Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Ferry
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4241

Beitrag von Ferry »

und um Milch direkt zu vermarkten sind schon wieder einige Auflagen fällig die erstmal Investitionen erfordern die der Landwirt sich leisten können muss....
nur um dann festzustellen das zwar alle groß rumjammern um dann doch bei der einfachen Milch aus dem Supermarkt zu bleiben...

Wir haben hier auch alle paar Wochen Leute die meinen sie wollen jetzt Gemüse von uns kaufen. Unbedingt! Regional und so!
Das kommt 2x zu stande dann ist es den Herrschaften zu kompliziert... das wir dann jedes Mal extra ernten und uns auf Zeiten festlegen und am besten noch günstiger verkaufen wird einfach als selbstverständlich genommen. Dabei haben wir echt mehr als genug zu tun.
Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4242

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Rohana, was hindert denn euren Betrieb daran, eine Solawi zu gründen? Das traurige ist, dass ihr es leider nicht mal versucht
Ferry
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4243

Beitrag von Ferry »

Ich glaube das stellst du dir zu einfach vor!
Da gehört schon einiges mehr dazu als nur "wo anders hin" zu verkaufen.
Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4244

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Nein, da gehört nur die Frage beantwortet, ob es interessierte gibt, die verbindlich mitmachen würden. Wir haben das hier über Fazebook gestartet und waren überrascht, wie hoch die positive Resonanz war. Und erst da haben wir das gestartet, bzw die Solawi. Ich bin ja bloß angedockt.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4245

Beitrag von Rohana »

SunOdyssey hat geschrieben: Mo 22. Aug 2022, 14:04 Rohana, was hindert denn euren Betrieb daran, eine Solawi zu gründen? Das traurige ist, dass ihr es leider nicht mal versucht
Der simple Umstand dass es für 600l Milch am Tag kaum einen derartigen Markt gibt. Meine Güte, ich hab mindestens schon 5x hier irgendwo am Forum erklärt warum wir keine Direktvermarktung machen und auch keine SoLaWi haben. Was ist daran traurig? Eine sinnvolle wirtschaftliche Grundlage muss ne SoLaWi schon haben, denn es hat kein Verbraucher Lust teuer Geld für keine nennenswerte Ernte zu bezahlen. Nichtmal wenn toll SoLaWi dran steht.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4246

Beitrag von Tscharlie »

Um irgendeine Selbstvermarktung zu starten braucht es erstmal freie Zeit der Mitarbeiter.
Allein daran dürfte das bei den meisten Betrieben schon scheitern.

Ich sehe da einen Ausweg darin, dass diese Zeit von außen kommt. Sprich die zukünftigen SoLaWi Mitglieder bringen das auf.

Heißt aber: Nicht der Landwirt macht den ersten Schritt, sondern die Menschen die sowas haben wollen.

Wenn ihr Konzept stimmt, wird sich sicher ein Landwirt finden der seinen Betrieb dann dort einbringt.

Wieder sind wir bei JEDEM einzelnen der etwas ändern kann. Es braucht zuerst nichts als Zeit und den Willen etwas zu machen. Weder Bauernhof noch Geld ist der Anfang.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4247

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Auf dich trifft das, was Emil in seinem Avatar stehen hat, wirklich super zu "wer will, findet einen Weg, wer nicht will, findet eine Ausrede". Du willst einfach keine Änderung, du willst lieber meckern und jammern, noch schlimmer wird es wohl dann, wenn ihr geändert werdet. Niemand zwingt euch, 600l zu produzieren, wenn die Abnehmer dafür keinen angemessenen Preis zahlen, dafür gibt es mittlerweile genug Möglichkeiten, entweder die Sache selbst in die Hand zu nehmen oder auf eine andere Alternative umzusteigen.
Was machen denn Betriebe in der Wirtschaft anders, wenn sie merken, dass ihr Produkt nicht auskömmlich für sie ist? Oder Freischaffende, die feststellen, dass ihre Dienstleistung nicht angenommen wird. Sie ändern ihr Produkt oder ihr Angebot. Warum ist es für dich und deinen Mann so schwer, zu akzeptieren, dass die alte Form des Wirtschaftens eben nicht mehr funktioniert? Es gibt doch so viele Beispiele von LW-Betrieben, die sich im TV darstellen und zeigen, dass es auch anders geht. Z. B. die Serien "Land und lecker", das sind doch alles Höfe, die ihren Weg gefunden zu haben scheinen. Keine Vorbilder für euch?

