Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4041

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Du arbeitest doch in so einem Riesenbetrieb! Da geht einfach deswegen schon etliches in den Export, weil da mehr zu verdienen ist. Hier in unserer Region sind es die kleineren Betriebe, die tatsächlich so breit aufgestellt sind, dass sie Gemüse und Getreide an Handel und handwerkliche Bäckereien liefern. Die großen hier häckseln ihren Mais für biogasanlagen und das Getreide für Schweine. Und davon landen eben nicht alle hier in der Fleischtheke.

Warum produzieren wir für andere so viel? Über 50.000.000 Schweine jedes Jahr? Das ist ein Schwein pro Erwachsener! Dazu kommen ja noch Millionen von Hühnern und Puten und die Rinder auch nicht zu vergessen. Das ist einfach Zuviel!

Die Niedeländer haben das erkannt und jetzt eben per Gesetz festgelegt, dass die Tiermenge halbiert werden muss! Warum muss sowas immer von oben verordnet werden, warum kann diese Erkenntnis aus der Berufsgruppe selbst entstehen?
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4042

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

penelope hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 17:25 Und was ist die benötigte Menge vor dem Hintergrund, dass wir in einigen Bereich für den Export produzieren und in anderen wiederum auf Importe angewiesen sind? wir exportierten z.B. E Weizen und Importierten Durum. Dort wo wir den E Weizen hinliefern wächst nur minderwertiger Weizen, der E Weizen wird zum Aufmischen auf Backqualität benötigt. Durum können die Kanadier z.B. besendert gut, weshalb viel Durum aus Kanada kommt.
Und ist die benötigte Menge an Nahrungsmitteln das was nachgefragt wird (jeden Tag Schnitzel), oder das, was aus ernährungsphysiologischer Sicht sinnvoll ist? das was nachgefragt wird

Und wann betrachtet man einen Ertrag als sicher? Das Niveau dass ich über mehrere Jahre unter normalen Bedingungen zuverlässig erreichen kann.
Ist vor dem Hintergrund immer stärkerer Dürreperioden wirklich Weizen noch eine sichere Kultur oder liegen unter dem Aspekt eher Hirse und Gerste vorn? Das ist je ach Standort unterschiedlich. Egal ob Gerste oder Sorghum: beides ist fast ausschließlich Futtergetreide

Es gibt bei diesen Frage einfach sehr viele unterschiedliche Aspekte, die man betrachten kann und muss. Es gibt nicht die EINE richtige Sichtweise - weder deine noch meine, sondern eine sehr komplexe Gemengelage, innerhalb der man gesellschaftliche ausloten muss, wo Prioritäten gesetzt werden sollen. ich denke an einer sicheren Versorgung mit Nahrungsmitteln haben alle ein großes Interesse. Bezahlbar, möglichst unabhängig von Importen und zuverlässig muss die Versorgung sein.

Zudem kann man nicht außer Acht lassen, dass wir in einer Welt leben, die sich deutlich schneller verändert, als wir es aus der Vergangenheit kennen. Auch wenn wir im Nachhinein analysieren können, welche Fruchtfolgen usw. sich in den letzten 20 bis 30 Jahren besonders gut bewährt haben ist für die Zukunft nur eines klar: wir werden nicht mehr die gleichen Bedingungen haben. Es wird nicht weitergehen, wie bisher.siehe beim Wandel der Fruchtfolgen, das machen die Landwirte von ganz alleine.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4043

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Was passiert, wenn die Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht vor allem aus dem eigenen Land, sondern aus dem Import kommt, sieht man nun "schön" in Nordafrika:
Russland und die Ukraine liefern nicht (mehr).
Dort ist Speisegetreide Mangelware, es werden Wucherpreise aufgerufen und immer mehr Menschen könne sich nicht mehr genug Essen leisten.
sybille
Beiträge: 3267
Registriert: Mi 2. Nov 2011, 19:48

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4044

Beitrag von sybille »

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % ist dein gekauftes Brot mit einem Mehl gebacken worden, dass aus mehr als nur einer Partie Getreide gewonnen wurde.

Der Verschnitt verschiedener Partien ist nichts schlechtes und dient dazu die Mängel einzelner Partien auszugleichen.
Oelkanne, das habe ich heute als Mail bekommen:
Das Brot wird komplett aus meinem Getreide gebacken.
Es wird auch kein anderes Mehl hinzuverschnitten.
Mein Bäcker ist dann manchmal auch ein wenig enttäuscht, wenn mein Weizensauer nicht immer so aufgeht wie bei seinem Mehl.

