es wird vermutlich auch stark davon abhängen, mit was für einem Rind in welcher Haltungsform man es vergleicht. Zwischen dem robust gehaltenen Galloway und der 10.000 l Milchkuh im Stall liegen in Bezug auf den Energieverbrauch sicherlich auch Welten.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8269
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4598

Beitrag von emil17 »

Na ja, ich lese im zitierten Artikel
"Als eine Faustzahl soll 1 t Rotklee bis zu 35 kg Protein liefern. Nach bisherigen Berechnungen könnten aus einem Hektar Grünland pro Jahr rund 400 kg Proteine gewonnen werden."
400 kg Proteine pro ha sind Werte jenseits von dem, was anders nicht nutzbares Dauergrünland liefern kann. Geht jedenfalls nur mit sehr intensiver Bewirtschaftung.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Sven2
Beiträge: 350
Registriert: Do 7. Mär 2019, 22:37

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4599

Beitrag von Sven2 »

Ich hatte den Artikel auch so verstanden, dass extra auf Ackerflächen Gräßer angebaut werden (dagür gibts bestimmt einen Fachbegriff, der besser ist als Gräßer, Grünfutter passt nicjt so ganz?)

Ich fände es auch sinnvoller, auf Ackerflächen dann eher andere Pflanzen anzubauen, als da erst etwas für Menschen unverdauliche zu Pflanzen und dann das essbare zu extrahieren
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8269
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4600

Beitrag von emil17 »

Nun, gut an umnser Klima angepasste Gras-Leguminosen-Hochleistungsmischungen haben den grossen Vorteil, dass sie kaum Pflanzenschutz brauchen, was bei den meisten für uns essbaren Nutzpflanzen nicht so ist.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“