Und das Konzept Solawi läuft nicht so, wie du dir das vorstellst. Zuerst wird der Bedarf ermittelt, sprich, wie viele Intwressierte gibt es? Die werden eingeladen und mittels Vertrag verbindlich an eine Ernteperiode gebunden und der monatliche Betrag festgelegt. Erst dann beginnt die Jahresplanung für das festgelegte Jahr und die anschließende Bearbeitung des Bodens. Es gibt Infoseiten, wie das ganze funktioniert. Übrigens kann trotzdem noch was anderes produziert werden, was nicht in die Solawi fließt. Und Tscharlie hat es ja schon angedeutet, viele der Mitglieder wollen aktiv dabeisein und mithelfen. Unsere Solawi z. B. hat zwei MA, die Gärtner sind und die grundsätzlichen Arbeiten leisten. Sie geben auch bekannt, wo von den Mitgliedern geholfen werden kann, per FB. Und es kommen immer erstaunlich viele...

Und ganz ehrlich, was sind denn 600l Milch täglich, dafür kommt hier nicht mal ein Wagen zum abholen.
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Taraxacum
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4248

Beitrag von Taraxacum »

Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist
Du echauffierst dich hier seitenlang über Rohana und ihre Landwirtschaft, ohne jemals dort gewesen zu sein und die ganzen Umstände, Zusammenhänge und Zwänge kennenzulernen.
Man schmeißt nicht mal von heut auf morgen alles um und geht einen ungewissen Weg, wenn da Familie und andere Verantwortungen mit dran hängen. Schön, dass deine Solawi, wo du nur aber nur dran hängst, wie du sagst, selber aber keine Verantwortung dafür zu haben scheinst, funktioniert. Hier in der Gegend waren auch alle erst Feuer und Flamme, aber als es ernst wurde ist einer nach dem anderen klammheimlich verschwunden - keine Zeit für Mithilfe, viel zu teuer gegenüber Supermarktware...... Da stand der Gärtner dann doch wieder ganz allein da. Mitnichten sind alle Konsumenten edel, hilfreich und gut, so wie du es hier immer gerne predigst. Eine Solawi braucht etliches an Vorlaufzeit für eine Gründung und später entsprechende Manpower, Zeit, bis alles so weit eingespielt ist, dass das funktioniert und das alles muss man erst einmal haben. Rohana hat ein kleines Kind, der Betrieb ist ein reiner kleiner Familienbetrieb und da ist so ein Risiko viel zu hoch, von heut auf morgen alles zu ändern.
Tscharlie hat schon Recht, was die Gründung einer Solawi angeht.
Benutzer 8600 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4249

Beitrag von Benutzer 8600 gelöscht »

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unter ... edcc63f3b7
Erschreckend… vor allem auch die Masse an dämlichen Kommentaren…
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4250

Beitrag von Rohana »

