Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4471

Beitrag von Rohana »

Vegan ist doch der neueste Trend in den grossen Ketten. Damit kann man eine Käuferschaft erschliessen, die man bisher noch nicht hatte... ;)
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4472

Beitrag von sybille »

Rohana hat geschrieben: Do 13. Okt 2022, 09:11 Der Knackpunkt ist immer noch der Verbraucher. Es ist kein Problem sich mit weniger Fleisch zu ernähren, warum also tut es nicht jede(r)? Überhaupt wär die einfachste Lösung für viele Probleme eine radikale FdH-Kur für die Hälfte der Bevölkerung, würde unglaublich viele Ressourcen einsparen, dazu Krankenkassen entlasten, den Menschen guttun... Energie sparen hier und da und dort aber mal beim Essen zu schauen was wird wirklich gebraucht und worauf könnte man verzichten, ein Ding der Unmöglichkeit für die breite Masse. Essen ist Status, Essen ist Genuss, Essen ist sozial, Essen ist alles mögliche aber NICHT Vernunft.
Da gebe ich Dir völlig recht!
Warum nicht jeder weniger Fleisch isst? Weil Fleisch zu billig ist. Ich schreibe bewußt billig weil gutes, teureres Fleisch eher wenig gekauft wird.

Rohana hat geschrieben: Do 13. Okt 2022, 14:47 Vegan ist doch der neueste Trend in den grossen Ketten. Damit kann man eine Käuferschaft erschliessen, die man bisher noch nicht hatte... ;)
Ja, es ist nur Trend der sich auch wieder ändern wird.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4473

Beitrag von sybille »

Tscharlie hat geschrieben: Do 13. Okt 2022, 11:42 Wenn die Menschen hierzulande weniger essen, dann wird noch mehr weggeschmissen. ;) Denn die meisten haben ja verlernt wie man richtig einkauft.

Und klar soll Essen auch Genuß sein. Aber ist es für den Genuß wichtig von etwas möglichst viel zu essen? Oder kommt es eher darauf an das etwas wenigere zu genießen. Und nach dem Genuß zwar gerne einen Grappa trinken, aber nur weil er gut schmeckt und z.B. eine tolle Farbe hat.
Und nicht weil man sich über(fr-)essen hat und meint das mit einem Schnaps zu verbessern.

Die Ms haben es natürlich drauf, mit bestimmten Geschmacksverstärkern wird der Kunde auf den Hackfleischhaufen gelenkt, davon kommt man dann nicht so leicht wieder weg.
Ja, die meisten Menschen verlernt wie man richtig einkauft und kaufen alles das auf was sie in dem Moment Lust haben. Da Lebensmittel immer noch sehr günstig sind wird weggeworfen was schlecht geworden ist weil man dann doch keine Lust mehr darauf hatte. Häufig werden auch Lebensmittel mit Ablaufdatum weggeworfen obwohl man sie durchaus noch hätte essen können.

Für die meisten Menschen hat Essen nichts mehr mit Genuss zu tun. Sie haben nach Arbeits- und Freizeitstress einfach nur Hunger.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Eberhard
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4474

Beitrag von Eberhard »

Für die meisten Menschen hat Essen nichts mehr mit Genuss zu tun. Sie haben nach Arbeits- und Freizeitstress einfach nur Hunger.
Das ist aber regional recht unterschiedlich.

Für sehr viele Deutsche stellt es sich so dar, dass die Essensaufnahme nur ein weiterer Schritt in der Arbeit ist, 20 Minuten müssen genügen, danach wird abgeräumt und es geht weiter ... sogar bei privaten Familienfeiern.
In Frankreich und Südeuropa ist es eher oft so, dass ein Essen ein Ereignis in Gesellschaft ist und auf einen ganzen Abend ausgedehnt werden kann.

Wenn man also nicht im Akkord isst, hat man auch eher die Gelegenheit des Genusses, und nicht selten gehört bereits die Zubereitung des Essens zum gesellschaftlichen Ereignis.

Stress ist seltener objektiv als man denkt. Oft ist er selbstgemacht, wichtige Menschen sind selbstredend hoch beschäftigt und also in Stress. Und wer glaubt nicht, zu den wichtigen und anerkannten Menschen zu gehören?
Sein Handy kann man abschalten oder gleich zu Hause in der Kiste lassen, auch über Tage. Mal schauen, für wieviele der Stress in Unterbeschäftigung umschlägt.
Mit freundlichem Glück Auf!

