Rohana hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 21:52
Oelkanne hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 21:10
penelope hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 21:04
[...]Der Export von landwirtschaftlichen Gütern aus dem globalen Norden in den globalen Süden ist die Ursache für die Probleme dort und keinesfalls die Lösung.
Das Ertragspotential der dortigen Standorte reicht bei weitem nicht aus um die dortige Bevölkerung zu ernähren.
Also gibt es zwei Lösungen:
1. Leute weg
2. Essen her
Lösung 1 ist mit Hungertoten, Flüchtlingen usw. nicht so die Lösung finde ich...
Jein. Die Ursachen sind noch ein wenig vielschichtiger als nur dass das Ertragspotential der dortigen Standorte nicht reichen würde... was sicherlich auf einige Regionen zutrifft. In anderen Regionen herrscht Krieg oder zumindest kriegsähnliche Zustände, die Infrastruktur ist stark beschädigt, viele Menschen im arbeitsfähigen Alter sind auf der Flucht, zwangsrekrutiert oder tot. Wieder anderswo ist die Politik der grösste Hemmschuh, und nicht zuletzt haben einige Regionen in der letzten Zeit starke Dürren erfahren.
*diese* Probleme würden durch einen Import-Stopp von Nahrungsmitteln aus dem Norden kaum gelöst.
Sicher war das stark verkürzt dargestellt,
aber alle von dir genannten Faktoren führen dazu, dass das eh schon geringe Ertragspotential nicht voll genutzt wird.
In Ägypten sind z.B. nur 4,5 % der Landesfläche landwirtschaftlich nutzbar: die Ufer des Nil.
Da wächst bei weitem nicht genug um die 102,3 Millionen Ägypter zu ernähren. Zudem kann man dort lukrative Exportgüter anbauen.
Warum sollte der Landwirt Getreide anbauen, wenn er auch mit der Produktion von Exportware mehr Geld verdienen kann?
Der Ägyptische Bauer hat am Ende des Jahres mehr Geld in der Tasche, wenn er Mangos und Datteln für Europa anbaut und europäischen Weizen für sein Brot kauft wie wenn er den Weizen selbst anbaut.