Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4371

Beitrag von sybille »

Wenn sich jemand um etwas besonderes bemüht, dann wird es schon interessanter.

Das kann eine besondere Tierrasse sein, ein besonderes Getreide, eine seltene Kartoffelart ect.
Das geht aber nur wenn dieser jemand die entsprechende Erde hat. Meine Eltern hatten gutes Land auf dem zuerst Erdbeeren und später Spargel angebaut wurde. Das kannst Du aber, obwohl Luftlinie nicht weit entfernt, in der Eifel vergessen. Erdbeeren vielleicht noch aber Spargel hat hier keine Chance. Im Steilhang kannst Du Reben aber keine Obstbäume setzen. Vieh im Steilhang? Ziegen aber wer kauft Ziegenfleisch obwohl das sehr lecker ist?
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4372

Beitrag von strega »

sybille hat geschrieben: So 4. Sep 2022, 19:32 aber wer kauft Ziegenfleisch obwohl das sehr lecker ist?
in der Schweiz gibts eine Menge Leute, die das kaufen. Vielleicht brauchts hierzulande nur etwas Aufklärung und ein attraktives und überzeugendes Unternehmensprofil?? Klaro, das geht nicht in zehn Tagen, Kundenstamm will aufgebaut werden, das is aufm Weihnachtsmarkt und in der Schreinerei genau auch so.......
sybille hat geschrieben: So 4. Sep 2022, 19:32 Im Steilhang kannst Du Reben aber keine Obstbäume setzen.
ja warum dann nicht Reben setzen?? Halt vielleicht Sorten die nicht jeder aufm Grossmarkt eh schon hat? Und halt solche die mensch nicht ständig vergiften muss, damit sie überleben?
Und eigenen Most oder Wein davon machen, wenns a gewisse Grössenordnung hat? A Demeter-Zertifizierung brauchst net unbedingt, aber wennde
a seriöse Vermarktungsmöglichkeit realisierst in Sachen echt, liebevoll und giftfrei (komisch, wir ham hier an Weinstock, der wuchert die Terrasse zu und wird nie mit irgendwas behandelt..... und die Trauben sind phantastisch :) :) :) :) :) :) :) :) :)

Oder Jiaogulan mit etwas Rankhilfe?

Oder Weinbergpfirsiche? Die sind ja kernecht (oder sollten es traditionell sein wenn niemand reinpfuscht)
und dann Jungpflanzen aufziehen von selbigen? Es gibt echt Kunden, die genau sowas wollen, und keine aufgepfropten zweifelhaften Sachen die nach zwei Jahren verrecken..... ....
guck mal was Weinbergpfirsiche so im www kosten.....
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4373

Beitrag von emil17 »

Wein kommerziell erzeugen ist ein Beruf, der auch viel Ausrüstung erfordert, das geht wohl kaum so nebenbei.
Tafeltrauben wären schon eher etwas für einen Nebenerwerb.

ziegen: Hier in der Gegend gibt es zwei Betriebe, die machen vor allem Zegenmilch, welche für Babynahrung serh gefragt zu sein scheint. Zur Fleischerzeugung sind sie wohl zu wenig produktiv und - was die Leute nicht kennen das essen sie nicht, ausser es sei weit weg von der Heimat, dann ist es hipp.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4374

Beitrag von Rohana »

Ich hatte ja die Tage ein Bild vom Mais(kolben) versprochen. Links ein Dekalb (frag mich nicht, ich hab die genaue Bezeichnung vergessen) und rechts ein Syngenta. Selbes Feld - unser schlechtestes Maisfeld dieses Jahr. Pflanzen etwa bei 2,50m, in normalen Jahren sind das 3 bis 3,5m. Die meisten Pflanzen nur ein Kolben. Uns fehlt etwa ein Viertel bis ein Drittel von dem was eigentlich hätte sein sollen. Insofern bin ich ein grosser Verfechter der Zucht auf trockenheitstolerante Sorten... aber da es keine Glaskugel gibt, wird es jedes Jahr ein Glückspiel sein ob die Sorte zum Wetter passt oder nicht :im:
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4375

Beitrag von emil17 »

