Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Oft ist es für den Konsumenten doch gar nicht nachvollziehbar wie oft der Apfel gespritzt wurde. Selbst bei BIO. Oder lest ihr euch die Regeln (und Ausnahmeregeln) für jedes Zertifikat durch das ihr kauft?
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Wenn dich das interessiert, musst du dir schon die Mühe machen, die Produktionsrichtlinien einmal zu verstehen. Ohne Vertrauen in den Produzenten geht es aber nicht, das ist auch beim Arzt und beim Automechaniker so.
Da bleibt dir sonst nur, wirklich alles selbst anzubauen. Selbst dann sind deine Sachen kontaminiert, wenn irgendwer in der Nähe mit Zeug herummacht, von dem du überzeugt bist, dass es Dir schadet.
Wie heisst es bei Wilhelm Busch so treffend: "Wer durch des Argwohns Brille schaut, findet Raupen selbst im Sauerkraut"
Da bleibt dir sonst nur, wirklich alles selbst anzubauen. Selbst dann sind deine Sachen kontaminiert, wenn irgendwer in der Nähe mit Zeug herummacht, von dem du überzeugt bist, dass es Dir schadet.
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- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Sehr interessanter Artikel zu Weizen und Backen im Libanon: https://www.spiegel.de/ausland/ernaehru ... 4d9a2fb09b
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
https://www.spiegel.de/wirtschaft/servi ... cdc2b41ef6
Wenn man Menschen in Hochhäusern halten kann, dann bestimmt auch Schweine. Wo das Futter herkommt würde mir mehr Sorgen machen als wieviel Stockwerke das Gebäude hat...
Wenn man Menschen in Hochhäusern halten kann, dann bestimmt auch Schweine. Wo das Futter herkommt würde mir mehr Sorgen machen als wieviel Stockwerke das Gebäude hat...
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Vielleicht nur ein Prototyp für Brasilien? Dort kann man die Gülle gleich auf den Feldern verklappen, wo das Futter wächst und auf dem Land gibt es sehr billige Arbeitskräfte für den Schlachthof, während die Löhne in China stetig steigen und der Nachwuchs an Arbeitskräften nachlässt.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Mag nicht mehr im Reichsbürgerthread über Landwirtschaft reden. Ausserdem gibt's eine neue Meldung, die allerdings schon ein paar Tage alt ist:
https://www.raiffeisen.com/news/artikel ... n-31504114
Es wird also kein Einfuhrverbot für Lebensmittel geben, egal mit welchen Rückständen verbotener Pflanzenschutzmittel, solange diese Rückstände "gesundheitlich unbedenklich" sind.
Mit anderen Worten: Wer in D produziert, hat die Arschkarte.
Ich könnte ja sogar noch mitgehen dabei den Export von Pflanzenschutzmitteln zu verbieten die in D hergestellt werden aber in D nicht erlaubt sind, ganz toll finde ich das auch nicht. Aber bei gleichzeitig obiger Aussage? Neeee, das passt wirklich nicht zusammen. Die Glaubwürdigkeit der deutschen Politik bzw. Politiker ist einfach für'n Popo.
Parallel dazu sollen auf Fleischprodukte aus dem Ausland auch keine Haltungskennzeichnungen kommen, da gäb's rechtliche Bedenken (https://www.raiffeisen.com/news/artikel ... e-31516207).
Schau dir doch an was sich die Leute erlauben und was und wem sie glauben. ZB der Eklat um Jaennicke und du Mont. Den grössten Scheiss können die im öffentlich rechtlichen Fernsehen erzählen, alle Anwesenden nicken und klatschen.
https://www.raiffeisen.com/news/artikel ... n-31504114
Es wird also kein Einfuhrverbot für Lebensmittel geben, egal mit welchen Rückständen verbotener Pflanzenschutzmittel, solange diese Rückstände "gesundheitlich unbedenklich" sind.
Mit anderen Worten: Wer in D produziert, hat die Arschkarte.
Ich könnte ja sogar noch mitgehen dabei den Export von Pflanzenschutzmitteln zu verbieten die in D hergestellt werden aber in D nicht erlaubt sind, ganz toll finde ich das auch nicht. Aber bei gleichzeitig obiger Aussage? Neeee, das passt wirklich nicht zusammen. Die Glaubwürdigkeit der deutschen Politik bzw. Politiker ist einfach für'n Popo.
Parallel dazu sollen auf Fleischprodukte aus dem Ausland auch keine Haltungskennzeichnungen kommen, da gäb's rechtliche Bedenken (https://www.raiffeisen.com/news/artikel ... e-31516207).
Solange der Rest der Bevölkerung nicht mit der Landwirtschaft solidarisch ist (und das ist er definitiv nicht), bringt das rein gar nichts. Und wenn ein paar landwirtschaftliche Maschinen den Zugang zu den Städten blockieren werden die betreffenden Landwirte ganz bestimmt nicht von den Leuten gelobt die da blockiert werden!Tscharlie hat geschrieben: Mi 14. Dez 2022, 06:27 Wenn dann landwirtschaftliche Maschinen die Zugänge zu den städten blockieren, dann ist das das gleiche was gerade ein paar mutige Menschen machen um ihren Idealen Nachdruck zu verleihen.
Schau dir doch an was sich die Leute erlauben und was und wem sie glauben. ZB der Eklat um Jaennicke und du Mont. Den grössten Scheiss können die im öffentlich rechtlichen Fernsehen erzählen, alle Anwesenden nicken und klatschen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Es ist naiv zu glauben, dass man selbst Einfuhrverboten verhängen kann und gleichzeitig die anderen Länder weitermachen wie bisher und nicht auch die eigenen Märkte dicht machen.