Werte von meinem Bio Weizen, habe ich keine. Ist aber herrauszubekommen.


Mal sehen ob ich auch noch die Werte bekomme.
Den von mir unterstrichenen Satz finde ich wichtig denn der Weizen ist sicher nicht immer gleich und geht deswegen unterschiedlich auf. Das Wort Qualität stört mich in diesem Zusammenhang. Ich frage mich aber was wird dem Mehl, das der Bäcker für seine anderen Backwaren benutzt, zugesetzt damit es immer gleich ist? Allein an den Werten kann es mMn nicht liegen.
Dieser Satz sagt mir auch das der Weizen, aus dem mein Brot gebacken wird, für Bäckereiketten nichts taugt weil die Maschinen, die das Brot herstellen, nicht ständig flexibel eingestellt werden können damit der Verbraucher sein immer gleich gut aufgegangenes Brot bekommt.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4045

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

sybille hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 18:18
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % ist dein gekauftes Brot mit einem Mehl gebacken worden, dass aus mehr als nur einer Partie Getreide gewonnen wurde.

Der Verschnitt verschiedener Partien ist nichts schlechtes und dient dazu die Mängel einzelner Partien auszugleichen.
Oelkanne, das habe ich heute als Mail bekommen:
Das Brot wird komplett aus meinem Getreide gebacken.
Es wird auch kein anderes Mehl hinzuverschnitten.
Mein Bäcker ist dann manchmal auch ein wenig enttäuscht, wenn mein Weizensauer nicht immer so aufgeht wie bei seinem Mehl.

Werte von meinem Bio Weizen, habe ich keine. Ist aber herrauszubekommen.


Mal sehen ob ich auch noch die Werte bekomme.
Den von mir unterstrichenen Satz finde ich wichtig denn der Weizen ist sicher nicht immer gleich und geht deswegen unterschiedlich auf. Das Wort Qualität stört mich in diesem Zusammenhang. Ich frage mich aber was wird dem Mehl, das der Bäcker für seine anderen Backwaren benutzt, zugesetzt damit es immer gleich ist? Allein an den Werten kann es mMn nicht liegen.
Dieser Satz sagt mir auch das der Weizen, aus dem mein Brot gebacken wird, für Bäckereiketten nichts taugt weil die Maschinen, die das Brot herstellen, nicht ständig flexibel eingestellt werden können damit der Verbraucher sein immer gleich gut aufgegangenes Brot bekommt.
Eben, es ist sein Getreide aber auch schon eine Mischung der verschiedenen Felder.

Das aus dem von Jahr zu Jahr von Lieferant zu Lieferant unterschiedlichem Getreide ein möglichst gleiches Mehl wird, ist die Kunst des Müllers.
Er mischt Getreide und Mehle so zusammen, dass das Endprodukt möglichst gleich ist.

Für industrielle Backzwecke sind für den "Feinschliff" noch Mehlbehandlungsmittel möglich.
Hört sich erst mal böse an, aber das meist verwendete Mehlbehandlungsmittel ist einfaches Vitamin C mit einer Menge von etwa 1-3 Gramm pro 100 kg Mehl. Das ist aber Kennzeichnungspflichtig.
sybille
Beiträge: 3267
Registriert: Mi 2. Nov 2011, 19:48

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4046

Beitrag von sybille »

Ja, unterschiedliche Felder, unterschichtliche Besonnung der Felder (dadurch auch unterschiedliche Wärme) ... machen sicher auch was auch.
Danke für die Aufklärung bezüglich des Mehls damit es möglichst gleich ist :)
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4047

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

sybille hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 19:39 Ja, unterschiedliche Felder, unterschichtliche Besonnung der Felder (dadurch auch unterschiedliche Wärme) ... machen sicher auch was auch.
Danke für die Aufklärung bezüglich des Mehls damit es möglichst gleich ist :)
Wie für alles, gibt auch fürs Mehlmahlen gut verständlcihe Fachlietratur:
Müllereitechnologie Werkstoffkunde
Das Standartwerk für den Weg vom Korn zum Mehl
penelope
Beiträge: 553
Registriert: Mo 26. Nov 2018, 14:41

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4048

Beitrag von penelope »

Oelkanne hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 18:12 Was passiert, wenn die Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht vor allem aus dem eigenen Land, sondern aus dem Import kommt, sieht man nun "schön" in Nordafrika:
Russland und die Ukraine liefern nicht (mehr).
Dort ist Speisegetreide Mangelware, es werden Wucherpreise aufgerufen und immer mehr Menschen könne sich nicht mehr genug Essen leisten.
Das ist schon recht zynisch. Der globale Norden flutet mit billigem subventionierten Getreide jahrelang die Märkte in den südlichen Ländern und treibt dort die lokalen Bauern in den Ruin. Wenn dann eine Krise kommt, und das erzeugte Getreide im eigenen Land behalten wird, entsteht die Not natürlich zuerst in den südlichen Ländern.

