Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4531

Beitrag von emil17 »

Ich würde auch verbieten, Waren zu importieren die so bei uns nicht hergestellt werden dürften. Egal ob Landwirtschaft oder nicht. Das ist aber nur ein Teil des Problems. Was, wenn auf gleichem Qualitätsniveau im Ausland tatsächlich billger hergestellt werden kann?
Man kann die Frage auch andersrum stellen: Warum ist Deutschland so erfolgreich beim Export? Sind die anderen zu ungeschickt um ihre Dinge selber machen zu können?
sybille hat geschrieben: Mi 14. Dez 2022, 19:07 aber wir machen uns mehr und mehr abhängig von anderen Staaten.
Wir sind alle abhängig von anderen Staaten, keiner kann ohne den anderen und das hat viele Vorteile.
Aber an Vorteile gewöhnt man sich, von den Nachteilen weiss man welche anderen schuld sind.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4532

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Mi 14. Dez 2022, 19:54 Was, wenn auf gleichem Qualitätsniveau im Ausland tatsächlich billger hergestellt werden kann?
Das ist ein ANDERES Problem. Naja, "Problem", das ist dann halt so und hat sicher auch seine Gründe (z.B. Mindestlohn der Arbeiter - der trägt ja nix zur Qualität bei). Aber darum ging es nicht, sondern den Import von Produkten die mit Mitteln und Methoden hergestellt werden die hier verboten sind, wie z.B. Pflanzenschutzmittel die bei uns nicht legal sind, oder betäubungslos kastrierte Ferkel während wir hier das ganze Prozedere der Schmerzausschaltung machen müssen und das Fleisch liegt 1:1 nebeneinander im Regal, das eine ist teurer das andere nicht... die Liste geht ja lang genug weiter. Käfigeier, Eier mit Kükentöten demnächst, etcpp.

Ich vermute es gibt diese Produkte bzw. die Problematik nicht nur im Landwirtschaftsbereich, aber da bin ich nicht so informiert. Falls jemand da mehr Einblick hat gerne teilen.
Man kann die Frage auch andersrum stellen: Warum ist Deutschland so erfolgreich beim Export? Sind die anderen zu ungeschickt um ihre Dinge selber machen zu können?
Warum exportiert Deutschland Autos? Gibt's woanders keine? ;)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4533

Beitrag von penelope »

Die Schweinefleisch Importe nach Deutschland kommen zum weit überwiegenden Teil aus Belgien und den Niederlanden, wo nicht betäubungslos kastriert wird. Zudem sind das fast alles relativ teure Edelteile und nicht das billige Hackfleisch.

Deine Beispiele sind einfach nur Klischees, die nichts mit den tatsächlichen Daten zu tun haben.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4534

Beitrag von Rohana »

penelope hat geschrieben: Mi 14. Dez 2022, 22:52 Die Schweinefleisch Importe nach Deutschland kommen zum weit überwiegenden Teil aus Belgien und den Niederlanden, wo nicht betäubungslos kastriert wird. Zudem sind das fast alles relativ teure Edelteile und nicht das billige Hackfleisch.

Deine Beispiele sind einfach nur Klischees, die nichts mit den tatsächlichen Daten zu tun haben.
Lies halt mal was da steht, ich spreche von FERKELN die importiert werden, so am Stück, zwecks Mast in D. Die kommen vorwiegend aus Dänemark, wo betäubungslos kastriert wird. Und wenn du so tolle Kenntnisse der Zahlen hast dann kannst du sie ja gerne teilen, dann sehen wir was den "Klischees" ent- oder widerspricht. Fakt ist nach wie vor dass die Sauenhaltung/Ferkelerzeugung in D einen ungebrochen stark rückläufigen Trend hat.