Deutschland ist bei wesentlichen landwirtschaftlichen Produkten (Milch, Schweinefleisch, Weizen) Nettoexporteur. (Was ja auch für sich genommen schon zeigt, dass durchaus möglich ist, in Deutschland wirtschaftlich diese Produkte zu erzeugen) Wer selbst für den Export produziert, der muss im Gegenzug Import akzeptieren.
Ich persönlich sehe die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten für den Export sehr kritisch und meinetwegen könnte man sehr gerne zugunsten höherer Qualitätsstandards bei Importen auch auf Exportmärkte verzichten. Aber man muss ganz klar sagen: Damit würde für viele Landwirte die Luft noch dünner und es würden noch mehr aufgeben.
Deutschland ist bei wesentlichen landwirtschaftlichen Produkten (Milch, Schweinefleisch, Weizen) Nettoexporteur. (Was ja auch für sich genommen schon zeigt, dass durchaus möglich ist, in Deutschland wirtschaftlich diese Produkte zu erzeugen) Wer selbst für den Export produziert, der muss im Gegenzug Import akzeptieren.
Ich persönlich sehe die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten für den Export sehr kritisch und meinetwegen könnte man sehr gerne zugunsten höherer Qualitätsstandards bei Importen auch auf Exportmärkte verzichten. Aber man muss ganz klar sagen: Damit würde für viele Landwirte die Luft noch dünner und es würden noch mehr aufgeben.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das Problem sind die Auflagen in D. Wir müssen so hochwertig produzieren, wir dürfen gar nicht anders. Warum müssen wir dann den Import von Billigware akzeptieren? Birnen und Orange sind beides Obst oder wiepenelope hat geschrieben: Mi 14. Dez 2022, 10:51 Es ist naiv zu glauben, dass man selbst Einfuhrverboten verhängen kann und gleichzeitig die anderen Länder weitermachen wie bisher und nicht auch die eigenen Märkte dicht machen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Weil in anderen Ländern die hoch subventionierten deutschen Produkte die Billigware sind
Dass die Landwirte Umweltschutz- und Qualitätsauflagen in den meisten Fällen nicht gerade lieben, ist nichts neues. Die ökonomische Diskussion, die da angestoßen wird, ist nur ein Feigenblatt um immer wieder gegen die Auflagen in Deutschland zu stänkern.
Dass die Landwirte Umweltschutz- und Qualitätsauflagen in den meisten Fällen nicht gerade lieben, ist nichts neues. Die ökonomische Diskussion, die da angestoßen wird, ist nur ein Feigenblatt um immer wieder gegen die Auflagen in Deutschland zu stänkern.
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Weil wir exportieren wollen.Rohana hat geschrieben: Mi 14. Dez 2022, 11:04 Warum müssen wir dann den Import von Billigware akzeptieren?
Macht volkswirtschaftlich Sinn.
An sich wäre es am logischsten, wenn der Staat die landwirtschaftliche Existenz im Inland stützt, damit die Exporte nicht durch Importverbote gefährdet werden, an denen das geschätzt zwanzigfache der Arbeitsplätze hängt. Denn die im Ausland wollen auch exportieren, und zwar das, was die am besten können.
Moment - das machen die doch schon? Der Staat zahlt doch schon sehr viel in einheimische Landwirtschaft?
Das Problem an der Geschichte ist, dass man nicht die Existenz schützt, sondern die Produktion. Unter solchen Bedingungen arbeitet am rentabelsten, wer den erlaubten Rahmen auf Kosten der Umwelt am besten ausnützt. Gesicherte Tatsache ist, dass rentable Produktion durch Umweltauflagen verteuert wird, wenn man die Bauern fragt, ebenso gesicherte Tatsache ist, dass die Umwelt durch die Landwirtschaft belastet wird, wenn man den Naturschutz und die nicht landwirtschaftlich tätige Bevölkerung fragt, Stichworte Biodiversität, Grundwasserbelastung (habe ich das schon einmal irgendwo erwähnt?)
Also wird daraus eine politische Diskussion.
Solidarität seitens der Bevölkerung ist übrigens etwas anderes als "die sollen fürs Gleiche mehr bezahlen und uns nicht weiter drein reden, und wer Probleme sieht, hat keine Ahnung oder ist gegen uns".
Bei politischen Diskussionen kann es helfen, die Fakten anzuschauen.
Danach wurden 2019 38.2 + 13.8 = 52 Milliarden Euro in die Landwirtschaft gesteckt, für rund 450 Millionen Einwohner.
Macht pro Kopf und Jahr eine Spende von 115 Euro. Als Dank gibts "die sind nicht solidarisch mit uns".
Wenn ich der Caritas oder dem Roten Kreuz oder irgendwem 100 Franken Spende, kriege ich als Antwort ein professionelles, aber ehrliches Dankeschön und nicht "reicht nicht".
Solidarisch bin ich nicht mit "der" Landwirtschaft, sondern mit Bauern, die ihren Hof in ehrlicher Absicht führen, nicht nur ihre Familien damit durchzubringen, sondern auch der Natur und Umwelt ihr Recht zukommen zu lassen. Davon gibts erfreulich viele und deprimierend wenige zugleich.
Wir geben nicht nur unseren Steuergeldanteil an Landwirtschaftssubventionen aus, sondern noch einiges für Lebensmittel, die in gleicher Menge billiger zu haben wären. Damit sind wir nicht allein und das ist keine besondere Leistung, aber immer nur zu hören, wie sehr Selbstverständlichkeiten als Produktionsschikane dargestellt werden, motiviert auch nicht gerade.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
