Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Eule
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3981

Beitrag von Eule »

Ferry hat geschrieben: Sa 23. Jul 2022, 20:08 Wieso nicht Photovoltaikanlagen, oder Windturbinen, oder... auf Berliner Hausdächer statt hier noch mehr Windräder?
weil in Berlin mehr Wähler wohnen, als in deiner Gegend :pfeif:
Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3982

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Auch weil Dachturbinen total aufwendig und teuer sind und dafür einen zu geringen Wirkungsgrad haben. Ebenso Kleinwindkraftanlagen. Sonst gäbe es ja mehr davon.
Bei PV legt erstmal der Besitzer vor u d hofft, dass der Strompreis hoch bleibt. Denn sonst ist auch eine PV-Anlage total unwirtschaftlich, da sie nur in den sieben Monaten rund um den 21.06. effizient Strom produzieren kann, den Rest der Zeit in D eben nicht. Solange es keine vernünftige Speicherung oder andere sinnvolle Nutzung für die Überproduktion im Sommer gibt, hat das eben Grenzen mit PV.
Daher halte ich die Windkrafttechnik eben für die bessere Wahl für einen Großteil der Bevölkerung. Und alle sollten sich mal überlegen, wo denn sonst der Strom aus der Steckdose so herkommt.... :pfeif:
strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3983

Beitrag von strega »

Deutsches Getreide zum Brotbacken unbrauchbar!!!

Er sagt auch warum:

https://youtu.be/TPoC1lbReNk
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3984

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Ist das ein herrlicher Quatsch! Da braucht sich also nur irgendein Bauer vor sein Handy zu stellen, kann einen Zettel rumwedeln und behaupten, dass der deutsche Weizen nicht zum Backen taugt! Aha!

Das glaubst du, echt?
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3985

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Zur eurer Weiterbildung:
Qualitätsparameter Weizen, einfache Übersicht
Umfassende Erläuterung der Parameter

Nach dem euch nur klar ist was produziert wird, hier eine kurzgefasste
"Leitlinie zur effizienten und umweltverträglichen Erzeugung von Winterweizen"

Für die Berechnung der Nährstoffmenge benötigt ihr §4 der Düngeverordnung in Verbindung mit Anlage 4 der Selbigen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3986

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Oelkanne hat geschrieben: So 24. Jul 2022, 12:47 Zur eurer Weiterbildung:
Qualitätsparameter Weizen, einfache Übersicht
Umfassende Erläuterung der Parameter

Nach dem euch nur klar ist was produziert wird, hier eine kurzgefasste
"Leitlinie zur effizienten und umweltverträglichen Erzeugung von Winterweizen"

Für die Berechnung der Nährstoffmenge benötigt ihr §4 der Düngeverordnung in Verbindung mit Anlage 4 der Selbigen.
Nach dem ihr nun die 39 Seiten durchgelesen und verstanden habt, sollte euch auch einleuchten was der Mann recht emotional vorgetragen hat:

8 Tonnen pro Hektar B Weizen, die gerade so die Mindestanforderung von 12,5 % Rohprotein erfüllen, fahren 172 kg Stickstoff vom Hektar.
Schaut man in die Düngeverordnung, dürfen 230 kg abzüglich Nmin Vorrucht etc. gedüngt werden.
Der Nmin-Richtwert für mittlere Böden betrug in Nds. im Jahr 2022 51 kg/ha, bei Getreidevorfrucht muss nichts weiter abgezogen werden, bleiben also 179 kg/ha die man Düngen darf.
Theoretisch ausreichend, wenn alle Prozesse im Boden und in der Pflanze nahezu verlustfrei ablaufen würden, das tun sie aber nicht. ALso reicht es nicht.