Da Mais ein Kind der Tropen und Subtropen ist, ist es eigentlich schon ein Wunder, dass er auf 48 Grad nördlicher Breite im Freiland noch so gut angebaut werden kann.
Wichtig wären neben trockenheitstoleranteren Sorten auch solche, die bei niedrigeren Temperaturen schon keimen. damit könnte im Frühsommer wertvolle Vegetationszeit gewonnen werden.
Bei Mais ist aber das Problem, dass die Kultur erst spät im Jahr deckt, d.h. bei Trockenheit im Juni/Juli verdunstet das Wasser hauptsächlich über den nackten Boden zwischen den Pflanzen. Das könnte man vielleicht mit einer niedrig bleibenden Untersaat abmildern, die auch gegen die bei Mais häufigen Bodenerosionsprobleme durch Starkregen hift. Sie soll ja aber das Wachstum der noch klienen Maispflanzen nicht behindern. Was könnte das sein? Eine Mulchschicht wäre ja bei den grossen Ackerflächen nicht machbar.
Zudem müssten trockenheitstolerante Sorten ein tieferes Wurzelwerk haben, was natürlich wieder auf Kosten des Ertrags geht. Eine auf Wachstm und Ertrag gezüchtete Pflanze wird bei starker Düngung und guter Wasserversorgung nicht wertvolle Zeit mit Wurzelbildung vertrödeln, weil sie ja derweil von den Nachbarn überschattet werden könnte. Trockenheitstolerantere Sorten sind deshalb in normalen Jahren ziemlich sicher ertragsschwächer. Aber wegen dem ertrag macht man ja die Arbeit überhaupt.
Da du beim Einkauf des Saatgutes nicht weisst, wie das Jahr wird, kannst du bei Wetterkapriolen nur hoffen. Letztes Jahr hat man keine vertrockneten, aber viele ersoffene Maisfelder gesehen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4376

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Fr 9. Sep 2022, 12:04 Da Mais ein Kind der Tropen und Subtropen ist, ist es eigentlich schon ein Wunder, dass er auf 48 Grad nördlicher Breite im Freiland noch so gut angebaut werden kann.
Lange Zuchtarbeit. Wenn du die Gelegenheit hast, geh mal auf eine Mais-Sortendemo, manchmal bauen sie da auch die "Originale" aus den Tropen daneben... die machen in unserem Klima lustige Dinge ^^
Bei Mais ist aber das Problem, dass die Kultur erst spät im Jahr deckt, d.h. bei Trockenheit im Juni/Juli verdunstet das Wasser hauptsächlich über den nackten Boden zwischen den Pflanzen. Das könnte man vielleicht mit einer niedrig bleibenden Untersaat abmildern, die auch gegen die bei Mais häufigen Bodenerosionsprobleme durch Starkregen hift. Sie soll ja aber das Wachstum der noch klienen Maispflanzen nicht behindern. Was könnte das sein? Eine Mulchschicht wäre ja bei den grossen Ackerflächen nicht machbar.
Ich würde zu Klee tendieren, üblich sind auch Weidel- oder andere Gräser bzw. Mischungen davon mit Leguminosen. Aber: Auch die brauchen Wasser, und das nicht grade wenig.
Zudem müssten trockenheitstolerante Sorten ein tieferes Wurzelwerk haben, was natürlich wieder auf Kosten des Ertrags geht. Eine auf Wachstm und Ertrag gezüchtete Pflanze wird bei starker Düngung und guter Wasserversorgung nicht wertvolle Zeit mit Wurzelbildung vertrödeln, weil sie ja derweil von den Nachbarn überschattet werden könnte. Trockenheitstolerantere Sorten sind deshalb in normalen Jahren ziemlich sicher ertragsschwächer. Aber wegen dem ertrag macht man ja die Arbeit überhaupt.
So wie ich das verstanden habe besteht ein Grossteil der Trockenheitstoleranz darin, dass die Pflanze nicht die extremen Stressreaktionen zeigt wie eine weniger "tolerante" Sorte. Die chillen halt mal ein bisschen - aber frag mich nicht wie eine Pflanze chillt! :hmm: :aeug:
Da du beim Einkauf des Saatgutes nicht weisst, wie das Jahr wird, kannst du bei Wetterkapriolen nur hoffen. Letztes Jahr hat man keine vertrockneten, aber viele ersoffene Maisfelder gesehen.
Eins ist klar: Wir ersaufen nicht. Da kann's auch doppelt und dreifach so viel regnen wie normal (wenn's das denn mal täte) aber sowas passiert *hier* einfach nicht... :mrgreen: mein Mann sorgt den Überraschungen vor indem wir meistens mehrere Maissorten haben. So gibt es keine totalen Totalausfälle, aber Wunder kann man auch nicht erwarten.
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Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4377

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Letztes Jahr war der Mais meines Nachbarn vier Meter hoch, der ersäuft auch hier nicht. Dieses Jahr immerhin noch grün beim Häckseln, da wir hier eine kleine oberflächennahe Wasserlinse haben.
Er sät im Herbst Gründüngung ein, nach dem Winter wird die in einem Arbeitsgang gegrubbert und Mais gelegt. Daher ist sein Boden nicht nackt, das läuft ganz gut so. Und nein, er ist kein Biolandwirt.
Sven2
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4378

Beitrag von Sven2 »

https://www.agrarheute.com/land-leben/s ... e%20Weizen.