SunOdyssey hat geschrieben: Di 23. Aug 2022, 07:38 Auf dich trifft das, was Emil in seinem Avatar stehen hat, wirklich super zu "wer will, findet einen Weg, wer nicht will, findet eine Ausrede". Du willst einfach keine Änderung, du willst lieber meckern und jammern, noch schlimmer wird es wohl dann, wenn ihr geändert werdet. Niemand zwingt euch, 600l zu produzieren, wenn die Abnehmer dafür keinen angemessenen Preis zahlen, dafür gibt es mittlerweile genug Möglichkeiten, entweder die Sache selbst in die Hand zu nehmen oder auf eine andere Alternative umzusteigen.
Der Betrieb ist nunmal auf diese Kuhzahl ausgelegt. Klar fluktuiert das ein bisschen, aber unsere Flächen und Stallstruktur passen dazu. Klar können wir weniger machen, weniger geht immer, aber die Arbeit bleibt gleich, dann müsste der Preis NOCH höher sein, und zwar deutlich. Und wer will schon für die 08/15 Laufstallmilch einen noch höheren Preis zahlen als jetzt, nur um weniger Menge zu haben die dann vielleicht abgenommen wird, aber nicht unbedingt? Warum sollte ich das ganze Stallkonzept umschmeissen um hinterher mit Riesenaufwand eine winzige Menge Milch zu vermarkten, für die ich nichtmal sicher bin den nötigen Preis zu bekommen... Merkst schon dass das keinen Sinn macht, oder?
Was machen denn Betriebe in der Wirtschaft anders, wenn sie merken, dass ihr Produkt nicht auskömmlich für sie ist?
Betriebe in der Wirtschaft haben tausend andere Stellschrauben. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Und das Konzept Solawi läuft nicht so, wie du dir das vorstellst. Zuerst wird der Bedarf ermittelt, sprich, wie viele Intwressierte gibt es? Die werden eingeladen und mittels Vertrag verbindlich an eine Ernteperiode gebunden und der monatliche Betrag festgelegt. Erst dann beginnt die Jahresplanung für das festgelegte Jahr und die anschließende Bearbeitung des Bodens. Es gibt Infoseiten, wie das ganze funktioniert.
Meine Güte, ich war lange genug aktives Mitglied einer SoLaWi um zu wissen wie es funktioniert. Nur gibt's keinen Bedarf für das Produkt Milch, und für andere Produktion müsste man erstmal a) Fläche erübrigen b) Mitarbeiterzeit erübrigen c) Maschinen anschaffen... und wenn man vorher schon weiss dass der Bedarf, sprich das Interesse der Bevölkerung SEHR begrenzt ist, macht das schlichtweg AUCH keinen Sinn. Im Leben werde ich mich nicht auf irgendwelche SoLaWi Mitglieder verlessen für Mithilfe, denn das habe ich über Jahre gesehen wie viele vorher ja sagen und hinterher kommen. An festen Mitarbeitern kommt man da nicht vorbei, und die kosten erstmal was. Das höchste der Gefühle wird mal ne Kartoffelfläche mit zwei Cousinen sein, wenn ich wieder n bissl mehr arbeiten kann. Bauch ist so langsam im Weg.

Es ist schlicht und ergreifend so, dass du hier ohne Vieh nicht viel machen kannst. Das was am besten (naja, verhältnismässig halt) wächst ist nämlich alles Futter, und über den Rest reden wir lieber nicht, das macht nur traurig. Genauso wie in der Börde niemand auf die Idee kommen würde Futter anzubauen weil der Boden dafür viel zu schade ist, kommt hier keiner auf die Idee flächendeckend Gemüse anzubauen weil's eben nix taugt. Ohne die weitreichende Logistik der heutigen Zeit hat man es machen *müssen*, logisch. Aber jetzt *muss* man es nicht mehr (Gottseidank).
Ob es Sinn macht den Boden komplett zu tauschen und Gewächshäuser zu errichten, um mit Biegen und Brechen eben professionell Gemüse anzubauen, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht sind wir hier in Neu-Almeria und wissen es nur noch nicht :hmm:
Und ganz ehrlich, was sind denn 600l Milch täglich, dafür kommt hier nicht mal ein Wagen zum abholen.
Der kommt ja auch alle 2 Tage, wie bei den meisten.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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