Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Eule
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3931

Beitrag von Eule »

nur mal so aus Neugier: wie oft und von wem werden denn die Messgeräte geeicht, mit denen die Feuchtigkeit im Getreide gemessen wird, und welche Messtoleranzen sind da zulässig?
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3932

Beitrag von Rohana »

Beim Landhandel müssen die bestimmt geeicht sein, für uns am Feld reichen Geräte die... ja gute Frage. Angezeigt wird mit einer Nachkommastelle. Bezahlt wird nach Probe die beim Landhandel genommen wird - unsere Ware geht nicht über'n Landhandel, für uns ist das nicht strikt geldwert-relevant sondern vor allem für die Lagerung (die Kühe interessierts nicht so wahnsinnig :aeh: ). Wann gedroschen wird richtet sich bei uns vor allem danach wann mein Mann Zeit hat. Heute hat er nachmittags doch nicht dreschen wollen, verständlich bei 32 Grad im Schatten und ohne Klimaanlage... :roll: Heute abend holen wir das Saatgut für's nächste Jahr.
Andere Betriebe lassen den Lohner kommen, der muss natürlich auch für die x Leute Zeit haben die y ha gemacht haben wollen, alle gleichzeitig ^^
Oelkanne hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 19:06 Zu Nass zieht der Landhandel rigoros ab (mehr angelieferte Wassermenge und evtl. Trocknungskosten)
Zuschläge für zu trockene Ware gibt es nicht.
Und deswegen hab ich überhaupt keinen Bock auf Landhandel. Fair sind die nur wenn's ihnen in den Kram passt :bang:


@Ölkanne, dein Link ist doch ohne Erklärungen bzw. Fachwissen kaum verständlich, darfst gern noch ein paar Takte dazu sagen. Persönlich finde ich sehr interessant wie wenig Mehrertrag Roggen durch (chem) Pflanzenschutz gewinnt und wie viel im Gegensatz dazu der Weizen...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3933

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Eule hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 19:38 nur mal so aus Neugier: wie oft und von wem werden denn die Messgeräte geeicht, mit denen die Feuchtigkeit im Getreide gemessen wird, und welche Messtoleranzen sind da zulässig?
Geeicht werden müssen die, ich glaube ein mal im Jahr.
Toleranzen im Zuge der Eichung keine Ahnung, müsste man mal den Eichmensch fragen.

Auf Arbeit haben wir ein HE60, das regelmäßig auf die jeweilige Sorte Kalibriert wird. Die Feuchtemessung der Mähdrescher wird 4 mal täglich mit dem HE60 kalibriert.
Bei sehr sorgfältiger Arbeit und 4 Messungen je Probe kommen wir mit dem HE60 auf +/- 0,15%.
Schludert man aber sind's bis zu +/- 0,5 %, das ist dann Käse, da kann man gleich draufbeißen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3934

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 19:58 @Ölkanne, dein Link ist doch ohne Erklärungen bzw. Fachwissen kaum verständlich, darfst gern noch ein paar Takte dazu sagen. Persönlich finde ich sehr interessant wie wenig Mehrertrag Roggen durch (chem) Pflanzenschutz gewinnt und wie viel im Gegensatz dazu der Weizen...
Ich finde den super anschaulich :rot:

Wo hakt es denn?
Ferry
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3935

Beitrag von Ferry »

Der Landwirt hier drischt mit seinen eigen Leuten und Maschinen.
Manchmal fängt er eben echt erst nach dem dunkel werden an.
Ich kenne den Betrieb nicht so genau, aber die Tiere werden von anderen Leuten versorgt als der Acker ... sind halt mehrere Betriebszweige.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3936

Beitrag von Rohana »

Im Zweifelsfall musst du ihn selbst fragen :hmm:

Der Apostel aus Z-Saatgut (mit Roggen, gratis) ist schlichtweg a Katastrophe. Unter 4t/ha. Mal gucken ob der Winnetou mehr kann... :platt:
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Tscharlie
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3937

Beitrag von Tscharlie »

Oelkanne hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 18:52

Ja, du übersiehst da was, von Maximalertrag ist auf den ganzen 14 Seiten nichts zu lesen.
Es geht um die wirtschaftliche Betrachtung, schließlich heißt es Landwirtschaft und nicht Landhobby.

Wir bauen im Betrieb rund 2.500 ha Weizen an. Überträgt man die Zahlen 1:1 würden uns ohne Unkrautbekämpfung jedes Jahr 887.500 € fehlen.
Nur beim Weizen.