Wirtschaftet man nun in einem "roten Gebiet" (deren Ausweisung recht schwachsinnig ist), muss man 20 % weniger als der Bedarf düngen:
Statt 179 kg dürfen nur noch 143,2 kg Stickstoff gedüngt werden.
Was folgt daraus?
Der Rohproteingehalt des Erntegutes wird (rechnerisch) um 20 % fallen, mit 10 % Rohprotein kann man es nur noch als Futterweizen verkaufen.
Schon zig mal musste ich hier lesen man soll weniger Getreide verfüttern, ja aber wo hin soll den das Zeug dann? Biogasanlage? Böse! Ethanolanlage? Böse!
Egal wie, monetärere Verlust, weils Futter und Kein Brotweizen ist: 104 € N Bereinigter Verlust: rund 50 €/ha

Eine Senkung des Ertragsniveaus erscheint nur auf den ersten Blick sinnvoll:
Anlage Tabelle 3: senken wir unseren Ertrag um 20 % ernten wir nur noch 6,4 t/ha, damit dürfen wir nur noch 155 kg Stickstoff düngen, wir wirtschaften aber im Roten gebiet (also -20 % vom Bedarf): da bleiben nur noch 124 kg Stickstoff. Damit kann der Weizen 719,2 kg Rohprotein machen, verteilt auf die 6,4 tonnen macht das 11,24 % Rohprotein.
Also nur noch 6,4 t Futterweizen geerntet: Monetärere Verlust: 566 €, N Bereinigt: 476 € pro Hektar Verlust.


Fazit:

Egal wie man des dreht und wendet, es wird nur noch Futterweizen produziert und der Landwirt verliert deutlich spürbar Geld.

Und noch mal die Frage: wo hin mit dem Futterweizen, wenn nicht an Tiere verfüttern?

Wenn man will, das weniger Weizen/Getreide verfüttert wird, muss man den Landwirten die Möglichkeit lassen Brotgetreide zu produzieren.
Eule
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3987

Beitrag von Eule »

und was würde passieren, wenn man Brot aus proteinärmerem Weizen macht? :hmm:
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3988

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Eule hat geschrieben: So 24. Jul 2022, 16:12 und was würde passieren, wenn man Brot aus proteinärmerem Weizen macht? :hmm:
Backwaren aus Futterweizen funktionieren nicht.

Sprich weder Krume, noch Kruste, noch Porenanteil/Verteilung/Größe, noch Form und Teigkonsistenz funktionieren.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3989

Beitrag von penelope »

Aktuell ist Deutschland Nettoexporteur sowohl von Schweinefleisch als auch von Weizen (inklusive Bortweizen). Diese höchst intensive Produktion von beiden Produkten brauchen wir nicht, um uns selbst zu versorgen. Das verlinkte Youtube-Video ist mehr als tendenziös.

Roggen, Hartweizen, Hafer und Hülsenfrüchte produziert Deutschland nicht im ausreichenden Umfang selbst und ist auf Importe angewiesen.
Zur Selbstversorgung im eigenen Land brauchen wir weder die intensive Schweinemast im aktuellen Umfang, noch die intensive Weizenproduktion, sondern mehr Vielfalt.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3990

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

penelope hat geschrieben: So 24. Jul 2022, 16:56 Aktuell ist Deutschland Nettoexporteur sowohl von Schweinefleisch als auch von Weizen (inklusive Bortweizen). Diese höchst intensive Produktion von beiden Produkten brauchen wir nicht, um uns selbst zu versorgen. Das verlinkte Youtube-Video ist mehr als tendenziös.

Roggen, Hartweizen, Hafer und Hülsenfrüchte produziert Deutschland nicht im ausreichenden Umfang selbst und ist auf Importe angewiesen.
Zur Selbstversorgung im eigenen Land brauchen wir weder die intensive Schweinemast im aktuellen Umfang, noch die intensive Weizenproduktion, sondern mehr Vielfalt.
Ich glaube Rohana und ich schreiben chinesisch...
... wir exportieren überwiegend E Weizen um in (Nord-) Afrika das dortige schlechte Getreide aufzumischen um es backfähig zu bekommen.
Getreide das wir nicht auf einem unserer Gunststandorte produzieren, fehlt auf dem Teller und wird dann an anderer Stelle der Welt deutlich Flächenintensiver umd damit umweltschädlicher produziert.

Das macht kein Sinn!
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