Parallel werden Freihandelsabkommen mit Nord- und Südamerika vorangetrieben, dazu gehören erhöhte Fleischimporte aus den USA, Chile, Brasilien... wie wird denn da erzeugt? Brauchen wir das wirklich? :hmm:
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penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4535

Beitrag von penelope »

In Dänemark wird seit Anfang 2019 mit lokaler Betäubung kastriert.
Du argumentierst dich echt um Kopf und Kragen.

Dass die "Produktion" von Schweinefleisch in Deutschland rückläufig ist, ist auch einfach folgerichtig, da der Konsum rückläufig ist. Was ich auch sehr positiv finde.

Und du fragst dich wirklich, was so in Brasilien erzeugt wird, was man in Deutschland benötigt? Soja für konventionelle Tiermast. Es müssen ja schließlich "Eiweißlücken" geschlossen werden. Glaubst du wirklich dass die Welt so läuft, dass man den südamerikanischen Ländern vorschlägt einen Vertrag zu machen, der festlegt, dass wir genau die Produkte weiterhin beziehen, mit denen wir unsere eigene Wirtschaft (die ebenso auf Export ausgelegt ist) pushen und gleichzeitig unsere Märkte für den Absatz von deren Produkten dicht machen? Und die sagen dann: ja supi - genau so machen wir das?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4536

Beitrag von Rohana »

penelope hat geschrieben: Do 15. Dez 2022, 06:08 In Dänemark wird seit Anfang 2019 mit lokaler Betäubung kastriert.
Stimmt, verwechselt. Ändert aber nichts daran dass die lokale Betäubung bei uns nicht als Schmerzausschaltung anerkannt und erlaubt ist. :roll:

Momentan ist die Regierung superscharf auf verbesserten Zugang zu seltenen Erden, Lithium, Cobalt etc etc für die grosse Energiewende. Soja? Bei den derzeitigen Preisen wird die Eiweisslücke bald fast von selbst geschlossen (wobei ich nicht weiss ob konventionelles Soja, also genverändert, genau wie das GVO-freie um über 100% zum Vorjahr im Preis gestiegen ist). Auch da könnte die Regierung mal was positives für tun, tut sie aber nicht :im: Wir werden ja sehen wie schnell sich die Sauenhaltung aus D verabschiedet, die sinkt jedenfalls wesentlich stärker als der Ferkelbedarf in der Mast. Auf jeden Fall sollte deutlich sein wohin die deutschen Tierwohl-Anforderungen führen, wenn die nicht ansatzweise nach aussen geschützt werden. Da wird sich in den nächsten Jahren noch einiges tun.

Zur Grundproblematik dass man Importe mit Rückständen nicht-zugelassener Pflanzenschutzmittel geflissentlich nebenher laufen lässt... tja, damit werden die Verbraucher wohl leben müssen. Steht ja nicht drauf, was man nicht weiss macht einen nicht heiss und so. Ob die Glyphosat-Diskussion dann wohl wieder ausgegraben wird? :)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4537

Beitrag von penelope »

Rohana hat geschrieben: Do 15. Dez 2022, 08:51
Zur Grundproblematik dass man Importe mit Rückständen nicht-zugelassener Pflanzenschutzmittel geflissentlich nebenher laufen lässt... tja, damit werden die Verbraucher wohl leben müssen. Steht ja nicht drauf, was man nicht weiss macht einen nicht heiss und so. Ob die Glyphosat-Diskussion dann wohl wieder ausgegraben wird? :)
Das steht so noch nicht mal in dem von dir selbst verlinkten Artikel. Rückstände von hier nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittel müssen nur dann toleriert werden, wenn sie nachweislich gesundheitlich unbedenklich sind. Ist nicht einfach "scheißegal" so lange es aus dem Ausland kommt und nur in Deutschland wird genau hin geguckt. :roll:

Und zur rückläufigen Schweinefleischproduktion usw. in Deutschland?
Wer außer den Leuten, die selbst dran verdienen, hat denn ein Interesse daran, dass hier in Deutschland mehr als der Bedarf im eigenen Land produziert wird? Wohl eher niemand. Das sind einfach nur die privatwirtschaftlichen Interessen einiger weniger. Für deren Förderung wird schon echt viel öffentliches Geld hergenommen. Gut so, dass das immer weniger als selbstverständlich hingenommen wird und mehr in die Kritik kommt.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4538

Beitrag von emil17 »

Die hohe Subventionierung der inländischen Landwirtschaft wird ja unter anderem damit begründet, dass sie Nahrungsmittelsicherheit schafft und dass das für ein Land essentiell ist.
Ich frage mich, warum dann "Tierveredelung" (Schweinemast, Hühnchenmast, Eierfabrik ...) basierend auf Importfutter auch darunter fällt und diese Art "Landwirtschaft" nicht wie jedes andere Gewerbe behandelt wird - man muss sich an gesetzliche Vorgaben halten und Gewinne versteuern. Dann wären mehr Gelder frei für die Landwirtschaft, die tatsächlich Nahrungsmittel auf eigenem Boden erzeugt. Man hätte gewisse Umweltprobleme nicht und vermutlich bessere Akzeptanz bei der Bevölkerung.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4539

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Do 15. Dez 2022, 11:49 Die hohe Subventionierung der inländischen Landwirtschaft wird ja unter anderem damit begründet, dass sie Nahrungsmittelsicherheit schafft und dass das für ein Land essentiell ist.
Ich frage mich, warum dann "Tierveredelung" (Schweinemast, Hühnchenmast, Eierfabrik ...) basierend auf Importfutter auch darunter fällt und diese Art "Landwirtschaft" nicht wie jedes andere Gewerbe behandelt wird - man muss sich an gesetzliche Vorgaben halten und Gewinne versteuern. Dann wären mehr Gelder frei für die Landwirtschaft, die tatsächlich Nahrungsmittel auf eigenem Boden erzeugt. Man hätte gewisse Umweltprobleme nicht und vermutlich bessere Akzeptanz bei der Bevölkerung.
Äh. Meinst du dass die Landwirtschaft in der "Tierveredelung" sich nicht an gesetzliche Vorgaben halten und Gewinne auch nicht versteuern muss? Ernsthaft?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4540

Beitrag von emil17 »

Nö. ich meine, dass man das (ich wiederhole: Tiermast basierend auf Importfutter) wie jedes andere Gewerbe auch behandeln soll. Wenn man es macht, muss man sich an gesetzliche Vorgaben halten und die daraus erzielten Gewinne versteuern. Förderung gibts deswegen nicht, ob das Produkt notwendig ist oder nicht, entscheidet nicht ein Amt oder die Politik sondern der Kunde indem er kauft oder nicht. Vielleicht zahlt er ja aus Solidarität mehr als für nicht erkennbar schlechtere ausländische Ware. Staatlich verordneten Konkurrenzschutz gegen aussen gibts selbstverständlich überhaupt nicht, ebenso nicht die Betriebsgenehmigung im landwirtschaftlichen Aussenbereich. Wieviel dein Futter kostet ist ganz alleine dein Problem. Dafür hast du die volle unternehmerische Freiheit. Über produktionsverteuernde staatliche Auflagen darfst du genau so klagen. Ebenso darfst du auch Lobbyarbeit betreiben, wenn dir das tunlich erscheint, und zum Beispiel eine Zeitschrift herausgeben oder mitfinanzieren wo du behaupten kannst, du würdest unfair behandelt - etwa indem das Umweltamt Messtellen zum Belastungsmonitoring extra an ungünstigen Orten anlege, und so weiter.
Ebenso ist es viel einfacher all die selbsternannten Experten los zu werden, die berufsfremd nichts von der Sache verstehen und dennoch überall drein- und mitreden wollen, weil die sich nicht mehr darauf berufen können, dass dein Gewerbe vom Steuerzahler mitfinanziert wird.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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