Das Abbauverhalten, Rückstandsmengen und die Wirkung auf nicht-Zielorganismen sind Gegenstand der Zulassung.
Schon, aber im Biolandbau funktioniert es eben ohne chemische Unkrautbekämpfung.

Problem ist doch nur, dass die Mindererträge bezahlt werden müssen.

Ob man dann noch genug zur Ernährung hätte? Ja auf alle Fälle, wenn man weniger an Tiere verfüttern würde. Die würden als Kühe weniger Milch geben klar, auch das liese sich finanziell ausgleichen.

Übrigens Ausgleich über den Preis für die Landwirte, nicht über Subvention. Klar könnten sich dann HartzIVler das nicht mehr leisten, also sollen die um den Betrag höhere Unterstützung bekommen.

Wer das zahlt? Frag die die die (toll 3 x die :-)) Schäden der heutigen Landwirtschaft später tragen müssen.

Wir müssen endlich einsehen, dass dieses Leben aus Pump (nicht Geld, das ist nur ein Tauschmittel) nicht geht.

Kleine Rechnung: bei 2500 Ha Weizenanbau hat man eine Ernte von 18750 to Weizen, der Minderertrag (887.500 €) wäre also 47 € pro Tonne. Das heißt ein Kilogramm Weizen würde sich um 4 Cent verteuern.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3938

Beitrag von penelope »

Tscharlie hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 05:47
Problem ist doch nur, dass die Mindererträge bezahlt werden müssen.
Genau das ist eben nicht das Problem.

Es ist natürlich sinnvoll, wenn sich ein Betrieb berechnet, was im optimalen Fall auf den eigenen Flächen möglich ist. Diese Zahl zu kennen, ist wichtig.

Es ist aber natürlich nicht automatisch Verlust, wenn man mal nicht das Optimum erreicht. Man erreicht vielleicht dann ein selbst gestecktes Ziel nicht, was aber einfach eine persönliche Sache ist. Wer unternehmerisch tätig ist, trägt eben immer ein Risiko.

Die Landwirtschaft ist ein Bereich von ganz besonderer Bedeutung und daher ist es grundsätzlich sinnvoll, dass es in besonders schlechten Jahren (staatlichen) Ausgleich gibt, um zu gewährleisten, dass die Betriebe auch im nächsten Jahr noch weiter machen können. Über die letzten Jahre/Jahrzehnte hat sich das sehr verselbständigt und es hat sich eine (von Ölkanne hier demonstrierte) total absurde Anspruchshaltung entwickelt, dass das berechnete Optimum das "normale" sei und man bei jeder Abweichung davon einen Anspruch auf einen Ausgleich hat. Das ist natürlich Quatsch, hat mit Marktwirtschaft dann nicht mehr das geringste zu tun und ist auch in keinem anderen Wirtschaftszweig denkbar (ok, vielleicht mit Einschränkungen noch in der deutschen Automobilindustrie - die ist ähnlich gut im klagen).
Benutzer 6456 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3939

Beitrag von Benutzer 6456 gelöscht »

Landwirtschaft ist eben keine Industrie, basta! Und Tscharlies hat doch recht, mit dem was er schreibt, wir vertagen ALLE Kollateralschäden in die Zukunft. Die 1500 ha, die Oelkanne da als Angestellter mitbewirtschaftet, sind für das gesamte Ökosystem komplett verloren, da alles was grünt oder fliegt, eben totgespritzt wird, um genau das hinzukriegen, was Penelope sagt: das Optimum zum Normalen machen.
Und immer, wenn so "Hobby"Landwirte wie ich dann sagen, so geht das nicht, weil nichts außer eurem Massentöten hier noch Platz hat, schon gar nicht das, was dort sich seit Jahrmillionen langsam entwickelt hat, kommt die Nummer mit dem "wir müssen die Menschheit ernähren". Nein, ihr ernährt arme Schweine und Rinder damit, damit sich die ohnehin schon zu fetten Deutschen jeden Tag ein ordentliches Stück Fleisch auf den Grill legen können.
penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3940

Beitrag von penelope »

Mit der Frage „Was ist normal?“ können wir auch wieder einen Bogen dahin bekommen, dass wir in diesem Thread mal ursprünglich Meldungen sammeln (und ggfls. diskutieren) wollten. ;)

https://www.zeit.de/zeit-magazin/wochen ... isch-vegan
Burger King bietet neuerdings alle Burger auch mit vegetarischen Patty an und fragt Kunden, ob sie ihren Burger normal oder mit Fleisch haben möchten.

Natürlich ist das in erster Linie Marketing und Greenwashing, aber im Kern finde ich das dennoch gut. :)
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