Laut einer japanischen Studie ertragen Pflanzen dürre besser, wenn sie mit Alkohol gegossen werden; ist aber noch nicht praxistauglich
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4379

Beitrag von emil17 »

Gewöhnliches Wasser wirkt bei meinen Pflanzen als Abhilfe bei Trockenheit auch.
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strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4380

Beitrag von strega »

hmmmm, die Natur hat Alkohol nicht als Giesswasser vorgesehen im Normalfall
und die Natur weiss immer was sie tut, nur der Mensch is manchmal eher desorientiert
von daher denk ich dass das Wohltun von Alkohol
eher eine Projektion menschlicher Gedanken auf die Natur ist
aber sogar mensch kann ohne Alkohol leben, is eigentlich so vorgesehen :pfeif:
,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

ich mulche halt ordentlich
und schau dass der Boden auch sonst möglichst immer bedeckt ist
von niedrigen Pflanzen zwischen höheren Pflanzen
und optimalerweise ist das Ganze dann umgeben von Büschen und Bäumen,
aber das dauert noch etwas,
fang ja bei Null hier an.........................................................

aber das mit dem Mulch und der sonstigen Bodenbedeckung, das hat funktioniert hierzulande, hab tollen Mais, Kürbisse ohne Ende, Bohnen - Stangen und -Busch am Mais, Tomaten, Basilikum, Kohl, Wermut, Wildsalat ohne Ende, also sprich glücklichen fetten Löwenzahn, Portulak, Zichorien, Nachtkerzen, Kräuter wie Rosmarin, Beinwell, Wundklee, Baldrian, Thymian sowiso, die wachsen dazwischen und sind zum Teil selbst gekommen
aber Nachtkerzen sind auch sogenannte Schinkenwurzeln..... und was von selbst bei mir sein will, das will mir was sagen...... und das bleibt und ich schau was es mir sagen will :)

Aronia, Kartoffeln sonst noch, an Haufen Brombeeren, die trockne ich, die gehen ins Müsli im Winter,
Brennesseln, die Samen trockne ich,
die Fasern auch, will mal erforschen ob mensch Schnüre damit machen kann wie die Ahnen das taten, oder halt Klamotten

ein grosses Beet Hirse und ein grosses Beet Buchweizen, zweiterer ist seit gestern geerntet
und Amaranth,
das gibt tolles Saatgut für nächstes Jahr, dann wird das ein kleines Feld statt nur ein grosses Beet

(Buchweizen und Hirse und Amaranth tüte ich nur ein, das kannste super ankeimen im Winter und hast frisches Grün und 1001 tolle Inhaltstoffe, braucht mensch nix dreschen und sonstwas machen)

Mulch und halt Bodenbedeckung funktioniert auch
sogar in Südeuropa, wo es meistens so im Schnitt etwa 8 Monate kaum regnet
und hier gehts sowiso, wo es im Schnitt mal paar Wochen nicht oder kaum regnet

ok, hatte Glück mit den Tomaten, hab die als Wald gepflanzt, wenns ständig geschifft hätte wären die wohl im Juli gegangen..........
aber alles gut
ja gut, langer Rede kurzer Sinn
hab nur die Kürbisse gegossen diesen Sommer,
die Tomaten brauchten kein Wasser, hätte sie nur gegossen wenn sie nennenswert runtergehangen hätten

und die Stangenbohnen, die waren halt sehr exponiert und hab sie sehr spät gelegt, die hab ich so etwa dreimal die Woche gegossen, bis sie gross genug waren um weiterzukommen

alles andere ging prima ohne einen Schluck hergekarrtes Wasser
.............................................................

die Kürbisse ranken heftig weiter, hab alte Sorten von vor über hundert Jahren, die ranken 10 Meter und machen 10 Früchte.....
und haben bisher kaum Mehltau, nur da wo sie in den Mais reinwachsen und es da nicht gut abtrocknet, aber die paar Blätter lassen sich entfernen und dann gehts weiter, sie treiben immer noch weiter aus und bilden Früchte......

ja gut, die Kürbisse haben pro Pflanze im Hochsommer wöchentlich etwa 20 Liter Wasser bekommen, aber jetzt gehts auch ohne Giessen
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es kann einfach sein wenn mensch sich drauf einlässt..... das ist meine Moral von der Geschicht :ziege:
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