Eberhard
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4475

Beitrag von sybille »

Stress ist seltener objektiv als man denkt. Oft ist er selbstgemacht, wichtige Menschen sind selbstredend hoch beschäftigt und also in Stress. Und wer glaubt nicht, zu den wichtigen und anerkannten Menschen zu gehören?
Sein Handy kann man abschalten oder gleich zu Hause in der Kiste lassen, auch über Tage. Mal schauen, für wieviele der Stress in Unterbeschäftigung umschlägt.

Deswegen schrieb ich ja Arbeits- und Freizeitstress.
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4476

Beitrag von Tscharlie »

Rohana hat geschrieben: Do 13. Okt 2022, 14:47 Vegan ist doch der neueste Trend in den grossen Ketten. Damit kann man eine Käuferschaft erschliessen, die man bisher noch nicht hatte... ;)
Die 4 großen Lebensmittelakteure nehmen einfach jede Stimmung auf.

Aldi hat doch auf teueres Fleisch umstellen wollen, war nach eigenen Aussagen der größte Bio-Händler, längst alles wieder vergessen, ist ja auch schon bis zu 2 Jahre her, jetzt hat man billige Lebensmittel um den Menschen zu helfen die doch so hohe Nebenkosten haben.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4477

Beitrag von sybille »

Aldi hat doch auf teueres Fleisch umstellen wollen
Die Betonung liegt auf wollen. Aber ich denke das überlesen die meisten Menschen. Wie kann gutes Fleisch billig sein?
jetzt hat man billige Lebensmittel um den Menschen zu helfen die doch so hohe Nebenkosten haben.
und der Preis für den Erzeuger wird gedrückt. Aber der Erzeuger will auch leben. So funktioniert das nur wenn die Ware schlechter wird.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4478

Beitrag von emil17 »

Für die Supermarktketten ist einzig und allein die Umsatzrendite pro Verkaufsfläche entscheidend. Wenn die Konsumenten plötzlich lokale Bio-Weine wollen, war man schon immer für lokale Bio-Produkte; wenn drei Jahre später plötzlich Billigwein aus Übersee läuft wird dann eben das beworben.

Wenn du Erzeuger bist und nur einen Abnehmer hast, diktiert dir dieser sehr rasch die Preise. Oft werden auch Extraleistungen ohne Entschädigung verlangt - die Karotten müssen plötzlich gewaschen und in Standardgebinde verpackt geliefert werden, und so weiter.
Die Supermärkte schauen sehr genau auf die Umsätze pro Verkaufsfläche und Zeit, was nicht mithalten kann, fliegt raus.
Viele Ketten lassen auch Drittfirmen auf eigene Rechnung Ragale befüllen und bewirtschaften. Weil die Ladenkette aber über die Kasse die Bewirtschaftung macht, wissen die sehr genau was dort für Umsätze generiert werden und ob es sich lohnt oder ob man die Verkaufsfläche anderweitig rentabler nutzen kann. Die Kleinen können schlecht selber, weil eigenes Marketing und eigene Filialen viel zu teuer sind. Ebenso hat man durch die genaue Kenntnis der Umsätze pro Artikel die nötigen Informationen, ob es sich lohnt, eine Eigenmarke zu lancieren und beispielsweise Bio-Babyfutter unter einem Eigennamen anzubieten statt einer Drittfirma gegen Umsatzprozente diese Marktnische zu überlassen, oder denen ein wenig mehr Prozente abzuzwacken, weil ihre Produkte gut laufen.
Ein gutes beispiel sind auch Eisenwaren - das oft gebrauchte Zeug was Umsatz macht, ist in jedem Baumarkt zu finden; beratungsintensive Spezialartikel überlässt man dem Fachhandel, der dadurch aus den Städten verdrängt wird.

Mit freier Marktwirtschaft hat das alles nicht mehr sehr viel zu tun.
Für mich ist es ein Grund, möglichst nicht online zu kaufen - dort ist alles noch viel schlimmer, weil der Online-Händler oft nicht mal mehr die Ware sieht, sondern bloss Makler ist. Im Garantiefall wird man dann beispielsweise auf irgend eine Firma verwiesen, mit der man ursprünglich gar nichts zu tun hatte.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4479

Beitrag von Tscharlie »

Darauf hat die Gesetzgebung schon reagiert, der Endkunde kann jeden beliebigen Beteiligten in der Lieferkette belangen, Einzelhändler, Großhändler oder Importeur, jeder muss sich dem Anliegen annehmen.

Früher konnte man nur den Rechnungssteller belangen und nur wenn der ausgefallen war den nächsten in der Lieferkette belangen.
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4480

Beitrag von emil17 »

Theoretisch ja, praktisch hat dann der Belangte seeehr viel Zeit, oder sie machen in der Lieferkette das Schwarzpeterspiel.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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