Der Export von landwirtschaftlichen Gütern aus dem globalen Norden in den globalen Süden ist die Ursache für die Probleme dort und keinesfalls die Lösung.
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4049

Beitrag von Rohana »

sybille hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 18:18
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % ist dein gekauftes Brot mit einem Mehl gebacken worden, dass aus mehr als nur einer Partie Getreide gewonnen wurde.

Der Verschnitt verschiedener Partien ist nichts schlechtes und dient dazu die Mängel einzelner Partien auszugleichen.
Oelkanne, das habe ich heute als Mail bekommen:
Das Brot wird komplett aus meinem Getreide gebacken.
Es wird auch kein anderes Mehl hinzuverschnitten.
Mein Bäcker ist dann manchmal auch ein wenig enttäuscht, wenn mein Weizensauer nicht immer so aufgeht wie bei seinem Mehl.

Werte von meinem Bio Weizen, habe ich keine. Ist aber herrauszubekommen.


Mal sehen ob ich auch noch die Werte bekomme.
Den von mir unterstrichenen Satz finde ich wichtig denn der Weizen ist sicher nicht immer gleich und geht deswegen unterschiedlich auf. Das Wort Qualität stört mich in diesem Zusammenhang. Ich frage mich aber was wird dem Mehl, das der Bäcker für seine anderen Backwaren benutzt, zugesetzt damit es immer gleich ist? Allein an den Werten kann es mMn nicht liegen.
Dieser Satz sagt mir auch das der Weizen, aus dem mein Brot gebacken wird, für Bäckereiketten nichts taugt weil die Maschinen, die das Brot herstellen, nicht ständig flexibel eingestellt werden können damit der Verbraucher sein immer gleich gut aufgegangenes Brot bekommt.
Das Mehl, was der Bäcker sonst bekommt, hat keine besonderen Zusatzstoffe, aber Getreidepartien ggf. verschiedener Qualitäten sind dort so gemischt dass immer der "Standard" für Brotweizen erreicht wird. Heuer hört man von allen Seiten dass die Rohproteinwerte der neuen Ernte sehr zu wünschen übrig lassen, kann also sein dass das Brot bei euch mal wieder nicht so schön aufgeht. So geht's unseren Kühen auch, die müssen fressen was da ist, wir haben leider keine Wahl... mal haben wir richtig gute Futterqualitäten, mal ist es nicht so berauschend. Klar versucht man das über die Mischung irgendwie auszugleichen aber das Grundmaterial ist eben so wie es das Jahr hergibt.

Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gepriesen.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#4050

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

penelope hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 21:04
Oelkanne hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 18:12 Was passiert, wenn die Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht vor allem aus dem eigenen Land, sondern aus dem Import kommt, sieht man nun "schön" in Nordafrika:
Russland und die Ukraine liefern nicht (mehr).
Dort ist Speisegetreide Mangelware, es werden Wucherpreise aufgerufen und immer mehr Menschen könne sich nicht mehr genug Essen leisten.
Das ist schon recht zynisch. Der globale Norden flutet mit billigem subventionierten Getreide jahrelang die Märkte in den südlichen Ländern und treibt dort die lokalen Bauern in den Ruin. Wenn dann eine Krise kommt, und das erzeugte Getreide im eigenen Land behalten wird, entsteht die Not natürlich zuerst in den südlichen Ländern.

Der Export von landwirtschaftlichen Gütern aus dem globalen Norden in den globalen Süden ist die Ursache für die Probleme dort und keinesfalls die Lösung.
Das Ertragspotential der dortigen Standorte reicht bei weitem nicht aus um die dortige Bevölkerung zu ernähren.

Also gibt es zwei Lösungen:

1. Leute weg

2. Essen her

Lösung 1 ist mit Hungertoten, Flüchtlingen usw. nicht so die Lösung finde ich...
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“